Deutschland ist kinderfeindlich

konkrete Fälle
Hallo Diana,

in unserem Bekanntenkreis sind die meisten Familien Doppelverdiener oder Alleinerziehende, wobei deren Kinder nachmittags betreut werden. Davon kenne ich 2 oder sogar 3 Kinder, bei denen ich das Gefühl habe, sie müßten aus dem nachmittäglichen Hortleben heraus in die familiäre Betreuung (eßgestört, ständig aggressiv, kann bei keinem Spiel länger als 10 Minuten bleiben, allgem. unruhig). Gut, bei der Alleinerziehenden geht das nicht, das sehe ich ein. Die Erzieherinnen im Hort sind prima und geben sich viel Mühe.
Aber bei dem einen Kinder, an das ich denke, ist Gefahr in Verzug. Beide Eltern sind Akademiker in tollen Stellen. Beide wollen ihre Stelle nicht aufgeben. Ich kann das gut verstehen, und gönne ihnen ihre beruflichen Chancen. Sie klagen nur ständig über ihre Tochter. Und ich habe den Eindruck, dass sie deshalb so maßiv aufsässig ist, weil sie irgendeine Wand braucht, an die sie sich lehnen kann - vielleicht sogar jemand zum Festhalten oder Umarmen, was weiß ich. Wenn ich sie bei mir habe - als Spielkameradin für meine Tochter - klebt sie förmlich an mir. Es gibt immer gute Gründe, Kinder im Hort gut aufgehoben zu haben. Aber es gibt auch gute Gründe dagegen. Doch diese Gründe dagegen scheinen bei manchen Eltern nicht schwer wiegend genug zu sein. Was muß denn noch passieren, bis das Mädchen aus dem Hort genommen wird?
Ich glaube, dass auch Du zu den Müttern gehörst, die ihrem Kind, wenn es Zuhause ist, viel Nestwärme gibt. Und dann klappt der tägliche Ablauf in der Familie auch.
Doch die Leutchen, von den ich oben erzählt habe, sind so mit ihrem Beruf beschäftigt, dass sie sich besser einen Hamster statt einem Kind angeschafft haben sollten.
Nun habe ich wohl in meinem ersten posting so pauschal formuliert, dass der Eindruck entsteht: Hortkinder haben Rabeneltern. Das stimmt natürlich nicht.
Nur wenn ich mich mit Müttern im Pausenhof unterhalte: „endlich habe ich einen Job. Das Kind kommt in den Hort. Er ist zwar überfüllt, die Kinder sind bis 17 Uhr betreut - früher darf man sie nicht abholen, soviele Problemkinder, aber Gott-sei-Dank einen Hortplatz.“ Hort um jeden Preis. Ich verstehe die Mütter, wenn sie arbeiten müssen. Aber wenn sie es nicht müssen…
Ich jobbe von 7-9 Uhr, arbeite in unserem Betrieb bis 12 Uhr, hole die Kinder und bin Hausfrau und Mama. Wenn die Kinder im Bett sind, geht mein Arbeitstag noch bis 22 Uhr. Ich bin so froh, dass ich meine Kinder nicht in diesen überfüllten Problemhort bringen muß, und ich habe es vermeiden können.
Es gibt gut geführte Horte, und sehr tüchtige Eltern, das will ich nicht leugnen.

viele Grüße
Claudia

Hallo Karin, folgendes stösst mir bei Deinem Beitrag etwas
sauer auf:

Nein, das ist genau das Problem, daß - wie schon unte gesagt
wurde - Familie hierzulande mit Ehe gleichgesetzt wird. Und es
ist definitiv keine kinderfreundliche Steuerpolitik, wenn sich
ein(e) nicht berufstätige® Ehefra/-mann besser rentiert als
Kinder.

>>> Wer sagt denn, dass sich Kinder rentieren
müssen??? Merkwürdige Auffassung, man kann das doch nicht am
Geld festmachen! Dieser Satz repräsentiert aber irgendwie das
Typische unserer „kinderfeindlichen“ Gesellschaft: ALLES muss
sich eben „rentieren“, sogar die Kinder! Du wetterst gegen
Kinderfeindlichkeit, wendest aber hier die gleiche materielle
Denkensweise an, die Du in unserer Gesellschaft anprangerst.
Ziemlich widersprüchlich, oder? Bist aber nicht die Einzige
die so denkt…

Ich bin mir nicht bewußt, die materialistische Denkweise in unserer Gesellschaft angeprangert zu haben. Das war wohl eher meine Vorrednerin.

Wenn Dir die Formulierung besser gefällt: Warum muß es zu einer höheren Steuerersparnis führen, wenn in einer Ehe einer der Partner nicht arbeitet, als wenn ein Paar Kinder hat?

Aber viele Eltern klagen, obwohl sie mehr als genug Geld
verdienen und jeden Monat wegen der Kinder nur einige 100DM
weniger anlegen können.

Und wenn sie im Alter dann zuweing Geld für einen Pflegeplatz haben, müssen halt die Kinder dafür löhnen!

Und dann höre ich eben oft diesen Satz
„Der Staat muss mehr tun, damit ich finanziell keine Mark
schlechter dastehe als ohne Kinder“. Muss der Staat das
wirklich??? Nö, muss er nicht!

Warum muüssen Kinder den Lebenstandard denn umbedingt drücken? Damit nur ja nicht zuviele davon in die Welt gesetzt werden?

gruß, Karin

Ist wohl die negative Verwirklichung der Kinderbetreuung außerhalb der Familie, und weniger die Eltern, die ihre Kinder zu bestimmten Zeiten von anderen betreuen lassen.

Gruß, Karin

Ich bin so
froh, dass ich meine Kinder nicht in diesen überfüllten
Problemhort bringen muß, und ich habe es vermeiden können.
Es gibt gut geführte Horte, und sehr tüchtige Eltern, das will
ich nicht leugnen.

viele Grüße
Claudia

hallo karin,

ich kann dir leider nur diesen bewertungspunkt geben, den lesbaren , da ich die 2 monate frist noch nicht um sind, die man ja absolvieren muß.

diana

Hallo Claudia!

Ich stimme dir zu, dass es die Klagen schon lange gibt und sich bisher nichts daran geändert hat. Aber jede Veränderung und wenn sie noch so winzig ist, beginnt bei jedem selber. Man kann nicht von anderen Veränderung erwarten, wenn man selber nichts dafür tut.
Jeder erwartet, dass sich dieses oder jenes ändert, aber bei sich selber was ändern, das sehen die wenigsten ein, da jeder seine Art zu Leben für die einzig wahre hält.
Wie ein Kind als Erwachsener ist, das können wir nicht wissen, aber ihn prägen, das können wir schon.
Gesetze in Familien? Weist du, was die Klagen der Lehrer anbelangt, so ist das ein sehr zweischneidiges Schwert. Wenn du an einer Schule ein und die selbe Klasse von drei Lehrern beurteilen lässt, dann ist darunter einer, der sagt, die Kinder seien total verdorben und er käme mit denen nicht zurecht. Der Zweite hingegen hat mit derselben Klasse keinerlei Probleme und hält sie für ganz normale Jugendliche. Der Dritte widerrum macht sich überhaupt keinen Kopf, wenn die Klasse nicht so spurt wie er will, dann zieht er eben stur seinen Stoff durch, sollen die doch sehen, wo sie bleiben.
Hm, ich gehe gerne ab und zu durch die Spielzeugläden, ich mag die Farben und die Vielfalt, aber ettliches davon ist wirklich Wegwerfware!
Meine Kinder laufen nicht nur auf der Versorgungsschiene, dafür sind sie mir viel zu wertvoll und wichtig!
Stimmt, die Erwachsenen verplanen die Freizeit ihrer Kinder. Hier ein Verein, dort ein Verein, da noch was und dort auch. Für viele scheint es einfach bequemer zu sein, die Kinder untergebracht zu wissen. Diese Verplanung wird leider auch von vielen Schulen unterstützt unterstützt, stets mit dem Hinweis, es fördere das Sozialverhalten unserer Kinder. Ich persönlich halte davon sehr wenig, meine Kinder mit Terminen vollzuschaufeln.
Mir persönlich wäre ein Spielplatz neben unserem Haus egal. Kinder brauchen Platz, vor allem in der heutigen Zeit und warum sollte ich sie nicht neben meinem Haus haben wollen? Dafür gibt es keinen Grund.
Kinder sind einzigartig. Kinder sind Leben. Wir waren alle mal Kinder, nur vergessen das leider sehr viele. Wenn wir Erwachsenen uns mal die Zeit nehmen würden, zu versuchen, einiges mit Kinderaugen zu sehen wäre unsere Welt sehr viel fröhlicher. Man sollte nicht nur hören, dass Kinder reden, sondern man sollte zuhören, was sie reden.
Wer Kinder als störend empfindet, der lebt nicht, der existiert nur und diese Menschen tun mir leid.

Gruß

Suse

Hallo Suse,

findest Du auch, dass Deutschland kinderfeindlich ist? Mich würde auch interessieren, wie Du das Kind-sein in Deinem Umfeld oder zB. in Deiner Stadt empfindest.

Aber jede Veränderung
und wenn sie noch so winzig ist, beginnt bei jedem selber. Man
kann nicht von anderen Veränderung erwarten, wenn man selber
nichts dafür tut.
Jeder erwartet, dass sich dieses oder jenes ändert, aber bei
sich selber was ändern, das sehen die wenigsten ein, da jeder
seine Art zu Leben für die einzig wahre hält.

Es scheinen sich doch relativ viele unter uns einig zu sein, dass eine Veränderung notwendig ist - sprich Deutschland kinderfreundlicher zu gestalten. Doch wie sollen wir anfangen?
Jeder liebt seine Kinder, tut viel für sie, und zeigt seine Liebe zu Kindern im allgmeneinen z.B. durch Geburtstagsfeste und nachmittägliche Kinderbesuche für die Seinen.
Was ich gegen Kinderfeindlichkeit in meinem Umfeld tun kann, tue ich. Wer dazu noch Vorschläge hat, findet bei mir ein offenes Ohr. Aber darum ist es mir bei der Diskussion nicht gegangen.

Wie ein Kind als Erwachsener ist, das können wir nicht wissen,
aber ihn prägen, das können wir schon.
Gesetze in Familien? Weist du, was die Klagen der Lehrer
anbelangt, so ist das ein sehr zweischneidiges Schwert. Wenn
du an einer Schule ein und die selbe Klasse von drei Lehrern
beurteilen lässt, dann ist darunter einer, der sagt, die
Kinder seien total verdorben und er käme mit denen nicht
zurecht. Der Zweite hingegen hat mit derselben Klasse
keinerlei Probleme und hält sie für ganz normale Jugendliche.
Der Dritte widerrum macht sich überhaupt keinen Kopf, wenn die
Klasse nicht so spurt wie er will, dann zieht er eben stur
seinen Stoff durch, sollen die doch sehen, wo sie bleiben.

Mich beunruhigen ein paar Statistiken: Überalterung der Lehrer, hohe Krankenstände bei der Lehrerschaft, Frühpensionierung durch chronische Krankheiten, das Interesser Lehrer zu werden nimmt ab, demotivierte Lehrer mit den dazu gehörigen Entgleisungen…
Kennst Du die auch? Wie beurteilst Du diese Informationen? Liegt es am Bildungssystem oder an der Gesellschaft (Kinder-Lehrer-Verhältnis) ?

Hm, ich gehe gerne ab und zu durch die Spielzeugläden, ich mag
die Farben und die Vielfalt, aber ettliches davon ist wirklich
Wegwerfware!

Ich bin zugegebener Maßen hoffnungslos altmodisch. Als Kinder haben wir viel selbergebastelt mangels Geld. In unserer Straße waren wir die ersten Kinder die selbstgebaute Skateboards hatten (angeregt durch die Peanuts-Filme - Charlie Brown usw.). Mit solcher nostalgischer Einstellung komme ich nicht weit, das weiß ich. Aber ich könnte heute noch ein Skateboard bauen, was ich demnächst auch machen werde. :wink:))

Mir persönlich wäre ein Spielplatz neben unserem Haus egal.
Kinder brauchen Platz, vor allem in der heutigen Zeit und
warum sollte ich sie nicht neben meinem Haus haben wollen?
Dafür gibt es keinen Grund.
Kinder sind einzigartig. Kinder sind Leben. Wir waren alle mal
Kinder, nur vergessen das leider sehr viele. Wenn wir
Erwachsenen uns mal die Zeit nehmen würden, zu versuchen,
einiges mit Kinderaugen zu sehen wäre unsere Welt sehr viel
fröhlicher. Man sollte nicht nur hören, dass Kinder reden,
sondern man sollte zuhören, was sie reden.
Wer Kinder als störend empfindet, der lebt nicht, der
existiert nur und diese Menschen tun mir leid.

Ich gebe Dir recht, das tut gut zu lesen.
Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass nur wir Eltern dieser Meinung sind. Und wir machen nur einen Teil einer Gesamtheit aus. Wie sieht es mit den Senioren aus, in deren täglichen Einerlei keine Kinder vorkommen? Die schwerschuftenden Männer in ihren guten Jobs, die ihre 14 Stunden von Zuhause weg sind? Die Mittdreißiger, die so lange in ihrem Beruf aufgegangen sind, bis es fürs Kinderkriegen zu spät wurde, usw… Tatsache ist, dass es immer weniger Kinder geben wird, trotz all unserer Liebe zu Kindern?
Das macht mich nachdenklich.

viele Grüße
Claudia

alles ist relativ - das macht es schwierig
Hallo Vanessa,

da Du doch auch Kinder hast, würde es mich interessieren, wie Du
Kindheit in Deutschland siehst. Sicher warst Du schon mal im Urlaub im Ausland und kannst vergleichen. Welche Maßstäbe für Kinderfreundlichkeit setzt Du an?

Das ist traurig…und ein Zeichen für das schlechte Gewissen
der Eltern, die hinter ihrem Erfolg herrennen und ihre Kinder
aus den Augen verlieren.

Ja, das finde ich auch. Aber vielleicht sind es nur wenige Elternpaare, die diese Kinderfeindlichkeits-Suppe in der Gesamtheit nicht wirklich verderben, oder?

Puh…es ist hart, aber wahr…woher sollen denn die Kids die
emotionale Intelligenz nehmen, wenn sie nicht wenigstens ein
kleines bißchen vorgelebt wird ?

Auf manches Angebot der Stadt und Schule möchte ich nicht verzichten. Hauptsache meine Kinder kommen noch zum Spielen. Aber dies scheint keine allgemeingültige Wertevorstellung zu sein. Wie siehst Du dies?

Ich erlebe oft gerade die Kinder, die unter weniger guten
finanziellen Bedingungen aufwachsen als die, die ich sehr viel
„verträglicher“ finde, mit denen ich besser umgehen, mich
besser unterhalten kann.

Wahrscheinlich muß man dabei aufpassen, dass sich bei einem keine Vorurteile einschleichen.
Es mag sein, dass sowohl bei wohlhabenden als auch bei den finanziell schlecht gestellten Familien bestimmte ähnliche Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen zu finden sind. Aber das ist wie immer eine Frage wie die Leute sind, es gibt nette Reiche und nette Arme.
Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass Oberflächlichkeit und dieses nach außen hin mehr scheinen wollen im Umgang mit Kindern (immer chic gekleidet, hat immer das Neueste, was der Markt zu bieten hat…) - aber sonst menschlich vernachlässigt mich beunruhigt.

Es ist auffällig, wie viel Gewalt unter noch relativ kleinen
Kindern besteht…oft sind das die Kinder reicher Eltern oder
aber die Kinder, in deren Familien es weder Geld noch
Emotionen gibt.

Ja, die Gewalt unter den Kindern ist ein Thema für sich. Ich habe auch hin und wieder Kinder von ausländischen Eltern als gewalttätig erlebt. So wie ich meine türkischen Kollegen erlebe, glaube ich, dass es in türkischen Familien sehr gefühlsbetont zugeht.
Hauen ist ein Anzeichen von nicht-mehr-weiter-wissen. Wenn es bei einem Kind zur Regel wird, sich mit Schlägereien durchzusetzen (denke an den Mehmed aus München), hat dies seine Ursachen.
Ein Kinderpsychologe erzählte mir mal von seiner Arbeit. Er fand es besonders traurig, dass er immer mehr Kinder zu betreuen hat, die keine Skrupel mehr kennen. Sie hauen, und können nicht aufhören.
Sind manche Kinder wahre Zeitbomben, die als Erwachsene in die Luft gehen?

viele Grüße
Claudia

Hallo Karin,
schätze mal, es gibt noch was zu erklären:

Tolle Gemeinde, in der Du lebst. Hier in München sind die
Alleinerziehenden froh, wenn sie ihre Kinder im Hort
unterbringen.

Gar nicht toll. Der einzige private gute Hort ist so voll, dass mit der Warteliste eine eigene Gruppe geschaffen werden könnte.
In einer der Stadt geführten Horte war der Sohn meiner Freundin, Alleinerziehend. Sie hat im Gegensatz zu mir einen Platz bekommen. Aber nach einem halben Jahr nahm sie ihren Sohn wieder heraus, weil die Erzieherinnen die sexuellen Übergriffe größerer Jungen gegen ihren Sohn nicht in den Griff bekamen. Ein kleines Mädchen aus der Gruppe läuft immer wieder weg, weil die besagten Jungens ihr gedroht haben, sie in die Büsche zu schleifen, und dann aber…
Das ist nicht so toll!

Mir tun manche Kinder leid, die vor lauter
Nachmittagsaktivitäten (Musik, Sport, Tanz…) und den dazu
gehörigen Auftritten keine Zeit für gegenseitige Besuche bei
Klassenkameraden haben.

Das sind aber nicht die Hort-Kinder. Die treffen nämlich nicht
nur Klassen- sondern Schulkameraden im weiteren Sinne im Hort
jeden Nachmittag. Und - ein gut geführter Hort ist bestimmt
nicht die schlechteste Nachmittags-Alternative.

Hast Du denn meine Aussagen so verstanden, dass die Kinder um jeden Preis von ihren Eltern daheim betreut werden müssen, weil zuviel Sport oder zuviel Hort ihnen nicht gut tut?
Dann hast Du mich mißverstanden.

Was ich befürchte ist, dass unsere
Kinder zu egozentrischen Schlauköpfen mutieren, auf dem
sozialen-emotionalen Gebiet so intelligent, wie ein Reptil.

Das schauen sie leicht auch mal eher egozentrisch reagierenden
Eltern ab. Sozialverantwortung hat meine Tochter z.B. nicht
zuletzt im Hort gelernt.

Sozialverantwortung untereinander lernen Kinder immer dann, wenn sie möglichst viel und oft mit Kindern zusammen kommen, egal wo oder wie.
Nur hast Du mir alles ein wenig zur sehr vermischt, zugunsten Deines Plädoyes für den Hort. :wink:
Wenn ich bei Kindern von Morgens (Schule) über nachmittags (Musik oder Sport) bis zum Abend (Fernsehen oder Computerspiele) die ganze Woche über vorbestimme, wie sie ihre Zeit verbringen sollen, dann dreht sich alles um ihre Begabungen und ihre Neigungen. Wann aber bleibt Zeit, sich mit anderen Kindern zusammen zu finden, mit der klassischen Frage untereinander: „was spielen wir denn?“. Und dann geht es los. Wer bestimmt, wer übernimmt welche Rolle… Das finde ich wichtig.
Im Hort wird frei gespielt, das weiß ich. Aber was würdest Du mit einem Kind tun, dass alle Anzeichen von sich-verloren-fühlen zeigt? Was auch immer man dagegen tut, es kann nicht verkehrt sein. Ignorieren ist verkehrt. Und das habe ich beobachtet, und bezeichne das als kinderfeindlich.

Dann setz’ Dich mal in einen Zug - samstags - und reagiere auf
eine Familie mit drei Buben im Alter ca. zwischen 9 und 5
Jahren, aber bitte kinderfreundlich. Es ist zwar nicht leicht,
aber macht Spaß. Ich habe das selber zwar gerade letzten
Samstag im Zug nach Lindau ausprobiert, aber es gab auch
deutlcih weniger freundliche Reaktionen, sogar von meinem
Mitfahrer.

Da gebe ich recht. Aber diese Erkenntnis allein bringt uns nicht zur Kinderfreundlichkeit.

Nichtsdestoweniger gibt es an der Tatsache, dass soviele
Kinder von Sozialhilfe leben müssen nichts Gutes zu finden.
Aber das ist ein anderes Problem.

Nein, das ist genau das Problem, daß - wie schon unte gesagt
wurde - Familie hierzulande mit Ehe gleichgesetzt wird. Und es
ist definitiv keine kinderfreundliche Steuerpolitik, wenn sich
ein(e) nicht berufstätige® Ehefra/-mann besser rentiert als
Kinder.

Und haben wir demokratisch denkende, selbstbewußt handelnde und gut informierte Wähler schon was dagegen getan?
Übrigens, steigt mir in letzter Zeit meine Krankenversicherung andauernd auf die Füße, weil ich meine 2 Jobs mit all den leckeren Sozialabgaben wieder aufgegeben habe. Mir haben sie mit 2 L.Steuerkarten soviel abgezogen, dass ich trotz doppelter Arbeitszeit genauso viel verdient habe wie mit einem Job. Dass ich bei dieser Arbeitszeit manchmal körperlich dermaßen ausgepustet war, hat keinen von diesen Gesundheitsfuzzis bisher interessiert.
Familien- bzw. Frauenfreundlichkeit steht auf manchem Papier, ist aber nicht nachhaltig umgesetzt worden. Aber da haben wir Frauen und Mütter mit Schuld, weil wir bisher keine Lobby für uns geschaffen haben. Wir müssen uns halt alle erst einmal einig werden, nicht wahr?

viele Grüße
Claudia

Hallo Karin,
also das kann ich so nicht stehen lassen.

Wenn Dir die Formulierung besser gefällt: Warum muß es zu
einer höheren Steuerersparnis führen, wenn in einer Ehe einer
der Partner nicht arbeitet, als wenn ein Paar Kinder hat?

>>> Ist das so? Die Steuerersparnis bei einem kinderlosen Paar mit nur einem Arbeitnehmer ist höher als die eines Paares mit Kind, wo ebenfalls nur einer arbeitet? Das wäre mir neu (lasse mich aber gern eines Besseren belehren…)!

Warum muüssen Kinder den Lebenstandard denn umbedingt drücken?
Damit nur ja nicht zuviele davon in die Welt gesetzt werden?

>>> Kinder sind nun mal ein teures Vergnügen, dass weiss doch jeder. Es zwingt doch keiner irgendjemanden, Kinder zu haben!
Aber warum wollen immer alle ein Nullsummenspiel haben? Warum soll Vater Staat soviel zuschiessen, dass Kinder bloooooss nicht eine müde Mark belasten? Klar ist, dass Kinderlose dadurch indirekt für Kinder anderer Leute mitbezahlen. Ist gesellschaftlich gesehen auch in sicherlich in Ordnung. Wenn die Steuererleichterungen für Kinderreiche zunehmen, werden diese Mindereinnahmen natürlich den Kinderlosen irgendwo mit aufgebürdet. Aber irgendwo gibt es auch da eine Grenze. Ein Nullsummenspiel zu fordern, halte ich für ziemlich abwegig, der Staat kann nicht immer alles richten.

gruß, Karin

MfG
Werner

Hallo Claudia,

da Du doch auch Kinder hast, würde es mich interessieren, wie
Du
Kindheit in Deutschland siehst. Sicher warst Du schon mal im
Urlaub im Ausland und kannst vergleichen. Welche Maßstäbe für
Kinderfreundlichkeit setzt Du an?

Ich versuche eigentlich, gar keine Maßstäbe anzusetzen. Das fällt oft schwer, aber wenn ich einen Maßstab ansetzen würde, wäre er sehr hoch…also recht utopisch.

Generell muß ich sagen, empfinde ich die südlichen Länder weitaus Kinderfreundlicher als Deutschland.

Nun müßten wir zu erst definieren, was wir unter Kinderfreundlich bzw. -feindlich verstehen…und das würde sicher stark ausarten und Diskussionen hervorrufen, die ich nicht unbedingt tragen will.

Regelrecht abartig finde ich, wenn Kinder nicht spielen dürfen, weil es die Nachbarn oder sonstwen stört…wir waren alle mal Kind, und wenn ein Kind nicht auch mal lebhaft ist, hat es schon Schaden genommen. Rumtoben gehört dazu…wie auch Spielplätze im Wohngebiet. Ich habe mich immer draufgesetzt wenn irgendein Nachbar sich beschwerte…ich war nicht unfreundlich, habe aber sehr bestimmt mitgeteilt, dass meine Kinder selbstverständlich auch im Garten spielen, dass es eben auch mal lauter zugeht. Sicher nicht in der Mittagszeit von 13-15 h und auch nicht nach 20 h, da habe ich schon dafür gesorgt, dass sie sich doch ruhigeren Spielarten widmen. Ich nehme Rücksicht auf meine Mitmenschen, und so habe ich auch meine Kids erzogen…aber irgendwo hört auch diese Rücksichtsnahme auf bzw. erwarte ich sie auch von anderen…Rücksichtsnahme auf die Entwicklung der Kinder.

Der Vater meiner Kinder ist Türke…diese Mentalität ist lebhaft…ich habe immer versucht, einen Mittelweg zu finden.
In der Türkei sind Kinder etwas sehr Wertvolles…allerdings finde ich es nicht schön, dass die kleinen Kids auch noch spät abends überall mit hingeschleppt werden. Da es aber in südlichen Ländern fast völlig normal ist, sind diese Kids nicht allein, denn die meisten Eltern nehmen ihre Kinder ja mit…also haben sie immer jemandem zum Spielen…in Deutschland undenkbar. Nimm ein Kind im Sommer mit in eine Kneipe…wie wirst du angeguckt ?
Es wird das Einzige Kind sein dort.

Das ist traurig…und ein Zeichen für das schlechte Gewissen
der Eltern, die hinter ihrem Erfolg herrennen und ihre Kinder
aus den Augen verlieren.

Ja, das finde ich auch. Aber vielleicht sind es nur wenige
Elternpaare, die diese Kinderfeindlichkeits-Suppe in der
Gesamtheit nicht wirklich verderben, oder?

Puh…ich bewege mich ungern aufs Glatteis :wink:
Ich kenne viele Eltern, die so leben…die ihre Kinder aus den Augen verlieren bzw. sie hinten anstehen lassen, hinterm ihrem ganzen Ruhm, dem gesellschaftlichen Erfolg und so weiter.

Auf manches Angebot der Stadt und Schule möchte ich nicht
verzichten.

Nein, natürlich nicht.
Es gibt auch hier Extreme. Wichtig ist doch nur, sein Kind im Auge zu behalten…wenn das Kind dann gerne von einem „Termin“ zum nächsten möchte und es ihm dabei gutgeht…bitte.
Es gibt aber eben auch Kinder, denen das überhaupt nicht bekommt. Und da ist es dann an den Eltern, dies zu spüren und rechtzeitig die Bremse zu ziehen.
Ich denke, es ist weder gut, ein Kind ständig und immer zu betreuen und es nicht wirklich auf die Welt vorzubereiten…noch kann es gut sein, ein Kind ständig in der Weltgeschichte herumreisen zu lassen.

Hauptsache meine Kinder kommen noch zum Spielen.

Genau…und wir werden als Mütter schon sehen, wie viel unseren Kindern bekommt, wenn wir es denn sehen wollen…

Aber dies scheint keine allgemeingültige Wertvorstellung zu
sein. Wie siehst Du dies?

Nein, leider nicht.
Die Wertvorstellungen vieler Eltern sind verschoben…solange Eltern auf ihre Kinder eingehen und uneingeschränkt für sie da sind, können sie auch ihrem Erfolg hinterherjachten…nur klappt das so in den wenigsten Fällen.
Weißt du, selbst eine alleinerziehende Mutter, die jeden Tag 8 Stunden arbeiten muß und natürlich auch ihre ureigenen Bedürfnisse hat, kann ihrem Kind gerecht werden, wenn sie das Gefühl vermittelt, dass das Kind ihr das allerwichtigste ist, dass sie es uneingeschränkt liebt, indem sie die wenige Zeit, die sie mit dem Kind verbringen kann, sinnvoll nutzt, auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes eingeht, ohne sich selber aufzugeben. Das ist schwer, ich weiß, wovon ich spreche, aber es geht…wenn man es wirklich möchte und den Sinn versteht.

Ich erlebe oft gerade die Kinder, die unter weniger guten
finanziellen Bedingungen aufwachsen als die, die ich sehr viel
„verträglicher“ finde, mit denen ich besser umgehen, mich
besser unterhalten kann.

Wahrscheinlich muß man dabei aufpassen, dass sich bei einem
keine Vorurteile einschleichen.

Da hast du Recht…

Es mag sein, dass sowohl bei wohlhabenden als auch bei den
finanziell schlecht gestellten Familien bestimmte ähnliche
Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen zu finden sind.
Aber das ist wie immer eine Frage wie die Leute sind, es gibt
nette Reiche und nette Arme.

Ich meine hier aber Eltern, die Geld haben und auf Kosten der Kinder noch mehr Geld, noch mehr Ruhm und Erfolg suchen.
Denen es dadurch schlicht an emotionaler Intelligenz mangelt.
Vielleicht kann man sie „Neureich“ nennen ?

Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass
Oberflächlichkeit und dieses nach außen hin mehr scheinen
wollen im Umgang mit Kindern (immer chic gekleidet, hat immer
das Neueste, was der Markt zu bieten hat…) - aber sonst
menschlich vernachlässigt mich beunruhigt.

Genau das meine ich auch…da kann mir einer erzählen was er will, natürlich ist es oft schwer für die Kids, wenn sie in der Schule gehänselt werden wegen „fehlender“ Markenklamotten…aber wenn ein Kind von den Eltern die nötige Liebe und Aufmerksamkeit bekommt, wird es ein bißchen besser damit umgehen können.
Auch das sind meine Erfahrungen…ich habe viel im Second-Hand-Laden gekauft…die Sachen war gut in Schuß, da diese Eltern, die ihren Kids solche teuren Sachen kaufen, ja auch recht viel kaufen, so daß die einzelnen Stücke weniger getragen sind.
So konnten meine Söhne gut damit leben, einige Markenklamotten zu haben und auch eben normale Kleidung…nur bei den Schuhen war ich immer sehr eigen, die habe ich nie getragen gekauft…aber das ist so eine Macke von mir, mal ganz abgesehen davon, dass ein getragener Schuh aus orthopädischer Sicht nicht gut ist, mag ich billigste Schuhe auch nicht leiden.
Und dann kann man schon auch seinen Kindern vormachen, wie man mit Kleidung umgeht, um ein wenig länger etwas davon zu haben…mit Ausnahmen natürlich, denn Kids sollten spielen dürfen, da geht schonmal was kaputt.

Es ist auffällig, wie viel Gewalt unter noch relativ kleinen
Kindern besteht…oft sind das die Kinder reicher Eltern oder
aber die Kinder, in deren Familien es weder Geld noch
Emotionen gibt.

Ja, die Gewalt unter den Kindern ist ein Thema für sich. Ich
habe auch hin und wieder Kinder von ausländischen Eltern als
gewalttätig erlebt. So wie ich meine türkischen Kollegen
erlebe, glaube ich, dass es in türkischen Familien sehr
gefühlsbetont zugeht.

Das kann ich so nur bestätigen…und Gewalt ist u.a. leider ein Ausdruck der Gefühle.
Meine Kinder wurden weder von mir noch von ihrem Vater oder den Großeltern jemals geschlagen…die Gewalt untereinander ist aber nicht weg zu reden.

Auch hier kommt es sehr auf das Umfeld an. Meine Söhne gingen auf eine Schule, die zwar pädagogisch gut geführt wurde, in der aber auch viel Gewalt herrschte.
Also haben wir die Kids auf einer anderen Schule angemeldet, denn ich bin nicht der Typ, der sagt

" Wenn dich einer haut, mußt du noch viel doller zurückschlagen…!"

Sicher müßen sie lernen, sich zu verteidigen…und sicher gibt es Kinder, die nur diese Sprache verstehen…aber erstmal möchte ich, dass meine Kids lernen, sich anders zu wehren.

Hauen ist ein Anzeichen von nicht-mehr-weiter-wissen. Wenn es
bei einem Kind zur Regel wird, sich mit Schlägereien
durchzusetzen (denke an den Mehmed aus München), hat dies
seine Ursachen.

Und seine Folgen…diese Kinder werden zu Außenseitern in unserer Gesellschaft.

Ein Kinderpsychologe erzählte mir mal von seiner Arbeit. Er
fand es besonders traurig, dass er immer mehr Kinder zu
betreuen hat, die keine Skrupel mehr kennen. Sie hauen, und
können nicht aufhören.

Deniz, mein älterer Sohn, fiel durch seine ungeheure Agressivität im Kindergarten auf…er selber hat keine Gewalt zu spüren bekommen, weder zuhause noch im Kindergarten.
Es war ein Zeichen seiner Ohnmacht wegen meiner Trennung von ihrem Vater.
Er hat auch nicht mehr aufgehört, wenn er ein Kind beim Wickel hatte…das war ganz schlimm…wir haben ihn dann für einige zuhause behalten und waren mit ihm beim Psychologen.
Er wurde aber erst ruhiger, als wir dann endlich getrennt waren und er wußte, was los ist. Diese Unsicherheit hat ihn wohl völlig fertig gemacht.

Sind manche Kinder wahre Zeitbomben, die als Erwachsene in die
Luft gehen?

Ja Claudia, so schlimm das auch klingt, aber ich denke, es ist so…nur, was macht man dagegen ?

Liebe Grüße,
Vanessa

Materialismus…
Hi Werner!

Ich muss mich einfach noch mal zu Wort melden!

>>> Kinder sind nun mal ein teures Vergnügen, dass
weiss doch jeder. Es zwingt doch keiner irgendjemanden, Kinder
zu haben!
Aber warum wollen immer alle ein Nullsummenspiel haben? Warum
soll Vater Staat soviel zuschiessen, dass Kinder bloooooss
nicht eine müde Mark belasten? Klar ist, dass Kinderlose
dadurch indirekt für Kinder anderer Leute mitbezahlen. Ist
gesellschaftlich gesehen auch in sicherlich in Ordnung. Wenn
die Steuererleichterungen für Kinderreiche zunehmen, werden
diese Mindereinnahmen natürlich den Kinderlosen irgendwo mit
aufgebürdet. Aber irgendwo gibt es auch da eine Grenze. Ein
Nullsummenspiel zu fordern, halte ich für ziemlich abwegig,
der Staat kann nicht immer alles richten.

Es geht (zumindest MIR) nicht um ein Nullsummenspiel. Dass Kids Geld kosten, ist wohl jedem klar (sollte es zumindest vor der Familienplanung sein!). Aber warum langt Vater Staat den Eltern dann noch zusätzlich in die Taschen? Wenn ich mir die Kindergartenbeiträge oder Eigenanteile zu Schulbüchern ansehe, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ein Beispiel:
Eine Freundin ist alleinerziehende Mutter. Sie hat einen sehr guten Job und muss deshalb den Höchstsatz (460 DM/Monat) im Kindergarten zahlen. Reicht es nicht, dass sie aufgund ihrer Steuerklasse 2 (Steuerklasse 3 wäre bei einem arbeitslosen Ehemann möglich - das war wohl weiter oben gemeint), zig tausend DM an Steuern zahlt?!

Klar werden Kosten für Kinder von kinderlosen Steuerzahlern mitgetragen - aber spätestens bei der Rente kommt es zu einer Umkehrsituation.

Ich habe irgendwo die Vision, dass alle Kinder zumindest die gleichen Startchancen haben sollten. Ich hätte liebend gerne studiert - was aber nicht ging, da ich Geld verdienen musste. Und es ist noch nicht allzu lange her! Ich will mich nicht großartig beschweren, da ich auch ohne Studium meine Möglichkeiten ziemlich gut ausgeschöpft habe, aber wenn ich sehe, welche Möglichkeiten Akademiker, die um einiges jünger sind als ich, haben, werde ich schon etwas neidisch!

Gruß
Guido

Hallo Werner,

also das kann ich so nicht stehen lassen.

gleichfalls

Wenn Dir die Formulierung besser gefällt: Warum muß es zu
einer höheren Steuerersparnis führen, wenn in einer Ehe einer
der Partner nicht arbeitet, als wenn ein Paar Kinder hat?

>>> Ist das so? Die Steuerersparnis bei einem
kinderlosen Paar mit nur einem Arbeitnehmer ist höher als die
eines Paares mit Kind, wo ebenfalls nur einer arbeitet? Das
wäre mir neu (lasse mich aber gern eines Besseren
belehren…)!

Die Steuerersparnis bei nicht berufstätigem Ehegatten ist gleich hoch, egal ob Kinder zu betreuen sind oder nicht. In einer Ehe, in der - aus welchen Gründen immer - beide arbeiten, führen Kinder zu keiner gleichwertigen Steuerersparnis, und das ist in meinen Augen ein Ärgernis.

Warum muüssen Kinder den Lebenstandard denn umbedingt drücken?
Damit nur ja nicht zuviele davon in die Welt gesetzt werden?

>>> Kinder sind nun mal ein teures Vergnügen, dass
weiss doch jeder. Es zwingt doch keiner irgendjemanden, Kinder
zu haben!

Nur, wenn der Gesellschaft die Arbeitkräfte ausgehen, ist das Gejammere groß.

Aber warum wollen immer alle ein Nullsummenspiel haben? Warum
soll Vater Staat soviel zuschiessen, dass Kinder bloooooss
nicht eine müde Mark belasten? Klar ist, dass Kinderlose
dadurch indirekt für Kinder anderer Leute mitbezahlen. Ist
gesellschaftlich gesehen auch in sicherlich in Ordnung. Wenn
die Steuererleichterungen für Kinderreiche zunehmen, werden
diese Mindereinnahmen natürlich den Kinderlosen irgendwo mit
aufgebürdet. Aber irgendwo gibt es auch da eine Grenze. Ein
Nullsummenspiel zu fordern, halte ich für ziemlich abwegig,
der Staat kann nicht immer alles richten.

Vermutlich gehörst Du zu den armen geschröpften Kinderlosen.

gruß, Karin

Noch ein paar Anmerkungen:

Die Steuerersparnis bei nicht berufstätigem Ehegatten ist
gleich hoch, egal ob Kinder zu betreuen sind oder nicht. In
einer Ehe, in der - aus welchen Gründen immer - beide
arbeiten, führen Kinder zu keiner gleichwertigen
Steuerersparnis, und das ist in meinen Augen ein Ärgernis.

>>> Wenn das Ehepaar mit nur einem Verdiener Kinder bekommt gibt´s auch keine weitergehende Steuerersparnis als wenn sie keine Kinder hätte. Was willst Du nun eigentlich damit sagen?
Das Problem ist doch ein anderes:
Es nur eine Frage der gemeinsamen Steuerveranlagung, und da gibt es nun mal einen gemeinsamen Grundfreibetrag, der bei einem Verdiener voll auf diesen angerechnet werden kann und bei 2 Verdienern sich auf diese aufteilt. Hat doch nichts mit Kinder haben oder nicht haben zu tun…

Nur, wenn der Gesellschaft die Arbeitkräfte ausgehen, ist das
Gejammere groß.

>>> Wenn Du garantieren könntest, dass alle Kinder später auch arbeiten und Geld verdienen, hättest Du recht… Klingt etwas gemein von mir, aber der Ansatz zu dieser Sichtweise kam schliesslich von Dir.

Vermutlich gehörst Du zu den armen geschröpften Kinderlosen.

>>> Stimmt, ich habe (noch) keine Kinder. Aber ich habe im Gegensatz zu Dir nie behauptet, dass ich geschröpft werde! Ich habe im Gegenteil gesagt, dass ich das sehr wohl für gesellschaftlich in Ordnung halte.
ABER: Man kann nicht für alle Risiken den Staat in die Haftung nehmen. Er kann nicht alle Risiken (finanzieller oder anderer Art) Deines Lebens voll für Dich übernehmen! Wo das hinführte, hat man in der ehemaligen DDR gesehen: Kinderhorte, -betreuung wurde garantiert (glaub ich), also von daher super kinderfreundlich. Und wenn der Bürger sich um nichts mehr kümmern braucht, dann wird er träge. Ist menschlich, aber fatal. Die Fürsorge und Risikoabfederung für den Bürger wurde durch den Staat in allen Lebensbereichen derart so weit perfektioniert, dass er eben pleite ging (natürlich nicht nur darum).

Sorry, ich bin jetzt etwas abgedriftet ins Allgemeine. Aber die Denkensweise, dass immer die Gesellschaft das eigene (finanzielle) Risiko zu 100% ausgleichen muss, ist meiner Ansicht nach völlig unangebracht (ein gewisser finanzieller Ausgleich für Familien mit Kindern ist - vor allem bei bedürftigen Familien - natürlich menschlich und gesellschaftlich notwendig und hat daher auch meine volle Unterstützung).

MfG
Werner

>>> Wenn das Ehepaar mit nur einem Verdiener Kinder
bekommt gibt´s auch keine weitergehende Steuerersparnis als
wenn sie keine Kinder hätte. Was willst Du nun eigentlich
damit sagen?

Wenn z.B. eine Ehefrau zum alleinigen Repräsentieren usw. nicht beruftätig ist, ist ihre Nicht-Berufstätigkeit genausoviel wert.

Das Problem ist doch ein anderes:
Es nur eine Frage der gemeinsamen Steuerveranlagung, und da
gibt es nun mal einen gemeinsamen Grundfreibetrag, der bei
einem Verdiener voll auf diesen angerechnet werden kann und
bei 2 Verdienern sich auf diese aufteilt. Hat doch nichts mit
Kinder haben oder nicht haben zu tun…

Und warum muß das so wein?

Nur, wenn der Gesellschaft die Arbeitkräfte ausgehen, ist das
Gejammere groß.

>>> Wenn Du garantieren könntest, dass alle Kinder
später auch arbeiten und Geld verdienen, hättest Du recht…
Klingt etwas gemein von mir, aber der Ansatz zu dieser
Sichtweise kam schliesslich von Dir.

Kinder, die nicht in die Welt gesetzt wurden, arbeiten bestimmt nicht.

ABER: Man kann nicht für alle Risiken den Staat in die Haftung
nehmen. Er kann nicht alle Risiken (finanzieller oder anderer
Art) Deines Lebens voll für Dich übernehmen!

Warum uß der Staat dann das „Eherisiko“ so bevorzugt fördern?

Kinderhorte, -betreuung
wurde garantiert (glaub ich), also von daher super
kinderfreundlich. Und wenn der Bürger sich um nichts mehr
kümmern braucht, dann wird er träge.

Also, daß ausgerechnet die Kinderhorte mit der Trägheit zu tun haben, halte ich für sehr gewagt. Natürlich folgt aus Überbevormundung Unselbständigkeit, das lernt man (hoofentlich) während der Kindereziehung spätestens von alleine.

Sorry, ich bin jetzt etwas abgedriftet ins Allgemeine. Aber
die Denkensweise, dass immer die Gesellschaft das eigene
(finanzielle) Risiko zu 100% ausgleichen muss, ist meiner
Ansicht nach völlig unangebracht (ein gewisser finanzieller
Ausgleich für Familien mit Kindern ist - vor allem bei
bedürftigen Familien - natürlich menschlich und
gesellschaftlich notwendig und hat daher auch meine volle
Unterstützung).

Aber genau dieser ist nach wie vor nicht gegeben.

Gruß, Karin

Wenn z.B. eine Ehefrau zum alleinigen Repräsentieren usw.
nicht beruftätig ist, ist ihre Nicht-Berufstätigkeit
genausoviel wert.

>>> Steuerlich gesehen ja. Aber Du kannst nicht immer alles nur steuerlich sehen. Es gibt ja z.B. auch noch Kindergeld (ok, über die Höhe kann man sicherlich streiten, find ich auch sehr knapp).

Das Problem ist doch ein anderes:
Es nur eine Frage der gemeinsamen Steuerveranlagung, und da
gibt es nun mal einen gemeinsamen Grundfreibetrag, der bei
einem Verdiener voll auf diesen angerechnet werden kann und
bei 2 Verdienern sich auf diese aufteilt. Hat doch nichts mit
Kinder haben oder nicht haben zu tun…

Und warum muß das so wein?

>>> Weil die Förderung von Kindern eben nicht nur in der steuerlichen Ebene erfolgt, siehe oben. Ich sage nicht, dass es so sein MUSS, aber ich habe versucht, Dir zu verdeutlichen, woher die in Deinen Augen „Ungerechtigkeit“ kommt. Man kann sich ja drüber streiten, ob bei Kindern zusätzliche Steuererleichterungen sinnvoll sind, aber… siehe unten in meinem Fazit.
Im Übrigen gleicht der Staat das „Eherisiko“ auch nicht komplett aus, sondern nur teilweise. Die Steuerersparnis ist auch nur ein Zuschuss und keinesfalls kostendeckend für den nicht arbeitenden Ehepartner, wenn man schon so rechnen will!

Kinder, die nicht in die Welt gesetzt wurden, arbeiten
bestimmt nicht.

>>> Kinder, die nicht in die Welt gesetzt werden, kosten auch nichts. Du siehst, diese Argumentation hebt sich gegenseitig auf, wenn man sie auf dieser Ebene führt.

Warum uß der Staat dann das „Eherisiko“ so bevorzugt fördern?

>>> Er fördert auch das „Kinderrisiko“, nur eben nicht steuerlich, sondern mit anderen Zahlungen, siehe oben.

Also, daß ausgerechnet die Kinderhorte mit der Trägheit zu tun
haben, halte ich für sehr gewagt. Natürlich folgt aus
Überbevormundung Unselbständigkeit, das lernt man
(hoofentlich) während der Kindereziehung spätestens von
alleine.

>>> Das mit den Kinderhorten war nur ein Beispiel. Ansonsten stimme ich Dir zu. Ein Staat kann eben nur bis zu einem gewissen Punkt ein Wohlfahrtsstaat sein.

Sorry, ich bin jetzt etwas abgedriftet ins Allgemeine. Aber
die Denkensweise, dass immer die Gesellschaft das eigene
(finanzielle) Risiko zu 100% ausgleichen muss, ist meiner
Ansicht nach völlig unangebracht (ein gewisser finanzieller
Ausgleich für Familien mit Kindern ist - vor allem bei
bedürftigen Familien - natürlich menschlich und
gesellschaftlich notwendig und hat daher auch meine volle
Unterstützung).

Aber genau dieser ist nach wie vor nicht gegeben.

>>> Darüber lässt sich streiten. Es geht nur um die Höhe der Förderung dabei, und die sieht nun mal jeder anders.

Mein Fazit:
Ich denke, wir werden nicht auf einen Nenner bei dieser Diskussion kommen. Es läuft doch immer nur aufs eine heraus:
Wie hoch ist die finanzielle Förderung von Kindern und der Einrichtungen für Kinder. Das ist der Punkt!
Und da kann man streiten, wie hoch eine staatliche Kinderförderung erfolgen soll bzw. wie weit der Staat sich dort einmischen soll. Dass die Kinderreichen die Bezahlung aller Kinderkosten haben möchten und sich Kinderlose dagegen wehren, diese Kosten zu 100% mitzutragen, ist doch klar. Ich denke, der richtige Weg liegt irgendwo in der Mitte.

MfG
Werner

Mein Fazit:
Ich denke, wir werden nicht auf einen Nenner bei dieser
Diskussion kommen.

Das sehe ich auch so.

Es läuft doch immer nur aufs eine heraus:
Wie hoch ist die finanzielle Förderung von Kindern und der
Einrichtungen für Kinder. Das ist der Punkt!
Und da kann man streiten, wie hoch eine staatliche
Kinderförderung erfolgen soll bzw. wie weit der Staat sich
dort einmischen soll.

Bzw. wie sehr die nächste Generation wirklich eine rein Privatsache ist. Das ist in meinen Augen der wesentliche Unterschied zwischen unseren Standpunkten.

Dass die Kinderreichen die Bezahlung
aller Kinderkosten haben möchten und sich Kinderlose dagegen
wehren, diese Kosten zu 100% mitzutragen, ist doch klar.

Von 100% ist alles, was es an Erleichterungen für Kinder und ihre Eltern gibt, weit entfernt.

Ich denke, der richtige Weg liegt irgendwo in der Mitte.

Wenn wir nur schon in dieser Mitte wären hierzulande.

Gruß, Karin

Bzw. wie sehr die nächste Generation wirklich eine rein
Privatsache ist. Das ist in meinen Augen der wesentliche
Unterschied zwischen unseren Standpunkten.

>>> Ja, aber das ist meiner Meinung mach eine grundlegende Lebenseinstellung. Denn eins ist klar: Wenn der Staat in einem sehr hohem Maße Kinder fördert und bezahlt, dann ist das IMMER mit Reglementierungen, Regelungen, Bürokratie etc. verbunden. Das zeigt nun mal die Praxis. Und da werden die Eltern, die das jetzt fordern, dann wieder die ersten sein, die dagegen protestieren. Abgesehen davon dass staatliche Lösungen sowieso immer die teuersten für die gesamte Gesellschaft sind, aber das ist ein anderes Thema…
Ein gewisses Maß an Liberalismus ohne zu übermässiges staatliches Engagement halte ich für den idealen Weg, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Wie gesagt - es ist eine eben eine Grundeinstellung, wie gefördert und reglementiert man leben will.

Von 100% ist alles, was es an Erleichterungen für Kinder und
ihre Eltern gibt, weit entfernt.

>>> Ganz Deiner Meinung. 100% Förderung und damit 100% staatliche Abhängigkeit ist auch nicht unbedingt erstrebenswert.

Ich denke, der richtige Weg liegt irgendwo in der Mitte.

Wenn wir nur schon in dieser Mitte wären hierzulande.

>>> OK, darüber kann man reden. Vielleicht sind an einigen Stellen noch zusätzliche Förderungen und Hilfen notwendig. Denn: Wo Not ist, muss auch geholfen werden, das steht völlig ausser Diskussion.

MfG
Werner

kinderfreudigkeit von eltern sollte schon staatlich unterstützt werden. ich lehne nur diese direkte aufwiegung gegen geld (kindergeld) ab. es sollte ausschließlich über das steuersystem und rentensysten geschehen, weil dann das Finanzielle nicht so vordergründig erscheint. bei einer nicht berufstätigen ehefrau redet ja auch niemand von „frauengeld“.

p.s. ich kenne eine frau mit 900 dm rente (rest sozialamt). sie hat sechs kinder mit gehobenen berufen und diese zahlen monatlich ca. 5000 - 6000 dm renenversicherung.

gruß wolfff

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kinderfreudigkeit von eltern sollte schon staatlich
unterstützt werden. ich lehne nur diese direkte aufwiegung
gegen geld (kindergeld) ab. es sollte ausschließlich über das
steuersystem und rentensysten geschehen, weil dann das
Finanzielle nicht so vordergründig erscheint. bei einer nicht
berufstätigen ehefrau redet ja auch niemand von „frauengeld“.

>>> Kinderfreundlichkeit wird sehr wohl unterstützt vom Staat (wieso reden hier alle eigentlich immer so, als wenn es vom Staat keine müde Mark geben würde?), über das Ausmass dieser Gelder kann man sicher streiten, sicherlich muss an einigen Stellen nachgebessert werden. Aber ob man das nun „Kindergeld“ oder „Steuererleichterung“ oder „Rentenzuschuss“ nennt, ist doch wohl Hose wie Jacke. Wichtig ist doch dabei nur, dass die Gelder fliessen. Und ob das eine nun vordergründiger ist als das andere ist sowas von egal, meinetwegen könnte es auch „Frauengeld“ geben, na und???

p.s. ich kenne eine frau mit 900 dm rente (rest sozialamt).
sie hat sechs kinder mit gehobenen berufen und diese zahlen
monatlich ca. 5000 - 6000 dm renenversicherung.

>>> Was willst Du damit jetzt sagen? Ohne nähere Informationen sagt das jedenfalls NICHTS aus. Warum hat sie nur 900DM Rente? Weil sie nur ein paar Jahre gearbeitet hat? Weil sie vielleicht zwischendurch mal die Rente sich hat auszahlen lassen? Weil sie Kinder bekommen MUSSTE (war ja früher oft so üblich)? Weil sie keine Ausbildung hatte und deshalb keine Arbeit? Es gibt viele Gründe… Und: Wenn sie so toll verdienende Kinder hat, dann frage ich mich, wieso sie von denen nicht ein wenig mit unterstützt wird…??? OK, jetzt aber mal allgemein dazu was von mir: Jeder weiss, dass die spätere Rente ausschliesslich vom Einkommen abhängt. Jeder hat die freie Entscheidung, ob er/sie lieber keine oder 1 oder 2 Kinder bekommt und viele Jahre arbeitet (um später mal eine ordentliche Rente zu bekommen); oder ob er/sie lieber einen Sack voll Kinder bekommt und nur kurze Zeit arbeitet und damit natürlich riskiert, dass es später nur eine Minimalrente gibt. DAS SIND BEKANNTE TATSACHEN!!! Wenn man nun plötzlich mit vielen Kindern aufgrund mangelnder beruflicher Tätigkeit nur sehr wenig Rente bekommt, mag das vielleicht nicht ganz gerecht sein, aber wieso wird dann gejammert „o gott dieses kinderfeindliche Land“? Sie wusste es vorher, dass es im Alter knapp werden könnte, wenn sie nur wenig beruflich tätig ist in ihrem Leben! Ich denke, wir alle können eigenverantwortlich denken und handeln. Und wir haben auch alle die Freiheit, auf ein paar Kinder mehr zu verzichten und lieber wieder zu beruflich arbeiten, damit man im Alter nicht so dasteht wie die Frau in Deinem Beispiel! Klar, schön ist das nicht wenn man sich aufopfert und viele Kinder in die Welt setzt und dann im Alter so wenig Geld zur Verfügung hat. Aber wo war denn bei dem vielen Kinderkriegen die Eigenverantwortlichkeit sich selber und den Kindern gegenüber? Man kann nicht nur Kinderkriegen auf Teufel komm raus und sich hinterher wundern, dass man ja auch Geld dafür braucht und evtl. einem dadurch auch Geld im Alter fehlt…

Ich finde, so einfach kann man es sich wirklich nicht machen.

MfG
Werner