Deutschprobleme - weiterhin Gym oder FOS oder ...?

Hallo,
heute stell ich mal die Anfrage meiner Freundin rein:

"… Tochter (zz 10.Kl.Gym) hat lt. Lehrkraft Probleme mit der Satzbildung und dem Ausdruck. Sie springt in den Zeitformen und verbindet mitunter die Sätze und Nebensätze falsch, was wiederum am Verständnis des Gesamtsatzes Abstriche macht, weil der Leser nicht so recht weiß, was sie sagen will.

Die Tochter würde lieber auf FOS wechseln (weil die Noten auch nich so dolle sind), als weiter in die 11. Klasse Gym gehen. Anmeldung FOS ist aber leider schon vorbei, d.h. sie müsste wieder 1 Jahr warten. Tochter überschätzt sich mitunter - ihr Können betreffend - wenn sie sich allerdings für was interessiert, dann ist sie gut.

Meine Freundin denkt, dass in der FOS

  • Niveau schon hoch, aber mit der Arbeit in der Kollegstufe am Gym nicht zu vergleichen ist.
  • nur eine Fremdsprache, kein Physik und Fächer im Sozi Zweig, die sie in gewissen Weise nun auch schon im Ansatz hatte (Päd, SOzi). Da sie massiv Probleme in Lat hat, wäre da ein Fach weg. Dagegen hat sie Stärken in Bio und Chem.

… oder sie eine Ausbildung machen sollte? Welche Richtung?

  • Tochter’s Ziel liegt bei Kindern (Ki-Päd, Ki-Krankenschwester). Lt. ärztl. Gutachten sollte sie derzeit keine Nachtschichen machen, deshalb Traumberuf „Ki-Krankenschwester“ geplatzt? Hausarzt nennt keine weiteren Gründe, warum nicht.

WER KANN helfen?
WEr kennt jemand auf FOS mit SOZI Richtung?
WEr kenn jeamnd der auf FOS von Gym gewechsetl ist??
Danke"

Ich freue mich auf viele - ehrliche - Antworten! Vor allem, ist es schwierig, wenn man in Deu solche Probleme hat (die sind ja nicht erst heute da!), weiter in 11. Klasse bzw. FOS zu gehen?

lg
Tara

Hallo Tara!

Nur eine Anmerkung und keine Antwort, bitte nicht bös’ gemeint verstehen.

Wenn diese Anfrage von der Mutter formuliert worden ist, dann finde ich es nicht verwunderlich, wenn die Tochter Probleme gerade im sprachlichen Ausdruck hat.

Die Frage, die Ihr Euch selber stellen solltet, ist aber vielmehr:
soll die Tochter mit diesem Defizit weiter leben oder sollte man nicht vielleicht etwas dagegen tun? Eine Schwäche im sprachlichen Ausdruck hätte meiner Meinung nach Auswirkungen auf den ganzen weiteren Lebensweg. Sprache ist sehr wahrscheinlich das beim Menschen ausgeprägteste funktionelle (neurologische) System überhaupt - entsprechend auch die Relevanz für die Gesellschaft der Menschen.

Gibt man an dieser Stelle einer „Schwäche“ nach, lernt die „Heranwachsende“ doch nur, dass es auch aus Sicht von erwachsenen Menschen etwas Unabwendbares ist. Besser wäre, man sucht nach Auswegen AUS der Misere und nicht VON der Misere (und versucht motivierend zu unterstützen).

Je älter man wird, desto schwerer wird das Umlenken fallen.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo Patrick,

Nur eine Anmerkung und keine Antwort, bitte nicht bös’ gemeint
verstehen.

danke für Deine ehrliche Meinung! Wieso sollte ich Dir bös sei?

Wenn diese Anfrage von der Mutter formuliert worden ist, dann
finde ich es nicht verwunderlich, wenn die Tochter Probleme
gerade im sprachlichen Ausdruck hat.

Ja, die Anfrage von der Mutter ist so fix formuliert (Telegrammstil).

Die Frage, die Ihr Euch selber stellen solltet, ist aber
vielmehr: soll die Tochter mit diesem Defizit weiter leben
oder sollte man nicht vielleicht etwas dagegen tun? …

Ich gebe Dir Recht in dem Punkt, dass man evtl. auch schon eher hätte etwas unternehmen sollen. Die Alarmglocken der Eltern läuteten bereits in der 8. Klasse. Sie wollten ihre Tochter weiter auf die Realschule schicken; die Klassleitg. meinte nur, die Leistung u. Mitarbeit wäre durchschnittlich gut und drei vierer wäre kein Grund!

WAS KONKRET würdest Du (so aus’m Bauch heraus) empfehlen? Nachhilfe vom Deutsch-Lehrer/ -Schüler? (… denn die Mutter bräuchte eher selber Hilfe).

Danke fürs Lesen und ich freue mich schon auf re.

lg
Tara

Hallo Tara

WEr kennt jemand auf FOS mit SOZI Richtung?
WEr kenn jeamnd der auf FOS von Gym gewechsetl ist??

Ich selber habe nach der 11. Klasse Gymi auf die FOS gewechselt. Allerdings nicht wegen Problemen in Deutsch sondern weil ich in Franzoesisch, Physik und Chemie total den Anschluss verpasst hatte. War damals mein eigener Wunsch auf die FOS zu wechseln, hab mich auch ganz alleine um alles gekuemmert und ich muss sagen es war das Beste was ich machen konnte.
Ich bin damals auf den sozialen Zweig der FOS gegangen, weil ich dachte das waere das Richtige fuer mich. Nach 4 Wochen Praktikum im Kindergarten und 1 Woche Unterricht war mir klar, dass mir das soziale ueberhaupt nicht liegt. Ich habe die Tage im Kindergarten gehasst, war mit den Nerven am Ende und hab mich im Unterricht gelangweilt. Psychologie/Paedagogik haben sich als absolut uninteressant herausgestellt, die restlichen Faecher waren hauptsaechlich „Auswendiglern“ - Faecher und in Mathe war ich vollkommen unterfordert.
Letztendlich hatte ich dann Glueck und konnte noch auf den technischen Zweig wechseln. Dort hab ich mich dann richtig aufgehoben gefuehlt, war weder unter- noch ueberfordert und hab ein gutes Fachabi gemacht.

Hoffe das hilft dir irgendwie weiter.

Gruss Claudia

Hallo Tara!

An so etwas habe ich gedacht: Nachhilfe o.ä.

Zunächst könnte natürlich ein Gespräch mit dem Deutschlehrer helfen, da dieser einen konkreten Eindruck der „Schwäche“ hat. Vielleicht kann er jemanden empfehlen, der kompetent genug ist, nicht bloß zu erklären sondern auch zu motivieren.

Denn zusätzlich - wenn sie gerade mit Grammatik und Satzbau Schwierigkeiten hat - sollte sie lesen, lesen, lesen.

Zwar nicht gleich einige Vertreter der Weltliteratur, welche Sprache als Stilmittel einsetzen; vielmehr Bücher, welche sprachlich einfach gehalten aber dennoch auf „gutem Niveau“ geschrieben sind. Und eben auch - mit Hinblick auf das Ziel - Schriftsteller aus unserer Zeit.

Für den Fall, dass die Mutter ebenfalls Schwierigkeiten hat, wäre es natürlich nicht schlecht, wenn auch sie sich für Veränderungen interessiert und sich indirekt beteiligt (nachfragt, sich neu gelerntes von der Tochter zeigen lässt). Dies wäre so eine unterstützende / motivationale Komponente, wie sie helfen kann.

Also was ich sagen möchte: neben fachlicher Anleitung ist es sicher von Vorteil, wenn die Tochter einen Eindruck von der Relevanz, aber auch dem Vorteil von Sprache vermittelt bekommt. Anders als Mathe, Physik oder anderen Fächern ist gerade dies ein Fach, welches für jeden von uns das ganze Leben lang von Relevanz ist. Sie sollte Freude an diesem Fach und der Auseinandersetzung mit dem Stoff entwickeln.

Das sollte an erster Stelle der Vermittlung stehen.

Daneben steht auch der richtige Umgang mit Problemen; eben die Auseinandersetzung nicht scheuen (also nicht gleich Alternativen in Betracht ziehen), sondern als ersten Schritt sich mit einem Problem auseinandersetzen und schauen, ob es nicht lösbar ist (Ein Schulwechsel löst ja z.B. nicht das Problem der „Sprachschwäche“, zusätzliches Lernen hingegen vermag dies schon).

An Literatur (zum Lesetraining) kann ich leider nicht wirklich hilfreiche Tips geben, da meine Empfehlungen sehr wahrscheinlich schon zu erwachsen wären; der Lehrer könnte sich da als hilfreich erweisen.

Es gibt ja speziell auch Jugendliteratur, wenn die Themen schon erwachsener sein dürfen, so gibt es viele Bücher, die später verfilmt wurden und eventuell auch von Interesse sind (gefällt der Film, so ist das Thema schon von Interesse - was vorteilhaft ist). Leichte aber gute Literatur wären z.B. „About a Boy“ oder „Schokolade zum Frühstück“.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen,

lieben Gruß
Patrick

Hi Tara

ich habe vom Gym auf die FOS gewechselt, hab damals in der 11. abgebrochen, weil ich 5 fünfer im Zeugnis hatte.
Die entscheidung war damals gut so, die Fos ist mir recht leicht gefallen, fiel denen von der Hauptschule aber schwer. Es ist, ja man kann sagen, ähnlich wie im Gymnasium, allerdings nicht so vertieft, dadurch leichter. PäPsy ( Pädagogik und Psychologie) ist ein enormer Schreibaufwand, allein mein Abitur waren 16 Seiten, wenn sie also probleme mit dem schreiben hat, weiß ich nicht. Also generell kann ich sagen, das damals die die aus dem Gym kamen sich leicht getan haben, Realschüler und Hauptschüler hatten zu knabbern.
Muss sie nicht die 10. fertig machen um auf die FOs zu kommen? Mittlere Reife ist doch Bedingung oder?

Übrigens würd ich mal schauen wegen der Anmeldefrist, ich konnte mich damals noch Mitte Mai ohne Probleme anmelden, vieleicht geht das ja.

Alles gute

Julia

Hallo Tara!

An so etwas habe ich gedacht: Nachhilfe o.ä.

Ich kann Patrick nur zustimmen. Ich hoffe die Mutter bzw. Eltern ist/sind hierfür einsichtig genug.

Zunächst könnte natürlich ein Gespräch mit dem Deutschlehrer
helfen, da dieser einen konkreten Eindruck der „Schwäche“ hat.
Vielleicht kann er jemanden empfehlen, der kompetent genug
ist, nicht bloß zu erklären sondern auch zu motivieren.

Das ist ein guter Ansatz. Wichtig hierbei ist aber auch das die „Chemie“ zwischen Nachhilfelehrer und Nachhilfeschüler stimmt. Das heißt die Tochter sollte hier maßgeblich beteiligt werden.

Denn zusätzlich - wenn sie gerade mit Grammatik und Satzbau
Schwierigkeiten hat - sollte sie lesen, lesen, lesen.

Auch richtig, aber lesen sollte Spass machen um hier effektiv zu sein. Und diese Freude am Lesen muss auch vermittelt werden. Ein guter Nachhilfelehrer wird sich dessen aber sicher annehmen.

Für den Fall, dass die Mutter ebenfalls Schwierigkeiten hat,
wäre es natürlich nicht schlecht, wenn auch sie sich für
Veränderungen interessiert und sich indirekt beteiligt
(nachfragt, sich neu gelerntes von der Tochter zeigen lässt).
Dies wäre so eine unterstützende / motivationale Komponente,
wie sie helfen kann.

Ja, aber wie schon oben gesagt, die Mutter muss einsichtig sein. Und das Interresse sollte nicht derart ausarten das sich die Tochter nur noch kontrolliert fühlt. Das wäre dann nicht mehr motivierend. Ebenso wichtig ist es sich über Fortschritte zu freuen.

Daneben steht auch der richtige Umgang mit Problemen; eben die
Auseinandersetzung nicht scheuen (also nicht gleich
Alternativen in Betracht ziehen), sondern als ersten Schritt
sich mit einem Problem auseinandersetzen und schauen, ob es
nicht lösbar ist (Ein Schulwechsel löst ja z.B. nicht das
Problem der „Sprachschwäche“, zusätzliches Lernen hingegen
vermag dies schon).

Da stimme ich 100% zu

Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es wichtig ist das Problem an sich anzugehen. Sie hat sicherlich eine sprachliche Schwäche (ich auch) aber man kann lernen damit umzugehen. 100% schaffe ich auch heute noch nicht, aber es fällt bei weitem nicht mehr so auf wie früher. Übrigens ich denke schneller als ich schreibe und neige zu extremen Themenwechseln. Früher kam da immer ein tierisches Kauderwelsch bei raus. Ich hab das nur mit viel lesen und, ich nenn es mal, extreme Selbstkontrolle geschafft.

Fazit:
Ein Wechsel zur FOS behebt nicht das Problem es verlagert es nur und sofern Sie in den anderen Fächern gut ist sollte Sie auf dem Gym bleiben und Nachhilfe für Ihr Problem in Anspruch nehmen. Sinnvoll wäre da vielleicht 2 mal die Woche.

Gruß
Andrea

Ursachenforschung
Hallo Tara!

Bitte versteh mich nicht falsch, aber wie es ein Schüler überhaupt mit solchen Leistungen in Deutsch bis immerhin zur Klasse 10 eines Gymnasiums geschafft hat, finde ich schon ungewöhnlich.
War das denn nie ein Problem??

Daher auch gleich die zweite Frage, nämlich, was sagen die Lehrer dazu?

Bestehen die Probleme auch in den anderen sprachlichen Fächern?

Vielleicht wäre es auch ein Ansatz mal zu gucken, woher die Schwäche kommt, also, ob z.B. eine Lese-Rechtschreibschwäche vorliegt.

Wäre es mein Kind, so würde ich vor einem Schulabbruch- oder Wechsel erstmal Kontakt zu den Lehrern suchen, sie um ihre Einschätzung bitten, und ggf. einen Test zum Ausschluss einer LRS anschließen.

Angelika

Hallo Angelika,
der Gedanke liegt sicherlich nah, „die Alarmglocken der Eltern läuteten jedoch bereits in der 8. Klasse. Sie wollten ihre Tochter weiter auf die Realschule schicken; die Klassleitg. meinte nur, die Leistung u. Mitarbeit wäre durchschnittlich gut und drei vierer wäre kein Grund!“

lg
Tara

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