Diabetes diabetes

Liebe/-r Experte/-in,
nachdem ich seit etwa 20 Jahren Diabetes des Typ II habe und bisher keine Medikamente brauchte, schwankte der HbA1c-Wert in den letzten Jahren zwischen 6,3-7,1 wobei ich im letzten Halbjahr Werte von 6,3 bis 6,6 (u.a Gewichtsreduzierung um etwa 10%)hatte.
Nun aber wurde trotzdem von meiner Nervenärztin
eine „Periphere Polyneuropathie“ festgestellt.

Haben Sie Erfahrung, ob unter diesen Voraussetzungen
ein „Blutzuckersenkendes Medikament“ meine PNP stoppen könnte und falls ja, welches würden Sie mir empfehlen?

Und gibt es aus Ihrer Sicht weitere Möglichkeiten
ein Fortschreiten zu verhindern und wie sehen Sie
die Einnahme von Knoblauch (angeblich gibt es dazu viele gegenteilige Meinungen)?

Für Ihre Rückantwort vielen herzlichen Dank
und eine schöne Adventszeit Ihnen wünsch.

Viele Grüße

Rudi

Mit diesen Fragen beschäftige ich mich auch gerade, Antworten lassen sich schwer finden. Vielleicht ist ein Ausprobieren das Beste. Guten Erfolg!

Periphere Polyneuropathie, ob unter blutzuckersenkendem Medikament PNP stoppen

Hallo Rudi
bitte sieh mir nach, dass ich Dir online KEINERLEI Empfehlungen geben DARF :smiley:
Ob die PNP in Kombination mit BZ-senkenden -Medikamenten angegegangen werden kann, kann man ohne Wissen Deiner körperlichen Befindlichkeiten / Deines Alters und Deines Allgemeinzustandes online leider auch nicht sagen :smiley:
Da ich selber insulinpflichtiger >SüßerOggy

Hallo Rudi,

ich habe seit ca. 40 Jahren Typ1. Mir hat hat vor etwa
10 Jahren das Naturheilmittel Lymphomyosot gegen die PNP-Symptome in den Beinen geholfen. Könntest du mal probieren.

Alles Gute
Matthias

Vielen herzlichen Dank für Ihre Info.

Gruß Rudi

Hallo Matthias,

vielen herzlichen Dank für Deine Info.

Werde es auf jeden Fall probieren und
Dir vom Ergebnis berichten; nur wird es
einige Zeit dauern.

Gruß Rudi

Lieber Rudi,

Vielen Dank für diese Anfrage. Ich finde es sehr wichtig und richtig, dass diese Problematik hier angesprochen wird. Leider wird der Typ 2-Diabetes nach wie vor sowohl von den Betroffenen, als auch von der Gesundheitspolitik und auch vielen Ärzten nicht so richtig als „vollwertige“ Erkrankung angesehen.
Ihr Fall zeigt, dass auch bei scheinbar guter Kontrolle (die HbA1c-Werte sind ja nicht so schlecht) Folgeerkrankungen auftreten können. Sicherlich gab es in Ihrer Krankheitsgeschichte eben doch Phasen, in denen der Stoffwechsel nicht so optimal unter Kontrolle war.
Spätestens jetzt ist es an der Zeit, diese Kontrolle zu verschärfen. Natürlich kann ich keine Ferndiagnosen stellen und erst recht keine Medikamente empfehlen. Mein dringender Rat wäre, einen Diabetologen zu konsultieren und mit ihm die richtige Therapiestrategie zu besprechen.
Ich bin persönlich ein großer Fan von Knoblauch (sehr zum Ärger meiner Frau!) - aber in Ihrem Fall glaube ich nicht, dass er als Allheilmittel taugt. Hier würde ich doch mehr bei der Schulmedizin bleiben.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem viel Erfolg bei der Suche nach einem Diabetologen, der auch die Betreuung von „einfachen“ Typ 2-Diabetikern als seine Aufgabe ansehen kann.

Dr. Andreas Müller

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,

zuerst einmal vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Info.

Ich hab nun für diesen Donnerstag einen Termin bei einem guten Diabetologen, der mich erst im letzten Vierteljahr wegen meinen HbA1c-Werten von 6,3 und 6,6 lobte; aber nun bemerke ich dennoch meine beschriebenen PNP-Beschwerden. Naja, ich wollte
es halt mit entspr. Ernährung und Sport (dreimal die Woche Spinning und Gerätetraining in einem Fitneßstudio)mein ganzes Leben schaffen, damit ich keine Tabletten nehmen muss, aber jetzt nach den
etwa 20 Jahren muss ich wohl umdenken.

Nun nur noch eine Frage wenns erlaubt ist.
Ein Bekannter hat seit ca. 40 Jahren Typ1.
Und ihm hat vor etwa 10 Jahren das „Naturheilmittel Lymphomyosot“ gegen die PNP-Symptome in den Beinen geholfen. Würden Sie es an meiner Stelle mal versuchen,
oder soll ich besser diese Frage meinem Diabetologen stellen?

Was ich mir jedoch nicht ganz erklären kann, dass ich bisher je nach Laune nur alle 4-6 Wochen ein Weizenbier trank und Gestern vor dem Zubettgehen wieder einmal eines trank und ich hatte nachts
kein nennenswettes Kribbeln mehr und konnte
plötzlich fast durchschlafen. Das war wohl nur
eine Art Betäubung?

Für Ihre Rückantwort nochmals vielen Dank.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Rudi,

Das sind zwei unterschiedliche Fragen.
Fangen wir mit der ersten an - Lymphomyosot. Als Experten sind wir von Wer-weiß-was verpflichtet, keinerlei kommerzielle Hinweise zu geben. Somit können wir auch nicht zu einzelnen Produkten Stellung beziehen. Ich persönlich halte von Homöopathie überhaupt nichts - ich weiß aber, dass es viele Leute gibt, denen der Glaube daran geholfen hat. Als Arzt vertrete ich die Meinung - was hilft ist OK, auch wenn es nur im Einzelfall ist. Also wer auf homöopathische Therapieprinzipien steht, soll es ruhig ausprobieren.
Ich denke die zweite Frage ist etwas einfacher zu beantworten. Gerade wenn Sie regelmäßigen Biergenuss am Abend nicht gewohnt sind, kann das eine Weizen schon so gewirkt haben, wie von Ihnen vermutet. Das soll aber keine Aufforderung sein, eine PNP mit Alkohol zu therapieren!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Müller

Hallo Herr Dr. Müller,

möchte mich nochmals herzlich bei Ihnen
für Ihre Rückantworten bedanken und wünsche
Ihnen und ggf Ihrer Familie weiterhin alles Gute.

Hab so vor nicht mehr als höchstens 1 Weizen täglich zu trinken; da eine engere Verwandte jahrelang damit große Probleme hatte, gottseidank hat sie es geschafft
und geht sogar in eine Selbsthilfegruppe.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Rudi.

Sie haben mich als Expertin für Ihre Frage ausgewählt.
Leider kann ich Ihnen nicht wirklich einen Rat geben, da mein Hauptgebiet der Typ 1 Diabetes ist, nicht der Typ 2 Diabetes.

Grundsätzlich ist es wohl so, dass es auch sehr stark vom allgemeinen Gesundheitszustand abhängig ist, ob man sog. „Spätschäden“ bekommt oder nicht. So ähnlich hat sich meine Ärztin mal ausgedrückt.
Ein ähnliches Beispiel ist das Rauchen: Manche rauchen ein Leben lang und bleiben gesund dabei, andere rauchen nicht oder nur wenig und bekommen Lungenkrebs.

Ihr HbA1c ist nicht so schlecht, als dass Sie hiervon zwangsläufig Neuropathie bekommen müssten. Sie ist aber da und nun suchen Sie einen Ausweg.

Ob und wenn ja welche Medikamente Sie nehmen können bzw. sollten, das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich kenne mich mit Typ 2 Medikamenten einfach zu wenig aus.

Das einzige, was ist Ihnen mit Bestimmtheit sagen kann ist folgendes:
Alles, was in so allgmein z.B. in „Fernsehzeitungen“ an Zeugs für Gesundheit bzw. gegen Diabetes angeboten wird, ist völlig nutzlos, kann sogar gefährlich werden.

Eine Zeitlang war in den Medien von „Zimt gegen Diabetes“ gesprochen worden. So etwas ist nur Geldschneiderei. Und ich möchte nicht wissen, wo bzw. wie der Zimt hergestellt wird. Dies geschieht ja meist in der sog. „dritten Welt“ und ist dementsprechend meistens hoch belastet mit Giftstoffen.

Genauso kann man sagen, dass „Knoblauch gegen Neuropathie“ nicht funktionieren wird.
Natürlich ist sinnvoll, eine gesunde Ernährung zu haben, gut auch, wenn hier viel frisches Gemüse zum Einsatz kommt, auch frischer Knoblauch.
Aber getrockneter Knoblauch in Kapselform - was ist daran noch „gesund / mediterran“?
Im Gegenteil: auch hier muss man sich wieder fragen, wo der Knoblauch herkommt, wieviel Pestizide eingesetzt und wieviel Giftstoffe zur Trocknung benutzt wurden. Das alles ist eher schädlich.

Mein Rat an Sie ist:
Sprechen Sie mit Ihrem Diabetologen über Ihre Problematik. Er wird wissen, welche Medikamente jetzt bei Ihnen sinnvoll wären. Ggf. suchen Sie einen weiteren Diabetologen auf, um sich eine zweite Meinung einzuholen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück und gute Besserung!

Marion

Hallo Rudi

Ich kann Ihnen nur raten, einen Diabetologen aufzusuchen, nur er kann entscheiden, welche Medikamente in Frage kommen, abhängig von Alter, Gewicht und anderen externen Faktoren. Knoblauch oder auch andere Nahrungsmittel helfen nicht.
Mit freundlichem Gruß
Hermann Wirtz

Hallo Herr Wirtz,

trotzdem vielen herzlichen Dank für Ihre Info.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Rudi,
trotz des gut eingestellten Diabetes ist eine Folgeerkrankung leider nicht ausgeschlossen. Bei meinem Mann z.B. hatten wir erst eine PNP bevor überhaupt ein Anstieg der BZ-Werte und des HbA1C-Wertes zu verzeichnen waren.
Eine PNP kann man meines Wissens nach nicht stoppen und den Verlauf deutlich verzögern. Hierzu ist aber immer eine enge Zusammenarbeit zwischen Diabetologe und Neurologe notwendig.
Falls noch keine Vorstellung bei einem Diabetologen erfolgt ist, wüdre ich dies tun, denn nur bei Gesamtübersicht über Blutwerte, Anamnese und den bisherigen Verlauf kann man entscheiden ob orale Antidiabetika geeignet sind und vor allem welche!
Die Einnahme von Knoblauch bei Diabetes ist mit Sicherheit nicht schädlich, jedoch von keinerlei therapeutischen Nutzen.
In Fachkreisen wir immer wieder über die Einnahme von Chrom und Zimt diskutiert. Es wurden Teilerfolge erzielt, durch Studien jedoch nicht deutlich belegt.

Leider kann ich Ihnen nicht wesentlich weiterhelfen, nur die Empfehlung aussprechen den weiteren Therapieverlauf mit Diabetologe, Hausarzt und Neurologe zu planen.

Einen schönen Advent

Gruß Chris

Hallo Rudi,
sorry, dass ich mich so spät melde. Vielleicht ist ja schon eine Lösung gefunden. Nur kurz:

  • Wenn erste Folgeerkrankungen auftreten, würde ich mir zunächst mal eine fachärztliche Zweitmeinung einholen.
  • Auf „Hausmittelchen“ wie Knoblauch etc. würde ich nicht vertrauen. Hier geht es nicht um einen Schnupfen!
  • Schließlich würde ich meinen Blutzucker zukünftig nur noch von einem Diabetologen behandeln lassen.
    Ich drücke die Daumen!!!
    Grüße
    Frank

Liebe/-r Experte/-in,
nachdem ich seit etwa 20 Jahren Diabetes des Typ II habe und
bisher keine Medikamente brauchte, schwankte der HbA1c-Wert in
den letzten Jahren zwischen 6,3-7,1 wobei ich im letzten
Halbjahr Werte von 6,3 bis 6,6 (u.a Gewichtsreduzierung um
etwa 10%)hatte.
Nun aber wurde trotzdem von meiner Nervenärztin
eine „Periphere Polynieeuropath“ festgestellt.

Haben Sie Erfahrung, ob unter diesen Voraussetzungen
ein „Blutzuckersenkendes Medikament“ meine PNP stoppen könnte
und falls ja, welches würden Sie mir empfehlen?

Und gibt es aus Ihrer Sicht weitere Möglichkeiten
ein Fortschreiten zu verhindern und wie sehen Sie
die Einnahme von Knoblauch (angeblich gibt es dazu viele
gegenteilige Meinungen)?

Für Ihre Rückantwort vielen herzlichen Dank
und eine schöne Adventszeit Ihnen wünsch.

Viele Grüße

Rudi

Vielen herzlichen Dank für Deine Info Frank.

Werde als nächstes einen Termin mit
meinem Diabetologen vereinbaren.

Gruß Rudi

Hallo,
leider verspätete Antwort:
die PNP (Polyneuropathie) ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, manche haben, einen gut eingestellt Diab. (nur mit Diät) und haben doch einen Charcot-Fuß bekommen. Wesentlich ist die Schuhversorgung!!!, damit keine Fußgeschüre entstehen!
Knoblauch? hab ich jetzt noch nichts darüber gelesen…
Die Schmerzhafte PNP kann behandelt werden (z.B. Lyrica, Aryclaim, Gabapenthin,…)
Gruß, Rantanplan

Vielen herzlichen Dank für Ihre Rückantwort.

Gruß Rudi