Deutschtürke, -äthiopier, aber: Deutschamerikaner

Hallo,
warum spricht man einerseits von Deutschtürken, Deutschäthiopiern, andrerseits aber von Deutschamerikanern, Deutschbrasilianern usw. Primär sollte doch Staatszugehörigkeit stehen (DeutschAMERIKANER), danach als Präfix die Herkunft (DEUTSCHamerikaner). Demnach wäre ein Deutschtürke eigentlich ein türkischer Staatsangehöriger mit deutscher Herkunft. Wieso wird im aufgeführten Fall (Titel) von dieser Regel abgewichen? PC? Gutmenschentum? Oder Sprachverwahrlosung? Oder ist es nur egal?
Gruß HR

Hallo Herbert,

Demnach wäre ein
Deutschtürke eigentlich ein türkischer Staatsangehöriger mit
deutscher Herkunft. Wieso wird im aufgeführten Fall (Titel)
von dieser Regel abgewichen?

Weil die, die deutsch denken, es nicht sprechen.

Weil Sprache nicht logisch ist oder stets Regeln folgt. Was ist mit
Kalbsschnitzel, Schweineschnitzel, Zigeunerschnitzel, Jägerschnitzel?

Chippie

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Ich denke, es ist auf den „Sprachklang“ zurückzuführen und in dem Kontext vermutlich auch auf Bequemlichkeit. „Deutsch“ als Attribut ist nunmal kürzer und weniger umständlich als „Türkisch“ oder „Äthiopisch“. Ergo ist „Deutschtürke“/„Deutschäthiopier“ einfacher zu sagen, und klingt z.T. auch besser, als „Türkischdeutscher“/„Äthiopisch-Deutscher“ oder die längere Wendung „Deutscher türkischer/äthiopischer Abstammung“.

Persönliche Anmerkung: Ich selbst würde trotzdem eher die letztgenannte Phrase benutzen; für mich hat „Deutschtürke/-äthiopier“ irgendwie einen komischen Beiklang, nicht direkt rassistisch, aber ein bißchen in die Richtung.

Grüße, Hedwig

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