Kennt ihr den Deutschtest auf Spiegel-Online?
Da waren zwei Dinge, die ich fuer nicht ganz richtig halte:
Die Durchsage „Der Zug endet hier, alles aussteigen“ sei falsch,
es muesse heissen „Die Zugfahrt endet hier, alles aussteigen“.
Dass letzteres richtig sei, glaube ich ja, aber nicht, dass ersteres
unbedingt falsch. Dies ist naemlich nur dann falsch, wenn man unter
„Zug“ ausschliesslich den Koerper (die Waggons) meint, der sich durch
die Gegend bewegt. Ich jedoch glaube, dass diese enge Bedeutung den
eigentlichen Sinn des Wortes „Zug“ eher verfehlt, denn Zug kommt von
ziehen und bezeichnet eine Bewegung und nicht einen Koerper. Auch
Woerter wie Feldzug, der Zug der Raubritter, der Zug beim Karneval
meinen eher die Bewegung als die Gruppe von Soldaten, Rittern oder
Jecken.
Es muesse angeblich Venezolaner (oder so aehnlich) heissen und
Venezueler sei falsch, dabei weisst mein Woerterbuch beides als
richtig aus. Wer hat Recht?
Ich jedoch glaube, dass diese enge
Bedeutung den
eigentlichen Sinn des Wortes „Zug“ eher verfehlt, denn Zug
kommt von
ziehen und bezeichnet eine Bewegung und nicht einen Koerper.
Das ist alles eine Sache der Auslegung. Im Bereich der Eisenbahn gilt „Zug“ als Kurzwort für „Zugmittel“.
Und es würde glaube ich keinen interessieren, wo die Lokomotive endet und wo sie beginnt
Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Fahrgast froh ist, wenn er die Ansage überhaupt versteht, ist das Abwerten dieses Satzes seitens Spiegel etwas an den Haaren herbeigezogen.
(Ist doch Umgangssprache und nicht Prosa…)
Das ist alles eine Sache der Auslegung. Im Bereich der
Eisenbahn gilt „Zug“ als Kurzwort für „Zugmittel“.
Und es würde glaube ich keinen interessieren, wo die
Lokomotive endet und wo sie beginnt
In einem anderen Sinne ist der „Zug“ eine zeitlich begrentzte Entität, welche bei Antritt der Fahrt beginnt und bei Ende der Fahrt aufhört zu existieren. Die physischen Komponenten des „Zuges“ werden danach meist zu einem neuen Zug, mit neuem Zielort, neuen Stationen, neuem Fahrplan. Die Aussage „Der Zug endet hier“ ist also eine temporale (die Existenz des Zugs endet), keine räumliche und somit völlig korrekt.
Es gibt hier wie oft einen Unterschied zwischen „offiziell korrekt“ und „ist auch möglich“.
Im ersten Fall ist es sprachlich nachlässig und ungenau nur vom „Zug“ zu sprechen, wenn doch die „Zugfahrt“ gemeint ist. Doch nur ein i-Dipfeles-Sche… nähme daran wirklich Anstoß.
Im zweiten Fall ist die Schreibung „Venezolaner“ die vom Außenministerium festgelegte offizielle Form. Ich nehme allerdings an, dass wenige Venezolaner dir mit persönichen Konsequenzen drohen werden, wenn du sie „Venezueler“ nennst.
Wenn aber der „Spiegel-Test“ voraussetzt, dass er nur die „offiziell korrekten“ Antworten gelten lassen will, so wirst du mit deinem Einspruch keinen Blumentopf gewinnen können.
Ich wäre übrigens als Korrektor auch ein i-Dipfeles-Sch…
Es gibt wohl 50 Fragen, die sich ueber 5 Testlaeufe verteilen, d.h.
wenn du den Test jetzt einmal machst, kommt diese Frage
wahrscheinlich nicht dran.
Zu deinen Zweifeln:
Es gibt hier wie oft einen Unterschied zwischen „offiziell
korrekt“ und „ist auch möglich“.
Im ersten Fall ist es sprachlich nachlässig und ungenau nur
vom „Zug“ zu sprechen, wenn doch die „Zugfahrt“ gemeint ist.
Doch nur ein i-Dipfeles-Sche… nähme daran wirklich Anstoß.
Naja, Anwar weiter unten sieht im Begriff Zug auch einen Vorgang,
also die Zugfahrt.
Im zweiten Fall ist die Schreibung „Venezolaner“ die vom
Außenministerium festgelegte offizielle Form. Ich nehme
allerdings an, dass wenige Venezolaner dir mit persönichen
Konsequenzen drohen werden, wenn du sie „Venezueler“ nennst.
Es gibt wohl 50 Fragen, die sich ueber 5 Testlaeufe verteilen,
Ein fader Test. Die Fragen wiederholen sich mehrmals. Ich habe ihn nicht zu Ende gemacht, da es mir zu lange dauerte.
Musste recht lange auf die nächste Frage bzw. die Antwort warten.
Naja, Anwar weiter unten sieht im Begriff Zug auch einen
Vorgang, also die Zugfahrt.
Genau. Und das läßt sich sprachlich auch recht leicht belegen: Wir sprechen z.B. vom „Zug nach Berlin“. Und damit meinen wir irgendeinen physisch vorhandenen Zug, der uns eben nach Berlin bringt. Ob das nun Lok Nr. 3418 oder Lok Nr. 0815 ist, ist uns dabei relativ egal.
Auch wenn Lok Nr. 3418 nach dem erreichen Berlins kurz ausgesetzt wird und dann als EuroCity nach Prag weiterfährt, würden wir dies wohl als neuen Zug betrachten, oder nicht?
Es steht also außer Frage, dass die Identität und Entität eines Zuges mehr sein muss, als nur seine physischen Bestndteile.
Sind hier eigentlich nur noch Polemiker unterwegs?
Hallo,
stimmt! Man sagt ja schließlich auch „Der Zug nach Köln
beginnt um neun Uhr.“ oder „Gestern habe ich während des Zugs
nach Essen ein Buch gelesen.“
Wenn Du mal genau hinschaust, wirst Du feststellen, dass meine Ausführungen mit „In einem anderen Sinne“ beginnen. Es liegt also offensichtlich eine mehrdeutig Verwendung des Wortes „Zug“ vor. Dass die reine physische Betrachtung einer Lok mit angehängten Wagons auch nicht immer sinnvoll ist, zeigen meine Ausführungen weiter oben. Bbezeichnend übrigens, dass Du auf die Kurzversion antwortest und nicht auf die Ausführungen, dass legt leider den Schluss nahe, dass Du an einer sinnvollen Diskussion zum Thema nicht interessiert bist, sondern nur „rummäkeln“ willst.
Man sagt ja schließlich auch „Der Zug nach Köln
beginnt um neun Uhr.“ oder „Gestern habe ich während des Zugs
nach Essen ein Buch gelesen.“
Das sagt man ja nun gar nicht oder nur in den seltensten Fällen.
Dies ist offensichtlicher Quatsch und hat mit der Fragestellung hier gar nichts zu tun. Anwar kritisiert dich und deine Aussage zu Recht!
Deine Aussagen haben nur dann einen Sinn, wenn eben kein Zug mit Lokomotive und Wagen gemeint ist, sondern ein Zug wie der Umzug einer ist oder der Zug der Zugvögel.
Naja, Anwar weiter unten sieht im Begriff Zug auch einen
Vorgang, also die Zugfahrt.
Genau. Und das läßt sich sprachlich auch recht leicht belegen:
Wir sprechen z.B. vom „Zug nach Berlin“. Und damit meinen wir
irgendeinen physisch vorhandenen Zug, der uns eben nach Berlin
bringt. Ob das nun Lok Nr. 3418 oder Lok Nr. 0815 ist, ist uns
dabei relativ egal.
Wir sprechen nicht von der Lok, sondern vom Zug, z.B. dem ICE 791 „Karl Valentin“. Aber so betrachtet: der endet ja auch nicht in Berlin. Ihn gibt es am nächsten Tag schon wieder!
Auch wenn Lok Nr. 3418 nach dem erreichen Berlins kurz
ausgesetzt wird und dann als EuroCity nach Prag weiterfährt,
würden wir dies wohl als neuen Zug betrachten, oder nicht?
So betrachtet: wenn der ICE 791 kurz in Köln halten muß und dabei die Lok und 3 Waggons ausgetauscht werden, bleibt er trotzdem der gleiche. Hier widersprichst du dir.
Es steht also außer Frage, dass die Identität und Entität
eines Zuges mehr sein muss, als nur seine physischen
Bestndteile.
Vielleicht, aber enden diese bei Beendigung der Fahrt? Die Frage ist fast philosophisch, und ich halte sie für haarspalterisch. Ich jedenfalls habe es immer seltsam gefunden, als der Zugführer die Vernichtung seines Fortbewegungsmittels bekanntgab
Wir sprechen nicht von der Lok, sondern vom Zug, z.B. dem ICE
791 „Karl Valentin“. Aber so betrachtet: der endet ja auch
nicht in Berlin. Ihn gibt es am nächsten Tag schon wieder!
Naja, vielleicht reinkarniert er in einem endlosen Zyklus?
Auch wenn Lok Nr. 3418 nach dem erreichen Berlins kurz
ausgesetzt wird und dann als EuroCity nach Prag weiterfährt,
würden wir dies wohl als neuen Zug betrachten, oder nicht?
So betrachtet: wenn der ICE 791 kurz in Köln halten muß und
dabei die Lok und 3 Waggons ausgetauscht werden, bleibt er
trotzdem der gleiche. Hier widersprichst du dir.
Nein, IMHO gerade nicht. Der Zug wird eben NICHT durch seine physischen Bestandteile, sondern durch sein Fahrtziel und seinen Fahrplan gekennzeichnet. Die konkreten physischen Bestandteile sind nur die „körperliche Hülle“, das „wahre Ich“ des Zuges ist eben das Fahrtziel und der Fahrplan.
Vielleicht, aber enden diese bei Beendigung der Fahrt? Die
Frage ist fast philosophisch, und ich halte sie für
haarspalterisch.
Dito. Allerdings hat ja der Spiegel mit der Haarspalterei angefangen, der wollte ja nur eine Version zulassen. Du beklagst Dich also beim Falschen.
Ich jedenfalls habe es immer seltsam
gefunden, als der Zugführer die Vernichtung seines
Fortbewegungsmittels bekanntgab
Ich würde sicherlich niemanden anraunzen, wenn er „die Zugfahrt endet hier“ sagen würde. Die selbe Toleranz erwarte ich aber auch von anderen, in Deutschland herrscht immerhin Religionsfreiheit.
Kennt ihr den Deutschtest auf Spiegel-Online?
Da waren zwei Dinge, die ich fuer nicht ganz richtig halte:
Die Durchsage „Der Zug endet hier, alles aussteigen“ sei
falsch,
es muesse heissen „Die Zugfahrt endet hier, alles aussteigen“.
Also ich bin trotz aller Diskussion hier eher auf der Seite des Zwiebelfisches. „Der Zug endet hier“ erinnert mich jedesmal an eindeutig falsche Ansagen, die in der Wiener Straßen- und U-bahn (und ich glaub nicht nur hier) üblich waren und sind:
„Bitte rückwärts einsteigen“ (gemeint war hinten, also bei der hinteren Tür des Waggons)
„Bitte vom Bahnsteig zurücktreten“ (öhm, reicht es nicht, wenn ich auf dem Bahnsteig von den Gleisen zurücktrete)
oder das lapidare „Zug fährt ab“, dass in Wahrheit bedeutet, dass die Türen geschlossen werden, nicht aber, dass der Zug in diesem Moment abfährt.
In der Praxis sehe ich natürlich großzügig darüber hinweg, denn wenn ich mich bei jedem einzelnen Schaffner oder Zugführer beschweren geh, krieg ich am End Hausverbot in den Wiener Öffis…