'deutschländ'

sagt man in manchen gegenden der usa zu deutschland nicht germany sondern „deutschländ“ ?

das beispiel, das ja wahrscheinlich jeder kennt, is die werbung für eine bekannte tiefkühlpizza, wo die mutter einer amerikanischen familie sagt, die pizza sei „from deutschland“…
da denkt sich jeder, der der englischen sprache mächtig ist, erst einmal „NEIN!“ und schlägt die hände über dem kopf zusammen…

aber es ist so, dass ich dieses „deutschländ“ schon öfter aus den mündern von amerikanern gehört habe, also stelle ich mir die frage, ist das vielleicht in manchen gegenden der usa geläufig?!
ich mein, ein bewohner von berlin wird auch oft von amerikanern „berliner“ genannt…

DANKE IM VORAUS

Hallo,

sagt man in manchen gegenden der usa zu deutschland nicht
germany sondern „deutschländ“ ?

Nein.

  1. Die Werbung ist für Deutsche gemacht, nicht für Amerikaner.
  2. Amerikaner die „Deutschländ“ sagen, wollen zeigen, dass sie
    wissen, dass „Germany“ in Deutschland anders heißt. Es
    entspricht also dem Deutschen, der statt Vereinigte Staaten
    „Junaited Stäits“, statt Großbritannien „Juukey“, statt Frankreich
    „Froñs“ oder statt Spanien „Espanja“ sagt.

Gruß
Elke

Sagt niemand nirgendwo.

unnötige P.C.
Hallo Elke

  1. Amerikaner die „Deutschländ“ sagen, wollen zeigen, dass sie
    wissen, dass „Germany“ in Deutschland anders heißt. Es
    entspricht also dem Deutschen, der statt Vereinigte Staaten
    „Junaited Stäits“, statt Großbritannien „Juukey“, statt
    Frankreich
    „Froñs“ oder statt Spanien „Espanja“ sagt.

Ich glaube, dass im deutschen Sprachraum neben allfälliger Lust am
Imponieren noch ein verqueres Verständnis von Political Correctness
hineinspielt.
Gestützt auf Wolf Schneider («Deutsch für Profis») vertrete ich, dass
wir die anderen Länder in UNSERER Sprache benennen dürfen und
sollten, so wie es die andersprachigen Ausländer in ihrer jeweiligen
Sprache tun. Also Ceylon statt Sri Lanka und Persien statt Iran. So
wie wir Japan sagen und nicht Nihon, Finnland und nicht Suomi, Ungarn
und nicht Magyar …
Und so wie ein Franzose «Allemagne» sagt und sich nicht an
«Deutschland» die Zunge verrenkt.

Grüsse
Rolf

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Sagt niemand nirgendwo.

Hi,
ich hab es schon von Amerikanern IN Deutschland gehört.
Also Touris, die denken, sie sind damit auf dem richtigen
Weg. Aber NUR von solchen.

Gruß
Elke

Gestützt auf Wolf Schneider («Deutsch für Profis») vertrete
ich, dass
wir die anderen Länder in UNSERER Sprache benennen dürfen

Sehe ich auch so.

Persien statt Iran

Hier aber nicht. Denn das ist nicht dasselbe. Persien ist ein historischer Begriff, bezieht sich IMHO eher auf die Zeit VOR der islamischen Machtübernahme.

http://de.wikipedia.org/wiki/Iran#Landesname

„Pars“ ist heute eine Provinz im Iran.

Viele aus dem Iran geflohene Iraner nennen sich übrigens Perser und nicht Iraner, um damit ihre Distanz zum heutigen Regime auszudrücken!

Gruß
datafox

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Politische Correctness nötiger denn je
Einverstanden, Rolf, aber ich würde nicht alle Bezeichnungen in
denselben Topf werfen. Insbesondere existieren einige
Länderbezeichnungen der Kolonisatoren nicht mehr und ihre Verwendung
könnte verletzend wirken:

Burma, Birma = Myanmar
Ceylon = Sri Lanka
Elfenbeinküste = Côte d’Ivoire
Formosa = Guinea-Bissau
Goldküste = Ghana
Niederländisch-Guayana = Surinam
Persien = Iran
Rhodesien = Simbabwe
Südwestafrika = Namibia
Weissrussland = Belarus

Ländernamen auf Deutsch:
http://www.foreignword.com/countries/German.htm

Gruss
Rolfus

Hi Rolf,

im Prinzip stimme ich dir zu bei dem:

Einverstanden, Rolf, aber ich würde nicht alle Bezeichnungen
in
denselben Topf werfen. Insbesondere existieren einige
Länderbezeichnungen der Kolonisatoren nicht mehr und ihre
Verwendung
könnte verletzend wirken:

Nicht nur könnten sie verletzend wirken,
die Länder haben sich einfach umbenannt.
„Namibia“ heißt einfach Namibia. Das ist so ähnlich,
als ob man Frau Müller nachwievor Frau Schmidt nennt,
obwohl sie schon seit 17 Jahren verheiratet ist.
Und bitteschön: dann könnten wir das Land ja gleich
Deutschsüdwestafrika nennen, so hieß es ja auch einmal.

Simbabwe ist auch ein schönes Beispiel.
Wer weiß heute noch, dass das heutige Land Simbabwe -
die Simbabwer nennen sich selbst übrigens Zimbabwians,
ihr Land Zimbabwe) - noch früher Südrhodesian hieß,
das frühere Nordrhodesien (oder doch besser North Rhodesia)
heißt heute Zambia, nein Verzeihung, Sambia.
Diese Z und S Mischerei ist sowieso abartig, weil es
nicht einfach ist, diese Länder in einer alphabetischen
Liste zu finden (mein Sohn suchte gestern geschlagene
zehn Minuten nach USA, weil er [englisch erzogen] gar
nicht auf die Idee kam, es unter „V“ zu suchen).

Ach und hier:

Formosa = Guinea-Bissau

ist dir wohl ein Fehler unterlaufen:
Formasa war früher Taiwan.

Über Côte d’Ivoire ließ sich auch trefflich streiten -
es hieß ja nie so, der Name ist ja nur eine Übersetzung
(auf dem gleichen Status wie Vereinigte Staaten von
Amerika).
Zu Persien hat Datafox schon was richtiges geschrieben.

Kurz: es gibt keine einheitlichen Regeln für den
Sprachgebrauch. Gab es auch früher nicht. Die Anpassung
der deutschen Bezeichnung an die Schrift/Aussprache
der Landessprache steigt mit dem im Land verbreiteten
Wissen der Landessprache (solange die Mehrheit der Menschen
„Tsimbabwe“ liest, wenn sie Zimbabwe sehen, bleibt es
wohl bei „Simbabwe“, andererseits sagt doch kein Mensch
mehr VSA statt USA).

Gruß
Elke

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Doch übertriebene Politische Korrektheit

Insbesondere existieren einige
Länderbezeichnungen der Kolonisatoren nicht mehr und ihre
Verwendung könnte verletzend wirken:

Elfenbeinküste = Côte d’Ivoire
Weissrussland = Belarus

Das ist doch ein Beispiel für wildgewordene PC. Die o. g. Versionen sind weder kolonisatorisch, noch verletzend, sondern schlichtweg einfach nur deutsch. Ebenso wie Meiland, Kopenhagen, Warschau, Venedig, Krakau, Moskau. Oder eben auch Danzig, Breslau, Lemberg u. v. m.

MfG

C.

Hallo,

Das ist doch ein Beispiel für wildgewordene PC.

Nein.
Du hast Recht: es sind Übersetzungen.
Das hier mit P.C. zu bezeichnen ist schlichtweg
falsch.
Es gibt, wie unten beschrieben, meiner Meinung nach
keine einheitliche Regel, weil sich verschiedene
Namen zu verschiedenen Zeiten in unserer Sprache
„breitgemacht“ haben (oder eben nicht). Und es
werden im Sprachgebrauch immer wieder Änderungen
auftreten, weil Sprache lebendig ist.

Die o. g.
Versionen sind weder kolonisatorisch, noch verletzend, sondern
schlichtweg einfach nur deutsch. Ebenso wie Meiland,

Wo ist das denn?

Kopenhagen, Warschau, Venedig, Krakau, Moskau. Oder eben auch
Danzig, Breslau, Lemberg u. v. m.

Gruß
Elke

Hi,

ich mein, ein bewohner von berlin wird auch oft von
amerikanern „berliner“ genannt…

Was sollten sie sonst sagen? Es heißt ja auch „New Yorker“, „Bostoner“, etc.

Gruß,

  • André

Hi,

Was sollten sie sonst sagen?

Berlinian, z.B. (siehe auch: Parisian, Roman, etc.)

Es heißt ja auch „New Yorker“,

ja.

„Bostoner“, etc.

nein.
Bostonian.

Gruß
Elke

PS: Kennedy hat ja deutsch geredet und gesagt: „Ich bin ein
Berliner.“
Hätte er es auf Englisch gesagt, wäre daraus: „I am a citizen
of Berlin“ geworden.

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schlichtweg einfach nur deutsch. Ebenso wie Meiland,

Wo ist das denn?

Vertipper aller Länder, vereinigt euch. Natürlich Mailand (Milano).

MfG

C.

Weissrussland = Belarus

Das ist doch ein Beispiel für wildgewordene PC.

Nicht laut Wikipedia (en):

The name „White Russia“ is a literal, although not entirely correct translation of the names Belaya Rus (Белая Русь). The problem with this translation is that the name „White Russia“ seems to suggest that this territory is related to the present-day Russian Federation, whereas it has nothing to do with the Russian Federation, but is related to the ancient lands of Ruthenia (or Rus’—see also Etymology of Rus and derivatives).
und

Belarus (Belarusian: Рэспубліка Беларусь, Łacinka: Respublika Biełaruś; Russian: Республика Беларусь, Respublika Belarus), while the short name is Belarus. Some consider the use of „Belorussian“ derogatory, with its direct implication of russification. The name has incorrectly been translated as „White Russia“, a name that refers to a separate region.

(Wik(de) hingegen sieht das ein wenig anders:
„Weißrussland (weißrussisch Беларусь, Belarus; russisch Белоруссия, Belorussija) – im deutschen Sprachraum und amtlich auch Belarus – ist ein Staat in Osteuropa, der zwischen Polen, der Ukraine, Russland, Lettland und Litauen liegt. Früher wurde das Land auch Weißruthenien und im DDR-Sprachgebrauch Belorußland genannt.“ Ab er die Diskussion ist heiss und wild! ) Bei Wik(de) Diskussion: „Korrekt“ nach den von uns verwendeten Namenskonventionen des deutschen Auswärtigen Amtes ist Belarus für den amtlichen zwischenstaatlichen Schriftverkehr und Weißrussland für den innerstaatlichen Schriftverkehr „sowie die Beschriftung von Landkarten u. dgl.“

-KIM

Moin Elke,

Simbabwe ist auch ein schönes Beispiel.
Wer weiß heute noch, dass das heutige Land Simbabwe -
die Simbabwer nennen sich selbst übrigens Zimbabwians,
ihr Land Zimbabwe) - noch früher Südrhodesian hieß,
das frühere Nordrhodesien (oder doch besser North Rhodesia)
heißt heute Zambia, nein Verzeihung, Sambia.
Diese Z und S Mischerei ist sowieso abartig, weil es
nicht einfach ist, diese Länder in einer alphabetischen
Liste zu finden

Nun ja, das hängt halt mit der unterschiedlichen Phonologie der Sprachen zusammen. Im Deutschen wird das „z“ nun mal nicht wie ein weiches „s“ ausgesprochen. Aus dem gleichen Grund findet man auch offiziell meist „Botsuana“ statt „Botswana“. Jede alphabetische Liste richtet sich halt nach der Sprache, in der sie erstellt wird :smile:

Ach und hier:

Formosa = Guinea-Bissau

ist dir wohl ein Fehler unterlaufen:
Formasa war früher Taiwan.

Umgekehrt, meinst du wohl: Taiwan war früher Formosa :wink:

andererseits sagt doch kein Mensch
mehr VSA statt USA).

Das nicht, aber „Vereinigte Staaten“ wird sehr wohl gesagt. Nur bei der Abkürzung hat sich die englische Variante durchgesetzt.

Gruß

Kubi

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Hi,

Nun ja, das hängt halt mit der unterschiedlichen Phonologie
der Sprachen zusammen. Im Deutschen wird das „z“ nun mal nicht
wie ein weiches „s“ ausgesprochen. Aus dem gleichen Grund
findet man auch offiziell meist „Botsuana“ statt „Botswana“.
Jede alphabetische Liste richtet sich halt nach der Sprache,
in der sie erstellt wird :smile:

Ja, aber das macht es schon zum Teil komplizierter als es
sein müsste. Aber es bestätigt, was ich sagte: dass
es keine einheitliche Regelung gibt.
Siehe USA. Irgendwie ist es doch total unlogisch,
wenn die „Vereinigten Staaten von Amerika“ mit „USA“ abgekürzt
werden.

Umgekehrt, meinst du wohl: Taiwan war früher Formosa :wink:

Eh, ja, logo. :wink: danke für die Verbesserung.

Gruß
Elke