LKW-Fahrer nicht lange genug arbeitslos für neuen Job
Hanja Schulz (46) ist LKW-Fahrer und lebt in Bergisch-Gladbach. Seit Januar ist er ohne Arbeit und folgerichtig auch sofort beim Arbeitsamt vorstellig geworden. Auch zu einem privaten Arbeitsvermittler ist er sofort gegangen.
Der Arbeitsvermittler sucht für ein anderes Unternehmen genau so einen Mitarbeiter wie Hanja Schulz. Er benötigt nur einen Vermittlungsschein, dann kann er sich sofort bewerben. Ohne den Vermittlungsschein bekommt der Vermittler kein Geld.
Einen Vermittlungsschein darf das Amt aber erst nach dreimonatiger Arbeitslosigkeit ausstellen. Folglich muss der LKW-Fahrer erst noch weiterstempeln, obwohl er sofort bei der neuen Stelle hätte beginnen können.
Quelle: www.express.de
bin ich hier im Irrenghaus?
Wir haben wohl zu viel Geld, oder?
naja, das ganze kann man ja auch anders interpretieren. Der Vermittlungsschein soll die Vermittler (die es ja auch schon vor dem Schein gab) motivieren, Arbeitslose, die bereits länger arbeitslos sind, zu vermitteln. Wenn der Vermittler also einen „frischen“ Arbeitslosen vermittelt, dann hat er eben keinen „längerfristigen“ Arbeislosen vermittelt, hat ergo auch nicht die Vermittlerprovision vom Arbeisamt verdient. Ausserdem wäre er ein schlechter Arbeitsvermittler, wenn er nur auf das Geld des Arbeitsamtes spekuliert und kein Geld vom suchenden Unternehmen kassiert. Vielleicht soll mit der eher kurzen Sperrfrist von 3 Monaten ja auch nur Betrug verhindert werden, wer weiss. So nach dem Motto, ich kündige, weil ich einen neuen Job habe, melde mich beim Arbeitsamt, trete direkt meine neue Arbeitsstelle an, die mir ein netter Vermittler besorgt hat
Übrigens ist Geld nicht das einzig schlagende Argument, denn dann würde das Arbeitsamt nur Arbeitslose vermitteln, die eine hohe Arbeitslosenhilfe bzw. -geld haben, da könnte man dann mehr sparen.
Das sind jetzt alles nur wilde Vermutungen von mir, aber die von Dir genannte Pressemeldung ist aus meiner Sicht eher einseitig und „Bild“-Niveau. Was war gleich die Quelle?
Gruß
ALex
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ursprünglich war der Vermittlungsschein ja nur für Arbeitslose gedacht, die eben länger ohne Job sind. Hat man wohl bei der Umorientierung der Arbeitsämter vergessen *g*
Noch ein Beispiel: Ist man plötzlich krank (und kann nicht zum Arzt gehen)), ruft man den Notarzt. Da bezahlt man seine 10 Euro und wird behandelt. Schleppt man sich zur Notaufnahme, bezahlt man seine 10 Euro und wird behandelt. Auch ein Bezahlen nach der Behandlung ist möglich, klar, ist ja ein Notfall. Doch ist man ein Pfiffikus und ruft 112 an, so kostet das nix. Diese Nummer ist zwar nur für lebensbedrohliche Zustände gedacht, aber wen kümmerts, wenn man sparen will? Armes Deutschland.
Noch ein Beispiel: Ist man plötzlich krank (und kann nicht zum
Arzt gehen)), ruft man den Notarzt.
Du meinst den Bereitschaftsdienst der KV, auch ärztlicher Notdienst genannt. Den Notarzt bringt die 112, er ist Bestandteil des Rettungsdienstes.
Euro und wird behandelt. Schleppt man sich zur Notaufnahme,
bezahlt man seine 10 Euro und wird behandelt. Auch ein
Bezahlen nach der Behandlung ist möglich, klar, ist ja ein
Notfall. Doch ist man ein Pfiffikus und ruft 112 an, so kostet
das nix.
Interessante These, dass man spart. Ich frage mich nur: WO?
Der Einsatz des Rettungsdienstes ist gebührenpflichtig, die Kosten trägt die Kasse. Bis auf einen Eigenanteil, der zumindest am 31.12. noch 13 € betrug (könnte jetzt auch höher sein). Kommt es zu einer Einweisung (und dies stellt die Regel dar, der Notarzt gibt dir kein ABC-Pflaster) sind wieder 10 € fällig. Ich frage mich da wo die Einsparung ist.
Diese Nummer ist zwar nur für lebensbedrohliche
Zustände gedacht, aber wen kümmerts, wenn man sparen will?
Denjenigen mit Herzinfarkt, für den kein Notarzt mehr frei ist, weil der sich grade mit einem Sparfuchs beschäftigt?
Ach ja, nur ganz nebenbei: Notrufmissbrauch kann teuer werden. Und ich hoffe, dass dies bei offensichtlichem Missbrauch auch entsprechend geahndet wird. Fakt ist definitiv, dass der Notarzt sich nicht wirklich mit der Behandlung eines quersitzenden Pups beschäftigen wird…
Armes Deutschland.
Armes Deutschland, wo vorwitzige Radiosender derlei inhaltlich falsche und mit fatalen Folgen bewehrte Infos verbreiten…
„Die Behauptung, „ein Teil der Sozialhilfeempfänger würde beim Arzt behandelt wie Privat-Patienten“ ist falsch. Der Medizinmann kann bei einem Privat-Patienten den 1,8 bis 3,5fachen Krankenkassensatz abrechnen. Dass der Privat-Patient beim Arzt aus diesem Grunde besonders gerne gesehen wird und eine bevorzugte Behandlung erfährt, ist daher nicht verwunderlich.
Vom Sozialhilfeempfänger erhält er lediglich den einfachen Krankenkassensatz“
Gruß
ALex
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"Die Behauptung, „ein Teil der Sozialhilfeempfänger würde beim
Arzt behandelt wie Privat-Patienten“ ist falsch. Der
Medizinmann kann bei einem Privat-Patienten den 1,8 bis
3,5fachen Krankenkassensatz abrechnen. Dass der Privat-Patient
beim Arzt aus diesem Grunde besonders gerne gesehen wird und
eine bevorzugte Behandlung erfährt, ist daher nicht
verwunderlich.
Allerdings waren sie bisher als Patienten insofern immer noch gern gesehen, da sie (wie Privatpatienten und BG-Patienten) nicht über den Kassentopf liefen. Bei Kassenpatienten ist es ja für einen Arzt nicht attraktiv mehr als X Patienten zu behandeln.
Vom Sozialhilfeempfänger erhält er lediglich den einfachen
Krankenkassensatz"
Jetzt sowieso: eine der wenigen sinnvollen Neuerungen ist die Eingliederung der SH-Empfänger in die GKV. Das Soz-Amt zahlt nicht mehr selber und direkt, sondern versichert jetzt über die GKV.
also mal von der Quelle abgesehen und von einem Freund der auf dem Sozialamt arbeitet…glaub ich das dir einfach mal so.
Allerdings sind sie trotzdem gerne gesehen - insbesondere in der zweiten Jahreshelfte wenn die Ärzte ansonsten Ihr Budget schon verbraten haben.
Nur dieses Thema und auch das ursprüngliche Posting nerven mich etwas, da dann gefährliche Halbwahrheiten losgelassen werden, um irgendwelche Stimmungsmache zu betreiben. Wenn die Sozialhilfe so toll ist, kann sie ja jeder in Anspruch nehmen.
Nein, was mich wirklich stört, sind halt Berichte, die eben nur einseitig berichten, um irgend etwas „beweisen“ zu wollen. Das könnte jetzt bei mir in eine allgemeine Medienkritik ausarten (ja, ich hab mal wieder Monitor gesehen, heute abend) aber das lass ich lieber. Nur als Quelle den Express zu nennen, lässt ne Menge Rückschlüsse auf die Qualität des Artikels zu. Wobei ich meine Quelle auch nicht rückversichtert habe, allerdings habe ich nur den erstbesten Link genommen, ich hatte in Erinnerung, auch in anderen Bereichen bereits darüber gelesen zu haben.
Gruß
ALex (der gerade ziemliche seltsames Zeug zusammen geschrieben hat, also nicht übermäßig ernst nehmen.)
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„Wir“ nicht. Nur ein sehr geringer Teil, der sich reichlich an unserer Opfergaben bedient, und weil sie bereits so vollgestopft und jeglichen Bezug zur Realität verloren haben, gehen sie dementsprachend fahrlässig mit unserem Geld um. Wer beispielsweise so viel verdient, um sich in zwei Jahren ein nettes Häuschen zu bauen, wofür ein „Normalsterblicher“ dreissig bis vierzig Jahre ackern muss, oder an einem Abend in einem Luxusreaturant so viel ausgibt, wie ein Sozialhilfempfänger im ganzen Monat frei zur Verfügung hat, der besitzt doch keinen Blick für die alltäglichen Sorgen und Nöten der Menschen. Vom Denken und Nachdenken will ich erst gar nicht reden.
Nein, schlecht geht es „uns“ nicht. Ich kann nur sagen, dass es uns nicht schlecht gehen kann, wenn wir 1. letztjährig wieder Exportweltmeister geworden sind, 2. Manager sich in den letzten Jahren die Saläre um 100 bis 400 Prozent erhöhten, 3. vergangenes Jahr 300 Mrd. Euro aus Deutschland „flüchteten“.
„Uns“ geht es dann tatsächlich nicht schlecht - sofern wir zu jenem kleinen erlauchten Kreis zählen, der uns ständig das Klagelied singt, wie schlecht es uns doch ginge, damit wir auch bloss keine Forderungen stellen…!