Hallo,
Stimme Dir zu das Kindertaufe umstritten ist, jedoch ist sie
klar nicht biblisch wie Du ja selber (moralisches Handeln,
Reflexion) schriebst.
Nein, das schreibe ich nicht. Ich habe gesagt, daß wenn man
Nachfolge so versteht, dann ist Kindertaufe wohl in Zweifel zu
ziehen. Ob nicht biblisch? Naja, es gibt die sogenannte
„oikos“-Formel, besonders in der Apostelgeschichte, wo sich
jemand „mit seinem Haus“ taufen ließ. Zu einem oikos (= Haus)
gehörten aber alle, die dort lebten, also auch Kinder. Zudem
kommt im Taufbefehl Mt. 28,18ff. zuerst die Taufe, dann die
Lehre!
Das mit dem Haustaufen stimmt, aber ob damit die Kinder gemeint waren ist offen. Andere Stellen sagen aber klar das zuerst die Bekehrung kommt, was eben nicht möglich ist, da Baby unschuldigt und wenn schuldig, kann es sich noch nicht (bewusst) bekehren.
Ausserdem kommt vor der Taufe biblisch
gesehen noch die Bekehrung dazu, welche bei einen Baby nicht
möglich ist.
Du beziehst Dich hier auf den Begriff „metanoia“, was wörtlich
„seinen Sinn ändern“ bedeutet. Damit sind diejenigen
aufgefordert, die Christen bzw. Nachfolger Jesu Christi werden
sollen. Man kann schon fragen, ob es also notwendig ist, um
Christ zu werden, erst einmal keiner zu sein.
Genau. Wie Du wegen der Erbsünde erwähntest, sind wir alle bei Geburt eben keine Christen und getrennt von Gott. Erst unsere freie Entscheidung für Ihn, macht uns zu Kinder Gottes. Also sind wir nicht Christen und werden es durch metanoia. Die Taufe ist dann ein Zeichen den alten Menschen zu begraben und dies der sicht- und vorallem unsichtbaren Welt zu zeigen.
Als weitere Beweis ist zu werten, das die
Christen wie in der Bibel lange keine Kinder tauften und erst
viele Jahrhunderte später die Kinder immer früher getauft
wurden. Dies weil man glaubte, dass die Taufe
heilsentscheident ist und wegen der hohen Kindersterblichkeit
nicht wollte, dass jemand ungetauft stirbt.
Nein, ganz so ist es nicht. Viele Jahrhunderte später? Für die
Kindertaufpraxis schon im 2. Jahrhundert ist Origenes (geboren
um 180) der erste eindeutige Zeuge.
Tatsächlich glaubte man sehr früh, die Taufe sei
heilsentscheidend. Aber man hatte eine andere Einstellung zum
Kind: Ein Kind war bis ungefähr zum Altern von 14
„unschuldig“,d.h., daß seine Vernunft und damit seine
Willensfreiheit noch nicht gegeben war, was Fehlverhalten auch
nicht anrechenbar. Die Notwendigkeit der Kindertaufe zum Heil
des Kindes setzte sich erst mit der Erbsündenlehre durch, wie
sie besonders von Augustin vertreten wurde (und das, weil er
kein Griechisch konnte:wink:. Daneben gab es aber auch die Praxis
des Taufaufschubs (berühmtes Beispiel: Konstantin): Man ließ
sich möglichst erst am Sterbebett taufen, weil man glaubte,
daß man nach der Taufe nicht mehr sündigen durfte. Wenn doch,
so wäre man verdammt.
Oh danke das wegen dem 2. Jh habe ich nicht gewusst.
Zum Rest siehe Bemerkungen zum obigen Kapitel.
Im weiteren heisst die echtere Übersetzung des griechischen
Textes „eintauchen“ oder „hinuntertauchen“ für das Wort
„taufen“ (was man einem Baby ja nicht unbedingt antun will)
und nicht besprengen wie die Kinder-„Taufe“ meist vollzogen
wird.
Ja, eine sehr verbeitet Meinung. Frag mal einen Gräzisten. Das
griechische Wort „baptizo“ kann auch schon im lange vor dem
christlichen Sprachgebrauch „benetzen“ heißen, wie mir ein
Altphilologe überzeugend erklärte, als er meinte, „sie tauchte
seine Stirn unter“ würde kaum Sinn ergeben. Zwar kann man wohl
annehmen, daß am Jordan untergetaucht wurde, aber in vielen
Gebieten des heiligen Landes war Wasser sicherlich ein zu
kostbares Gut… Keiner weiß wirklich genau, wie nun damals
getauft wurde.
Ups, da habe ich was anderes gehört. Sie tauchten seine Stirn runter gibt sehr wohl Sinn, soll heissen, dass man ihn ganz runtertauchte, sogar seine Stirn.
Kläre dies mit dem griechisch einmal ab.
Auffällig ist aber, daß es im Neuen Testament keinen
Vorschriftenkatalog gibt, wie die Taufe zu gestalten ist.
Offensichtlich fand das damals keiner so wichtig:wink:
Stimmt, aber sie haben Sie immer untergetaucht bei allen Taufen die beschrieben sind. Wenn taufen runtertauchen heisst, dann muss man auch nicht beschreiben wie ein untertauchen sein soll, das Detail ist bestimmt unwichtig.
Grüße,
Taju
Hat mich gefreut, scheinst Theologin zu sein
Gruss Beat