Destrier

Mod: Diese Diskussion hat nichts mit
… dem Mittelalter zu tun, oder?

Liebe Grüsse, Nike

Hi Manfred!

„destrier“: von „dextra“ (lat. rechts, isscha noch im
Italienischen: destra, gegenüber „sinistra“ = links). Spanisch
allerdings: „derecho“ und „izquierda“, irgendwie stamm-nah und
stammfremd, die beiden. Iberische Restbestände, auffer Rechten
angenähert?

Wurde zu „destrier“ = Schlachtroß (Kampfpferd, ich dachte
zunächst, wär füre „Keulung“ vorbereitet), verkürzt aus
cheval à dextra´ weil die Knappen das Pferd, wenn sie es pferten, sorry, führten, und der Ritter nicht kämpfte, mit der rechten Hand führten. Auch das frz Wort: "guide" hat einen Bedeutungslink zu Pferd. (s. gam.), sagt G. destrer´im afrz. auch für (?) führen´ (wohl, weil: mit der rechten Hand f.). Fändich aber merkwürdig: guider´über destrer´zu führen. Vielleicht ist die Endung -de®´ ne Vekümmerung von destre? Also: garder´ = vor rechts schützen? Eher doch auffem rechten Auge blind´!
Zweifel ich sogar, an solchem Zusammenhang.
Aber, wenn das alles nur `kalter Kaffe´ für euch ist, oder
sowas keinein interessieren tut, dann bitte sorry für „was ich
alles weiß, toll!“ Salut, Manfrède

Das klingt für mich alles sehr logisch, es ist auch heute noch üblich, das Pferd ausschliesslich rechts zu führen. Schliesslich sollte es nicht im Weg sein, wenn es erforderlich war den Degen, Schwert, Säbel oder was auch immer zu ziehen, der üblicherweise links hing. (Deswegen steig man auch heute immer noch von links auf auch wenn keiner mehr einen Säbel trägt. :wink:)) )

Darauf ist auch die Regel zurückzuführen, dass der Herr immer links und die Dame rechts geht…

Damit das Sahnehäubchen für den kalten Kaffee liefert,
Michaela

Liebe Eva,

was meinst Du mit „gebräuchlich“? Natürlich kannten deutsche Reitersmänner (wie Götz von Berlichingen) in der Spätrenaissance ihre Kollegen und deren Ausrüstung. Aber wie du aus meiner Antwort ersehen kannst, gab es auf dem Kontinent wohl keine echten „Destrier“.

ANTWORT:

„Destrier“ bezeichnet nämlich sowohl Ross als Reiter, also bewaffnete englische „Soldiery“ während der Rosenkriege – d.h. Elite-Reiter im späten 15. Jahrhundert. Es gibt inzwischen sogar Festivals, bei denen diese kurze Epoche fannisch gepflegt wird.

Als Pferd ist der „Destrier“ oder auch „Charger“ ein massives und großes Kriegspferd (Kaltblüter), musste bis zu 250 kg an Rüstung in die Schlacht oder das Tournament tragen und den Ritter obendrein. Wie dann geritten und gekämpft wurde, kann man sehr schön und ausführlich in meinem gerade erschienenen Mittelalter-Roman „Orlando furioso“ nachlesen

Ich gebe Dir gern weitere Infos zum Thema.

MfG aus Berlin
TRPM