Deutschland: Raum ohne Volk?

Ich halte diesen Satz für falsch.
1.Die Bundesrepublick ist ein Land mit sehr vielen Arbeitslosen. Sollen die noch vermehrt werden?
2.Die Bundesrepublik braucht Spezialistem… doch was kommt? Hilfsarbeiter.
3. Die Bundesrepublik ist auf dem Wege in die Vollautomatisierung. Warum dann das kommende Heer der Arbeitslosen noch vergrößern?

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz, rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen) vollkommen in der Bildungspolitk versagt. Statt die Ausbildung der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer weniger Pflichtgefühl. Die paar Lehrer, die noch mit Sendungsbewustsein in die Schule gehen, die kann man an einer Hand abzählen. Das ist nicht verwunderlich: ist doch die Selbstbedienungsmentalität unserer Politker ein „leuchtendes“ Beispiel.
Was wir brauchen, sind nicht neue Heerscharen von arbeitslosen Hilfsarbeitern. Davon haben wir genug. Wir brauchen für die Übergangszeit Spezialisten. So lange, bis der Bedarf wieder aus eigenen Resourcen gedeckt werden kann. Dann werden wir auch immer weniger Hilfkräfte brauchen.
Grüße
Raimund

Demographischer Wandel
Hallo Raimund,

wirklich problemtaisch ist der dramatische demographische Wandel in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren, der nicht nur ein Thema der Rentenpolitik ist, sondern auch der Erwerbsarbeit.

Eines von vielen Projekten, die sich mit der Thematik auseinandersetzt:

http://www.demotrans.de/de/frames_index.html

Theses dieses Projektes ist bsw.:

****
Bei zunehmendem Fachkräftemangel und alternden Belegschaften müssen Betriebe umdenken und verstärkt in die Qualifikation von teilweise schon lernentwöhnten 40- und 50jährigen investieren. Deren Ressourcen und spezifische Potenziale werden heute oftmals nur unsystematisch genutzt. Das Problem besteht also nicht nur in einer Ausbildungslücke der Gesellschaft, sondern auch in einer Weiterbildungslücke der Betriebe.
****

Insofern hast du auch Recht. Ganz groß ist das Thema adäquate Aus- und Weiterbildung!

Aber auch Themen wie Vermögensbildung, Immobilien, Versicherungen (muss ich dir ja nicht erzählen) uvm. werden da ein Thema sein.

Beste GRüße,

barbara

Hallo Raimund,

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt.

Versagt ginge etwas zu weit. Soooo schlecht ist der Stand der Bildung in Deutschland ja nun auch wieder nicht. Die Zahlen unserer Hochschulabsolventen belegen das eindrucksvoll.

Im Gegenteil also: Unser Volk ist zu einem erheblichen Teil einfach überqualifiziert, sodass Hilfsarbeiter unter uns kaum noch zu finden sind. Und das, wo das Dienstleistungsgewerbe DER aufstrebende Arbeitsmarkt ist.

Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl. Die paar Lehrer, die noch mit
Sendungsbewustsein in die Schule gehen, die kann man an einer
Hand abzählen. Das ist nicht verwunderlich: ist doch die
Selbstbedienungsmentalität unserer Politker ein „leuchtendes“
Beispiel.

Da hast Du durchaus Recht. Nur sind Lehrer nicht die alleinigen Erzieher unserer Kinder. Zumindest sollte es nicht so sein. Das ist eher ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen, und gerade was die Selbstbedienungsmentalität angeht, da sind die Politiker als echte Minderheit eher irrelevant als unser in meinen Augen zu eng geflochtenes soziale Netz.

Was wir brauchen, sind nicht neue Heerscharen von arbeitslosen
Hilfsarbeitern.

Die Hilfsarbeiter ausländischer Herkunft sind kaum von der Arbeitslosigkeit betroffen!

Davon haben wir genug.

Nein, im Gegenteil. Wir haben zu viele gut ausgebildete Facharbeiter, die von Stütze leben.

Wir brauchen für die
Übergangszeit Spezialisten.

Das ist wohl wahr. Aber welche Übergangszeit meinst Du???

So lange, bis der Bedarf wieder
aus eigenen Resourcen gedeckt werden kann.

…und dann werden diese Spezialisten wieder aus Deutschland ausgewiesen?

Jana

hallo Jana,

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt.

Versagt ginge etwas zu weit. Soooo schlecht ist der Stand der
Bildung in Deutschland ja nun auch wieder nicht. Die Zahlen
unserer Hochschulabsolventen belegen das eindrucksvoll.

Du solltest nicht unbedingt nur zu den Unis kucken! Was wir gnz dringend brauchen, sind nicht die Hochschulabsolventen (brauche n wir auch: nur nicht sooo dringend) sondern die Facharbeiter.
Und da fängt die Ausbildung in den Jahren nach der 4. Klasse an. Leider werden die, wie ich schon erwähnte, von vielen Lehrern als „Schrott der das Gymnasium nicht schaffte“ tituliert.

Im Gegenteil also: Unser Volk ist zu einem erheblichen Teil
einfach überqualifiziert, sodass Hilfsarbeiter unter uns kaum
noch zu finden sind. Und das, wo das Dienstleistungsgewerbe
DER aufstrebende Arbeitsmarkt ist.

Meines Wissens sind genügend Hilfkräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden. Es fehlt allerdings an einer „Motivation“, statt Sozialhilfe zu kassieren, lieber zu arbeiten. Soll keine Verallgemeinerung sein. Viele hätten gerne einen Arbeitsplatz. Sind aber zu alt, zu hässlich (ja, auch das ist entscheidend), oder was auch immer. Ich habe durch meinen Beruf viel mit Selbständigren zu tun. Die stöhnen über das „Material“ das von den Arbeitsämtern geschickt wird. Aber das Thema hatten wir schon mal. Wollen wir es nicht wieder aufwärmen.

Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl. Die paar Lehrer, die noch mit
Sendungsbewustsein in die Schule gehen, die kann man an einer
Hand abzählen. Das ist nicht verwunderlich: ist doch die
Selbstbedienungsmentalität unserer Politker ein „leuchtendes“
Beispiel.

Da hast Du durchaus Recht. Nur sind Lehrer nicht die
alleinigen Erzieher unserer Kinder. Zumindest sollte es nicht
so sein. Das ist eher ein allgemeines gesellschaftliches
Phänomen, und gerade was die Selbstbedienungsmentalität
angeht, da sind die Politiker als echte Minderheit eher
irrelevant als unser in meinen Augen zu eng geflochtenes
soziale Netz.

Auch ein Grund. Z.B. bin ich absolut dafür, dass die staatliche Vorsorge drastisch eingeschränkt wird. Damit aber jeder seine Absicherung hat, könnte man doch bestimmt festlegen: xx % des Einkommens müssen in einer Vorsorge angelegt werden. Welche dafür zugelassen werden, kann bestimmt gefunden werden. Z.B. „mündelsicher“. Das sage ich jetzt nicht, weil ich daran verdienen würde. Nein, der Versicherte (gleich welche Vorsorge man wählt) hat eine wesentlich bessere Rente, als wenn er beim Staat anspart. Aber das paast natürlich unseren Politikern nicht: dann können sie die Beiträge ja nicht mehr für artfremde Leistungen verwenden.

Was wir brauchen, sind nicht neue Heerscharen von arbeitslosen
Hilfsarbeitern.

Die Hilfsarbeiter ausländischer Herkunft sind kaum von der
Arbeitslosigkeit betroffen!

Das ist richtig! Das liegt aber nicht daran, dass die besser arbeiten. nein, die sind für weniger Geld zu haben und die meisten sind folgsame AN. Der Deutsche weiß, welche Rechte er hat.

Davon haben wir genug.

Nein, im Gegenteil. Wir haben zu viele gut ausgebildete
Facharbeiter, die von Stütze leben.

Richtig! Die Stütze. Drum s.o. Eine „Motivation“, wie man jemand dazu bringt, wieder Arbeit anzunehmen.

Wir brauchen für die
Übergangszeit Spezialisten.

Das ist wohl wahr. Aber welche Übergangszeit meinst Du???

Bis wir wieder genügend (arbeitwillige) Fachkräfte ausgebildet haben.

So lange, bis der Bedarf wieder
aus eigenen Resourcen gedeckt werden kann.

…und dann werden diese Spezialisten wieder aus Deutschland
ausgewiesen?

Nein, das wäre wohl der falsche Weg. Einmal brauchen wir diese eingearbeiteten Fachkräfte weiter, und zweitens, stell Dir vor, wir werfen doese „Notnägel“ nach Erreichen des Sollzustandes einfach wieder raus! Was meinst Du würde passieren, wenn wir mal wieder Spezialistzen brauchen und international dafür werben?!
alle würden sich daran erinnern, was D. vor xx Jahren gemacht hat.
Dazu kommt noch die Negativpropaganda in deren Heimatländern. Dort wollen wir aber unsere Hightec-Waren verkaufen!

Diese Spezialisten sind auch meist kein soziales Problem.

Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Was wir
gnz dringend brauchen, sind nicht die Hochschulabsolventen
(brauche n wir auch: nur nicht sooo dringend) sondern die
Facharbeiter.

Dann schau Dir mal an, wie Facharbeiter in der Industrie angesehen sind.
Früher kannte fast jeder Unternehmer seine Mitarbeiter an der Maschine.
Glaubst Du, daß heute für ein Vorstandsmitglied (z.B. für die Flaschen von Babcock) ein Facharbeiter mehr ist als ein Stück auswechselbarer Dreck?
Deshalb, und weil sich das herumgesprochen hat, will diesen Job auch niemand mehr machen.(Und nicht wegen angeblicher Technikfeindlichkeit)
Ich bin heute Konstrukteur - denen geht es auch nicht viel besser - und habe Maschinenschlosser gelernt.
Ich würde heute jedem Jugendlichen dringend abraten, einen solch verachteten Beruf zu erlernen.
NB: hast Du schon mal in der Werbung einen Menschen im „Blaumann“ als Webeträger erlebt?
Es gab mal hier in Frankfurt eine Zeit, da war ein sozialdemokratischer!! Oberbürgermeister stolz darauf, dass in seiner Stadt die Anzahl der „Weißkittel und Krawattenträger“ die Anzahl der „Blaumänner“ übersteigt.

Gruß
Peter

ich muss die - leider - Recht geben…
hallo Peter,
deswegen steht und fällt der Mittelstand mit der Qualität seiner Facharbeiter.
Und nicht nur der Mittelstand.
Ich habe mit sagen lassen, dass der alte Siemens trotz der schon damaligen Größe seines Unternehmens jeden einzelnen Arbeiter beim Namen nennen konnte und es schon ein sport war, wer eher guten morgen sagte: der Siemens oder Arbeiter.
Diese Firmenbosse hatten noch ein Verantwortungsgefühl für ihre Arbeiter. Heute sind das Resoucen, Gebrauchsgegenstände, die man bei Nichtgebrauch wegwirft.
Ich weiß aber nicht, wer und was an diesem Wertewandel schuld ist.
Eines ist aber sicher: es ist die absolut falsche Entwicklung.
Grüße
Raomund

der alte Siemens…

Ich habe mit sagen lassen, dass der alte Siemens trotz der
schon damaligen Größe seines Unternehmens jeden einzelnen
Arbeiter beim Namen nennen konnte und es schon ein sport war,
wer eher guten morgen sagte: der Siemens oder Arbeiter.
Diese Firmenbosse hatten noch ein Verantwortungsgefühl für
ihre Arbeiter. Heute sind das Resoucen, Gebrauchsgegenstände,
die man bei Nichtgebrauch wegwirft.

Hallo Raimund,

das ist ja echt interessant. Die Frage ist nur, welchen „alten“ Siemens du meinst. Den Gründer? Oder den letzten aus der Siemens-Familie, Peter von Siemens, der als Vositzender des Aufsichtsrates agierte?
Ob der wirklich alle 350.000 Mitarbeiter namentlich gekannt hat?
Siemens hatte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ca. 20.000 Mitarbeiter…

Sehr beeindruckende Leistung für die Siemens-Bosse. Die würden heutzutage bei jedem Gedächtniswettbewerb gewinnen.

Gruß
Uschi

hallo Uschi,
da ich kein „Siemensianer“ bin, nehme ich mal an, dass damit der erste gemeint war.
Und ob die Mär auf 100% jeden zutraf, weiß ich auch nicht. Man sollte solche Geschichten nicht auf die Goldwaage legen.
Es reicht, wenn er auf seinem täglichem Weg zur Arbeit jeden mit Namen begrüßt hat.
Ich vermute, dass daher der Ruf kam, er kennt jeden.
Aber frage doch mal den Vorstand der Deutschen Bank, ob er den Namen des Pförtners kennt? Ob er überhaupt jemanden kennt, der nicht zum Voratand oder desssen Sakretariat zählt?
Ich bezweifle es.
Die heutigen Topp-Manger stehen in ihrer eigenen Wertschätzung so hoch über den „Bauern“, dass sie dafür keinen Gedanken verschwenden. Nicht nur bei DB.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Grüße
Raimund

Deutschland mit mangelndem Strukturbewusstsein

Ich halte diesen Satz für falsch.
1.Die Bundesrepublick ist ein Land mit sehr vielen
Arbeitslosen.

Es gibt sehr starre Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen, wo viele
aus verschiedenen Gründen durch die üblichen Raster fallen. Bei ernsthaftem Veränderungswillen könnte sehr schnell viel zu größerer Effektivität mobilisiert werden. Dennoch hat auch ein gewisser Problemstau Vorteile gegenüber aktionistischen Schnellschüssen der Rationierung nach gerade modischen Kritierien. Denn oft bringt der technische Fortschritt neue Lösungen mit der Zeit, so dass alte spannungen früher oder später obsolet werden. Man denke nur an die verbreitete und geschürte Endzeit- und Weltuntergangsstimmung noch in den 80er Jahren. So bringt die Kultur vieler Arbeitslosen auch einige positive Impulse.

2.Die Bundesrepublik braucht Spezialistem… doch was kommt?
Hilfsarbeiter.

Dies ist in der Tat so, wenn man denkt, durch Ausländer die Probleme lösen zu können, da irgendwann die guten im eigenen Land gebraucht werden und der Zuzug oft nicht weniger neue soziale Probleme mitbringt als er ausgleichen soll. Dass es zu wenig Spezialisten gibt, liegt neben der Modenhaftigkeit ökonomischer Trends und Boombranchen auch sehr stark am veralteten Bildungssystem und der verantwortungsscheuen Einstellung der Leute, die jovial bequem mit Technik allzu oft nichts zu tun haben wollen. Und gerade auch die bürokratischen Strukturen in den Unternehmen selbst führen oft dazu, dass alle konstruktiven Veränderungen verbockt werden und eine Ausschlachtung bis zum Zerfall vorgezogen wird.

  1. Die Bundesrepublik ist auf dem Wege in die
    Vollautomatisierung. Warum dann das kommende Heer der
    Arbeitslosen noch vergrößern?

Dies ist absoluter Unsinn. Es wird nach wie vor in allen möglichen Bereichen höchst umständlich und kleinkariert rückständig gearbeitet, wo der Filz in allen Institutionen fast jeden Fortschritt nur zuläßt, wenn damit für die Entscheidungsträger auch gute Geschäfte oder Prestigegewinn verbunden sind. Wenn man alle Möglichkeiten der Vollautomatisierung mobilisieren würde, dann entstünde auch erst der Freiraum zur vollen und nicht stark restriktiven Nutzung neuer Effizienzgewinne. Sinn einer Wirtschaft kann es nicht sein, protektionistisch für Fortschrittsunwillige Primitivarbeitsplätze vorzurationieren, in denen sie sich als verantwortungsloser Mob profilieren können. Dies führt nur noch zur stärkeren Verfilzung, die in Branchen wie dem Bildungswesen ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass nichts mit moderner Technik rationalisiert werden kann, sondern immer noch mehr Lehrerstellen für Marionettenrollen bereitgestellt werden sollen statt ein professionelleres Wissensmanagement zu betreiben.

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt. Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl.

Die Regierungen können da auch gar nicht so viel machen, weil sie den Bildungs- und Kultusbereich gar nicht so sehr kontrollieren können. Der hat sich schon zu weit verselbständigt, wobei höchstens noch internationale Konventionen und Standards als Maß anerkannt werden. Auch hier kann die politik nicht aus eigenem Willen heraus radikale Verbesserungen durchsetzen wie eine viel bessere individuelle Wissensversorgung etwa durch nahezu kostenloses elektronisches aktuelles Lehrmaterial mit Sicherstellung seiner zeitgemäßen Leistungsfähigkeit.

Grüße
Gerald

Grüß Dich Raimund,

Du solltest nicht unbedingt nur zu den Unis kucken! Was wir
gnz dringend brauchen, sind nicht die Hochschulabsolventen
(brauche n wir auch: nur nicht sooo dringend) sondern die
Facharbeiter.

Und auch Facharbeiter haben wir genügend - da sind wir in Europa an der Spitze!

Und da fängt die Ausbildung in den Jahren nach der 4. Klasse
an. Leider werden die, wie ich schon erwähnte, von vielen
Lehrern als „Schrott der das Gymnasium nicht schaffte“
tituliert.

Also ich bin Realschulabgänger (wenn auch aus dem Osten *g*), aber so etwas habe ich noch nicht zu Ohren bekommen. Im Gegenteil: Ein junger Mensch, der seine Ausbildung durchgezogen hat, der genießt meines Wissens mehr Ansehen, als ein Langzeitstudent…

Meines Wissens sind genügend Hilfkräfte auf dem Arbeitsmarkt
vorhanden. Es fehlt allerdings an einer „Motivation“, statt
Sozialhilfe zu kassieren, lieber zu arbeiten.

Das ist mal klar. Aber als Hilfsarbeiter bekomme ich nun einmal keine 10 € Stundenlohn. Auch ich finde, das oft (nicht immer) die Sozialhilfe zu hoch angesetzt ist. Aber ich glaube, wir sprachen von Arbeitslosen. Und das ALG ist mitunter weit unter dem Sozialhilfesatz. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das zu einem „Faulenzerleben“ animiert.

Soll keine
Verallgemeinerung sein. Viele hätten gerne einen Arbeitsplatz.
Sind aber zu alt, zu hässlich (ja, auch das ist entscheidend),
oder was auch immer.

Ein Großteil der „alten Arbeitslosen“ fallen doch sowieso unter die statistische Decke wegen Altersteilzeitregelungen und Vorruhestand und derlei Unsinn.

Ich habe durch meinen Beruf viel mit
Selbständigren zu tun. Die stöhnen über das „Material“ das von
den Arbeitsämtern geschickt wird. Aber das Thema hatten wir
schon mal. Wollen wir es nicht wieder aufwärmen.

genau

Da hast Du durchaus Recht. Nur sind Lehrer nicht die
alleinigen Erzieher unserer Kinder. Zumindest sollte es nicht
so sein. Das ist eher ein allgemeines gesellschaftliches
Phänomen, und gerade was die Selbstbedienungsmentalität
angeht, da sind die Politiker als echte Minderheit eher
irrelevant als unser in meinen Augen zu eng geflochtenes
soziale Netz.

Auch ein Grund. Z.B. bin ich absolut dafür, dass die
staatliche Vorsorge drastisch eingeschränkt wird. Damit aber
jeder seine Absicherung hat, könnte man doch bestimmt
festlegen: xx % des Einkommens müssen in einer Vorsorge
angelegt werden.

Werden sie doch schon!?

Welche dafür zugelassen werden, kann bestimmt
gefunden werden. Z.B. „mündelsicher“. Das sage ich jetzt
nicht, weil ich daran verdienen würde. Nein, der Versicherte
(gleich welche Vorsorge man wählt) hat eine wesentlich bessere
Rente, als wenn er beim Staat anspart. Aber das paast
natürlich unseren Politikern nicht: dann können sie die
Beiträge ja nicht mehr für artfremde Leistungen verwenden.

Das klappt schon deshalb nicht, weil es mehr Rentenempfänger gibt als Einzahler. Und diese Zahl steigt stetig an.

Die Hilfsarbeiter ausländischer Herkunft sind kaum von der
Arbeitslosigkeit betroffen!

Das ist richtig! Das liegt aber nicht daran, dass die besser
arbeiten. nein, die sind für weniger Geld zu haben und die
meisten sind folgsame AN. Der Deutsche weiß, welche Rechte er
hat.

Ich meinte nicht die Saisonarbeiter auf dem Bau, sondern die, die dauerhaft in Deutschland leben und somit unter deutsches Lohngefüge fallen, wie zum Beispiel viele türkische Mitbewohner. Und die sind sich in der Tat weniger zu schade für „Drecksarbeit“ als mancher Deutsche. Der Deutsche kennt nicht nur seine „Rechte“, er ist sich für (zu) vieles auch zu schade. Leider.

Nein, im Gegenteil. Wir haben zu viele gut ausgebildete
Facharbeiter, die von Stütze leben.

Richtig! Die Stütze. Drum s.o. Eine „Motivation“, wie man
jemand dazu bringt, wieder Arbeit anzunehmen.

Wenn wir genug Arbeitsplätze hätten, okay. Aber einen Hochschulabsolventen zu zwingen, Toiletten zu reinigen? Das halte ich für grenzwertig. Seine Ausbildung hat den Staat viel Geld gekostet, da sollte er schon auch adäquat eingesetzt werden.

Viele Grüße
Jana

Hallo,

Ich halte diesen Satz für falsch.
1.Die Bundesrepublick ist ein Land mit sehr vielen
Arbeitslosen.

Es gibt sehr starre Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen, wo
viele
aus verschiedenen Gründen durch die üblichen Raster fallen.
Bei ernsthaftem Veränderungswillen könnte sehr schnell viel zu
größerer Effektivität mobilisiert werden.

Hier wären ein paar Beispiele interessant.

Dennoch hat auch ein
gewisser Problemstau Vorteile gegenüber aktionistischen
Schnellschüssen der Rationierung nach gerade modischen
Kritierien. Denn oft bringt der technische Fortschritt neue
Lösungen mit der Zeit, so dass alte spannungen früher oder
später obsolet werden. Man denke nur an die verbreitete und
geschürte Endzeit- und Weltuntergangsstimmung noch in den 80er
Jahren. So bringt die Kultur vieler Arbeitslosen auch einige
positive Impulse.

Ich denke dass die Ängste in den 80ern weniger von Arbeitslosigkeit, als von endenden Ressourcen und atomaren Katastrophen geprägt waren.
Echte Angst vor Arbeitslosigkeit kann ich landläufig eigentlich weniger entdecken, denn das Netz ist eng, es passiert einem ja erstmal nichts.

2.Die Bundesrepublik braucht Spezialistem… doch was kommt?
Hilfsarbeiter.

Dies ist in der Tat so, wenn man denkt, durch Ausländer die
Probleme lösen zu können, da irgendwann die guten im eigenen
Land gebraucht werden und der Zuzug oft nicht weniger neue
soziale Probleme mitbringt als er ausgleichen soll. Dass es zu
wenig Spezialisten gibt, liegt neben der Modenhaftigkeit
ökonomischer Trends und Boombranchen

…was ich so pauschal nicht unterschreiben kann, denn so schnellebig ist die Wirtschaft nicht.
Die Boombranche Mobilfunk beispielsweise sorgt nach wie vor für viele Arbeitsplätze.
Dasselbe gilt für Biotechnik, Finanzberatung u.s.w.

auch sehr stark am
veralteten Bildungssystem und der verantwortungsscheuen
Einstellung der Leute, die jovial bequem mit Technik allzu oft
nichts zu tun haben wollen. Und gerade auch die bürokratischen
Strukturen in den Unternehmen selbst führen oft dazu, dass
alle konstruktiven Veränderungen verbockt werden und eine
Ausschlachtung bis zum Zerfall vorgezogen wird.

Auch hier kommt oft die Angst älterer Entscheidungsträger vor neuen Dingen zu Tage, in welche sie sich nicht mehr einarbiten wollen oder können.

Des weiteren finden wir unter den deutschen Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft einen unverhältnismässig großen Anteil Juristen vor, die allein schon aufgrund ihrer Ausbildung weniger zukunftsorientiert und v.a. deutlich weniger technikorientiert denken und arbeiten als beispielsweise Ingenieure oder Wirtschaftswissenschaftler.
Auch hier finden wir also eine weiter unten ja auch kritisierte „Verfilzung“ vor, die allerdings aufgrund der Macht positionen der „Verfilzten“ eine deutlich größere Tragweite hat als die „Verfilzung“ des „Mobs“.

  1. Die Bundesrepublik ist auf dem Wege in die
    Vollautomatisierung. Warum dann das kommende Heer der
    Arbeitslosen noch vergrößern?

Dies ist absoluter Unsinn. Es wird nach wie vor in allen
möglichen Bereichen höchst umständlich und kleinkariert
rückständig gearbeitet, wo der Filz in allen Institutionen
fast jeden Fortschritt nur zuläßt, wenn damit für die
Entscheidungsträger auch gute Geschäfte oder Prestigegewinn
verbunden sind.

Es ist nicht automatisch rückständig, wer nicht vollautomatisiert arbeitet.

Wenn man alle Möglichkeiten der
Vollautomatisierung mobilisieren würde, dann entstünde auch
erst der Freiraum zur vollen und nicht stark restriktiven
Nutzung neuer Effizienzgewinne.

Dies ist einerseits korrekt, allerdings sehr auf gleichartige, in Masse produzierte Güter beschränkt.

Sinn einer Wirtschaft kann es
nicht sein, protektionistisch für Fortschrittsunwillige
Primitivarbeitsplätze vorzurationieren, in denen sie sich als
verantwortungsloser Mob profilieren können.

Das unterschreibe ich.
Allerdings möchte ich feststellen, dass die These „primitiv = individuell/manuell und professionell = vollautomatisiert“ der Realität in den deutschen Unternehmen und deren Potential nicht gerecht wird.
Deutschland lebt vom Mittelstand, der innovativ und flexibel neue Dinge macht.
Nun liegt es aber in der Natur neuer Entwicklungen, dass man für selbige nicht sofort ein vollautomatisiertes Produktionsverfahren parat hat.

Dies führt nur
noch zur stärkeren Verfilzung, die in Branchen wie dem
Bildungswesen ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass
nichts mit moderner Technik rationalisiert werden kann,
sondern immer noch mehr Lehrerstellen für Marionettenrollen
bereitgestellt werden sollen statt ein professionelleres
Wissensmanagement zu betreiben.

Das würde ich ganz platt mit der „gewaltsamen Orientierung am unteren Durchschnitt“ charakterisieren, welche in Deutschland ja (zumeist unter dem Deckmantel der Sozialdemokartie) ja eine gewisse Tradition hat.
Der Fehler ist, dass man eine Kultur etabliert hat, in der man sich, wenn auch oft unbewusst, dafür entschuldigen muss, besser zu sein opder etwas sehr gut zu können.
Das hemmt natürlich positive Entwicklungen in großen Gemeinschaften, weshalb ja auch kleine Firmen kreativer und flexibler sind als große Unternehmen.

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt. Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl.

Die Regierungen können da auch gar nicht so viel machen, weil
sie den Bildungs- und Kultusbereich gar nicht so sehr
kontrollieren können. Der hat sich schon zu weit
verselbständigt, wobei höchstens noch internationale
Konventionen und Standards als Maß anerkannt werden.

Nach PISA wäre das ja in gewisser Hinsicht schon mal ein Fortschritt…

Auch hier
kann die politik nicht aus eigenem Willen heraus radikale
Verbesserungen durchsetzen wie eine viel bessere individuelle
Wissensversorgung etwa durch nahezu kostenloses elektronisches
aktuelles Lehrmaterial mit Sicherstellung seiner zeitgemäßen
Leistungsfähigkeit.

Warum kann sie das nicht? Das muss hier die Frage sein.
Das Problem sehe ich hier darin, dass man in der heutigen Politik versuchen muss, alle Interessengruppen unter einen Huit zu bringen. Auf der anderen Seite lassen sich echte Verbesserungen nur durchsetzen, wenn auch dem einen oder anderen mal auf die Füße getreten werden darf.
Hier krankt unser System, denn es behindert sich selbst.

Grüße,

Mathias

Es gibt sehr starre Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen, wo
viele
aus verschiedenen Gründen durch die üblichen Raster fallen.
Bei ernsthaftem Veränderungswillen könnte sehr schnell viel zu
größerer Effektivität mobilisiert werden.

Hier wären ein paar Beispiele interessant.

Dies betrifft zum einen die starre Lohnstruktur, wo man vor allem durch bürokratisches Hochdienen und beamtisches Aussitzen in Funktionärsstellen das meiste erhält und gleichzeitig eine Neuentwicklung jüngerer Kompetenzträger so weit wie möglich verhindert wird, so dass alle wichtigen Schlüsselpositionen quasi Insidern bis hin zu parasitären Eliten zurationiert werden. Auf der anderen Seite ist durch Mindestlöhne und sehr bürokratisierte Qualifikationsstandards es kaum möglich, bei strukturellen Unausgewogenheiten wie Fehlqualifikationen solche an neue Verantwortung heranzuführen, die aus irgendwelchen Gründen aus der Bahn geworfen wurden.

Weiter ist das ganze Bildungswesen sehr stark verbürokratisiert oder so kommerzialisiert, dass nur auf sehr umständliche Weise neue Fähigkeiten erworben werden können. Trainingsprogramme nach Maß für die Aufgaben, wie sie in einzelnen Firmen gerade anfallen, gibt es so gut wie nicht. Hierzu wird meiner Meinung allzu schnell, wenn etwas nicht gerade nach dem üblichen Schema läuft, nach der bequemen aber teuren Alternative der Anwerbung von Ausländern geschrien.

Ein weiteres Paradebeispiel für diese Kritik ist, dass an den Universitäten nach wie vor in vielen Fächern etwas deutlich anderes gelehrt wird als tatsächlich in der Praxis dann üblich. Ich spreche hier besonders vom Informationstechnikbereich, wo in langjährigem Drill oft sehr skurrile Fächer und Methoden gepaukt werden müssen, während etwa Programmier- und Systementwicklungsfähigkeiten nach neuesten Standards keine Rolle spielen. Diplome muss man sich nicht selten durch formalistische zeit- und nervenraubende Fleißarbeiten erdienen, die einem den letzten Sinn für nützliche effektive Beschäftigung mit einer Materie nehmen können. Dies schreckt natürlich viele ab statt intensiv die Entwicklung zu fördern.

Auch ist es so, dass Personalrekrutierer trotz allem angeblichem Engpass sehr schnell dazu neigen, Kandidaten abzulehnen, die sich nicht voll in eine bestimmte Kultur einbinden lassen. Hier wären vielleicht flexiblere Rahmenbedingungen wichtig, um potenzielle Ersatzkräfte in bestimmte Aufgaben hineinschnuppern zu lassen. Aber da wird wohl eher gemauert, gerade wenn die restlichen Mitarbeiter einen Mangel an Kollegen eher als Stärkung der Wichtigkeit ihrer Position empfinden.

Es ließen sich noch viele weitere Mängel und Maßnahmen aufzählen.

Man denke nur an die verbreitete und

geschürte Endzeit- und Weltuntergangsstimmung noch in den 80er
Jahren. So bringt die Kultur vieler Arbeitslosen auch einige
positive Impulse.

Ich denke dass die Ängste in den 80ern weniger von
Arbeitslosigkeit, als von endenden Ressourcen und atomaren
Katastrophen geprägt waren.
Echte Angst vor Arbeitslosigkeit kann ich landläufig
eigentlich weniger entdecken, denn das Netz ist eng, es
passiert einem ja erstmal nichts.

Ja, dies betrifft viele technische Probleme, wo kein Ausweg mehr gesehen wurde mit der Gefahr, am Wachstum letztlich nur zu ersticken. Aber dann gelang in fast allen Technologiebereichen ein so starker Durchbruch, dass sich heute traumhafte Entwicklungsmöglichkeiten ergeben und sowohl Umweltprobleme wie auch die sozialer Sinnlosigkeit und Enge durch starke Automatisierung, Informationstechnik und Umwelttechnologien marginalisiert werden konnten. Hier brachte nicht die Beschränkung oder Rationierung den Fortschritt, sondern die Schaffung neuer hochkreativer Möglichkeiten und wertschaffender Entwicklungen.

2.Die Bundesrepublik braucht Spezialistem… doch was kommt?
Hilfsarbeiter.

Dass es zu

wenig Spezialisten gibt, liegt neben der Modenhaftigkeit
ökonomischer Trends und Boombranchen

…was ich so pauschal nicht unterschreiben kann, denn so
schnellebig ist die Wirtschaft nicht.
Die Boombranche Mobilfunk beispielsweise sorgt nach wie vor
für viele Arbeitsplätze.
Dasselbe gilt für Biotechnik, Finanzberatung u.s.w.

Hier herrscht nun auch sehr großer Druck, kürzerzutreten. Nach gewisser Aufblähung wird hier nun auch eher entlassen. Wo zuvor noch massenhaft gesucht wurde, wird nun vieles reduziert und nur noch vereinzelt eingestellt.

Und gerade auch die bürokratischen

Strukturen in den Unternehmen selbst führen oft dazu, dass
alle konstruktiven Veränderungen verbockt werden und eine
Ausschlachtung bis zum Zerfall vorgezogen wird.

Auch hier kommt oft die Angst älterer Entscheidungsträger vor
neuen Dingen zu Tage, in welche sie sich nicht mehr einarbiten
wollen oder können.

Des weiteren finden wir unter den deutschen
Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft einen
unverhältnismässig großen Anteil Juristen vor, die allein
schon aufgrund ihrer Ausbildung weniger zukunftsorientiert und
v.a. deutlich weniger technikorientiert denken und arbeiten
als beispielsweise Ingenieure oder Wirtschaftswissenschaftler.
Auch hier finden wir also eine weiter unten ja auch
kritisierte „Verfilzung“ vor, die allerdings aufgrund der
Macht positionen der „Verfilzten“ eine deutlich größere
Tragweite hat als die „Verfilzung“ des „Mobs“.

Dies kann auch für Techniker gelten, die sich in strammen Fachkarrieren durch Institutionen ihren Status erdient und ersitzt haben. Auch ein Kaufmann kennt in der Regel nur die Struktur und das System, auf welche er gedrillt wurde. In der Politik sind vor allem viele Lehrer, die gerne im Monolog reden, aber nicht viel von sehr fundiert wissensbasierten Diskussionen halten wie auch hochtechnisierte Problemlösungen.

Es ist nicht automatisch rückständig, wer nicht
vollautomatisiert arbeitet.

Dies soll hier nicht behauptet werden. Es ist aber weithin der Fall, dass ohne großen Veränderungsdruck von außen Automatisierung nur äußerst zäh vorangeht außer bei Massenproduktionen.

Wenn man alle Möglichkeiten der
Vollautomatisierung mobilisieren würde, dann entstünde auch
erst der Freiraum zur vollen und nicht stark restriktiven
Nutzung neuer Effizienzgewinne.

Dies ist einerseits korrekt, allerdings sehr auf gleichartige,
in Masse produzierte Güter beschränkt.

Ich würde dies gerne auch in verstärktem Maße auf administrative Aufgaben beziehen einschließlich Software wie bei der Erstellung und Verwaltung von Dokumenten oder Gestaltung von technischen Prozessen. Neue Effizienzgewinne sehe ich besonders auch durch die Nutzung noch automatisierterer Methoden des Informationsmanagements zu realisieren.

Deutschland lebt vom Mittelstand, der innovativ und flexibel
neue Dinge macht.
Nun liegt es aber in der Natur neuer Entwicklungen, dass man
für selbige nicht sofort ein vollautomatisiertes
Produktionsverfahren parat hat.

Auch im Handwerksbereich gibt es noch einiges an Automatisierungspotenzial, bei der Erstellung sehr standardisierter Planungsunterlagen wie auch der mechanischen Ausführung. Gerade die Robotertechnik wie auch die des künstlichen Sehens sind noch höchst entwicklungsfähig. Man kann hier viel machen. Leider hat sich für Alltagsaufgaben noch kein richtiger Markt herausgebildet, der Serienproduktion von entsprechenden Geräten wie Kameras mit intelligenter Software zu kleinen Preisen sinnvoll macht.

Dies führt nur
noch zur stärkeren Verfilzung, die in Branchen wie dem
Bildungswesen ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass
nichts mit moderner Technik rationalisiert werden kann,
sondern immer noch mehr Lehrerstellen für Marionettenrollen
bereitgestellt werden sollen statt ein professionelleres
Wissensmanagement zu betreiben.

Das würde ich ganz platt mit der „gewaltsamen Orientierung am
unteren Durchschnitt“ charakterisieren, welche in Deutschland
ja (zumeist unter dem Deckmantel der Sozialdemokartie) ja eine
gewisse Tradition hat.
Der Fehler ist, dass man eine Kultur etabliert hat, in der man
sich, wenn auch oft unbewusst, dafür entschuldigen muss,
besser zu sein opder etwas sehr gut zu können.
Das hemmt natürlich positive Entwicklungen in großen
Gemeinschaften, weshalb ja auch kleine Firmen kreativer und
flexibler sind als große Unternehmen.

Dies zeigt, wie tief die Probleme verwurzelt sind, aber auch wie durch komplexe durchdachte Lösungen sich ein starkes Verbesserungspotenzial mobilisieren ließe. Leider finden sich auch die Verantwortlichen gerne mit einer solchen Kultur ab, die für alle Seiten und den vorgegebenen Betrachtungshorizont der wichtigsten Kräfte bequem ist.

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt. Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl.

Die Regierungen können da auch gar nicht so viel machen, weil
sie den Bildungs- und Kultusbereich gar nicht so sehr
kontrollieren können. Der hat sich schon zu weit
verselbständigt, wobei höchstens noch internationale
Konventionen und Standards als Maß anerkannt werden.

Nach PISA wäre das ja in gewisser Hinsicht schon mal ein
Fortschritt…

Dies betrifft mich aus Bayern nicht so sehr. Dennoch gibt es auch hier viele bedenkliche Missstände. So frage ich mich, warum ich 13 Jahre in die Schule gehen muss, nur um studieren zu können, oder warum ich deutlich mehr Stunden dafür in der Schule verbringen musste als in anderen Gegenden. Trotz gewisser hoher Basisbildung und Allgemeinbildung musste ich viele sehr alltägliche Dinge erst hier neu erfahren, die in der Schule nur sehr umständlich oder auf höchst unverständliche Weise am Rande behandelt wurden, während viel sehr wenig nützliches zuvor auswendig gelernt wurde. So richtet sich meine Kritik an der Ausbildung ganz klar hauptsächlich gegen die inhaltliche Qualität wie auch die Systematik der Lehrstoffbehandlung.

Auch hier
kann die politik nicht aus eigenem Willen heraus radikale
Verbesserungen durchsetzen wie eine viel bessere individuelle
Wissensversorgung etwa durch nahezu kostenloses elektronisches
aktuelles Lehrmaterial mit Sicherstellung seiner zeitgemäßen
Leistungsfähigkeit.

Warum kann sie das nicht? Das muss hier die Frage sein.
Das Problem sehe ich hier darin, dass man in der heutigen
Politik versuchen muss, alle Interessengruppen unter einen
Hut zu bringen. Auf der anderen Seite lassen sich echte
Verbesserungen nur durchsetzen, wenn auch dem einen oder
anderen mal auf die Füße getreten werden darf.
Hier krankt unser System, denn es behindert sich selbst.

Dies sehe ich auch so. Weiter hoffe ich in diesem Bereich ganz stark auf engagiertere und professionellere private Initiativen.
Erst dann wird auch der Druck auf die Bürokratien genügend wachsen.

Gruß
Gerald

Engagement

Und ob die Mär auf 100% jeden zutraf, weiß ich auch nicht. Man
sollte solche Geschichten nicht auf die Goldwaage legen.

Wenn alle eine solche strukturbewusste Einstellung hätten und sich um alles kümmern würden, dann gäbe es wohl die heutigen Probleme nicht. Leider dominiert im normalen Firmenalltag fast überall eine andere Kultur. Dabei divergiert das Bewusstsein für viele Aufgaben und Verantwortungen sehr stark, so dass viele Verbesserungen an fehlender organisatorischer Konzentration und Harmonisierung von Kreativkräften scheitern. Auch neigen Vorgesetzte dazu, in ihrem Umfeld nur sozial passivere Kräfte zu positionieren, die zwar zuverlässig ihre Aufgaben erledigen, aber vor allem auch durch zu selbstbewusste Kritik oder sonstiges Auftreten der eigenen Position nicht gefährlich werden können.

Die heutigen Topp-Manger stehen in ihrer eigenen Wertschätzung
so hoch über den „Bauern“, dass sie dafür keinen Gedanken
verschwenden. Nicht nur bei DB.
Ausnahmen bestätigen die Regel.

Dies liegt sehr stark an der bürokratisierten Firmenkultur, die eine sehr profilierte Postenträgermentalität mehr belohnt als sehr ganzheitliches individuelles Engagement. Leider haben die Nichtfachexperten in den niederen Positionen heute meist auch kein großes Interesse, sich mit der Firma als ganzes detaillierter zu beschäftigen.

Grüße
Raimund

Gruß
Gerald

Hi!

Es gibt sehr starre Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen, wo
viele
aus verschiedenen Gründen durch die üblichen Raster fallen.
Bei ernsthaftem Veränderungswillen könnte sehr schnell viel zu
größerer Effektivität mobilisiert werden.

Hier wären ein paar Beispiele interessant.

Dies betrifft zum einen die starre Lohnstruktur, wo man vor
allem durch bürokratisches Hochdienen und beamtisches
Aussitzen in Funktionärsstellen das meiste erhält und
gleichzeitig eine Neuentwicklung jüngerer Kompetenzträger so
weit wie möglich verhindert wird, so dass alle wichtigen
Schlüsselpositionen quasi Insidern bis hin zu parasitären
Eliten zurationiert werden. Auf der anderen Seite ist durch
Mindestlöhne und sehr bürokratisierte Qualifikationsstandards
es kaum möglich, bei strukturellen Unausgewogenheiten wie
Fehlqualifikationen solche an neue Verantwortung
heranzuführen, die aus irgendwelchen Gründen aus der Bahn
geworfen wurden.

Mit anderen Worten, es entscheidet nicht immer die Qualifikation über die Vergabe iener Stelle.
Böse Welt…

Weiter ist das ganze Bildungswesen sehr stark
verbürokratisiert oder so kommerzialisiert, dass nur auf sehr
umständliche Weise neue Fähigkeiten erworben werden können.
Trainingsprogramme nach Maß für die Aufgaben, wie sie in
einzelnen Firmen gerade anfallen, gibt es so gut wie nicht.
Hierzu wird meiner Meinung allzu schnell, wenn etwas nicht
gerade nach dem üblichen Schema läuft, nach der bequemen aber
teuren Alternative der Anwerbung von Ausländern geschrien.

Ist mir zu pauschal.
Ich würde noch hinzufügen, dass man in der Wirtschaft allgemein schnell bei der Hand ist mit Forderungen an die staatlichen Bildungseinrichtungen, selbt aber kaum in Weiterbildung der MA investiert.

Ein weiteres Paradebeispiel für diese Kritik ist, dass an den
Universitäten nach wie vor in vielen Fächern etwas deutlich
anderes gelehrt wird als tatsächlich in der Praxis dann
üblich. Ich spreche hier besonders vom
Informationstechnikbereich, wo in langjährigem Drill oft sehr
skurrile Fächer und Methoden gepaukt werden müssen, während
etwa Programmier- und Systementwicklungsfähigkeiten nach
neuesten Standards keine Rolle spielen. Diplome muss man sich
nicht selten durch formalistische zeit- und nervenraubende
Fleißarbeiten erdienen, die einem den letzten Sinn für
nützliche effektive Beschäftigung mit einer Materie nehmen
können. Dies schreckt natürlich viele ab statt intensiv die
Entwicklung zu fördern.

Hier wird ja oft argumentiert, dass die Unis unabhängig von den Zwängen der Wirtschaft bleiben muss.
Das Ergebnis muss natürlich eine Ausbildung vorbei an den Anforderungen zukünftiger AG sein.

Auch ist es so, dass Personalrekrutierer trotz allem
angeblichem Engpass sehr schnell dazu neigen, Kandidaten
abzulehnen, die sich nicht voll in eine bestimmte Kultur
einbinden lassen. Hier wären vielleicht flexiblere
Rahmenbedingungen wichtig, um potenzielle Ersatzkräfte in
bestimmte Aufgaben hineinschnuppern zu lassen. Aber da wird
wohl eher gemauert, gerade wenn die restlichen Mitarbeiter
einen Mangel an Kollegen eher als Stärkung der Wichtigkeit
ihrer Position empfinden.

Um welche „Kultur“ geht es hier?

Es ließen sich noch viele weitere Mängel und Maßnahmen
aufzählen.

Man denke nur an die verbreitete und

geschürte Endzeit- und Weltuntergangsstimmung noch in den 80er
Jahren. So bringt die Kultur vieler Arbeitslosen auch einige
positive Impulse.

Ich denke dass die Ängste in den 80ern weniger von
Arbeitslosigkeit, als von endenden Ressourcen und atomaren
Katastrophen geprägt waren.
Echte Angst vor Arbeitslosigkeit kann ich landläufig
eigentlich weniger entdecken, denn das Netz ist eng, es
passiert einem ja erstmal nichts.

Ja, dies betrifft viele technische Probleme, wo kein Ausweg
mehr gesehen wurde mit der Gefahr, am Wachstum letztlich nur
zu ersticken. Aber dann gelang in fast allen
Technologiebereichen ein so starker Durchbruch, dass sich
heute traumhafte Entwicklungsmöglichkeiten ergeben und sowohl
Umweltprobleme wie auch die sozialer Sinnlosigkeit und Enge
durch starke Automatisierung, Informationstechnik und
Umwelttechnologien marginalisiert werden konnten. Hier brachte
nicht die Beschränkung oder Rationierung den Fortschritt,
sondern die Schaffung neuer hochkreativer Möglichkeiten und
wertschaffender Entwicklungen.

Und…?

2.Die Bundesrepublik braucht Spezialistem… doch was kommt?
Hilfsarbeiter.

Dass es zu

wenig Spezialisten gibt, liegt neben der Modenhaftigkeit
ökonomischer Trends und Boombranchen

…was ich so pauschal nicht unterschreiben kann, denn so
schnellebig ist die Wirtschaft nicht.
Die Boombranche Mobilfunk beispielsweise sorgt nach wie vor
für viele Arbeitsplätze.
Dasselbe gilt für Biotechnik, Finanzberatung u.s.w.

Hier herrscht nun auch sehr großer Druck, kürzerzutreten. Nach
gewisser Aufblähung wird hier nun auch eher entlassen. Wo
zuvor noch massenhaft gesucht wurde, wird nun vieles reduziert
und nur noch vereinzelt eingestellt.

Das liegt einfach auch an der allgemein schlehcten Wirtschaftslage.
Es wird immer neue Richtungen und somit auch neue Anforderungen geben. Das macht doch auch Spass…

Und gerade auch die bürokratischen

Strukturen in den Unternehmen selbst führen oft dazu, dass
alle konstruktiven Veränderungen verbockt werden und eine
Ausschlachtung bis zum Zerfall vorgezogen wird.

Auch hier kommt oft die Angst älterer Entscheidungsträger vor
neuen Dingen zu Tage, in welche sie sich nicht mehr einarbiten
wollen oder können.

Des weiteren finden wir unter den deutschen
Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft einen
unverhältnismässig großen Anteil Juristen vor, die allein
schon aufgrund ihrer Ausbildung weniger zukunftsorientiert und
v.a. deutlich weniger technikorientiert denken und arbeiten
als beispielsweise Ingenieure oder Wirtschaftswissenschaftler.
Auch hier finden wir also eine weiter unten ja auch
kritisierte „Verfilzung“ vor, die allerdings aufgrund der
Machtpositionen der „Verfilzten“ eine deutlich größere
Tragweite hat als die „Verfilzung“ des „Mobs“.

Dies kann auch für Techniker gelten, die sich in strammen
Fachkarrieren durch Institutionen ihren Status erdient und
ersitzt haben. Auch ein Kaufmann kennt in der Regel nur die
Struktur und das System, auf welche er gedrillt wurde. In der
Politik sind vor allem viele Lehrer, die gerne im Monolog
reden, aber nicht viel von sehr fundiert wissensbasierten
Diskussionen halten wie auch hochtechnisierte Problemlösungen.

Stimmt auch.

Es ist nicht automatisch rückständig, wer nicht
vollautomatisiert arbeitet.

Dies soll hier nicht behauptet werden. Es ist aber weithin der
Fall, dass ohne großen Veränderungsdruck von außen
Automatisierung nur äußerst zäh vorangeht außer bei
Massenproduktionen.

Klar. Neue Dinge passieren aber nun mal nicht in Masse…

Wenn man alle Möglichkeiten der
Vollautomatisierung mobilisieren würde, dann entstünde auch
erst der Freiraum zur vollen und nicht stark restriktiven
Nutzung neuer Effizienzgewinne.

Dies ist einerseits korrekt, allerdings sehr auf gleichartige,
in Masse produzierte Güter beschränkt.

Ich würde dies gerne auch in verstärktem Maße auf
administrative Aufgaben beziehen einschließlich Software wie
bei der Erstellung und Verwaltung von Dokumenten oder
Gestaltung von technischen Prozessen. Neue Effizienzgewinne
sehe ich besonders auch durch die Nutzung noch
automatisierterer Methoden des Informationsmanagements zu
realisieren.

Beispiele?

Deutschland lebt vom Mittelstand, der innovativ und flexibel
neue Dinge macht.
Nun liegt es aber in der Natur neuer Entwicklungen, dass man
für selbige nicht sofort ein vollautomatisiertes
Produktionsverfahren parat hat.

Auch im Handwerksbereich gibt es noch einiges an
Automatisierungspotenzial, bei der Erstellung sehr
standardisierter Planungsunterlagen wie auch der mechanischen
Ausführung. Gerade die Robotertechnik wie auch die des
künstlichen Sehens sind noch höchst entwicklungsfähig. Man
kann hier viel machen. Leider hat sich für Alltagsaufgaben
noch kein richtiger Markt herausgebildet, der Serienproduktion
von entsprechenden Geräten wie Kameras mit intelligenter
Software zu kleinen Preisen sinnvoll macht.

Vielleicht benötigt dann eben keiner die Kamera?
Der Markt macht die Nachfrage.

Dies führt nur
noch zur stärkeren Verfilzung, die in Branchen wie dem
Bildungswesen ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass
nichts mit moderner Technik rationalisiert werden kann,
sondern immer noch mehr Lehrerstellen für Marionettenrollen
bereitgestellt werden sollen statt ein professionelleres
Wissensmanagement zu betreiben.

Das würde ich ganz platt mit der „gewaltsamen Orientierung am
unteren Durchschnitt“ charakterisieren, welche in Deutschland
ja (zumeist unter dem Deckmantel der Sozialdemokartie) ja eine
gewisse Tradition hat.
Der Fehler ist, dass man eine Kultur etabliert hat, in der man
sich, wenn auch oft unbewusst, dafür entschuldigen muss,
besser zu sein opder etwas sehr gut zu können.
Das hemmt natürlich positive Entwicklungen in großen
Gemeinschaften, weshalb ja auch kleine Firmen kreativer und
flexibler sind als große Unternehmen.

Dies zeigt, wie tief die Probleme verwurzelt sind, aber auch
wie durch komplexe durchdachte Lösungen sich ein starkes
Verbesserungspotenzial mobilisieren ließe. Leider finden sich
auch die Verantwortlichen gerne mit einer solchen Kultur ab,
die für alle Seiten und den vorgegebenen Betrachtungshorizont
der wichtigsten Kräfte bequem ist.

Richtig.

Nach meiner Meinung haben die Regierungen (gleich ob schwarz,
rot, gelb, grün… oder lilablassblau mit gelben Tupfen)
vollkommen in der Bildungspolitk versagt. Statt die Ausbildung
der zukünftigen Steuerzahler zu forcieren, hat man diese
gebremst: immer weniger Lehrer, immer mehr Rechte und immer
weniger Pflichtgefühl.

Die Regierungen können da auch gar nicht so viel machen, weil
sie den Bildungs- und Kultusbereich gar nicht so sehr
kontrollieren können. Der hat sich schon zu weit
verselbständigt, wobei höchstens noch internationale
Konventionen und Standards als Maß anerkannt werden.

Nach PISA wäre das ja in gewisser Hinsicht schon mal ein
Fortschritt…

Dies betrifft mich aus Bayern nicht so sehr. Dennoch gibt es
auch hier viele bedenkliche Missstände. So frage ich mich,
warum ich 13 Jahre in die Schule gehen muss, nur um studieren
zu können, oder warum ich deutlich mehr Stunden dafür in der
Schule verbringen musste als in anderen Gegenden.

Weil Du nun mehr weisst.
Ich war auch in BY aauf der Schule und bin zufrieden.

Trotz
gewisser hoher Basisbildung und Allgemeinbildung musste ich
viele sehr alltägliche Dinge erst hier neu erfahren, die in
der Schule nur sehr umständlich oder auf höchst
unverständliche Weise am Rande behandelt wurden, während viel
sehr wenig nützliches zuvor auswendig gelernt wurde. So
richtet sich meine Kritik an der Ausbildung ganz klar
hauptsächlich gegen die inhaltliche Qualität wie auch die
Systematik der Lehrstoffbehandlung.

Man kann es nicht jedem recht machen, fürchte ich.
Dennoch gibt es an den Schulen natürlich Verbesserungspotential, s. auch Beamtenrecht für Lehrer, Diskussion in den Bildungsbrettern.

Auch hier
kann die politik nicht aus eigenem Willen heraus radikale
Verbesserungen durchsetzen wie eine viel bessere individuelle
Wissensversorgung etwa durch nahezu kostenloses elektronisches
aktuelles Lehrmaterial mit Sicherstellung seiner zeitgemäßen
Leistungsfähigkeit.

Warum kann sie das nicht? Das muss hier die Frage sein.
Das Problem sehe ich hier darin, dass man in der heutigen
Politik versuchen muss, alle Interessengruppen unter einen
Hut zu bringen. Auf der anderen Seite lassen sich echte
Verbesserungen nur durchsetzen, wenn auch dem einen oder
anderen mal auf die Füße getreten werden darf.
Hier krankt unser System, denn es behindert sich selbst.

Dies sehe ich auch so. Weiter hoffe ich in diesem Bereich ganz
stark auf engagiertere und professionellere private
Initiativen.
Erst dann wird auch der Druck auf die Bürokratien genügend
wachsen.

Richtig.

Grüße,

Mathias

Strukturreformbedarf

Dies betrifft zum einen die starre Lohnstruktur, wo man vor
allem durch bürokratisches Hochdienen und beamtisches
Aussitzen in Funktionärsstellen das meiste erhält und
gleichzeitig eine Neuentwicklung jüngerer Kompetenzträger so
weit wie möglich verhindert wird, so dass alle wichtigen
Schlüsselpositionen quasi Insidern bis hin zu parasitären
Eliten zurationiert werden. Auf der anderen Seite ist durch
Mindestlöhne und sehr bürokratisierte Qualifikationsstandards
es kaum möglich, bei strukturellen Unausgewogenheiten wie
Fehlqualifikationen solche an neue Verantwortung
heranzuführen, die aus irgendwelchen Gründen aus der Bahn
geworfen wurden.

Mit anderen Worten, es entscheidet nicht immer die
Qualifikation über die Vergabe iener Stelle.

Ja, dies ist natürlich so. Auch sind Qualifikationen fast immer nur durch umständlich reglementierte Kurse und Prüfungen zu erwerben. Als Autodidakt tut man sich da höchst schwer, wenn man noch so gut ist. Prüfungsinhalte beziehen sich meist auf spezielle Übungsinhalte.

Ist mir zu pauschal.
Ich würde noch hinzufügen, dass man in der Wirtschaft
allgemein schnell bei der Hand ist mit Forderungen an die
staatlichen Bildungseinrichtungen, selbt aber kaum in
Weiterbildung der MA investiert.

Dies betrifft auch die bürokratische Einstellungspraxis, wo bei starren Erwartungen auch der Kandidat kaum gefragt wird, wie er sich eine optimale Zusammenarbeit vorstellt.

Hier wird ja oft argumentiert, dass die Unis unabhängig von
den Zwängen der Wirtschaft bleiben muss.
Das Ergebnis muss natürlich eine Ausbildung vorbei an den
Anforderungen zukünftiger AG sein.

Die Inhalte sind nicht nur oft veraltet, sondern gute Noten werden gern für Fleißarbeiten für die Entwicklungsaktivitäten der Unis vergeben. So muss man praktisch für eine Qualifikation zuvor Zwangsarbeit für ein anderes Unternehmen zum Nulltarif leisten.

Auch ist es so, dass Personalrekrutierer trotz allem
angeblichem Engpass sehr schnell dazu neigen, Kandidaten
abzulehnen, die sich nicht voll in eine bestimmte Kultur
einbinden lassen. Hier wären vielleicht flexiblere
Rahmenbedingungen wichtig, um potenzielle Ersatzkräfte in
bestimmte Aufgaben hineinschnuppern zu lassen. Aber da wird
wohl eher gemauert, gerade wenn die restlichen Mitarbeiter
einen Mangel an Kollegen eher als Stärkung der Wichtigkeit
ihrer Position empfinden.

Um welche „Kultur“ geht es hier?

Es geht um die Kultur substanzloser Profilierung und sachfremde Statuskämpfe mit Rattenschwänzen der Verantwortungslosigkeit und Konformisierung.

Ja, dies betrifft viele technische Probleme, wo kein Ausweg
mehr gesehen wurde mit der Gefahr, am Wachstum letztlich nur
zu ersticken. Aber dann gelang in fast allen
Technologiebereichen ein so starker Durchbruch, dass sich
heute traumhafte Entwicklungsmöglichkeiten ergeben und sowohl
Umweltprobleme wie auch die sozialer Sinnlosigkeit und Enge
durch starke Automatisierung, Informationstechnik und
Umwelttechnologien marginalisiert werden konnten. Hier brachte
nicht die Beschränkung oder Rationierung den Fortschritt,
sondern die Schaffung neuer hochkreativer Möglichkeiten und
wertschaffender Entwicklungen.

Und…?

Ich wollte damit sagen, dass durch neue Technik sich viele Probleme lösen ließen und nicht durch einseitigen Aktionismus.

Ich würde dies gerne auch in verstärktem Maße auf
administrative Aufgaben beziehen einschließlich Software wie
bei der Erstellung und Verwaltung von Dokumenten oder
Gestaltung von technischen Prozessen. Neue Effizienzgewinne
sehe ich besonders auch durch die Nutzung noch
automatisierterer Methoden des Informationsmanagements zu
realisieren.

Beispiele?

Hier könnte noch viel automatisiert werden, wo etwa nach wie vor fast alles jedesmal neu von Hand gemacht wird. Die Softwarearchitekturen könnten noch massiv komfortabilisiert werden, zum Editieren von Texten wie auch zum Umgang mit anderen Daten, wo sie heute die Automatisierung durch Umständlichkeit noch eher einschränken. Wissen könnte massiv in elektronischen Systemen automatisiert und anwendungsgerecht elastifiziert werden.

Auch im Handwerksbereich gibt es noch einiges an
Automatisierungspotenzial, bei der Erstellung sehr
standardisierter Planungsunterlagen wie auch der mechanischen
Ausführung. Gerade die Robotertechnik wie auch die des
künstlichen Sehens sind noch höchst entwicklungsfähig. Man
kann hier viel machen. Leider hat sich für Alltagsaufgaben
noch kein richtiger Markt herausgebildet, der Serienproduktion
von entsprechenden Geräten wie Kameras mit intelligenter
Software zu kleinen Preisen sinnvoll macht.

Vielleicht benötigt dann eben keiner die Kamera?
Der Markt macht die Nachfrage.

Man sollte hier nicht isoliert den Markt sehen. Es handelt sich um einen allgemeinen Entwicklungsstau. Zum einen wird der Markt weitgehend allein von den Elektronikproduzenten bestimmt, wo eine Technik auf den Markt gedrückt wird, nachdem die andere ausgereizt ist wie etwa zur Zeit bei den Digitalkameras mit immer besserer Leistung zu interessantem Preis. Weiter fehlt den Anwendern noch die Kompetenz, universal einsetzbare gute Software bereitzustellen und hiermit den Weg für breiteren Einsatz wie auch Weiterentwicklungen nach Maß frei zu machen. Die Firmen beschränken sich da lieber auf teure und gewinnträchtige Speziallösungen. Aber hier könnte der Durchbruch noch kommen wie in den neunziger Jahre mit der allgemeinen Verbreitung von PC und Textverarbeitung.

Das würde ich ganz platt mit der „gewaltsamen Orientierung am
unteren Durchschnitt“ charakterisieren, welche in Deutschland
ja (zumeist unter dem Deckmantel der Sozialdemokartie) ja eine
gewisse Tradition hat.

Dies sollte man nicht so isoliert sehen, sondern betrifft alle Ordnungen wie auch Kirche, Sozialismus, Faschismus und sonstige Tendenzen hin zu einer geistig eher passiven Masse mit sehr kohäsivem und konformistischem Gruppenfatalismus statt hochentwickelter individueller Verantwortung. Auch herrschte hier immer der Drang dazu, Technik und Fortschritt mehr zu rationieren und reglementieren statt voll zu entwickeln und sich daran intensiv zu beteiligen.

Dies zeigt, wie tief die Probleme verwurzelt sind, aber auch
wie durch komplexe durchdachte Lösungen sich ein starkes
Verbesserungspotenzial mobilisieren ließe. Leider finden sich
auch die Verantwortlichen gerne mit einer solchen Kultur ab,
die für alle Seiten und den vorgegebenen Betrachtungshorizont
der wichtigsten Kräfte bequem ist.

Richtig.

Nach PISA wäre das ja in gewisser Hinsicht schon mal ein
Fortschritt…

Dies betrifft mich aus Bayern nicht so sehr. Dennoch gibt es
auch hier viele bedenkliche Missstände. So frage ich mich,
warum ich 13 Jahre in die Schule gehen muss, nur um studieren
zu können, oder warum ich deutlich mehr Stunden dafür in der
Schule verbringen musste als in anderen Gegenden.

Weil Du nun mehr weisst.
Ich war auch in BY aauf der Schule und bin zufrieden.

Ich wünschte mir dennoch mehr zeitliche wie auch inhaltliche Entkrampfung, um nicht nur eine gute Wissensgrundbasis zu erhalten.

Gerald