Deutsch in den Medien

Hallo an alle Leser!
Warum können sich berühmte Persönlichkeiten immer noch nicht korrekt äußern? Da gibt es zum Beispiel unseren Loddar, immerhin ungarischer Nationaltrainer, der nie die Konjunktion „als“ verwendet, wo sie angebracht ist. Dann haben wir Herrn Netzer, der nichts von der in der Sprachwissenschaft bekannten Inversion hält. Es fällt auf, dass diese Personen fast ausschließlich in den öffentlich-rechtlichen Sendern auftreten, wo das scheinbar nicht so ernst genommen wird, da sie ja genug Gebühren kassieren können. Das Fass lief jedoch über, als ich im Kulturkanal 3sat lesen musste, dass der weltberühmte tschechische Komponist Dvořák falsch geschrieben wurde.
Trotzdem noch einen spannenden Fernsehabend wünscht euch
Franz

Hallo Franz,

trotz sichtbarer Bemühungen Deinerseits fällt es mir schwer, die in Deinem Text sicherlich enthaltene Frage an die Experten auszumachen. Wärest Du so nett, sie – nur für mich – noch einmal zu stellen? Solltest Du nur darauf aufmerksam machen gewollt haben, dass allgemeine Prominenz oder gar Kompetenz auf einem Gebiet (Fußball) nicht immer mit ebenso großer Kompetenz auf einem anderen Gebiet (Sprache) zusammenfällt, musst Du wissen, dass den meisten hier dieser Sachverhalt bekannt sein dürfte. Wie nicht näher bezeichnete Schreibfehler bei Fernsehsendern entstehen, erfragst Du am besten dortselbst.

Beste Grüße
Christopher

Hallo Franz,

wie kannst Du denn von (ex)Sportlern verlangen, die Deutsche Sprache ordentlich zu beherrschen, wenn selbst Journalistn (die eigentlich damit umgehen können sollten) nicht dazu in der Lage sind.
Daß es in den privaten Sendern anders/besser sein soll, hab ich allerdings noch nicht aussgemacht, eher das Gegenteil festgestellt.

weltberühmte tschechische Komponist Dvořák falsch
geschrieben

Ich stell mir gerade vor, wie ein Mensch in einer Nachmittags-Talkshow bei RTL II den Namen nach Gehör schreibt :wink:

Gandalf

hallo franz

matthäus oder netzer werden nicht deshalb ins fernsehen geholt
weil sie sprachwissenschaftlich kompetent sind,sondern weil sie
in sachen fußball kompetent sind.
sollen sie erstmal einer sprachausbildung unterzogen werden.
im umgekehrten falle gibt es eine menge leute die sich zwar sprachlich
perfekt ausdrücken können,jedoch nichts interessantes zu sagen haben.
da ist mir ein matthäus lieber,dessen sprachlicher ausdruck doch wohl
eindeutig von der fränkischen dialektik geprägt ist.
ob man eine mundart als fehler oder falsch bezeichnet ist eine frage der einstellung zu mundarten im allgemeinen.
denn genau genommen könnte man auch zum beispiel die niederländische
sprache als friesische mundart bezeichnen.
der unterschied zum ostfriesischen liegt lediglich darin,daß ostfriesland kein souveräner staat ist .

Ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen. Das Lamentieren über den sprachlichen Niveauverlust, insbesondere in Bezug auf unsere Sportsmänner (Becker, Loddar etc) ist so alt wie blöd. Selbst Koryphäen auf dem Gebiet der Rhetorik wie Walter Jens leisten sich in Interviews schon mal syntaktische Fehlplanungen, freilich nicht so drastisch als wie Loddar. Ich muss ehrlich sagen, dass mir Netzers und Dellings Dialoge in Anbetracht des Gegenstandes Fußball etwas zu elaboriert erscheinen. Ich sitze mit Dosenbier und Unterhemd vor der Glotze und Netzer bringt zwei Fremdwörter in einem Relativsatz unter – da wirkt Völlers vulgär-eruptiver Ausbruch („So ein Scheiß!“) atmosphärisch doch viel passender.

Hi Franz,

von Sprechern wird verlangt, dass sie unterhalten, nur deshalb hält man ihnen ein Mikrofon vor die Nase. Nun scheint Loddars Lallen seiner Beliebtheit keinen Abbruch zu tun - sagt das was über Loddar oder über sein Publikum? In werbefreien Zeiten konnten wir noch argumentieren: „Wir bezahlen den dafür, also können wir auch was verlangen!“ Vorbei, vorbei, heute geben CocaCola und Müllermilch das Geld, und wer zahlt, der schafft an.

dass der weltberühmte tschechische Komponist Dvořák falsch geschrieben wurde.

Das geht noch besser: Kennst Du Öhov? Nein? So stand der gute Tschechow mal in einem Verlagskatalog. Was war passiert? Nach neuer Schreibweise wird das Tsch als ein großes C mit dem Hacek drauf geschieben (finde ich nicht als ASCII; das S mit Hacek sieht so aus: Š), der Säzzer hatte die falsche Brille auf, und so wurde der Öhov geboren.

Gruß Ralf

hallo franz

matthäus oder netzer werden nicht deshalb ins fernsehen geholt
weil sie sprachwissenschaftlich kompetent sind,sondern weil
sie
in sachen fußball kompetent sind.
sollen sie erstmal einer sprachausbildung unterzogen werden.
im umgekehrten falle gibt es eine menge leute die sich zwar
sprachlich
perfekt ausdrücken können,jedoch nichts interessantes zu sagen
haben.
da ist mir ein matthäus lieber,dessen sprachlicher ausdruck
doch wohl
eindeutig von der fränkischen dialektik geprägt ist.
ob man eine mundart als fehler oder falsch bezeichnet ist eine
frage der einstellung zu mundarten im allgemeinen.
denn genau genommen könnte man auch zum beispiel die
niederländische
sprache als friesische mundart bezeichnen.

Moin, moin, taothustra,

verzeih, wenn ich Dich auch hier korrigiere: Holländisch ist eine westgermanische Sprache, die mit dem Deutschen verwandt ist; Friesisch gehört mit dem Englischen zum ingveonischen Zweig der germanischen Sprachen und hat mit dem Holländischen nur sehr entfernt etwas zu tun. Zwar wird in Holland Friesisch gesprochen, aber nur in der Provinz Friesland rund um Leuwaarden; das ist das Westfriesische.

der unterschied zum ostfriesischen liegt lediglich darin,daß
ostfriesland kein souveräner staat ist .

Ostfriesisch gibt es nicht: es gibt neben dem oben erwähnten Westfriesisch noch das Saterfriesische (gesprochen im Saterland, das ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg) und das Nordfriesische - das wird auf den nordfriesischen Inseln, den Halligen und auf dem Schleswig-Holsteinischen Festland gesprochen. In Bredstedt bei Husum gibt es das friesische Zentrum, das sich um die Erhaltung der friesischen Sprache und Literatur bemüht.

Laß es Dich nicht verdrießen!

Gruß - Rolf

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