Deutsch für Ausländer

Hallo,

was mich schon immer gefragt habe, wie hört sich eigentlich die deutsche Sprache für Ausländer an? Für uns z. B. ist französisch und spanisch sehr angenehm zu höhren - jedenfalls meine Meinung.

pauline

Guten Tag,

Hallo,

also ich bin in deutschland aufgewachsen,und beherrsche die deutsche sprache ein wenig,wenn ich deutsche in istanbul antreffe die sich unterhalten hört es sich schön an aber französisch hört sich dagegen furchtbar an.französisch war nie eine schöne sprache für mich.

kamil

Hallo Kamil,

also ich bin in deutschland aufgewachsen,und beherrsche die
deutsche sprache ein wenig,wenn ich deutsche in istanbul
antreffe die sich unterhalten hört es sich schön an aber
französisch hört sich dagegen furchtbar an.französisch war nie
eine schöne sprache für mich.

Intessant was du als Türke dazu sagst und das französisch nicht schön für dich klingt. Und wie siehts mit Spanisch/ Italienisch aus? Spanisch ist für mich die schönste und wohlklingedste Sprache. Dagegen klingen für mich die ganzen Balkänder furchtbar, wie Bulgarisch, Rumänisch, Russisch (ups weiss nicht mal ob Russland überhaupt zur Balkanregion gehört).

pauline

Für uns z. B. ist
französisch und spanisch sehr angenehm zu höhren - jedenfalls
meine Meinung.

Hallo Pauline,

so würde ich ja nicht verallgemeinern - nur weil Du Französisch besonders schön findest. Für mich zum Beispiel sind diese ganzen Nasallaute (un flac_on,_ en, Berl_in_) einfach nur grauenhaft anzuhören, das sogenannte Schwa (J_e_ n_e_ r_e_grett_(e)_ rien) weitaus zu häufig – ein Nicht-Laut, der nur dadurch zustande kommt, dass man alle Muskeln im Mund locker lässt und die Kiefer auseinanderbewegt. Bah!

Spanisch finde ich persönlich schon schöner, aber auch von dieser Sprache fühlen sich etliche in meinem Bekanntenkreis abgestoßen - durch die vielen gelispelten c und z (_c_erve_z_a). Ein Radiomoderator sagte mal, er glaube, man müsse einen Sprachfehler haben, um Spanisch richtig auszusprechen. Vielen fällt auch gar nicht auf, dass das Spanische auch „normale“ s besitzt, sie lispeln dann auch „adioz“.

Für mich persönlich ist Russisch eine sehr schöne Sprache, weil sich dort die stimmhaften Laute ansammeln, und das verleiht der Sprache einen weichen Klang. Mein Lieblingswort ist дрожжи, da ist nicht ein stimmloser Laut drin, und das Doppel-ж hat einen gaaanz weichen, eigentümlichen Klang.

Liebe Grüße
Immo

Hallo!

Bin zwar als Österreicher laut deiner Fragestellung nicht zur Antwort qualifiziert, aber möchte trotzdem meinen Senf dazu abgeben:

Für „uns“ klingen Französisch/Spanisch/etc sicherlich nicht schön oder wasauchimmer. Das kann maximal noch auf „dich“ zutreffen, denn spätestens bei „mir“ ist damit Schluss. Ich erlaube mir nämlich mal ganz dreist, Französisch nicht zu mögen, und Italienisch irgendwie „zu süß“ zu finden (schwer zu beschreiben).

Russisch gefällt mir dagegen sehr gut, ebenso wie die Sprachen vieler „Balkanländer“ (klingt so nett, so wie du das sagst…)

Außerdem ist dir vermutlich selbst schon aufgefallen, daß Russland *nicht* auf der Balkanhalbinsel liegt. Und nein, umgekehrt kommts auch nicht hin.

Und falls es dir entgangen ist: Rumänisch ist (wer hätte das gedacht) eine romanische Sprache, hat also im slawischen Topf, in den du sie anscheinend geschmissen hast, nichts verloren…

Grüße
Steve

Kämme, Scheren und Weltgegenden
Servus,

dass Du mit der Aufzählung von Balkansprachen (übrigens: Russland liegt woanders, nimm mal einen Atlas zur Hand) eine romanische Sprache genannt hast, die sich nicht so sehr vom Italiänischen unterscheidet und auch ähnlich klingt (gut, etwas weniger klar vokalisch), und eine, die nicht nur nach Region, sondern vor allem nach sozialer Situation des Sprechenden von Sprecher zu Sprecher ganz unterschiedlich klingt, ist Dir aber schon bewusst?

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

wie hört sich eigentlich
die deutsche Sprache für Ausländer an?

In der Regel ist für meine Landsleute Deutsch eine Sprache, die sich sehr hart anhört.

Um dieses zu beschreieben , haben wir sogar einen Spruch:
„Suban, empujen, estrujen, bajen“

wobei die „J“ alle besonders hart ausgesprochen werden.

Diese Verben sollen angeblich der Sinn widergeben, was man macht, wenn man in einem (überfüllten) Bus einsteigt: „Einsteigen, drücken, zerdrücken, aussteigen“ (eben sinnlos)

Ich hoffe das war eine Hilfe.

Schöne Grüße,
Helena

Hi,

ich will auch mal (…meinen Senf dazugeben).

Zunächst einmal gibt es, wie wir ja an den verschiedenen Antworten gemerkt haben, unterschiedliche Meinungen dazu, und eine allgemeingültige Ansicht „Für Angehörige des Volks X klingt Sprache Y immer gut oder schlecht“ kann man wohl nicht angeben.

Für mich persönlich übrigens klingt Spanisch nur von Lateinamerikanern gut. Und Französisch und Italienisch gefallen mir beide sehr gut. Die Nasale im Französischen finde ich besonders schön. Dazu fällt mir ein berühmtes Filmzitat aus „Matrix 2“ ein, wo der Merowinger sagt, dass Fluchen auf Franz. klinge „wie wenn man sich mit Seide den Arsch abwischt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Zum eigentlichen Thema kann ich berichten, was viele Franzosen zum Thema Deutsch meinen. Denjenigen, die Deutsch in der Schule hatten, ist es ein Graus, was aber an der Art des französischen Fremdsprachenunterrichts liegt. Die lernen (lebende!) Fremdsprachen nämlich so, wie man hierzulande Latein lernt. (Und jetzt frage mal hiesige Lateinschüler über ihre Meinung zu Latein…) Und für andere ist unser Ach-Laut das Symbol für Deutsch schlechthin. (Über das Niederländische meinen sie, das sei keine Sprache, sondern eine Halskrankheit; das Deutsche kommt da nicht viel besser weg.) Zusammen mit unserer extrem harten, aspirierten Aussprache von Verschlusslauten ergibt sich für sie ein sehr hartes, unangenehmes Hörgefühl. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass Deutsch die Sprache der Besatzer im 2. Weltkrieg ist, hat Deutsch für viele Franzosen den Beigeschmack einer Sprache, in der man quasi nur Befehle erteilen kann. Symbolwort hierfür ist „Achtung“, das selbst Franzosen kennen, die kein Deutsch hatten. Ich habe natürlich auch Franzosen getroffen, die eine neutrale Meinung haben, einer davon wohnt jetzt sogar in D, aber ich kenne keinen, der eine positive Meinung über den Klang des Deutschen hätte.

Gruß

Marco

Servus,

die Durchführung des Fremdsprachenunterrichts ist in F inzwischen ganz anders und hat sich in gleichem Umfang verbessert, wie sie in D schlechter geworden ist.

Fremdsprachen werden in F heute einsprachig unterrichtet, in D ist man vielerorts wieder zum zweisprachigen Unterricht zurückgefallen. Fremdsprachenunterricht in deutschen Grundschulen ist, wo er überhaupt stattfindet, eher ein Feigenblatt - in F heute normal.

Ein Gebiet mehr, auf dem D die Wahl hat, sich auf Lorbeeren der Vergangenheit gemütlich auszuruhen oder ein bissel was zu tun…

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

danke erstmal an alle für eure Beträge.

Da sieht mal wieder das alles nur eine Frage des Geschmacks ist. Auf alle Fälle steht fest, das Deutsch für Ausländer „hart“ klingt…

pauline

Moin,

Da sieht mal wieder das alles nur eine Frage des Geschmacks
ist. Auf alle Fälle steht fest, das Deutsch für Ausländer
„hart“ klingt…

Sagt wer?

Grüße
Artemis

Auf alle Fälle steht fest, das Deutsch für Ausländer
„hart“ klingt…

Nein, ebendas steht nicht fest. Es ist eine Tendenz, mehr nicht. Im Vergleich mit anderen europäischen Sprachen hat das deutsche mehr „harte“ Laute bzw. die „harten“ Laute klingen hier noch etwas „härter“ als anderswo (Stichwort: Aspiration), zudem fehlen uns viele „weiche“ Laute (z.B. palatalisierte oder noch ein paar mehr Nasale), die in anderen Sprachen vorkommen.
Aber man kann nicht sagen, dass es sich für alle hart anhört. Sicher gibt es „da draußen“ noch Sprachen, die noch „härter“ sind als das Deutsche. Was denken die wohl?

Krüße,

  • André
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Tach,

die Durchführung des Fremdsprachenunterrichts ist in F
inzwischen ganz anders und hat sich in gleichem Umfang
verbessert, wie sie in D schlechter geworden ist.

Fremdsprachen werden in F heute einsprachig unterrichtet, in D
ist man vielerorts wieder zum zweisprachigen Unterricht
zurückgefallen. Fremdsprachenunterricht in deutschen
Grundschulen ist, wo er überhaupt stattfindet, eher ein
Feigenblatt - in F heute normal.

Interessant zu erfahren. Ich habe vor etwa 5 Jahren mit Franzosen gesprochen, deren Unterricht damals schon ein paar Jahre her war. Die Entwicklung, die du ansprichst, ist wohl also recht neu. Weißt du, wie neu? Und: woher weißt du das? (Ich meine das über F. Dass man den Englischunterricht an Sachsens Grundschulen in die Tonne treten kann, weiß ich selbst.)

Gruß

Marco

Servus,

Weißt du, wie neu?

Für die traditionelle Unterrichtspraxis stehen einige eigenen Erlebnisse, etwa das Quasi-Dolmetschen in einer Jugendherberge in den 1970er Jahren, wo ich zwischen einem Franzosen und einem Engländer vermittelt habe - der Franzose sprach Englisch und der Engländer Französisch, aber sie haben es nicht gemerkt…

Für die neuere Praxis in F stehen Berichte von einigen Französinnen der Geburtsjahrgänge 1975 bis 1985 und von einer Freundin aus dem Rheingau, die seit ein paar Jahren in Dole an der Grundschule Deutsch unterrichtet: Nach einem Fremdsprachenunterricht in der Grundschule durch eine Muttersprachlerin täte man sich hier, wo in sog. Ganztagsschulen die halbe Zeit mit „Betreuung“ durch Amateure herumgeht, alle zehn Finger schlecken…

Und für die inzwischen schon nicht mehr ganz junge Praxis in Hessen (möglicherweise ist das mittlerweile wieder auf den Stand der 1970er zurechtreformiert worden) der Bericht einer früheren Kollegin, Romanistin aus Rumänien, die für die achsohohen deutschen Anforderungen halt die falschen Stempel auf den Zeugnissen hatte - die aus allen Wolken gefallen ist, als ihre Töchter im Gymnasium in Wiesbaden Französisch und Englisch zweisprachig lernen mussten: Die zu diesem Thema befragte Lehrerin meinte allen Ernstes, man dürfte die armen Kinder doch nicht mit einsprachigem Unterricht „überfordern“ - und so wurden halt Vokabellisten gepaukt und alle Quälereien durchgezogen, die einen rechten deutschen Michel später mal ganz alt aussehen lassen, wenn er mit z.B. Belgiern, Niederländern, Dänen zu tun hat, die ganz selbstverständlich wenigstens zwei-, lieber dreisprachig sind.

Bonus track betreffend den Fremdsprachenunterricht in der Grande Nation d’antan, der tatsächlich unter aller Kanone war (perfekte Kenntnisse in Literaturgeschichte, aber keine Kompetenz, eine Currywurst & ein Pils zu bestellen): Ich war beim Austauschpartner in Valence, die hatten noch eine Woche Schule, an der ich mit teilnahm. Im Englischunterricht dauerte es eine Weile, bis für mich ein Lehrbuch organisiert war, und solang hab ich der Lektüre des Tages halt zugehört. Übergetitelt war das Kapitelchen „Deuvilson’s Atome“ Hmmm, schwierige Sache das. Bis ich das Buch in der Hand hielt, in dem stand: „The Wilsons at home“…

Bonus track II, betreffend die generelle Abneigung gegenüber Fremdsprachen, die hier hie und da den Franzmännern pauschal unterstellt wird: In 1976 ward ich bei Nevers trampenderweise durch einen nicht mehr ganz jungen Routier aufgegabelt, der meine Versuche, den viel zu schwer gepackten Rucksack in seine Kabine hochzustemmen, kommentierte mit den Worten: „Deescht a Mordsglump, gell?“ - Er sprach kein Wort Deutsch, aber fließend Schwäbisch, alldieweil er die Jahre der Kriegsgefangenschaft in einer Möbelfabrik in Leonberg zugebracht hatte, und er parlierte mit mir die ganze Fahrt lang mit großem Vergnügen uff guet Schwäbisch.

In diesem Sinne

MM