Hallo Franz,
Ich heiße Fritz,
Die Tochter schlägt die Mutter nur im Affekt.
Ist es noch eindeutig?
Wenn ich nur auf die Grammatik schaue nicht, da ich nicht sicher sein kann, dass der Autor sich an die gebräuchlichen Satzbauregeln hält.
Hier muss man auf den Kontext, den Sinn des Ganzen schauen. Steht dieser Satz in einem Protokoll über Kindesmisshandlung, so ist es klar, dass die Mutter (Subjekt) die Tochter (Objekt) nicht immer, sondern nur im Affekt schlägt.
Stammt der Satz aber aus einem Gerichtsverfahren, in dem gegen jugendliche Gewalttäter ermittelt wird, so ist es wohl die Tochter (Subjekt), die die Mutter (Objekt) schlägt.
Bei solchen Konfliktfällen, die übrigens nur bei Nomen aufteten, bei denen die Nominativ- und Akkusativendungen, bzw. die Formen der Artikel in diesen Kasus gleich sind, sollte man auf die Kommunikationssituation achten, die die meisten Irrtümer ausschließt.
Im Feinkostladen: Ich möchte bitte Rumkugeln.
Verkäuferin: Aber bitte nicht hier! 
Auch hier kann ein Irrtum nur in der gesprochenen Rede stattfinden, da das Schriftbild durch die Großschreibung - ein Argument für diese - klar macht, dass „Rumkugeln“ ein Nomen ist.
Und nur ein chronischer Witzbold, der kein Sprachspiel und keinen Kalauer auslassen kann, wird im Verkaufsgespräch den Wunsch der Kundin falsch interpretieren, um eines müden Lachers willen.
Manchmal macht mir das auch Spaß. A la: Sie war gut zu Vögeln, Fischen und anderen Kleintieren. (Man verzeihe mir, bitte!)
Vielleicht kennt noch jemand Schobert und Black: Könn die Toren nicht bessre Stollen backen …
Ich habe mit meinem Bruder einmal über eine Stunde lang über die Probleme der „Kaiserjäger vom 1. Regiment“ gesprochen, dass sie kaum noch eine Chance haben, irgend welche Kaiser zu erjagen, da es nur noch so wenige gibt auf der Erde. Ein netter Freizeits- und Privatspaß. Aber nichts für den Berufsalltag. Obwohl: mein anderer Bruder hat einem Kunden, der fragte: „Sind die Fische frisch?“, geantwortet: „Aber ja, der Fang war gut letztes Jahr.“ Dieser Kunde kannte Asterix und so hatten beide etwas zum Lachen.
Noch einmal zum Grundsätzlichen:
Die Wortstellung SPO ist im Deutschen die gebräuchliche, die normale, die man im Deutschunterricht lehrt und die die Schüler lernen sollen, die auch Stilistiker - etwa der Herr Sanders in „Gutes Deutsch - besseres Deutsch“ - stets empfehlen.
Auch ich korrigiere meine ausländischen Schüler stets in diesem Sinne. Es scheint, dass Slawen - ich habe es vor allem bei Tschechen bemerkt - eine Vorliebe für die Stellung OPS haben. Wenn man sich an die SPO-Regel hält, gibt es keine - na ja, fast keine - Missverständnisse.
Dennoch gibt es auch die andere Möglichkeit. Und manche lieben diese, und spielen damit herum. Und diese ist eben oft doppeldeutig. Dennoch, bei etwas gutem Willen wird auch dies nicht falsch verstanden.
Gruß Fritz Ruppricht