Determiniertheit des Universums?

Determinismus bedeutet, die künftige Entwicklung eines
physikalischen Systems (in dem Fall das ganze All) ist
eindeutig bestimmt durch die Anfangsbedingungen. Also,
wenn man jedes Detail des Universums kennt (zu einem beliebigen
aber festen Zeitpunkt), kann man die gesamte Zukunft vorhersagen.
Sicherlich hast Du auch schon den Begriff deterministisches Chaos
gehört. Viele physikalische Systeme können nur mit Differenzial-
gleichungen beschrieben werden, die nichtlinear sind und zu
„chaotischem Verhalten“ neigen (z.B. 3 Sterne ähnlicher Masse
und in ähnlichen Abständen zueinander bewegen sich völlig
chaotisch, haben keine klaren Umlaufbahnen, wie man sie von
Planeten gewöhnt ist). Kennt man jedoch (in unserem Beispiel)
die Orte der Planeten und deren Geschwindigkeiten zu einem
bestimmten Zeitpunkt _unendlich_ genau, so kann man den weiteren
Verlauf genau voraussagen. Der kleinste Irrtum (er kann auch
_unendlich_ klein sein), kann dazu führen, daß im Endeffekt ein
ganz anderes Ergebnis herauskommt.
Schon allein die Meßungenauigkeiten (die immer da sind),
sorgen dafür, daß es nicht möglich ist, von diesem Determinismus
jemals zu profitieren (sprich, Zukunft vorhersehen). Die
Meinung klingt vielleicht phiolosophisch, aber wenn man ohnehin
nie eine Chance der Nutzung des Determinismus hat, ist es dann
überhaupt sinnvoll, über einen solchen nachzudenken? D.h. ist es
sinnvoll, der Natur einen solchen zu unterstellen, wenn man keine
Chance hat, ihn nachzuweisen?

Die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation (Quantenphysik)
schiebt diesem Determinismus endgültig einen Riegel vor. Diese
besagt nämlich, daß es _prinzipiell_ nicht möglich ist, Ort und
Geschwindigkeit eines Teilchens gleichzeitig beliebig genau
zu erfassen. Also, ist der Ort _unendlich_ genau, dann ist die
Geschwindigkeit des Teilchens beliebig. Umgedreht genauso. Es
ist also unmöglich, die Anfangsbedingungen jemals hinreichend
genau zu erfassen. Das deterministische Chaos wird zu einem
richtigen Chaos…

MEB