Hallo!
Ein Nomen ist ja trotzdem flektiert, auch
wenn nur ein Nullmorphem angehängt wird.
Sehe ich auch so. Ich bin ohnehin ein Nullmorphem-Fan, auch wenn es bei mir Dozenten gab, die das geht nicht mochten. 
Ist für dich das Wort „Garten“ flektiert in folgendem Satz:
Ich ergötze mich an unserem schönen Garten.
Na klar!
Ich könnte auch sagen: „Garten“ im obigen Satz ist
keine korrekt flektierte Form,
Eigentlich schon, denn es hängt ja ein Nullmorphem dran. 
oder „Straße des 18. Oktober“
wäre nicht korrekt flektiert. Das wäre aber irreführend, weil
das impliziert, dass es falsch sei.
Ich glaube, das wird jetzt eine ziemliche Wortklauberei. Ich sehe das so: Wenn ich „das Web“ flektieren möchte, dann habe ich lediglich die Möglichkeit, ein -s anzuhängen. Ich kann weder ein -en, ein -e, oder ein Nullmorphem anhängen. AAAAABER: Ich kann es unfektiert lassen und gar nichts anhängen. Also auch kein Nullmorphem.
Das ist spitzfindig, aber ich halte es für die „sauberste“ Art, das momentan grammatikalisch zu breschreiben.
Man könnte vermutlich aber auch einfach eine neue Flexionsklasse definieren mit „schwankendem Gebrauch der Flexionsendungen -s/Nullmorphem“. Finde ich aber keine son elegante Lösung. Vermutlich wird das aber auch die weitere Entwicklung sein, wenn sich die Monoflexion weiter durchsetzt.
Das war sozusagen der sprachwissenschaftliche Teil. Im sprachkritischen Teil schimmert durch, daß ich kein Freund dieser „Man kann es auch unflektiert lassen“-Ausnahmeregelung bin, weil sie mE die Grammatik verkompliziert. Nach der Beschreibung in der Grammatik, wann die Ausnahmeregelung erlaubt ist, wäre ich z.B. auch nicht darauf gekommen, daß „Web“ dazugehört. Diese Abneigung hast Du vermutlich deutlich gespürt und bist darauf „angesprungen“.
Gruß,
Max