Ja
Guten Tag,
erst einmal herzlichen Glückwunsch für deine Leistung eine furchtbar komplizierte Sprache so gut gelernt zu haben.
Ja, Deutsch ist sehr schwer. So schwer, dass es eben nicht genügt, es neben dem täglichen Sprachgebrauch (mit all den Abweichungen gegenüber der Hochsprache) auch noch in der Schule zu lernen. Für völlig korrektes Deutsch muss man sich damit auch ständig beschäftigen. Also zumindest viel korrektes Deutsch ständig lesen. Und auch ab und an mal wieder selbstkritisch sein und in einem Lexikon (ich habe den Wahrig) nachsehen. Aber wer macht das schon?
Ich weiss noch, dass unsere Russisch-Lehrerin ab und an bei Fehlern von uns sagt: „Ja, damit haben die russischen Kinder auch Probleme“
Nichstdestotroz habe ich noch aus dem Studium in Erinnerung, dass typischerweise die älteren Dozenten sauberes Deutsch geschrieben haben, wärend bei den jüngeren Dozenten nicht nur das Deutsch, sondern auch die Übersetzungen fählerhaft waren. Da wurden aus „Icons“ (Symbole auf dem Bildschirm) „Ikonen“. Götzendienst in der IT? Na danke.
Da ist wohl doch etwas zum Schlechteren passiert in unserem Bildungssystem. Oder bei den Menschen selbst.
Auf der anderen Seite benutzen wir eine lebendige Sprache, die sich selbstverständlich auch ständig verändert. So werden, genau wie im Englischen, mehr und mehr unregelmäßige Verben immer öfter regelmäßig dekliniert.
ich christianse
du christianst
er/sie/es christiansen
ihr christianst
http://klafuenf.de/img/christiansen.gif
Angeblich ist über die Jahre des Fremdkontakts diese „Verflachung“ (ohne Wertung gemeint) im Schwedischen sehr stark. Im Englischen sehe ich auch ein paar kleine Unterschiede zwischen dem Schulenglisch von vor 25 Jahren und heute. Da wird auch so manches durch die 0815-Deklination gejagt; möglicherweise ein Einfluss des Amerikanischen.
Woran liegt es?! Es kann doch nicht sein, dass das Schulsystem
so schlecht ist. In Deutschland herrscht auch Schulpflicht,
warum können dann so viele kein vernünftiges Deutsch?! Es sind
so viele…
Meine Hypothese ist, dass immer weniger gelesen wird. Wobei auch die Tageszeitungen immer mehr Fehler aufweisen.
„Wer nicht liest, ist blind“ Ísländisches Sprichwort
Wenig Lesen bringt noch ein anderes Problem mit sich, man lernt weniger Worte/Wörter.
Tja und dann haben wir da noch die Rechtschreibreform. Generell unterstütze ich diese, nutze aber privat eine europäisierte Schreibweise. D.h. ich versuche die etymologische Abstammung (sofern mir bekannt) in der Schreibweise darzustellen:
- Telephon
- Mikrophon
- Photographie
- Graphik
- uvam.
Gruß
Stefan