Gerade heute war in der Zeitung die Meldung zu lesen, dass 1/3
der Italiener Probleme mit Lesen, Schreiben und Rechnen haben.
Und dass dies vor allem Kinder aus den Haushalten betrifft, in
denen weder Zeitung noch Zeitschriften noch Bücher gelesen
werden.
Bald sind wir hier auch so weit. Es gibt schon Untersuchungen,
wie stark der Wortschatz ständig glotzender Kinder
eingeschränkt
ist, die sich kaum mehr mit anderen unterhalten (können).
Gruß
R.B.
Hallo, Rudolf!
Ich habe die Meldung auch gelesen (wen es interessiert, ich habe sie an’s Ende kopiert). Leider muss ich Dir voll und ganz zustimmen. Es hat meines Erachtens nicht nur die Schule, sondern auch das, was die Eltern vermitteln und fordern, das einen großen Einfluss auf die eigenen Fähigkeiten hat. Und damit klammere ich jetzt ganz bewusst einmal alles Zwischenmenschliche aus, sondern betrachte nur die Bildung.
Wessen Eltern kein Interesse daran haben, dass man neben der Glotze auch einmal ein Buch „bedient“, der wird wohl nur in Ausnahmefällen zu einem Schmöker greifen. Ich jedenfalls bin froh darüber, dass auch Bücher, Zeitschriften und vor allem Zeitungen bei uns in Hülle und Fülle vorhanden sind. Denn wenn man erst einmal Spaß am Lesen gefunden hat, hört man nicht mehr so schnell damit auf.
Was mich neben der sinkenden Beliebtheit von Büchern - vor allem bei meinen Altergenossen - sehr überrascht, um nicht zu sagen: erschreckt, ist das geringe Interesse an Politik. Während ich versuche, mich auch schon ein paar Jahre vor Beginn meines Wahlrechts über die momentanen Entwicklungen zu informieren, geht das meinen Klassenkameraden wirklich am Arsch vorbei.
Mancher wird vielleicht sagen: nun, was ist denn bitte schlimm daran, dass Zehntklässler an Politik herzlich wenig interessiert sind? Gar nichts, wenn sich das bis zum 18. Lebensjahr zumindest ein wenig verbessert.
Ich habe nämlich überhaupt keine Lust darauf, dass unsere Regierung bzw. Vertreter im Bundestag ab 2005 für die nächsten 60-70 Jahre von Leuten mitgewählt werden, die sich nicht im Geringsten für den Themenbereich interessieren. Und wenn sich denn überhaupt kein Interesse einstellen sollte, dann erwarte ich doch zumindest von ihnen, dass sie nicht zur Wahl gehen. Denn die Verlegenheits-Kreuzchen à la „Also, was der Schröder für ne Politik macht, is’ mir ja egal, aber der halt so n nettä Kerl und dodefür wähl isch 'n“ finde ich nicht wirklich gut.
Was meint der Rest der Gemeinde dazu? Mich würden natürlich auch Antworten von Leuten interessieren, die auch bald wählen dürfen!
Gruß!
Chris
Und nun noch die analphabeten Italiener - wen’s interessiert:
Zwei Drittel der Italiener können neuesten Studien zufolge nur schlecht lesen und schreiben oder sind gar als Analphabeten einzustufen. Rund zehn Prozent der Italiener im Alter von 16 und 65 Jahren seien nicht in die Schule gegangen. Darauf hat der italienische Bildungsmininister Tullio De Mauro hingewiesen. Um Abhilfe zu schaffen schlug er ein „permantes Bildungssystem für Erwachsene vor“.
Erwachsene sollten nochmals die Chance bekommen, ein Jahr die Schulbank zu drücken, berichteten italienische Zeitungen am Dienstag. „Das ist eine nationale Notwendigkeit“, meinte der Minister. „Unsere nationale Identität steht auf dem Spiel.“ Zwei Millionen Italiener seien völlige Analphabeten. Ein Drittel könne so gut wie nicht lesen und schreiben. Aber auch ein weiteres Drittel lese und schreibe derart schlecht, dass es kaum über die zehnte Zeile eines Textes hinauskomme.