Diagnose der Alzheimer Krankheit

Hallo,
Meine Frage ist die, ob man nun eine Diagnosemöglichkeit gefunden hat frühzeitig Alzheimer zu erkennen (also noch bevor Symptome auftreten) zum Beispiel an diesen Plaques. Meines Wissens nach sind diese de facto nicht nachweisbar jedoch wird versucht ein Mittel zu finden, diese Plaques zu markieren und dann zu sehen. Stimmt das? wie weit ist man damit?

Hier aus einem Interview:

Demenz: Frühe Diagnose ist wichtig
Frankfurt (Oder) (moz) Märkische Oderzeitung und Klinikum Frankfurt (Oder) laden am Mittwoch, dem 2. März zu einem Forum zum Thema Demenz ein. Es geht dabei um Früherkennung, Behandlung und Hilfsangebote für Angehörige. Ina Matthes sprach im Vorfeld mit Dr. Ulrich Niedermeyer, Chefarzt am Klinikum in Frankfurt (Oder) Markendorf über das Thema Demenz.
Märkische Oderzeitung: Dass Menschen im Alter vergesslich werden, ist nicht ungewöhnlich. Was unterscheidet normale Vergesslichkeit von Demenz?
Dr. Ulrich Niedermeyer: Vergesslichkeit ist ein typisches Symptom für Demenz. Der Unterschied ist: Jemandem, der nicht dement ist, fällt irgendwann wieder ein, wohin er etwas verlegt hat. Ein dementer Patient erinnert sich nicht mehr daran.
An welchen Anzeichen können Angehörige erkennen, dass Vater, Mutter oder Partner möglicherweise krank sind?
Bei den Patienten ist das Denkvermögen eingeschränkt, sie zeigen psychische Verhaltensänderungen, Orientierungsstörungen. Der Betroffene vergisst öfter etwas, fragt dreimal nach, ist in seinem Wesen verändert. Im Frühstadium des Nichterinnerns stellt sich die Frage: Ist das eine milde kognitive Beeinträchtigung, die altersbedingt ist, oder ist das schon der Anfang einer Demenz.
Wie lässt sich das herausfinden?
Es gibt verschiedene Tests, die nicht zeitaufwendig sind und in der Praxis eines niedergelassenen Arztes durchgeführt werden können. Dabei erreichen Patienten eine bestimmte Punktzahl, die für eine Demenz spricht oder diese ausschließt. Für die Diagnose einer Demenz werden außerdem Blutuntersuchungen gemacht, Schilddrüsenwerte untersucht. Und es wird eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie des Gehirns angefertigt.
Wenn die Demenz vorangeschritten ist, wird ein Abbau von Hirngewebe sichtbar. Aber diese Bilder allein beweisen noch nichts. Erst zusammen mit dem klinischen Befund und den Testergebnissen lässt sich die Diagnose stellen.
Ärzte stellen eine Demenz fest, wenn sie ausgebrochen ist. Eine Früherkennung aber, die einem 70-Jährigen einen Hinweis gibt, dass er mit 80 dement werden könnte, die gibt es nicht?
Nein. Nehmen wir zum Beispiel die Alzheimer-Demenz, die häufigste Demenz-Erkrankung. Das ist eine neurodegenerative Erkrankung. Das heißt, dabei sterben Hirnnerven ab. Die Ursachen dafür sind bisher nicht bekannt. Es gibt dazu nur Theorien. Man geht aber davon aus, dass dieser Abbauprozess 20, 30 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnt.
Wie groß ist der Anteil der Alzheimer-Patienten unter den Demenzkranken?
Das ist die größte Gruppe, etwa 50 bis 60 Prozent.
Ab welchem Alter tritt dieses Leiden besonders häufig auf?
Man kann sagen, je älter Menschen sind, desto mehr Fälle gibt es. Bei den 80- bis 84-Jährigen sind das etwa 10 bis 17 Prozent, bei den 90-Jährigen ist es jeder Dritte. Es erkranken mehr Frauen als Männer, weil Frauen älter werden.
Kann man vorbeugen, indem man sich geistig fit hält?
Es ist nicht so, dass man mit Kreuzworträtsel-Lösen eine Demenz verhindern kann. Aber es ist schon gut, sich geistig frisch zu halten. Das hat einen positiven Effekt. Das kann man vergleichen mit einem Bankkonto: Wenn viel Geld drauf ist, kann man lange etwas abheben. Wer geistig fit ist, kann Verluste besser kompensieren. Das heißt aber nicht, dass Intellektuelle gefeit sind gegen Alzheimer.
Wie wird Alzheimer heute behandelt?
Die Behandlungsmöglichkeiten sind relativ eingeschränkt. Es gibt Medikamente, die aber den Prozess des Absterbens der Nervenzellen weder verlangsamen noch verhindern. Sie unterstützen jedoch diejenigen Nervenzellen, die noch vorhanden sind. Dadurch kann man das Auftreten der Symptome um ungefähr zwei bis drei Jahre hinauszögern. Deshalb ist es wichtig, dass die Diagnose möglichst früh erfolgt und möglichst früh und konsequent medikamentös behandelt wird.
In welchen Fällen kommen die Patienten zu Ihnen in die Klinik?
In die Klinik kommen Alzheimerpatienten, wenn sie in einem fortgeschrittenen Stadium psychotisch werden oder infolge dieser psychotischen Probleme aggressiv werden. Die Patienten leiden zum Beispiel unter Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Diese Symptome werden hier im Klinikum mit Antipsychotika behandelt, aber auch mit Musik-, Ergotherapie und weiteren Therapien.
Was würden Sie den Angehörigen im Umgang mit dementen Menschen raten?
Sehr wichtig ist, klar und eindeutig mit den Patienten zu reden. Im häuslichen Umfeld sollte möglichst nichts verändert werden, damit sich die alten Menschen zurechtfinden.
Wenn eine Demenz im Frühstadium festgestellt ist, dann sollten sich die Angehörigen überlegen, was sie mit ihrem Partner oder ihrem Vater, ihrer Mutter noch erleben möchten. Verwandte besuchen vielleicht, eine Reise machen.
Das sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Das ist eine Chance auf ein schönes, gemeinsames Erlebnis, die man noch hat. Denn für die Familie ist es schwierig zu erleben, wie ihre Angehörigen plötzlich dahindämmern.
Auf den Verlauf der Demenz hat das aber keinen Einfluss.
Das heißt dann aber auch, bei Verdacht auf eine Demenz sollte man möglichst schnell einen Arzt konsultieren.
Wenn der Eindruck entsteht, dass Angehörige sich verändern, dann ist es wichtig, dass nicht weggeschaut wird, sondern dass das überprüft wird und man sich dem stellt. Und dass früh mit der Medikation angefangen wird. Denn durch Wegsehen und Leugnen wird nichts besser, sondern alles noch viel schlimmer.

Hilft es weiter?

Vielen Dank!!
Wirklich sehr hilfreich!

Hallo !

Zu der jüngeren Entwicklung kann ich nichts sagen, meine Erfahrungen begannen Mitte der 80er Jahre als die Symptome schon unübersehbar waren. Damals wurde aber schon publiziert dass eine kommende / beginnende Alzheimer-Erkrankung vor Symptomen an der Nasenschleimhaut (mehr oder weniger sicher) nachgewiesen kann. In dieser Hinsicht muss sich aber inzwischen viel getan haben.

Herzliche Grüsse, Peter

Hallo Subbl

weiss ich leider nicht, würde mich auch brennend inter.
sorry

Mfg Undine57

Hallo,
leider kann ich Dir diese Frage nicht Beantworten.

hallo,
so genau weiss ich es auch nicht, die plaques sind aber nur eine der möglichkeiten, hier ein kurzer überblick:

http://www.alzheimerforum.de/4/3/43inh.html

frage der praxistauglichkeit:

http://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid…

was nutzt mir eine frühdiagnose, wenn ich keine echte therapie habe?

gruß

georg

Vielen Dank.
Können Sie mir sagen warum die Krankheit nicht die Nervenzellen befällt die für lebenswichtige Funktionen zuständig ist? Z.B. das Nachhirn.
Gruß

Vielen Dank.
Können Sie mir sagen warum die Krankheit nicht die Nervenzellen befällt die für lebenswichtige Funktionen zuständig ist? Z.B. das Nachhirn.
Gruß.

hallo,

die krankheit befällt ALLE hirnzellen, die einen früher, die anderen später. Es ist individuell unterschiedlich wann welche drann sind. Meine frau verlor z.b. sehr früh die sehfähigkeit, konnte aber fast bis zum schluss sprechen…

was den verlust der verschiedenen kognitiven fähigkeiten betrifft gilt ungefähr: last in, first out. Also die zuletzt gespeicherten infos sind als erste wieder weg…
gruß

georg

Hallo !

Die für die lebenswichtigen Funktionen zuständigen Teile des Gehirns sind am besten geschützt, egal was passiert: Diese Bereiche sind die letzten die befallen werden. Meine Mutter hat Alzheimer seit Mitte der 80er Jahre, seit Ende der 90er Jahre existiert kein logisches Denken mehr, 0,0 % - die lebenswichtigen Funktionen gehen weiter, d.h. sie lebt und lebt auch nicht.

Es ist ein entsetzlicher Zustand über den ich noch nie etwas gelesen habe. Ohne jeden Zweifel würde meine Mutter wenn sie klaren Geistes ein einziges entscheiden könnte nur entlassen werden wollen aus dieser Welt in der sie nur noch physisch ist. So muss ihr Körper bleiben und kostet ca. EUR 3.500,- und es ist nichts anderes als pervers dass dieses Geld nicht humanitär ausgegeben werden kann.

Es ist nebensächlich dass ich 260.000,- bezahlen musste und damit Haus und Alterssicherung verloren habe. Extrem wichtig ist mir der Rat an jeden den es betreffen kann Vorsorge zu treffen, dass der Körper mit dem Geist gehen darf - was letztlich bedeutet zu handeln bevor es nicht mehr möglich ist. So furchtbar das auch ist. Nur ist alles besser als das Verschwinden ohne wirklichen Tod. Das ist unwürdig und zutiefst inhuman. Dass es aus dieser Situation keine Fluchtmöglichkeit gibt und daraus auch noch irrsinnige Kosten entstehen erachte ich wie schon gesagt als absolut pervers.

Entschuldigen Sie den Exkurs - ich musste das loswerden. Und vielleicht es ihnen ja auch einen Schritt weiter. herzliche Grüsse, Peter

Hallo Subbl,
nein, diese Diagnosemöglichkeit gibt es nicht. Alzheimer ist auch nach wie vor eine Ausschlußdiagnose, die erst ganz sicher postmortem gestellt werden kann.
Man hat aber Prädispositionen bei einigen Menschen feststellen können, eine Art genetische Anlage und arbeitet an einem Impfstoff. Aber das bedeutet nicht, daß die Krankheit auch ausbrechen muß. Und es bedeutet auch nicht, daß nicht auch Menschen ohne diese Disposition erkranken können. Die Wahrscheinlichkeit ist aber höher.

Plaques kann man beim MRT-sichtbar machen, ebenso die Durchblutung des Gehirns beim SPECT.
Heilung ist noch nicht möglich. Medikamente, Therapie und angemessene Aktivierung verzögern den Verlauf der Krankheit.

Ich hoffe, daß die Antwort hilfreich war.
Mit freundlichem Gruß,
Jasmin

Vielen Danke für Ihre Antwort.
Sie sagten gerade die endgültige Diagnose kann erst post mortem gestellt werden. Ich dachte bisher das liegt daran, dass man die Plaques nicht sichtbar machen kann? Aber sie haben gesagt man kann sie sichtbar machen? Warum dann erst nach dem Tod?
Gruße Subbl

Tja, erwischt! Kleine Unachtsamkeit. Ich bin Therapeutin und keine Medizinerin. Ich versuche es nochmal:
Im MRT kann man vergrößterte Liquorräume sehen, sprich, wo eigentlich mal graue Hirnsubstanz vorhanden war und jetzt eben freier Raum, gefüllt mit Hirnwasser.
Die Plaques kann man dann wohl doch nicht sehen. Dafür muß man den Kopf öffnen.

Gruß, Jasmin

Noch einmal hallo, vielleich ist meine Mail „verloren“ gegangen? Such doch bitte nach einer Antwort für Dir unter www.alzheimer-forschung.de oder/und
www. deutsche alzheimer.de
Viel Erfolg
Grüße von Ulla

Vielen Dank, ich habe auf diesen Seiten meine Antworten gefunden und meine mündliche Abiturprüfung mit 14 Punkten abgelegt.

Sorry, habe erst die Frage übersehen, daher jetzt erst eine Antwort. Ich kann es dir so nicht beantworten. Es soll frühzeitig im MRT sichtbar sein, aber genaues weiß ich auch nicht.
viele Grüße