Hi Abe,
Wenn Einsteins Theorie stimmt haben wir es in unserem
Universum mit einem 4-Dimensionalem Raum-Zeit Kontinuum zu
tun. Die 4. Achse waere also die Zeit. Wenn ich richtig
verstehe kann man entlang einer Achse immer nur vorwaerts oder
rueckwaerts gehen.
Ich hab keine Ahnung, was du mit „Kontinuum“ meinst!? Allerdings kannst du so ein 4-achsiges Koordinatensystem einführen, allerdings nur „lokal“.
Beispiel dazu: eine gewöhnliche Kugeloberfläche kann man mit einem Netz aus Längen- und Breitengraden überziehen, aber an zwei Stellen gibt es „Singularitäten“, wo man dann offensichtlich Probleme bekommt. Bei unserer Erde legt man die gewöhnlich an Nord- und Südpol, weil diese am wenigsten interessant sind.
Aber das ist eigentlich nur ein mathematisches Problem, denn die Kugel ist ja völlig gleichmäßig, die Wahl der Pole völlig willkürlich.
Jetzt nimm an, daß von den 2 Dimensionen der Kugeloberfläche eine einen 1-dim. Raum beschreibt, die andere die Zeit angibt. Es gibt in der Mathematik den sog. „Satz vom Igel“, der besagt, daß man eine „Fellkugel“ nicht so kämmen kann, daß nicht irgendwo ein Wirbel entsteht.
Für unsere Zeitdimension hat das schwere Folgen. Die Zeitrichtung sei durch die Richtung der Haare der Fellkugel gegeben, die Raumrichtung senkrecht dazu. An dem Ort, an dem der Wirbel ist, steht das Haar „senkrecht nach oben“, also in gar keine Richtung auf der Kugeloberfläche. Dort gibt es gar keine Zeitrichtung. Und eine Raumrichtung „senkrecht dazu“ dann auch nicht.
Du kannst hier also „global“ keine Zeitrichtung definieren (sprich die Kugel nicht irgenwie hinkämmen), ohne daß an einem, wenn auch willkürlich gewählten, Punkt keine Zeitrichtung festgesetzt ist. „Lokal“ gibt es zwar immer eine Zeit, aber in der ganzen Raumzeit ist sie nicht festlegbar.
Dieses Problem gibts nicht immer, und gewöhnlich betrachten die Kosmologen nur solche „Topologien“ der Raumzeit, bei dem es nicht auftritt. Trotzdem gibt es keinen Grund, warum die Wirklichkeit nicht etwas komplizierter sein sollte…
Im Fall der Zeit bewegen wir uns auf der Achse immer nur
vorwaerts, besser gesagt, das ganze Universum bewegt sich
eigentlich auf der Zeitachse andauernd vorwaerts, richtig?
Also darf ich mir das vorstellen wie wenn da ein Tonband
ablaeuft(das ist die Zeitachse) und die Musik(das ist der
3-dimensionale Raum) die gespielt wird ist dann dass was wir
als Universum wahrnehmen. Folgt daraus aber nicht eine
Determiniertheit? Also mit anderen Worten, alles was im
Universum noch passieren wird ist schon fest determiniert und
wird zur richtigen Zeit eintreten.
Ja, aber dazu braucht man nicht Einstein bemühen. Der kompliziert das Ganze nur, siehe meine Anmerkungen oben. Bei Newton war das viel einfacher, eine Zeit, die unabhängig vom Raum und der darin enthaltenen Materie weiterläuft, ein flacher Raum, der auch von der Materie nicht gekrümmt wird.
Bis auf ein paar vertrackte Ausnahmen (singuläre Lösungen von Differentialgleichungen bei bestimmten Potentialformen, die „in endlicher Zeit erreicht werden können“) gilt da das Kausalitätsprinzip. Durch die Angabe aller Positionen und Geschwindigkeiten aller Objekte ist die Zukunft eindeutig vorherbestimmt. Auf den Punkt bringt diese Aussage Newtons Gesetz Kraft=Masse*Beschleunigung.
Aber die Quantenmechanik kann dir einen Strich durch die Rechnung machen. Über deren Deutung ist man sich nicht einig. Allerdings zeigt die Erfahrung, daß „Gott“ tatsächlich „würfelt“, wie Einstein daß so schön formuliert hat.
Wenn das nicht aus Einstein folgt, vielleicht dann aus einem
anderen Grundgesetz oder phsyikalischer Theorie?
Irgendwelche Gedanken dazu?
Gruss Abe…
Grüße,
Semjon.