Hi Frank,
Jetzt räume ich, um mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen,
dem Forumsteinehmer mal ein, seine eigenen Fähler zu finden.
Immerhin ist er Maturant.
Nix gegen tippfähler, die mir auch häufiger passieren, aber
hier ist einiges offensichtlich und das im argen.
Ist das normal? Wie sind die Erfahrungen von Lehrern über die
Jahre?
Ich finde es nett von dir, dass du mir eine zweite Chance einräumst:smile:
Ich behauptete nie, dass meine „Gedankensammlung“ frei von Fehlern sei. Da mir beim erneuten Durchlesen meiner Textflut aber doch einige Ungereimtheiten, und eine noch größere Anzahl an „Teppfihlern“, auffielen, entschloss ich mich meinen Beitrag aufzuarbeiten.
Bei Interesse kannst du mir ja die noch verbliebenen Fehler aufzeigen, weil man bekanntlich ja aus diesen lernt.
MFG
Chris
PS: Da du anscheinend verstärkt auf die Beistrichsetzung wert legst, muss ich dir, in Bezug auf das Schulwesen, leider mitteilen, dass diese von den Professoren oft vernachlässigt wird. Man kann die begrenzte Zeit des Unterrichts nämlich deutlich produktiver nutzen, wenn man anstatt der Beistrichsetzung die anderen Bereiche der Grammatik forciert.
– De facto ‚Aus‘ des Stabilitätspaktes durch D & F –
Unter der Führung von Frankreich und Deutschland, welche beide die Maastrichtkriterien nicht einhalten können (oder wollen), wurde ein „Kompromiss“ im Ecofin ausgehandelt. Dieser läuft darauf hinaus, dass der Stabilitätspakt zur Bedeutungslosigkeit verkommt! Konkret wurden die aufgrund des Vertragsbruches bald fälligen Strafen ganz vom Tisch gewischt und stattdessen „versprachen“ Deutschland und Frankreich die Maastrichtkriterien in Zukunft bald wieder einhalten zu wollen.
Auch wenn man kurzfristig gesehen davon ausgehen muss, dass diese totale Aufweichung des Paktes der europäischen (oder zumindest der deutschen und französischen)Wirtschaft zugute kommen wird, halte ich diesen Weg für falsch. Es wird zwar in naher Zukunft durch vermehrte öffentliche Investitionen und durch eine Schwächung des ohnehin zu starken Euros zu einer Förderung der Wirtschaft kommen, langfristig sieht die Lage aber ganz anders aus.
Um meine Meinung verständlich zu machen, möchte ich ein bisschen auf den volkswirtschaftlichen Hintergrund eingehen:
Erst ab dem Beginn der Stagnation antizyklisch zu wirtschaften, wie es ua Deutschland und Frankreich jetzt handhaben, hätte auch der Vater des „deficit spendings“, John. M. Keynes, nicht empfohlen. Wenn die Politiker der Meinung sind, dass antizyklisch gehandelt werden soll, dann sollte man damit in der Hochkonjunktur beginnen. (Das heißt: Man dämpft das Wirtschaftswachstum wenn die Ökonomie floriert, um sie fördern zu können wenn sie stagniert). In Deutschland und Frankreich wird aber, wie auch in manchen anderen Ländern, in der Hochkonjunktur prozyklisch verfahren, um sich dann, wenn es bergab geht, auf Keyens zu berufen und die Wirtschaft durch vermehrte Aufnahme von neuen Schulden zu fördern. Diese Vorgehensweise funktioniert aber nur solange, bis den Staat die Schulden übermannen.
Meiner Meinung nach hätte man eine Aufweichung des Paktes, falls das der Wunsch der Politiker sein sollte, schon viel früher fordern müssen. Und zwar hätte man etwaige Bedenken schon zum Zeitpunkt der Paktschließung, als Hochkonjunktur herrschte, äußern müssen. Das wäre eine ehrliche und zielführende Politik gewesen. (Leider führt eine solche Art der Politik sehr schnell zum politischen Selbstmord, da die Bürger sie nur schwer verstehen können)
Ich finde daher, dass jetzt eigentlich der schlechteste Zeitpunkt ist, den Pakt in Frage zu stellen. Das hätte man machen müssen, als man dazu noch keine Notwendigkeit sah.
(Um meine Forderung zu veranschaulichen möchte ich einen Vergleich zum Versicherungswesen ziehen: Wenn man im Falle eines Brandes die Kosten für die Hausrenovierung von einer Versicherung ersetzt bekommen möchte, sollte die Feuerversicherung besser vor dem Hausbrand abgeschlossen worden sein. Es wird ja auch keiner auf die Idee kommen, zur Versicherung zu rennen um eine Police abzuschließen, wenn gerade das eigene Dach zu brennen beginnt.)
Ich bin also nicht gegen eine Politik des „deficit spendings“ die jetzt teilweise von Deutschland und Frankreich vertreten wird. Nur soll man nicht versuchen, halbe Sachen zu machen und sich nach dem Wind zu drehen und zu wenden wie es eben gerade passt.
Wer wollte eigentlich, dass der Stabilitätspakt so streng ausfällt? Genau: Es waren unter anderem Deutschland und Frankreich, jene Staaten die jetzt am stärksten für dessen Aufweichung plädieren. Meiner Meinung nach ist das eine unglaubwürdige Politik. Nur weil ua deutsche Politiker glaubten dieser Pakt könnte sich nie gegen ihren eigenen Staat richten, schufen sie ihn in dieser Strenge. Und jetzt, da er sich unerwartet gegen seine Initiatoren richtet, ist er ihnen plötzlich zu streng. Da sich die „Sünder“ zu allem Überfluss ihre „Strafe“ selbst wählen dürfen, da sie die Macht der Strafsetzung bei Bruch des Paktes wohlweislich nicht an die Kommission übergaben, belassen sie es beim Versprechen sich in Zukunft zu bessern.
Alles zusammen macht die EU-Politik unglaubwürdig. Wenn sich solche Fälle wiederholen, wird sich bald keiner mehr auf EU-Regelungen verlassen, da sie im Zweifelsfalle, dann wenn sie greifen würden, gleich wieder abgeschafft werden.
Deshalb bin ich der Meinung, dass unbedingt die Kommission vollständig für die Einhaltung des Stabilitätspaktes verantwortlich sein sollte, denn sie vertritt noch am ehesten die europäischen Interessen. Die Sünder sich selbst bestrafen zu lassen (sprich: Der Ministerrat behält die Macht,) halte ich für grob fahrlässig. Man sieht ja am jetzigen Umgang mit dem Pakt was das bringt…
Ähnliche Situation gibt es sicherlich auch anderswo in der Europapolitik und dort sollten auch die EU-Organe Kommission und Parlament auf Kosten des Ministerrates gestärkt werden, um das, was mit dem Stabilitätspakt passiert ist, dort zu verhindern.
MFG
Chris