Desfekt - diff. techn/med qual.Isopropanol

was ist der unterschied zwischen technischer und medizinischer qualität von isopropanol?

ist es besser eine wunde mit 70% isopropanol technischer qualität gemischt mit 30% hahnenwasser als desinfektionsmittel zu reinigen oder, weil kein desinfektionsmittel/isopropanol medizinischer qualität zur verfügung steht noch ein wirklicher notfall vorliegt bis zum nächsten morgen abzuwarten, um in einer apothecke ein desinfektionsmittel wie bspw. merfen anzuschaffen?

Hallo,

Isopropanol ist ein Lösungsmittel und Desinfektionsmittel für WC, Gegenstände, Räume usw., nicht für die Wundbehandlung geeignet, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol

Zur Wunddesinfektion ist Alkohol bzw. Ethanol (60-80%) zu verwenden. Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Alkohol#Medizin.

Gruß,
p+p

Ja aber was ist denn an Isopropanol für die medizinische Wundbehandlung falsch?

siehe auch Abschnitt „Verwendung“ im Artikel 2-Propano auf den Du verlinkt hast:

„Herstellung von Desinfektionsmitteln (70 %iger IPA in Wasser besitzt beispielsweise eine höhere Wirkung als entsprechend verdünntes Ethanol)“

Wiso denn ist Ethanol, wenn Isopropanol (und H2O) ein besseres Desinfektionsmittel hergeben für die Wundbehandlung besser geeignet?

Welche medizinischen Einwände gibt’s gegen 70/30 Isopropanaol/H2O gegenüber Ethanol/wasauchimmer in welcher Konzentration auch immer?

Und was ist denn besser, gar nicht desinfizieren oder falsch (mit 70 isopropanol technischer quali gemischt mit 30 h2o) desinfizieren?

Und was ist bei der Wunbehandlung der Vorteil von Ethanol gegenüber Isopropanol, mit welchem nicht nur WCs, sondern auch die Hände der (meisten) Chirurgen vor ihren Operationen desinfiziert werden (Sterilium ® als Beispiel, in jedem Krankenhaus zu finden, besteht grösstenteils aus Isopropanol und ist für die Chirurgie zugelassen)?

Hallo,

es ist ein großer Unterschied ob man sich zwecks Desinfektion die Hände mit Isopropanol wäscht - also äußerlich wäscht, oder ob man es zur Wundbehandlung verwendet, bei der es in den Körper eindringt.

Bei innerlicher Anwendung, offene Wunden und auch als Bestandteil von Medikamenten, die eingenommen werden, ist medizinisch nur Ethanol in medizinischer Qualität zugelassen.

Ich denke das hat gute Gründe. Isopropanol wird als Lösungsmittel in Reinigungen eingesetzt oder um Harze aufzulösen. Daher nehme ich an, daß die Wirkung in Wunden und im Körper eine ganz andere und schädlich ist, was bei Ethanol nicht der Fall ist.

Gruß,
p+p

Servus p+p,

hier

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=16…

findet man (wenn man nach dem Beitrag von „micmac“ sucht) eine gründliche und anscheinend kompetente Behandlung des Themas.

Gruß

Kai Müller

Servus Kai,

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=16…
findet man (wenn man nach dem Beitrag von „micmac“ sucht) eine
gründliche und anscheinend kompetente Behandlung des Themas.

Danke für den Link!
Habe das genau durchgelesen - die Beschreibung betrifft Isopropanol zur Hautdesinfektion, z.B. vor einer Blutabnahme, der Hände vor einer OP usw. Zusätze sind u.a. Fette zur Rückfettung der Haut, da Isopropanol die Haut stark austrocknet.

Aber nirgends wird etwas von der Desinfektion von offenen Wunden, Schürfwunden o.ä. erwähnt.

Jetzt habe ich auch nochmal in meinem Medikamentenschrank nachgesehen: Ich habe zweierlei: Isopropanol für die Hautdesinfektion und zusätzlich Äthanol für die Reinigung/Desinfektion von offenen Wunden, letzteres ist der medizinische Alkohol.

Da ich diese Mittel in der Apotheke für den jeweils genannten Zweck gekauft hatte, besteht bezüglich der Verwendung ein Unterschied. Wahrscheinlich ist Isopropanol für die Behandlung einer Wunde viel zu aggressiv - jedenfalls werde ich das nicht ausprobieren. Außerdem wären rückfettende Bestandteile bei einer offenen Wunde ungeeignet.

Gruß,
p+p

vielen dank für die beiträge.

Ich hatte gestern nichts anderes und habe eine 2x4 cm grosse verbrennung, die sich geöffnet hatte mit technischem iso und wasser (70/30) desinfiziert (habe die wunde versehentlich an verdrecktem material aufgerissen).

die rötung rund um die wunde war schnell weg, die fläche der wunde verkleinerte sich. allerdings schwoll die umgebung rund um die wunde (die gesunde haut darum) an, ist jetzt, 24h später noch so, schmerzt (brennt) aber nicht mehr.

fazit:
besser als vor der desinfektion.

ich werd sie aber noch mit desinfizierender brandwundsalbe behandeln, damit keine narbe entsteht. vielleicht ist die narbenbildung auch der grund, weshalb ethanol und nicht isopropanol verwendet wird.

gebrannt hat es bei der desinfektion überigens nicht.

Hallo,

(habe die wunde versehentlich an
verdrecktem material aufgerissen).
ich werd sie aber noch mit desinfizierender brandwundsalbe
behandeln, damit keine narbe entsteht.

Bevor du die offene Wunde mit Brandwundsalbe behandelst solltest du mal kurz beim Arzt anrufen. Diese Salben dürfen meines Wissens nur auf Verbrennungen aufgetragen werden, die keine offene Wunde sind, sondern bei der die Haut geschlossen ist. Da hat sich in den letzten Jahren an Einsichten einiges geändert. Bei offener Wunde kannst du eine Entzündung provozieren.

Ein lockerer Mullverband und kühlen ist die bessere Methode.

gebrannt hat es bei der desinfektion überigens nicht.

Medizinischer Alkohol also Äthanol hätte gebrannt.

Gruß,
p+p

Davon habe ich schon vor 15 Jahren gehört (Gefährlichkeit der Wundbehandlung mit Brandsalbe), stimmt, du hast Recht, ich erinnere mich.

Jedoch;
Welcher Arzt beantwortet telefonisch medizinische Anfragen eines Patienten? Ich kenne keinen. „Ich verbinde Sie mit der Praxishilfe, Sie wird Ihnen einen Termin geben“ ist die Standardfloskel… Habe ich Zeit für nen Termin zwischen 7 und 19 Uhr? Nein.

Ebensowenig konnte ich heute in ner Apotheke eine Salbe oder sowas besorgen, auch egal, denn die Schwellung ist zurückgegangen, auch die Wunde sieht besser aus als gestern Abend, ich werde mir den Aufwand, was geeignetes zu besorgen wohl gänzlich sparen und eine allfällige Narbenbildung mit Salzwasserbädern zu verhindern versuchen.