Deutsche stukas über manhattan

guten morgen,

gestern abend kam in 3sat ein bericht über die fixe idee die sich hitler in den kopf gesetzt hatte. er wollte mit deutschen jägern manhattan angreifen. dabei wurde auch erwähnt, das deutsche u-boote schon richtung usa auslaufen sollten. nun bin ich mir nicht mehr sicher, aber ich glaube mal gelesen zu haben, daß zumindest ein deutsches u-boot mal in der bucht vor manhattan lag. oder habe ich da nur vielleicht eine filnkritik gelesen?

es geht noch weiter, ich hab noch zwei fragen.

haben sich schon militärhistoriker gedanken darüber gemacht wie die welt heute aussehen würde wenn nazi-deutschland den krieg gewonnen hätte? welche koalitionen hätte es gegeben? wie lange hätte deutschland diesen sieg verteidigen können?

meine ltze frage: wie kann es überhaupt sein, daß ein kleines land wie deutschland die welt überhaupt solange in atem halten kann? ich meine, die ganzen länder die angegriffen wurden, die hatten doch mit sicherheit zusammnengenommen viel mehr soldaten als deutschland, oder?

ich hoffe ich stresse euch nicht zu viel an diesem früher freitagmorgen, aber ich finde diese frage brennend interessant.

viele grüsse

markus

Halo Markus,
schade, den Beitrag auf 3Sat hätte ich auch gerne gesehen.
Zu Deiner Frage: Auzuschließen ist es gewiss nich, dass Hitler einen solchen Plan hatte - er hatte einige, na ja, obskure Ideen. Aber speziell diese wäre wohl doch nur recht schwierig zu realisieren gewesen. Um New York mit Flugzeugen anzugreifen, hätte die deutsche Luftwaffe eine Basis benötigt, von der aus sie die Stadt hätte angreifen können… Wenigstens aber einen Flugzeugträger, der aber hätte nur Jäger oder eben Stukas tragen können - und ein Angriff mit so kleinen Flugzeugen auf einen Stadt wie New York wäre von nur geringem militärischen Nutzen gewesen. Außerdem hätte das Deutsche Reich die absolute Seehoheit vor N.Y.s Küste besitzen müssen, um seinen Träger wirkungsvoll schützen zu können… Alles in Allem eine komplett unrealistische Lage… Ein Angriff auf die Stadt wäre nur mit großen Bombern mit starker Jäger-Bedeckung aussichtsreich gewesen. Dafür wäre, wie erwähnt, eine Basis nötig gewesen wie z.B. die britischen Inseln, über die die US Air Force im Kampf gegen das Reich ja verfügte. Der größte Bomber der Luftwaffe war die Heinkel 111, die sich im Vergleich zur amerikanischen B17 Flying Fortrtess od. der britischen Lancaster wie ein Mini-Flugzeug ausnahm.

Zu Deiner zweiten Frage:
Ja, es gab in der Bucht von Manhattan ein deutsches U-Boot - meines Wissens wurde dort ein deutscher Spion abgesetzt - ich glaube das war im Jahr 1944.

Zu Deiner dritten Frage:
Militärhistoriker habe sich wohl nur nebensächlich mit der von Dir formulierten Hypthese beschäftigt, denn der historiographische Ansatz lautet: Zeigen, wie es wirklich gewesen ist - und nicht: Zeigen, wie es gewesen sein könnte. Ich empfehle Dir dazu die Lektüre des (schlechten) Romans „Vaterland“ (Autor heißt, glaube ich, Robert Harris), der von der Ausgangslage ausgeht, dass das Dritte Reich zuerts die A-Bombe hatte und Großbritannien besiegte. Das Deutsche Rech hatte in dem Roman einen Ausdehnung vom Atlantik bis hinter den Ural, wo die Sowjets in einem permanenten Partisanenkrieg noch Widerstand leisteten. Die Welt war geteilt in zwei Blöcke: Die demokratischen USA und das nationalsozialistische Europa. So die Ausgangslage in dem Roman…

Zu Deiner letzten Frage:

Deutschland war damals nicht klein! Es war nach Russland das bevölkerungsreichste Land Europas (so wie heute). Dabei war es hochgerüstet, ideologisch gleichgeschaltet und verfügte über eine kurze Zeitspanne über die modernsten Waffen der Welt. Zum Vergleich: Die polnischen Stritkräfte verfügten 1939 beinahe über die gleiche Anzahl an Soldaten wie die deutsche Wehrmacht - aber über keine Panzerwaffe, keine nennenswerte Luftwaffe und keinerlei moderne Artillerie. Aber Du hast schon recht: Deutschland konnte angesichts des gewaltigen Potenzials seiner Gegner diesen von ihm begonnenen Krieg unmöglich gewinnen - aber es reichte doch, die Welt für Jahre in eine globale Katastrophe zu stürzen.
Gruß
Tilman

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gestern abend kam in 3sat ein bericht über die fixe idee die
sich hitler in den kopf gesetzt hatte. er wollte mit deutschen
jägern manhattan angreifen. dabei wurde auch erwähnt, das
deutsche u-boote schon richtung usa auslaufen sollten. nun bin
ich mir nicht mehr sicher, aber ich glaube mal gelesen zu
haben, daß zumindest ein deutsches u-boot mal in der bucht vor
manhattan lag. oder habe ich da nur vielleicht eine filnkritik
gelesen?

Hallo !

Deutsche U-Boote operierten nahe den US-Küsten. Setzten auch Leute an Land, die aber schnell gefasst wurden.
Nur - was haben Stukas mit U-Booten zu tun?? Stukas brauchten schon einen Flugzeugträger und den gab es nicht in Deutschland. Der war noch im Bau. Damit hätte man wohl New York angreifen können, wie die Japaner Pearl Harbour. Aber zurückgekommen wäre er nicht.

meine ltze frage: wie kann es überhaupt sein, daß ein kleines
land wie deutschland die welt überhaupt solange in atem halten
kann? ich meine, die ganzen länder die angegriffen wurden, die
hatten doch mit sicherheit zusammnengenommen viel mehr
soldaten als deutschland, oder?

Deutschland war 1941 kein kleines Land mehr, sondern ein Riesenreich. Davon muß man ausgehen, je länger die Grenzen, umso schwieriger eine Rückeroberung.

Gruß max

Hi

also so Unrecht hast du gar nicht, es gab UBoote vor Manhattan-aber nicht erst im 2. WK sondern sogar schon im 1. !

Am 28.05.1918 drang das UBoot U151 der deutschen Kriegsmarine in die Gewässer vor New York ein-nach Augenzeugenberichten konnten die Matrosen sogar die Lichter der Stadt sehen.

Im 2. WK fuhren wieder dt. Uboote nach Amerika, diesmal sogar als großangelegte Operation geplant-Operation Paukenschlag-letztendlich erreichte wohl nur die U123 ganz sicher den New Yorker Hafen.

Aber es gab Pläne für dt. Langstreckenbomber die von Europa aus über den Ozean in die USA fliegen sollten-es gab wohl sogar Prototypen, ich glaube es war MEsserschmidt 264 oder Me 246, bin mir da nicht ganz sicher, effektiv war es aber natürlich nie eine Bedrohung für die USA

Aber es gab Pläne für dt. Langstreckenbomber die von Europa
aus über den Ozean in die USA fliegen sollten-es gab wohl
sogar Prototypen, ich glaube es war MEsserschmidt 264 oder Me
246, bin mir da nicht ganz sicher, effektiv war es aber
natürlich nie eine Bedrohung für die USA

Er schreibt aber von Stukas und das waren Jagdbomber, die die Strecke wohl nur auf einem Träger geschafft hätten.

Gruß max

danke für eure antworten.
laut bericht gestern abend hatte hitler messerschmidt einen auftrag für ein trägerflugzeug erteilt, daß den jäger bis in die nähe der amerikanischen küste bringen sollte.

viele grüsse

markus

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laut bericht gestern abend hatte hitler messerschmidt einen
auftrag für ein trägerflugzeug erteilt, daß den jäger bis in
die nähe der amerikanischen küste bringen sollte.

Und dann ? Nach Abwurf der Bomben landet man vergnügt in Lakehurst, meldet sich als Kriegsgefangener?

Das sind alles ganz schöne Schauergeschichten, die da erzählt werden.

Gruß max

Ich habe mal eine interessante Diskussion in einer Geschichtsvorlesung gehört. Dort ging es darum, was gewesen wäre wenn hitler 1937 oder 1938 eine Attentat zum Opfer gefallen wäre.
Man kam allgemein zu dem Ergebnis:

  1. Es hätte neuwahlen gegeben, da die weimarer Verfassung Offiziell noch in Kraft gewesen wäre. Die NSDAP hätte wohl gewonnen. Ohne den Führer aber mittelfristig an Macht verlohren, da sie sich wahrscheinlich zerstritten hätte.

  2. Hitler wäre einer größten Staatsmänner der deutschen Geschichte worden, wegen der Senkung der Arbeitslosigkeit, Stiften der Einheit im Reich bei fast Bürgerkriegsähnmlichen Zusammenstößen vor der Machtergreifung.

  3. Wahrscheinlich hätte die UDSSR oder Japan den zweiten Weltkrieg angefangen. WEnn nicht wäre er durch Kolonialkonflikte im Zerfallenden brittischen Empire aufgeflammt.

Hallo,
diese Spekulation kann man schon bei Sebastian Haffner nachlesen, dass wenn A.H.
1938 (und nicht 1937, denn der „Anschluss“ Österreichs galt als Verwirklichung
Großdeutschlands und mithin als sein größter Erfolg in Friedenszeiten) einem
Attentat zum Opfer gefallen wäre, er dem kollektiven deutschen Gedächtnis als
größter deutscher Staatsmann aller Zeiten erinnerlich geblieben wäre.

Persönlich glaube ich aber, dass dies nur für seine gleichgeschalteten Zeit- und
Volksgenossen gegolten hätte - denn bei näherem Augenschein kann man auch
folgende bestürzende Bilanz der Nazi-Vorkriegsherrschaft ziehen:

  • Verlust der bürgerlichen Freiheiten
  • Ende der Rechtsstaatlichkeit
  • Verfolgung und Diskriminierung deutscher Staatsbürger
  • Ende der Pressefreiheit
  • Zerstörung des Parlamentarismus
  • Diplomatische Isolation (Austritt aus dem Völkerbund)
  • Aufbau des mörderischen Kz-Systems
  • massenhafte Morde durch Partei od. Regierung (ohne Urteil)
  • Konsequente Vorbereitung eines Angriffskriegs

Zudem hat Hitler die deutsche Wirtschaft nicht konsolidiert, wie bis heute der
Mythos es berichten will, sondern er hat sie in der Substanz so zerstört, dass
auch ökonomisch nur eine Möglichkeit blieb, um einen völligen Kollaps zu
verhindern: Krieg (als Raubzug)!

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft in den Jahren 1933-1939 wurde auf Pump
finanziert - und zwar mit Krediten US-amerikanischer und schweizer Banken. De
facto war das Reich 1939 zahlungsunfähig und hoch verschuldet. Davon wusste die
deutsche Öffentlichkeit freilich nichts (aus welchen Zeitungen hätte sie dies
auch erfahren sollen?) und sah die wirtschaftliche „Erholung“ als Erfolg des
Braunauers.
Ein Ausweg aus der drohenden wirtschaftlichen Talfahrt war es, die Nachbarn zu
überfallen und deren Volkswirtschaften zu plündern - was dann ja auch geschah
(und Programm war).

Eine deutsche Öffentlichkeit, die nicht länger von Germanen- und Rassegeschwafel
verblendet, diese Sachlage erkannt hätte, hätte A.H. gewiss nicht als größten
deutschen Staatsmann verehrt (zugegeben: Diese Erkenntnis setzt ein Ende der NS-
Herrschaft voraus)

Den o.g. Punkt 1 finde ich übrigens ziemlich bizarr: Nur weil die Weimarer
Verfassung noch in Kraft war, hätten die Nazis doch keine Neuwahlen gemacht! Zu
ihrem ureigensten Wesen gehört sozusagen die Ablehnung demokratischer Wahlen!
Außerdem: Gegen welche anderen Parteien hätte die NsDAP denn wohl in die
Wahlschlacht ziehen sollen? Es gab keine Parteien mehr außer ihr!

Übrigens wurde die Weimarer Verfassung auch später nicht außer Kraft gesetzt
(die Nazis sahen dazu offenbar keinerlei Veranlassung) - dieser Einwurf spielt
somit also nur eine geringe bis gar keine Rolle. Die magna charta des Dritten
reiches war die Reichstagsbrandverordnung (und nicht das Ermächtigungsgesetz),
die es der Regierung ermöglichte „Staatsfeinde“ ohne rechtsstaatliches Verfahren
zu verhaften und somit die verfassungsmäßig garantierten Grundrechte
auszusetzen.
Gruß
Tilman

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hallo markus,

bin kein großer experte, aber es gab ernstzunehmende entwicklungen, sogenante fernbomber, wie u.a. die Ju 488, jedoch gab es nur einne prototypen, den die amerikaner nach dem krieg mitgenommen hatten.

die möglichen, vielleicht nur angeblichen, flugscheiben allerdings wären eine bedrohung gewesen, doch gab es ende 45 auch nur drei prototypen, die jedoch nie gefunden wurden.

interessanter waren da schon die horton-konstruktionen, wobei es eine flugfähige konstruktion gab, die new york hin und zurück erreicht hättte (insgesamt 28.000 km)und dabei 1500 kg bomben hätte tragen können. dieser typ wurde zwar zerstört, doch die amerikaner hatten die pläne gefunden, woraus heute die f 111 wurde.

also mit stukas hätte man kaum was anfangen können.

es gab viele geheimprojekte, doch die verschleierungstaktik der amerikaner konnte nur langsam gelüftet werden. hätte theoretisch der krieg so bis 47 gedauert, dann wären flugzeuge wie die ju 488, eventuell flugscheiben, eine verbesserte version von messerschmitt me 264 v3 usw.usw.

operation paukenschlag war ein erfolg, man fand erst vor 10 jahren eine geheime wetterstation samt u-boot an der küste kanadas usw.usw.

forsch ein bißchen und wirst erstaunliches heraus bekommen…

hätte deutschland den krieg gewonnen, wäre alleine der hohe technische militärische vorsprung genüge gewesen, um diesen sieg zu verteidigen, dazu hätten aber auch die arabischen oder russischen ölfelder erobert werden müssen, woran ja vieles scheiterte, waren fehlende rohstoffe, insbesondere erdöl.

warum deutschland anfangs so erfolgreich war, dürfte damit beantwortet werden, das die militärischen strategien, die aufklärung, die technische überlegenheit, die überraschung und eine portion glück dazu beitrug, manche historiker behaupten, wenn hitler techniker gewesen wäre und er den ersten düsenjäger sehr frühzeitig als jäger gebaut hätte, hätte kaum ein bomber der aliierten den deutschne luftraum erreicht, was zur folge hätte, das die produktionen unbescholten angetrieben worden wären…

wie gesagt, forshce ein wenig nach, es gibt verblüffende resultate

meine ltze frage: wie kann es überhaupt sein, daß ein kleines
land wie deutschland die welt überhaupt solange in atem halten
kann? ich meine, die ganzen länder die angegriffen wurden, die
hatten doch mit sicherheit zusammnengenommen viel mehr
soldaten als deutschland, oder?

Hallo,

das war ja recht einfach, nach der Salamischeiben-Taktik: Zu Anfang nicht alles auf einmal, sondern ein Land nach dem anderen. Grob umrissen waren das ja erst Polen, dann Frankreich nebst Holland, Belgien, Dänemark, Norwegen usw.

Und damit war Deutschland mit den besetzten Gebieten zusammen auf der Landkarte (plus Verbündete wie Italien) ein ziemlich großer Fleck geworden.

Gruss

Andreas

Guten Abend,

meine ltze frage: wie kann es überhaupt sein, daß ein kleines
land wie deutschland die welt überhaupt solange in atem halten
kann? ich meine, die ganzen länder die angegriffen wurden, die
hatten doch mit sicherheit zusammnengenommen viel mehr
soldaten als deutschland, oder?

Ganz wichtig sind Daten wie das Flottenabkommen zwischen Deutschland und England, wodurch Deutschland offiziell aufrüsten konnte, ohne dass jemand etwas vermutet hätte.
Die Appeasement-Politik des Auslands hat Hitler zusätzlichen Rüstungsvorsprung verschafft. Das Hitler-Stalin-Abkommen liess dann die ersten kritische werden, aber bereits beim Münchener Abkommen war Hitler dem nahen Ausland militärisch haushoch überlegen.
England hatte eine innere Krise, die es aber durch den Angriff Hitlers schnell verlor und verbittert zurückschlug.

Zum Bericht von einem w-w-w-user weiter unten. Der Vorstoß in den Osten hat dem Nazideutschland nichts gebracht, weil alle Resourcen wie Getreidefelder (der oft erwähnte „Lebensraum“) vernichtet wurden.

Diese Auflistung verschiedener Ursachen war keineswegs chronologisch.

ich hoffe ich stresse euch nicht zu viel an diesem früher
freitagmorgen, aber ich finde diese frage brennend
interessant.

Dafür sind wir doch da :wink:
Mo

Hallo!

Und wie gehts dann wieder heim???

Grüße,

Marcus

Hallo Tilman

Ich habe nur aus der Diskussion berichtet die ich einst verfolgt habe, ich finde deine Argumente ducrhaus überzeugens, leider warst du damals nicht da!

viele Grüße
Martin

Literatur
Bleibt hinzuzufügen, dass das Standardwerk zum Thema den programmatischen Titel „Why the Allies won“ trägt und m.W. kürzlich erst ins Deutsche übertragen wurde.

Zusammengefasst hat Deutschland (und Japan) den Krieg verloren, weil die strategische (wirtschaftliche) Basis nicht genutzt wurde. Das deckt sich mit den militärischen Erfahrungen: taktisch und operativ war die Wehrmacht überlegen, aber eben nicht strategisch (Fehlen einer strategischen Bomberflotte, keine nennenswerte Hochseeflotte).

Interessanterweise hatte Hitler durchaus einen Blick für diese Fragen, aber eben nicht die Generalität. Aber das sind in der Tat Sandkastenspiele.

Gruß,
Andreas

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Hallo Markus,
ab 13.Januar 1942 lagen die ersten 5 deutschen U-Boote im Rahmen der Operation „Paukenschlag“ vor der amerikanischen Ostküste.
Dort wurden im Zeitraum von Januar bis Juli 1942 585 Schiffe mit gesamt 3 080 934 BRT versenkt. Die Abwehr des Gegners war gering, die Küsten beleuchtet, die Schiffe fuhren wie unter Friedensbedingungen. Das Einsatzgebiet der U-Boote ging von Neufundland bis Key West, im Golf von Mexiko bis südlich Kubas, sie operierten vor Trinidad und der Guyana Küste.
Die Versorgung der Boote wurde durch 3 U-Tanker sichergestellt. Soweit mir bekannt ist, operierten nacheinander 37 U-Boote vor der amerikanischen Küste.
Es gab wohl auch die Idee, Flugzeuge in, heute würde man wahrscheinlich Flugzeugtransportcontainer dazusagen, vor die Küste der USA schleppen zu lassen und von dort Angriffe zu fliegen. Als Schlepper waren U-Boote vorgesehen.
Durch die immer besser werdende Verteidigung und die zunehmenden Erfolge der Allierten auf dem Atlantik wurden diese Pläne begraben.
Nachzulesen in den Biographien von Dönitz und dem Buch „Operation Paukenschlag“, Einsatz der deutschen U-Boote vor Amerika.
Nico

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Hi!

es geht noch weiter, ich hab noch zwei fragen.

haben sich schon militärhistoriker gedanken darüber gemacht
wie die welt heute aussehen würde wenn nazi-deutschland den
krieg gewonnen hätte? welche koalitionen hätte es gegeben?
wie lange hätte deutschland diesen sieg verteidigen können?

Ein paar Dinge, die bei solchen Fragen gerne ausgeblendet werden:

  1. Gewisse Teile Deutschlands wären eingeäschert worden (Berlin, Ludwigshafen/Mannheim, das Ruhrgebiet). Die Amerikaner arbeiteten genau wie die Deutschen an der Entwicklung einer Atom-Bombe. Jedoch verfolgten beide unterschiedliche Strategien. Während die Amerikaner eine funktionstüchtige Bombe bekamen und sie zuerst in der Wüste von Nevada zündeten und später über Hiroshima und Nagasaki (die Bomben waren urpsrünglich für Deutschland vorgesehen), versuchten deutsche Wissenschaftler, eine nukleare Waffe auf Basis von „schwerem Wasser“ herzustellen. In einem Forschungszentrum in Bayern war man kurz vor Erreichen der kritischen Masse - ohne es zu ahnen. Die Folge wäre vermutlich eine Atomexplosion mit Vernichtung des Forschungszentrums sowie Verseuchung der Umgebung gewesen.

  2. Deutschland stand bereits Anfang der 40er vor dem Staatsbankrott. Die Ausgaben für die Rüstung - es wurde ja alles auf Pump finanziert - waren so dramatisch, dass selbst ein siegreich beendeter Krieg den Haushalt nicht hätte retten können. Im Reich selbst gab es eine strikte Preisbindung, um der Bevölkerung eine intakte Versorgungslage zu suggerieren.

  3. Durch die Nazi-Doktrin von „Blut und Boden“ wären alle Gebiete östlich der Oder redikal entvölkert (Polen, Ukrainer, Russen gäbe es nicht mehr), dafür wären Millionen Deutsche in die Ostgebiete „deportiert“, d.h. mehr oder minder zwangsweise umgesiedel worden. Deutschland wäre - sofern es den Krieg mit den USA überstanden hätte - ein agrarorientierter Staat geworden, jedenfalls deutlich stärker als heute.

  4. Durch das „Herrenmenschen“-Gehabe Deutschland wären die besetzet Gebiete West- und Nordeuropas im stetigen Widerstand gegen die Besatzer, d.h. wir hätten einen Zustand vergleichbar zum Palästinenserkonflikt. Im Osten (Wolga, Ural) würde ein permanenter Grenzkrieg stattfinden, der jedes Jahr Tausenden von deutschen Soldaten das Leben kosten würde.

  5. Wir würden in einem Land leben, wo Fragen wie „was wäre, wenn“ vermutlich mit Zuchthaus, Konzentrationslager oder Todesstrafe geahndet würden.

meine ltze frage: wie kann es überhaupt sein, daß ein kleines
land wie deutschland die welt überhaupt solange in atem halten
kann? ich meine, die ganzen länder die angegriffen wurden, die
hatten doch mit sicherheit zusammnengenommen viel mehr
soldaten als deutschland, oder?

Zum einen eine jahrelange „Vogel-Strauß-Politik“. Frankreich und Großbritannien haben in den 30ern mehr weggeschaut als die möglichen Konsequenzen gesehen (insbesondere das Verhalten gegenüber der Tschechoslowakei). Wer immer nur nachgibt, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr gefordert wird.

Deutschland hat über Jahre konsequent auf einen Krieg hin gerüstet. Es gibt eine Anweisung Hitlers aus dem Jahre 1936 an die deutsche Wirtschaft, die Produktion bis spätestens 1940 auf Kriegsrüstung umzustellen.

In Europa, das sich damals noch immer als das Zentrum der Welt ansah (Amerika war fern und hatte noch lange nicht diesen Welt-Polizisten-Anspruch von heute) war Deutschland eindeutig die stärkste Macht.

Die Sowjetunion litt unter Stalins Terror, die Rote Armee war Mitte der 30er Jahre um nahezu alle fähigen Köpfe beraubt worden, weil Stalins Paranoia in jedem Kritiker einen persönlichen Feind sah und Hinrichtung um Hinrichtung befahl.

Frankreich verarbeitete noch immer die Wunden aus dem Ersten Weltkrieg. Nie wieder sollten deutsche Armeen so weit auf französisches Gebiet vorstoßen. Man baute die Maginot-Linie, eine Kette von schwersten Bunkern von Luxemburg bis zur Schweiz, an der mögliche deutsche Angreifer verbluten sollte. Die ganze Militärstrategie Frankreichs war rein defensiv - was Deutschland in der Zeit vom 3.September 1939 (Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland) bis zum 10.Mai 1940 (deutscher Angriff auf Frankreich) gelinde gesagt den Arsch gerettet hat. Wären die Franzosen zu einer Offensiv-Strategie gewechselt, wäre Berlin Weihnachten 1939 französisch gewesen und Hitler eine Fußnote der Geschichte.

Die Briten waren immer noch auf ihre Insel geschränkt. Großbritanniens Schlagkraft lag auf dem Wasser - hatte sich doch die Blockade Deutschlands im Ersten Weltkrieg ausgezahlt. Einen Landkrieg wie 1914-1918 wollte man nicht noch einmal führen. Daher begrenzte man die Truppenpräsenz auf dem Europäischen Festland auf ein Expeditionskorps.

Dazu kommt, dass sowohl Frankreich wie auch Großbritannien in ihrer militärischen Führung keinen Fortschritt im takischen und strategischen Denken vollzogen hatten (im Gegensatz zur deutschen Armee, die bereits seit Anfang der 30er völlig neue Strategien entwickelt hatte). Briten und Franzosen erwarteten wieder eine Kriegsführung wie im Ersten Weltkrieg: Schützengräben, schwer bewaffnete Festungen und Bunker, massive Infanterieangriffe mit Artillerie- und Panzerunterstützung. Es gab bei den Alliierten nur wenige Stimmen, die eine andere Art der Kriegführung forderten (u.a. eine französischer Oberst der Panzertruppen namens Charles de Gaulle).

Die deutsche Militärführung setzte auf die neue Taktik der unabhängigen Panzerverbände, die in Zusammenarbeit mit taktischen Bombern (Stukas) die feindlichen Linien durchbrechen und dann infanterieunabhängig tief ins Hinterland vorstoßen sollten. Die Infanterie hatte den Panzern zu folgen - Geschwindigkeit war alles (bei den Alliierten wurde genau anders herum operiert: die Panzer hatten der Infanterie zu folgen - daher waren alliierte Panzer groß, schwer gepanzert und langsam, etwa der französische Char I oder der britische Matilda II). Die Folgen waren die deutschen Blitzsiege in Polen, im Westfeldzug und auf dem Balkan. Als andere Armeen diese Strategien übernahmen, war es schnell vorbei mit der deutschen Herrlichkeit (Rußland ab 1942, Nordafrika ab 1942). Insbesondere die Amerikaner nutzten diese Kampfstrategie extrem: Lufthoheit und schnelle Panzertruppen, gefolgt von motorisierter Infanterie.

Wie sehr sich diese Art des Kampfes bewährte, zeigt sich in den Verlustzahlen der Alliierten und der Wehrmacht in Frankreich seit D-Day:
Vom 6.Juni 1944, dem Tag der Landung, bis zum 15.September 1944, dem Tag, als die Alliierten die belgisch-holländische Grenze erreichten, haben die Amerikaner, Briten, Kanadier, Franzosen, Polen usw. zusammen etwa 40.000 Mann verloren (Tote, Verwundete, Gefangene). In der gleichen Zeit büßten die Deutschen etwa 700.000 Mann (Tote, Verwundete, Gefangene) ein.

Für die Jahre 1939 - 1941 mag die Überlegenheit der Wehrmacht gegenüber anderen Armeen durchaus bestanden haben, allerdings beruhte dies anfangs auf einer konzeptionellen Überlegenheit, 1941 dann aufgrund der höheren Kampferfahrung. Ab 1942 war damit aber kein Staat mehr zu machen.

Und mit dem „lange in Atem halten“: Die Westalliierten brauchten weniger als ein Jahr, um von der Normandie bis an die Ostsee zu kommen. Und betrachtet man sich den Frontverlauf im Osten (Stichtag 22.Juni 1944 - Angriff auf die Heeresgruppe Mitte, so hat die Rote Armee nicht viel länger gebraucht - obwohl hier ungleich viel mehr Landmasse zu erobern war).

Kurzum: ich halte vieles, was sich um die Wehrmacht rankt, für Legende.

Grüße
Heinrich

Hi!

laut bericht gestern abend hatte hitler messerschmidt einen
auftrag für ein trägerflugzeug erteilt, daß den jäger bis in
die nähe der amerikanischen küste bringen sollte.

viele grüsse

markus

Das ist korrekt. Für einen Trägereinsatz war die Me 109 T vorgesehen. Als Flugzeugträger befand sich die „Graf Zeppelin“ im Bau (Einstellung des Baus 1943, 1945 von den Russen versenkt, später gehoben und 1947 als Zielschiff erneut - und dieses Mal endgültig - versenkt).

Die Flugzeugalternative, eine Focke-Wulf FW190 A-5/U15, wurde bereits im Ansatz gestoppt, weil der Bau der Graf Zeppelin zwischenzeitlich eingestellt worden war.

Grüße
Heinrich

hallo

vielen vielen dank für die wirklich sehr aufschlussreichen antworten. ich denke ich werde mir mal in der hiesigen bücherei ein paar werke ausleihen und mich intensiver mit dem thema beschäftigen.

nochmals herzlichen dank

markus