kennt sich hier jemand praktisch mit dezentralen Lüftungsanlagen aus?
Wir sanieren gerade einen Altbau (Dämmung, Fenster), bei dem es aus baulichen Gründen keine zentrale Lüftungsanlage in Frage kommt.
So ziemlich alles was man sich dazu zusammen googlen kann, wurde zusammengegoogled.
Die meisten dezentralen Lüftungsanlagen wollen durch eine Kernbohrung in der Wand, was aber aus ästhetischen Gründen bei uns ausfällt.
Gibt es auch welche, die durch die Decke (gedämmte oberste Geschossdecke, kalter Dachboden) eingebaut werden können? Abluft dann entweder in den (sehr großen) Dachboden, oder mit mehr Aufwand durch Abluftstutzen durch das Ziegeldach.
Es handelt sich nur um ein an den Wochenenden genutztes Haus.
Hat jemand sowas schon mal gemacht und irgendwelche Fehler schon gemacht, die wir dadurch vermeiden können? Was ist eine sinnvolle Zuluft-Lösung?
Ich habe vor einigen Jahren mein Einfamilienhaus (Bj. 1970) mit neuen Fenstern und Außendämmung mit 12 cm Hartschaum renoviert. Ich habe weder eine gesonderte zentrale noch dezentrale Lüftung eingebaut. Bei Bedarf öffne ich einfach für kurze Zeit ein Fenster.
Ich habe keine Spur von Schimmel in den Räumen. Meine Hygrometer zeigen nie mehr
als gelegentlich 60% relative Luftfeuchtigkeit (obere Grenze Wohlfühlbereich), bei kalten
Außentemperaturen aber oft weniger als 40% an.
Das Problem mit der Luftfeuchtigkeit bei Gebäudedämmung wird nach meiner Meinung von interessierten Kreisen maßlos übertrieben. Ich verstehe nicht, dass man bei einem nur gelegentlich genutzten Wochenendhaus für viel Geld eine Lüftung einbauen muß.
Gruß, RHG.
danke für die Antwort. Bei uns liegt die Sache etwas anders.
Das Haus ist etwas älter (in den 1840ern gebaut). Ohne Lüftung sind wir in einem Raum, der neuen (Gips)Innenputz, ein neues Fenster und eine korrekt durchgeführte Dämmung der obersten Geschossdecke (Dampfbremse raumseitig, darauf ~25cm WLG 40) bekommen hat, etwa ein Jahr nach der Sanierung bei 65-75% rel. Luftfeuchte.
Das ist so gerade an der Grenze zur Tau- und damit Schimmelbildung, welche absehbar ist: an den Fenstern findet teilweise schon ein Tauniederschlag statt.
Der Boden ist „offen“, d.h. es ist ein Dielenboden auf Erde. Das wird jetzt innerhalb des nächsten halben Jahres noch geändert, dort kommt neuer Estrich (vermutlch Gussasphalt) mit Parkett rein, wodurch dort dann keine Feuchtigkeit mehr reingetragen wird.
Und wie war es denn vor der Modernisierung mit der Luftfeuchte ?
Nach Dämmung und neuen Fenstern muss mehr gelüftet werden als früher.
Nach Fußbodenerneuerung sollte es sich bessern.
Man kann die dezentralen Geräte(Wandbohrung) m.E. nach auch senkrecht einbauen, also wie angedacht in die Decke und dann senkrecht durch den Kaltboden ins Freie. Aber nicht in den Dachraum ! Das kondensiert im Dach aus und wird feucht. Das muss schon mit spezieller Dachhaube direkt ins Freie. Die leiten Kondensat vom Dachstutzen auf die Dachfläche und es tropft nicht im Rohr zurück bis ins Zimmer. Haube ist nicht ganz billig.
Leitungen isolieren gegen Kondensatausfall.
Die dezentralen Geräte haben 2-Wege-Lüfter,sie führen je nach Drehrichtung des Lüfters Luft zu und auch ab(aber immer zeitversetzt). Bessere sogar mit Wärmetauscher. Ein spezieller Keramikspeichereinsatz wird von Abluft erwärmt und der gibt Wärme an die kalte Frischluft wieder ab. Beispielsweise von Stiebel Eltron LA 30 WRG.
Das machen Zentralgeräte auch, aber mit Platten-Wärmetauschern. Hier findet die Wärmeübertragung sofort im Vorbeiströmen statt, denn Abluft und Zuluft findet in getrennten Kanälen zeitgleich statt.
Das ist technisch vorzuziehen. Dezentrale Lösungen sind für Nachrüstung nach Modernisierung und bei Platzmangel(keine abgehängte Decken mit Luftkanälen).