Hallo,
bisher habe ich immer gehoert, beim Diabetes Typ 1 seien die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldruese zerstoert und koennten nie wieder Insulin abgeben.
- Mai 2007.
Mäuse geheilt:
Impfstoff gegen Diabetes Typ 1 wirkt
Einem deutsch-französischen Forscherteam ist es gelungen, den körpereigenen Angriff auf die Bauchspeicheldrüse zu stoppen. Wissenschaftler in Berlin-Buch und Toulouse (Frankreich) haben Mäuse mit Diabetes Typ 1 erfolgreich mit einer Impfung behandelt. Grundlage dafür sind ganz ähnliche Strukturen, wie sie vom Immunsystem bei Diabetes Typ 1 fälschlicherweise attackiert werden. „Aktive Toleranz“ nennt sich der Prozess, bei dem das Immunsystem „lernt“, körpereigene Strukturen nicht mehr zu anzugreifen. Die Arbeit der Toulouser und Berliner Arbeitsgruppen ist jetzt online in den amerikanischen Proceedings der National Academy of Scienes (PNAS) erschienen…Die Immunologen hoffen, damit grundsätzlich eine Möglichkeit gefunden zu haben, künftig verschiedene Autoimmunerkrankungen …auch nach Ausbruch zu behandeln.
Quelle: idw/ GesundheitPro.de; 21.05.2007
ww.gesundheitpro.de/Maeuse-geheilt-Impfstoff-gegen-Diabetes-Diabetes-Typ-1-A070521COC0P050453.html
Neu ist mir die Aussage in dieser Forschungsarbeit, dass die insulinproduzierenden Zellen nach Ausbruch des Diabetes Insulin produzieren koennten, wenn sie vom Immunsystem nicht staendig daran gehindert wuerden. Wird diese Hinderung mit der neuen Methode gestoppt, produzieren die Zellen wieder Insulin.
Neu ist, sie waren nie ganz defekt, nur gehindert. Das widerspricht der bisherigen Theorie zerstoerter Zellen. Dadurch werden auch andere fruehere Berichte von Heilen des Diabetes Typ 1 glaubhafter.
Gibt es in der Diabetesheilung demnaechst grosse Fortschritte?
Gruss Helmut
Hallo Helmut!
Wenns denn mal so einfach wäre…
Es ist nicht so, dass da Ratten oder Mäuse mit echtem Diabetes etwa einfach geimpft wurden wie gegen Tetanus und danach war alles paletti.
http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/0610423104v1
Da wird mit genetischen Tricks und Transplantationen eine Krankheit in den Versuchstieren hervorgerufen, die Diabetes ähnelt. Die Ergebnisse sind sicher nicht in sehr großer Genauigkeit auf den Menschen übertragbar. Die grundsätzlichen Mechanismen der Vermittlung der Autotoleranz sind nichts völlig neues. Die stehen auch schon in Lehrbüchern. Die Autoren ziehen auch nicht den Schluss, dass sie jetzt eine Heilungsstrategie für Diabetes gefunden hätten.
Sowas wird einfach von einigen Nachrichtenagenturen verfälscht wiedergegeben, entweder weil die Redakteure von den Fachgebieten selbst keine Ahnung haben und dann irgendwas schreiben, weil sie den Originalartikel garnicht richtig verstanden haben. Oder, und das ist wohl der häufigere Grund: Man will einen Aufmacher schreiben.
Fazit: Die Forschung ging immer weiter und geht weiter. Mein Immulogieprofessor hat heute gesagt „Die Prozesse der Autoimmunerkrankungen wurden viel untersucht, aber man ist noch weit davon entfernt sie genau zu verstehen. Eine Heilung ist bisher nicht möglich und es wird sicher noch sehr lange dauern, bis man daran denken kann.“
Tschüss, Stefan
Hallo Helmut,
das wird schon noch eine Weile dauern und ob es bei allen Diabtes-1-Patienten wirken wird ist auch nicht sicher.
Mehr zu den möglichen Ursachen und Untersuchungen findest Du in dieser Dissertation
http://www.uniklinikum-giessen.de/med3/dissertatione…
Womit wir wieder bei dem Thema wären, dass Kuhmilch für Kälber ist und nicht für den Menschen. In Ländern welche keine Kuhmilch oder nur wenig konsumiert wird, kommt der Diabetes-1 wesentlich seltener vor (Studie gibt es dazu, Deutschland hat sich nicht beteiligt.)
Gruß Kerstin