Dezimaleinheiten

Hallo Wissende
In den (meisten) Ländern des europäischen Kontinents wurden im Laufe des 19ten Jahrhunderts dezimale Einheiten für Währung, Längen etc. eingeführt. Das war irgendwie veranlasst/beeinflusst von der französischen Revolution und von Napoleon. Die Engländer und ihre armen Verwandten in USA haben diesen vernünftigen Schritt bis heute nicht nachvollzogen, obwohl die USA das erste Land mit der Hunderterteilung der Währung war.
Das ist wohl alles etwas ungenau ausgedrückt und vielleicht sogar falsch. Wer weiss das genau und wo kann ich mehr über die Verbreitung der „Dezimalidee“ lernen?
besten Dank für Links und Literaturhinweise.
Erich

Hallo,
zunächst mal folgendes zum Thema.
Ich finde das dezimalsystem total schwachsinnig weil föllig unmathematisch.
Die Zwölf hat den Vorteil, weil sich mehr Primfaktoren (1,2,3,4) darin
befinden.
Das Hexsystem würde ich als Programmierer natürlich als das aller beste
ansehen.
Man mußsich immer vor Augen halten, das Zahlensysteme eine Sache der
Gewöhnung sind. Wenn wir mit dem Hex System groß geworden wären, würden
wir sagen „Was ist den das Dezimalsystem für ein Schwachsinn“.
Der Vorteil am dezimalsystem ist, daß wir dies besser mit unseren Zehn
Fingern „bedienen“ können.

Den Link hier kennst du ja wahrscheinlich schon aber auf die schnelle
fällt mir sonst auch nichts besseres ein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimal

Gruß Norbert

Hallo Erich,

Die Engländer und ihre armen Verwandten in USA
haben diesen vernünftigen Schritt bis heute nicht
nachvollzogen,

Das ist falsch, das metrische System wurde im Vereinigten Königreich längst offiziell eingeführt (seit 1975). Die alten englischen Maße und Gewichte sind im täglichen Umgang aber nach wie vor weit verbreitet.

Grüße
Wolfgang

Hallo Wolfgang
Klar, du hast recht (oder Recht?). Meine „Spitze“ richtete sich gegen die USA, wo noch heute in allen Bereichen (ausser in gewissen „höheren“ Wissenschaften) mit den uralten (Längen)-Einheiten gemessen wird.
Besten Dank
Erich

Hallo Norbert
Vorerst besten Dank für die Hinweise, aber …

Die Zwölf hat den Vorteil, weil sich mehr Primfaktoren
(1,2,3,4) darin

Die 1 und die 4 sind keine Primzahlen.

Man mußsich immer vor Augen halten, das Zahlensysteme eine
Sache der Gewöhnung sind.

Ja

Vielleicht müsste ich meine Frage etwas präziser und damit auch ausführlicher umschreiben:

  1. Es hat früher viele verschiedene Währungen und Längeneinheiten gegeben, bei denen der Quotient aus den „Untereinheiten“ nicht konstant war: z.B. das karolingische Münzsystem mit 1 Pfund = 20 Schillinge zu 12 Denare; später kam noch der Taler zu 32 Schillinge dazu (und in England bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts der Guinea zu 21 Shilling!). Mache einer einmal mit Bleistift und Papier eine Zinseszinsrechnung damit!

  2. Gegen Ende des 18ten Jahrhunderts gewann die Idee mit dem Dezimalsystem an Boden (hätte von mir aus auch HEX oder … sein können). Der Witz dabei ist, dass sich die Einheiten durch einen konstanten Faktor unterscheiden.
    FRAGEN: Kam das alles von Frankreich und war Decartes der „Hintermann“? In welchen Jahren wurde was in welchem Land Europas eingeführt? War das alles eine Frucht der sonst nicht so fruchtvollen Napoleonischen Kriege? Hatte Napoleon selbst eine Meinung dazu?

  3. Ein eminenter Vorteil solcher „proportionaler“ Systeme ist, dass sie unbegrenzt zum Grösseren und zum Kleineren fortgesetzt werden können. Dann kann man noch griffige Abkürzungen zu den Vielfachen erfinden und das Ganze ist leicht zu handhaben: kilo, milli, nano, pico, Mega, Giga, Tera etc.

  4. Wie armselig mutet es dann an, wenn ein US-Amerikaner versucht - und ich habe da Erfahrung - mit Längenmassen zu hantieren. Kleine, handliche Dinge sind in Zoll (inch), noch kleinere in Brüchen von inch wie 1/2, aber auch 7/64! Ist 3/8 Inch grösser oder kleiner als 25/64?
    Wenn ich ein Bild der Breite 17 3/16 inch aufhängen will, wo ist die Mitte für den Nagel? Solche Probleme löst der US-Hausvater mit „trial and error“ = probieren, der europäische dividiert durch 2).
    Distanzen auf der Autobahn sind in Meilen angegeben; wenn ich dann näher zur Ausfahrt komme, heisst die Distanz 3/4 miles etc… und am Ende noch 200 Yards. Frage einmal einen Amerikaner, wie viele yards eine mile hat!!!

  5. Das ist alles meine subjektive Sicht. Ich möchte einfach mehr wissen darüber, wie und warum sich das logische „proportionale“ System in vielen Ländern - sogar in England - durchgesetzt hat, nicht aber in USA. Hingegen hatten die USA angeblich das erste dezimale Münzsystem!

  6. Auf dem Gebiet der Physik und des Engineering verursacht die „Konkurrenz“ der Systeme durchaus teure und unnötige Fehler. Vor einigen Jahren ist ein amerikanischer Satellit (Name vergessen) abgestürzt, weil der Schub von den (moderneren) Planern in NEWTON angegeben wurde, die (etwas rückständigen) Hersteller die Zahl jedoch als POUND interpretierten. Solche Fehler kommen in kleinerem Masstab täglich vor. (Darüber hat sich schon vor vielen Jahren der in Pasadena lehrende Astronom Fritz Zwicky sehr geärgert und er versuchte, erfolglos, das amerikanische Schulwesen für den moderneren Kurs zu motivieren).

Zu diesem ganzen Problemkreis hätte ich gerne eine BREITE Information mit historischen und wissenschaftlich/technischen Hinweisen

http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimal

Ja, diesen Link kenne ich, aber ich suche eben eine breitere Sicht der Dinge!

Ich hoffe auf Hinweise aus der „historischen Ecke“, die wissenschafltich/technische Seite ist mir vertraut.
Schüttet das Füllhorn eures Wissens über mir aus!!
Erich

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in gewissen „höheren“ Wissenschaften) mit den uralten
(Längen)-Einheiten gemessen wird.

Hallo !

Und? Für die Amerikaner kein Handicap. Sie leben damit, wie wir mit unserer Dezimalenheit.
Ich habe in einem Beruf gearbeitet, da war alles in diesem inch-System aufgebaut. Und zwar in Deutschland hergestellt.
Wenn man weiß, wo inch und wo Meter sein müssen, ist das keine Schwierigkeit.
Und man kann sich kaum vorstellen, dass die Amerikaner ihr System in der Raumfahrt, Heer, Marine, Luftwaffe einmal umstellen.
Warum auch?
Stell Dir mal vor, sie tun es! Was wäre da auf einem einzelnen Flugzeugträger los! Was in ihren Schulen? Unis!

Sie werden nicht umstellen!

mfgConrad

Hallo,

nicht besonders viel Informationen bietet der Artikel der Physikalisch Technischen Bundesanstalt, aber immerhin:

http://www.ptb.de/de/wegweiser/einheiten/_index.html

und dann unter „Das metrische System“ oder direkt:

http://www.ptb.de/de/wegweiser/einheiten/metrischess…

dann aber ohne Seitennavigation.

Gerhard

und noch ein Artikel zum metrischen System in den USA:

http://www-x.nzz.ch/folio/curr/articles/boehm.html

Gerhard

1 „Gefällt mir“

und nochmal ein Artikel zur Entstehung des metrischen Systems, hier wird auch einmal Napoleon zitiert:

***
Nach sieben Jahren trafen die beiden Astronomen in der südfranzösischen Festungsstadt Carcassonne wieder zusammen. Von dort kehrten sie gemeinsam nach Paris zurück, um ihre Ergebnisse einer internationalen Kommission vorzulegen - der ersten internationalen Wissenschaftskonferenz der Welt -, die ihr Werk dann in Form eines Urmeters aus Platin verewigen ließ. Es war ein Moment des Triumphes, der Beweis, dass die Naturwissenschaften sogar inmitten von sozialem und politischem Aufruhr etwas von Dauer hervorbringen konnten: einen Standard von unübertrefflicher Präzision. Der neue Herrscher Frankreichs, Napoleon Bonaparte, empfing das Resultat ihrer Forschung mit den prophetischen Worten: „Siege kommen und gehen, doch dieses Werk bleibt bestehen.“
***

aus:
http://www.randomhouse.de/specials/kenalder_dasmassd…

Gerhard

sorry, da hab ich wohl zu schnell gelesen. Der letze Link ist kein Artikel im eigentlich Sinn, sondern das Vorwort zu einem Buch:

„Das Maß der Welt - Auf der Suche nach dem Urmeter“

von Ken Alder

http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=84226

Gerhard

Tach

Hallo !

Und? Für die Amerikaner kein Handicap. Sie leben damit, wie
wir mit unserer Dezimalenheit.

Erzähl das der NASA schließlich haben die ne Sonde in den (Mars-)Sand gesetzt weil sie Kilometer mit Meilen verwechselt haben :smile:

mfgConrad

Gruß
Christoph

Eben !

Wären sie bei ihrem System geblieben, wäre das nicht passiert.
Da hat sicher einer der vielen Europäer bei der Nasa, nicht aufgepaßt.

mfgConrad

Moin Conrad,

Und man kann sich kaum vorstellen, dass die Amerikaner ihr
System in der Raumfahrt, Heer, Marine, Luftwaffe einmal
umstellen.
Warum auch?

weil sie (zumindestens offiziell) dem SI-System zugestimmt haben.
Offiziell gilt dort seit einigen Jahren das Dezimalsystem.

Stell Dir mal vor, sie tun es! Was wäre da auf einem einzelnen
Flugzeugträger los! Was in ihren Schulen? Unis!

Dann sind die dümmer oder zumindestens phflegmatischer als z.B. die Briten, dort wird trotz Widerstände konservativer Kreise das Dezimal- und SI-Sytem verwendet.

Gandalf

Moin !

Man könnte doch seitenlang aufschreiben, was hier bei uns im modernen Europa noch bzw bis in alle Ewigkeit nach dem „alten amerikanischen“ System läuft.
Fotografie, alles, was mit der Fototechnik sammenhängt.
PC, Diskettengröße 3,5" usw.

Mir fällt so schnell nichts mehr ein, aber es sind noch unendlich viele Dinge, die auch so bleiben. Amerikanisch.
Ich halte das auch für idiotisch, aber es ist nun mal so.
Man kann den us-amerikanischen kindern das Dezimalsystem ruhig beibringen, leben müssen sie mit beiden Systemen. Und das geht ohne Schwierigkeiten.

Im Maschinenbau (auch Deutschland) funktioniert nichts ohne das inch-System.
Ich mußte jahrelang mit Muttern und Schrauben amerikanischer Herkunft leben und die Maße der anderen Teile waren mm.
mfgConrad

Dann sind die dümmer oder zumindestens phflegmatischer als
z.B. die Briten, dort wird trotz Widerstände konservativer
Kreise das Dezimal- und SI-Sytem verwendet.

LOL wie peinlich, derart herablassend über andere gepflogenheiten zu reden! ähnlich reden übrigens auch manche leute über deutsche oder europäer, zb. weil es dort immer noch rauchergesetze wie vor 20 jahren gibt oder fernsehserien synchronisiert werden müssen, weil die bevölkerung „zu dumm“ ist.

gruß
dataf0x

Moin,

ähnlich reden übrigens auch manche
leute über deutsche oder europäer,

Ja und ?
*shrug*
M.

Dann sind die dümmer oder zumindestens phflegmatischer als
z.B. die Briten, dort wird trotz Widerstände konservativer
Kreise das Dezimal- und SI-Sytem verwendet.

LOL wie peinlich, derart herablassend über andere
gepflogenheiten zu reden!

das ist weder herablassend noch peinlich, (höchstens von Seiten der USA)

ähnlich reden übrigens auch manche
leute über deutsche oder europäer,

Das kratzt mich herzlich wenig.

zb. weil es dort immer noch
rauchergesetze wie vor 20 jahren gibt oder fernsehserien
synchronisiert werden müssen, weil die bevölkerung „zu dumm“
ist.

Mit den Rauchergesetzten wirds ja langsam und eine Vereinheitlichung der (wissenschaftlichen) Kommunikation mit der Synchronisation im Fernsehen zu vergleichen halte ich wiederum für reichlich an den Haaren herbeigezogen und peinlich.
Hier geht´s schlicht darum, daß sich eine(!) Nation gegen fast den gesamten Rest der Welt stemmt, weil sie heiß geliebte (und noch dazu reichlich unlogische) Gepflogenheiten pflegt und nicht von ihnen lassen will.

Oho Land Of The Brave…

Gandalf
Nichtraucher und Schauer auch nicht synchronisierter Filme

Hallo Wissende
Vielen Dank für die mannigfachen Hinweise. Vor allem die Links von Gerhard haben mich einige Schritte in der gewünschten Richtung weiter gebracht.
Meine kritische Meinung über die amerikanischen Längenmasse haben sich in keiner Weise geändert. Ich habe viele gute Freunde in USA - vor allem an Universitäten - die meine Meinung teilen und es schade finden, dass man in diesem Punkt rückständig geblieben ist. Ein „Mann von der Strasse“ wird das nie verstehen, da er nichts anderes kennt. „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdets’s nicht erjagen“ (Zitat von einem berühmten Deutschen). Ich bin weder anti-amerikanisch noch pro-deutsch, da ich mir als Schweizer das beste aus allen Welten leisten kann!
Danke für die angeregte Diskussion
Erich

Hier geht´s schlicht darum, daß sich eine(!) Nation gegen fast
den gesamten Rest der Welt stemmt, weil sie heiß geliebte (und
noch dazu reichlich unlogische) Gepflogenheiten pflegt und
nicht von ihnen lassen will.

ohoo das klingt was für bush, wenn er über die gepflogenheiten der demokratie und des freien marktes spricht, die man der ganzen welt nahebringen soll. aber dann heißt es „kulturimperialismus“.

gruß
dataf0x

Die Zwölf hat den Vorteil, weil sich mehr Primfaktoren
(1,2,3,4) darin

Die 1 und die 4 sind keine Primzahlen.

Das kommt davon wenn man schneller schreibt als denkt.
Ich meinte eigendlich die Zerlegung in Ganzzahlige Faktoren.

FRAGEN: Kam das alles von Frankreich und war Decartes der
„Hintermann“? In welchen Jahren wurde was in welchem Land
Europas eingeführt? War das alles eine Frucht der sonst nicht
so fruchtvollen Napoleonischen Kriege? Hatte Napoleon selbst
eine Meinung dazu?

Man o man gute Frage da muß ich mich selber erst mal schlau machen.
Ich weiß nur, daß sas Urmeter von Napoleon eingeführt wurde.
Das Urmeter ist aber glaub ich völlig wilkürlich und hat keinen Bezug.

  1. Wie armselig mutet es dann an, wenn ein US-Amerikaner
    versucht - und ich habe da Erfahrung - mit Längenmassen zu
    hantieren. Kleine, handliche Dinge sind in Zoll (inch), noch
    kleinere in Brüchen von inch wie 1/2, aber auch 7/64! Ist 3/8
    Inch grösser oder kleiner als 25/64?
    Wenn ich ein Bild der Breite 17 3/16 inch aufhängen will, wo
    ist die Mitte für den Nagel? Solche Probleme löst der
    US-Hausvater mit „trial and error“ = probieren, der
    europäische dividiert durch 2).
    Distanzen auf der Autobahn sind in Meilen angegeben; wenn ich
    dann näher zur Ausfahrt komme, heisst die Distanz 3/4 miles
    etc… und am Ende noch 200 Yards. Frage einmal einen
    Amerikaner, wie viele yards eine mile hat!!!

Die sind sowieso bekloppt.
Hab mal in USA bei Glasfertigung gearbeitet.
Masssysteme echt geil vor allem wenn man damit programmieren soll.

  1. Das ist alles meine subjektive Sicht. Ich möchte einfach
    mehr wissen darüber, wie und warum sich das logische
    „proportionale“ System in vielen Ländern - sogar in England -
    durchgesetzt hat, nicht aber in USA. Hingegen hatten die USA
    angeblich das erste dezimale Münzsystem!
  2. Auf dem Gebiet der Physik und des Engineering verursacht
    die „Konkurrenz“ der Systeme durchaus teure und unnötige
    Fehler. Vor einigen Jahren ist ein amerikanischer Satellit
    (Name vergessen) abgestürzt, weil der Schub von den
    (moderneren) Planern in NEWTON angegeben wurde, die (etwas
    rückständigen) Hersteller die Zahl jedoch als POUND
    interpretierten. Solche Fehler kommen in kleinerem Masstab
    täglich vor. (Darüber hat sich schon vor vielen Jahren der in
    Pasadena lehrende Astronom Fritz Zwicky sehr geärgert und er
    versuchte, erfolglos, das amerikanische Schulwesen für den
    moderneren Kurs zu motivieren).

Interressant. Stellt sich mir wieder die Frage wo in Hollywood
die erste Mondlandung war.

Zu diesem ganzen Problemkreis hätte ich gerne eine
BREITE Information mit historischen und
wissenschaftlich/technischen Hinweisen

Ich verstehe jjetzt was du wissen möchtest und finde das selbst sehr
interessant.
Bin aber damit deutlich überfordert.
Eine Bitte,
falls du was darüber finden solltest, kannst du mir dann eine Mail
schicken.
Würde mich wahnsinnig darüber freuen.
Hab leider bis nächste Woche meine Bücher nicht zur Hand da im Ausland.
Werd die Sache aber mal in Angriff nehmen.

Tschüss
Norbert