Diabetes

Hallo ich habe folgende Fragen:
Bei mir wurden bei einer Routineuntersuchung grenzwerteige Blutzuckerwerte (Nüchtern-Werte) festgestellt (120 mg/dl). Eine Kontrolluntersuchung 4 Wochen später bestätigte einen ähnlichen Wert. Daraufhin habe ich mir aus der Apotheke ein Meßgerät besorgt um zu konrtollieren. Siehe da, die Werte lagen bei ca. 80 mg/dl (vormittags). Sehr eigenartig. Hierzu noch folgende Anmerkung. In der Arztpraxis bin ich immer sehr aufgeregt was sich auch an meinen Blutdruckwerten wiederspiegelt. In der Praxis um die 160/90 (Arztmessung)aber zuhause wieder 120/70 (Selbstmessung kurz darauf). Mein Arzt scheint mir dies nicht so richtig zu glauben (evtl. folgt nun Langzeitmessung). Ich habe deshalb folgende Frage:

  1. Kann ein Blutzuckerwert ansteigen infolge einer psychischen Stresssituation? Beim Blutdruck scheint es ja so zu sein!!!
  2. Steht die Diagnose Diabetes dann trotzdem in jedem Fall? Egal aus welchem Grund der Blutzucker erhöht ist?
    3.Bei der ersten Messung wurde auch der Langzeitwert bestimmt. Dieser befand sich im Normbereich was was mich nun komplett verwirrt. Wie ist das zu werten?

Ich fühle mich gesund und habe keinerlei Symtome (vermehrten Durst etc.), welche auf Diabetes oder and. Krankheit hindeuten.

Danke im voraus für jede Antwort.
Gruß David

hallo,
wurde bei dir mal ein glucose intolleranz test durchgeführt?
dabei trinkt man auf nüchternen magen eine süße flüssigkeit und bekommt in abständen von mehreren stunden mehrmals den blutzucker gemessen.
hat man auch eine urin untersuchung gemacht?

Laura

Hallo,

weder noch. Keines von beiden. Ausschließlich der Blutzucker durch Blutentnahme wurde bisher bestimmt.

David

Hallo,
ich verstehe Deine Frage so als ob Du Dich fragst, wieso der Blutzucker mal hoeher mal niedriger liegt asls diese Grenze. Das koennte aber normal sein. Je nach Art der Nahrungsaufnahme. Er geht bei angemessener Ernaehrung auch bei vielen Typ2 Diabetikern wieder in den Normalbereich. Man kann den Effekt fast als „Diabetes heilen“ bezeichnen.
Aehnlich meine Ueberlegung zum Blutdruck. Sicherlich kann er bei Angst vorm Arzt oder Befund hoeher sein. Auch der Blutdruck aendert sich mit der Ernaehrung und kann in den Normalbereich gefahren werden, fast immer. Im Internet sind dutzende Berichte von Geheilten.
Wenn Du so um die Grenze(n) pendelst, fehlt doch nicht viel zur Deiner Gesundheit. Nutze Deine Chance und lies und frage, und dann beachte dabei ob derjenige an der Heilung oder an der Krankheit verdient.
Liebe Gruesse aus dem Taunus von Helmut

Blutzuckerschwankungen bei Angstpatienten!
Hallo David,

In der Arztpraxis bin ich immer sehr
aufgeregt was sich auch an meinen Blutdruckwerten
wiederspiegelt. In der Praxis um die 160/90 (Arztmessung)aber
zuhause wieder 120/70 (Selbstmessung kurz darauf). Mein Arzt
scheint mir dies nicht so richtig zu glauben (evtl. folgt nun
Langzeitmessung). Ich habe deshalb folgende Frage:

  1. Kann ein Blutzuckerwert ansteigen infolge einer psychischen
    Stresssituation? Beim Blutdruck scheint es ja so zu sein!!!

In gewissem Maß schon, denn bei Stress passiert so Einiges:
Es werden vermehrt die Hormone Adrenalin, Noradrenalin, sowie die Stresshormone Cortisol und Corticosteron ausgeschüttet.
Das steigert die Herzfrequenz, erhöht die Atmung, den Blutdruck und - den Blutzuckerwert -
durch Umwandlung des in der Leber und Skelettmuskulatur gespeicherten Glykogen in Glukose (Traubenzucker) mit anschließender vermehrter Zuckerausschüttung in das Blut, um mehr Energie für den sofortigen Verbrauch der Muskeltätigkeit bereitzustellen.

Einige Menschen leiden unter dem sog. „Whitecoat-Syndrom“, das dazu führt, dass z. B. Blutdruckwerte bei der ärztl. Messung nicht verwertbar sind. Hier hilft tatsächlich häufig nur die ambulante RR-Langzeitmessung oder die Selbstmessung zu Hause, wenn sie richtig durchgeführt wird.
Ein Syndrom besteht bekanntlich aus einem Symptomenkomplex, wozu u. a. wenn auch nicht oft, ein instabiler Blutzuckerspiegel gehören kann, wenn eine gewisse (nicht immer offen gezeigte) Panik beim Arztbesuch besteht.

Die meisten Patienten, die einen grenzwertigen Nüchtern-BZ haben, gaben oft nach einigem Überlegen an, dass sie zwar nüchtern waren, aber gerade ein Bonbon gelutscht, einen Kaugummi gekaut oder ein wenig Orangensaft getrunken hatten. Bei den wenigen, auf die dies nicht zutrifft und die daraufhin einen unauffälligen oGTT haben, kann eine gewisse Paniksituation vor der Blutentnahme dafür verantwortlich sein.
Ein Psychologe weiß (der Hausarzt vielleicht nicht immer), dass
Angstpatienten in der Regel Schwankungen des Blutzuckerspiegels aufweisen (instabile Blutzuckerwerte) ohne deshalb gleich Diabetiker zu sein.

Daher müsste man bei dir die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass der ungewöhnlich starke Blutzuckeranstieg eine Folge von sehr starkem Stress/Angst sein könnte.

3.Bei der ersten Messung wurde auch der Langzeitwert bestimmt.
Dieser befand sich im Normbereich was was mich nun komplett
verwirrt. Wie ist das zu werten?

Befindet sich der HbA1C-Wert im Normbereich (unter 6,5 - 7%), handelt es sich nicht um einen manifesten Diabetes.
Die Vorstufen zum Diabetes (es gibt mehrere Stufen auf dem Weg zum manifesten Diabetes > latenter Diabetes) lassen sich genauer mit einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) nachweisen, wobei man eine genau festgelegte Menge an in Flüssigkeit gelöster Glukose (75-100g) trinkt und z. B. genau nach 30 Min., 60 Min., 120 und evt. nach 180 Min. jeweils eine Glukosebestimmung durchführt, wobei der Patient in dieser Zeit weder körperlich (lange Spaziergänge) noch psychisch (Angstbelastung) belastet sein sollte, da dies die Ergebnisse verfälscht.

Folglich: In großen Stresssituationen werden neben Blutdruck, Puls, Atmung, u. a. der auch Blutzucker mobilisiert, das ist ganz normal. Bei psychisch empfindlich auf die ärztliche Situation mit Angst, Panik = Stress reagierenden Patienten passiert das ebenfalls genau so, was natürlich die Diagnosefindung erschwert.

Viele Grüße

Renate