Vorwort:
Die folgende Diagnose und anschließende Therapie-Empfehlung beruht auf lang andauernder Beobachtung des Verhaltens von Herrn D.
Diagnose:
Bei Herrn D. scheint es sich um einen ziemlich schweren Fall einer sozialen Verhaltensstörung zu handeln, die ihm allerdings nicht bewusst zu sein scheint.
Folgendes Gespräch mit Herrn D. möge als illustrierendes Beispiel dienen:
Interviewer (im folgenden I.):
„Wie geht es Ihnen heute?“
Herr D:
„A-Bomben auf diese Bande werfen, DANN ist Ruhe.“
I: „Herr D., ich hatte Sie gefragt, wie es Ihnen geht. Fühlen Sie sich nicht gut?“
Herr D.:
„Falsch again.“
I: „Oh, ich sehe…Sie sprechen auch Englisch…“
Herr D:
„GOD BLESS AMERICA“
I: „Aber sicher doch, Herr D., ein schönes Beispiel Ihrer Englischkenntnisse…Würden Sie mir jetzt meine Frage nach Ihrem Wohlbefinden beantworten, bitte“
Herr D:
„Lerne!“
I: „Wie bitte?“ Herr D., bitte antworten Sie auf…
Herr D:
„…da die USA…die beste Freiheit des Geistes bietet.“
I. (freundlich lächelnd und Herrn D. die Hand tätschelnd):
„Geht es Ihnen nicht so gut heute? Können Sie mich nicht verstehen? Soll ich Ihnen schnell eine von diesen getrockneten Pillen holen?“
Herr D.:
"GOD BLESS AMERICA!!! Bildungluecke der Deutschen!!! … ich meine aus Kapazitaetsgruenden des Memory…Wenn Du nicht diskutieren kannst, dann ist es wirklich sinnlos…aber ER will/kann ja nicht: Gefangener seiner fundamentalen Denke…GOD BLESS AMERICA!!! GOD BLESS AMERICA!!! GOD BLESS AMERICA!!!
An diesem Punkt musste das Gespräch abgebrochen werden, da Herr D. wie von Sinnen nur noch GOD BLESS AMERICA!!! schrie.
Therapievorschlag :
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Herrn D. sollte zunächst von Tastaturen oder ähnlichen Eingabegeräten fern gehalten werden, bis die Symptome etwas abklingen.
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Herr D. sollte als nächsten Therapieschritt einen Benimm-Kurs besuchen, in dem er die einfachsten sozialen Benimmregeln erlernen kann. Als Kursziel genügt es, wenn Herr D. am Ende in der Lage ist, mit seinen Mitmenschen ohne Anschreien, Abkanzeln und Verächtlichmachen in Kontakt zu treten.
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Die nächste Therapiestufe ist ein Rhetorik-Kurs, in dem Herrn D. die Grundzüge erfolgreicher Gesprächsführung vermittelt werden sollen. Das dürfte relativ schwierig werden, denn Herr D. müsste auch lernen, mit Einwänden gelassen und souverän umzugehen. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf…
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Schließlich wird Herr D. auch weiterhin dringend empfohlen, die getrockneten Froschpillen regelmäßig einzunehmen, damit ein ganzheitlicher Therapie-Erfolg gewährleistet werden kann.
gezeichnet
U.M. (Protokollantin)
