Hallo
In der alten DDR war ja die Ein- und Ausfuhr von DDR-Mark verboten.
Es war jedoch verlockend im Westen für 1 zu 10 zu tauschen und in den Osten mitzunehmen.
Woher hatten die Wechselstuben (West) die Otstmark, wenn die Ausfuhr verboten war?
Wenn man beim Grenzübertritt mit Ost-Mark erwischt wurde, welche Strafen gabs dann?
Kann es sein, dass die Wechselstuben(West) unter Ost-Beobachtung standen?
Kann mir da jemand weiterhelfen (pers. Erfahrun, Literatur, Links etc.)?
so weit ich weiß, war der Kurs ja nicht immer 1 : 10. Ich war 1981 mal in Österreich, da bewegte der sich zwischen 1 : 4 und 1 : 5 im Vergleich zur Westmark.
Und unter diesen Bedingungen konnte es für DDR Bürger schon mal interessant sein, da illegal zu tauschen bei bestimmten Waren.
Ich nehme aber an, daß die MAsse des Geldes in den westdeutschen Wechselstuben aus dem Zwangsumtausch kam. BRD-Bürger mußten ja wohl 20 Mark pro Tag zwangsweise 1 : 1 tauschen - und diese Summe haben sie bei Besuchen bei Verwandten in der Regel ja nicht gebraucht. Rücktausch ging offiziell nicht - also dürfte davon einiges in den Wechselstuben gelandet sein und so auch zu dem recht hohen Umtauschkurs geführt haben.
Natürlich war die Ausfuhr von DDR-Mark verboten. Oder besser gesagt: Man mußte so viel wieder mit bringen, wie man bei der Ausreise hatte. (Praktisch ohne Geld ging ja nicht. Schließlich hatte man ja auf dem Weg bis zur Grenze und ab der Grenze nach Hause auch Ausgaben.)
Nur: Wirklich kontrolliert wurde das so gut wie nie. Wer als DDr-Bürger bei der Ausreise mit nem Hunderter mehr durchkam (das konnte man notfalls immer noch als Fehler beim Ausfüllen der Zollerklärung deklarieren) - der konnte diesen überzähligen Schein dann auch ausgeben. Und einem Westdeutschen, der rein zufällig noch nen Schein in der Manteltasche hatte und den angeblich total vergessen hatte - na viel konnte dem doch eh nicht passieren. Schlimmstenfalls war der Schein weg anschließend.
Es wurde doch praktisch alles geschmuggelt. Musikkassetten, Schallplatten, Zeitschriften, technische Geräte, Zigaretten - fast jede olle Oma hatte da irgend etwas im Koffer - und eigentlich wußte das auch jeder. Aber so stur waren selbst die Ostgrenzer nicht, daß sie nun jede Oma auseinandergenommen hätten, nur weil die eventuell irgendwo ne Kusikkassette für ihren Enkel zwischen der dreckigen Wäsche versteckt im Koffer hat.
Nicht nur das wurde geschmuggelt. In Richtung Westen war es dann mehr Fachliteratur, die dort teuer war. Auch heute sind die DDR-Fachbücher beliebt, da diese verständlich geschrieben sind.
Es wurde doch praktisch alles geschmuggelt. Musikkassetten,
Schallplatten, Zeitschriften, technische Geräte, Zigaretten -
fast jede olle Oma hatte da irgend etwas im Koffer - und
eigentlich wußte das auch jeder. Aber so stur waren selbst die
Ostgrenzer nicht, daß sie nun jede Oma auseinandergenommen
hätten, nur weil die eventuell irgendwo ne Kusikkassette für
ihren Enkel zwischen der dreckigen Wäsche versteckt im Koffer
hat.
es muß so Mitte der 80-er Jahre gewesen sein un ich weiss es noch, als sei es erst gestern geschehen.
Wir (Frau plus unsere Kinder, plus Schwager und dessen Frau) in Berlin zu Besuch. Mein Schwager und seine Frau wollten unbedingt mal in den Osten. Ich bin dann mit.
Wir sind irgendwo über die Grenze (ich weiss den Übergang nicht mehr aber es war eine S-Bahn Station). Am Grenzübergang mussten wir umtauschen. Es waren irgendwelche Tagessätze aber ich weiss nicht mehr wieviel das genau war. Unmittelbar nach der Grenze - also nur wenige Meter - wurden wir von einem Mann angesprochen und er bat uns etwas zur Seite. Er bot uns Ostmark in unbegrenzter Höhe zum Wechselkurs 1:20 (West:open_mouth:st) an. Die Frau meines Schwagers wollte sofort und begeistert auf dieses Angebot eingehen. Ich hatte aber so ein Schmetterlingsgefühl im Bauch (das warnte mich schon öfter) und wir lehnten dankend ab. Wir liefen also am Mahnmal eines sovietischen Soldaten vorbei und gelangten schliesslich zum Ostberliner Fernsehturm. Wir hatten inzwischen Hunger und irgendjemand sagte uns, dass dort oben ein Restaurant sei. Wir dachten tatsächlich, dass es relativ günstig sei im Osten zu essen und so fuhren wir dort hoch. Das Restaurant hatte den typischen DDR-Charme. Etwas überraschend allerdings, dass alles was auf der Karte stand gerade ausgegangen war (OT Bedienung: Ham wa nich, is aujejangen) aber die etwas kautzige Bedienung meinte auch, dass noch was vom Tagesgericht da sei. Nach einem nochmaligen Blick auf die Speisekarte (um eine Etwavorstellung von den zu erwartenden Preisen zu bekommen) bestellten wir. In der Zwischenzeit erfreuten wir uns am Ausblick, an der Dame am Nachbartisch, welche sich zum Lauschen soweit zur Seite neigte, dass sie glatt und beinahe vom Stuhl fiel (doch, doch, tatsächlich). Dabei wollte ich ihr zur Hilfe eilen - sie saß ja links von mir am Nachbartisch - und riß die auf dem Tisch stehende kleine Blumenvase um. Aber diese fiel nicht vom Tisch - sie war vorsorglich mit einem kleinen dünnen Draht (ähnlich wie Telefondraht) durch die Tischmitte fixiert. Wasser war auch keines in der Vase und so blieb alles trocken. Der Dame war die Sache hochpeinlich, denn sie lief hochrot an und ging dann sofort. Wir wunderten uns noch, dass sie nicht bezahlte.
Sie ging zum Aufzug, dessen Tür schloss sich und wenige Sekunden später öffneten sich die Türen wieder aber der Aufzug war nun leer. Wir wunderten uns abermals über diesen wirklich bemerkenswerten schnellen Aufzug (der muss im Freifall nach unten sein und dann sofort wieder nach oben geschossen worden sein).
Dann kam das Essen. Es war total versalzen aber das Ostbier war gut.
Überraschung - das Ganze kostete dann genau 50 Mark mehr als wir drei zusammen getauscht hatten. Die Frage, ob auch Westmark, also DM akzeptiert würden, wurde bejaht. Wir kratzten unser Geld zusammen (Ost- und Westmark) und regulierten die Zeche.
Wir stiegen, etwas misstrauisch (schliesslich erwarteten wir nun so eine Art freien Fall) in eben den gleichen Aufzug. Eine normale Fahrt nach unten. Kaum dem Turm entstiegen bot uns jemand Ostmark gegen Westmark an. Wir lehnten bestimmt aber freundlich ab.
Wir liefen zurück in Richtung Grenze. Nach einigen hundert Metern fiel uns auf, dass uns ein Trabi auf dem Fussweg folgte (doch, tatsächlich, der fuhr im Schrittempo auf dem Bürgersteig hinter uns her). Es sassen zwei Männer drin. In der Nähe des Ehrenmal des Soldaten wechselten wir die Strassenseite. Der Trabi hatte ebenfalls die Seite gewechselt, blieb aber nun auf der Fahrbahn, überholte uns Fussgänger aber nicht. Er blieb immer so 10 bis 15 Meter hinter uns und rollte im langsamen Schrittempo. Am Ehrenmal blieben wir dann stehen - ebenso der Trabi aber schön artig auf der Fahrbahn. Es war offensichtlich, die „begleiteten“ uns und wir kamen uns wie in einem billigen Spionagefilm vor. Es geschah aber nichts weiter. Wir passierten die Grenze mit absolut null Ostmark und nur wenigen Westmark.
Das fiel mir so im Zusammenhang mit Devisenvergehen in der DDR ein.
Ich denke, das war so eine Art Masche von denen (welche Abteilung von welchem Ministerium das auch immer war) und ich möchte nicht wissen, wieviele arglose Wessies denen in die Finger geraten sind. Na ja, die Phantasie lässt die tollsten Spionagegeschichten entstehen - Verhöre in dunklen Verliessen, tagelanges Festgehaltenwerden, Erpressung zur Mitarbeit und all dieser Scheiss…
Noch heute amüsieren wir uns darüber (damals fanden wir das gar nicht komisch) und die Frau meines Schwagers wird heute noch blass und bekommt Schweissperlen auf der Stirn.
Ich bin mir nun sicher, dass diese Einlassung Deine Frage nicht zufriedenstellend beantwortet hat, aber diese kleine Anekdote bin ich gerne los geworden.
Die Staatsicherheit hatte viele Leute und einige davon auch im Westen. Aber so viele, daß die da jede Bankfiliale und jede Wechselstube hätten überwachen können, waren es nun auch wieder nicht - der Gedanke daran ist echt illusorisch. Und Ostgeld konnte man ja auf jeder Bank tauschen meines Wissens.
Außerdem wäre es sinnlos gewesen. Westdeutschen Bürgern hätte man ja eh nichts tun können und nicht mal deren Personenangaben in Erfahrung bringen können. Und die paar Ostrenter und Dienstreisende aus dem Osten - das wäre der Aufwand nicht wert gewesen.
die Einfuhr von Landeswährung war und ist nicht nur in der DDR verboten gewesen…dieses betraf aber nur Privatpersonen.
Firmen und Staatliche Institutionen durften und dürfen auch heute noch Gelder in bar transferieren…deswegen gibt es zum B. einen LINIEN-Gedlflug von Rußland in die USA,womit US-Dollar wieder in die USA zurückgeführt werden von Rußland.Ähnliches gibt es überall auf der Welt.
Daher kursieren auch noch immer etliche DM-Bestände (vor allem in Afrika) neben dem Dollar und heute dem EURO außerhalb ihres eigentlichen Währungsgebietes.
das mag sein - aber es bedraf nicht den ehemaligen Ostblock.
Diese Währungen waren damals nicht konvertierbar und frei handelbar laut Gesetz - auch nicht für Betriebe. Da erfolgte innerhalb des RGW die Verrechnung in einer Einheit mit dem Namen „transverabler Rubel“, die aber als echte Währung nicht existent war und deren Umrechnungskurs statisch festgelegt war. Ein Transferrubel waren 4,61 Mar der DDR - weil das immer gleich war, weiß ich es ja heute noch. Demgegenüber lag der Umtauschkurz zum tatsächlichen Rubel im reiseverkehr bei 3.20 Mark.
Und Außenhandelsverkehr mit westländern wurde entweder in Deutsche Mark oder in US-Dollar abgerechnet - niemals in DDR-Mark, weil es die ja offiziell außerhalb der DDR gar nicht geben durfte.
Mit Rubel, Zloty, tschechischen Kronen usw. war das übrigens auch nicht anders.
Man muß den Schein vom Sein trennen. Auch wenn die Währungen im westlichen Ausland durchaus an Banken getauscht wurden - es waren keine frei transferierbaren Währungen und der Umtauschkurs wurde auch nicht nach den üblichen Regeln ermittelt.
Im Übrigen: So mies waren die erzielten DM-Preise im Außenhandel eigentlich gar nicht - auf keinen Fall läßt sich daraus ein Umtaussatz von 1 : 6 oder so herleiten. So mies war die DDR nun auch wieder nicht.
Nicht nur das wurde geschmuggelt. In Richtung Westen war es
dann mehr Fachliteratur, die dort teuer war. Auch heute sind
die DDR-Fachbücher beliebt, da diese verständlich geschrieben
sind.
Hallo,
vermutlich „Marxismus-Leninismus für Dummies“ !
Seit wann halten sich Regierungen an Gesetze?..*grinz*…
Für den „Austausch“ von Mark der DDR mit den westlichen Ländern war
die „Kommerzielle Koordinierung“ des Ministeriums für Außenhandel der
DDR federführend…
Was dort „verschoben“ wurde wird sich niemals genau nachvollziehen lassen…schließlich wurden sämtliche Transporte AUS der DDR nach der BRD auf Westdeutscher Seite nur „papiermäßig“ kontrolliert…