Diagnose von Krebs

Hallo!

Ich wüsste gerne mal, wie in der Praxis (!) in Deutschland festgestellt wird ob jemand Krebs hat v.a. wenn man es nicht schon vor der offiziellen Diagnose weiß :wink:

In der letzten Zeit sind in meinem Umkreis relativ viele Menschen an unerkannten Krebs gestorben.
Eine Cousine, 24, starb an einer wohl sehr schnell voranschreitenden Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wenn er so schnell war verstehe ich ja noch, dass es nicht entdeckt wurde.

Aber letztes Jahr verstarb ein Nachbar, der sehr lange über Rückenschmerzen geklagt hatte. Er bekam dagegen Schmerzspritzen und zuletzt Massagen verschrieben, einen Monat nachdem wir uns über die Massagen unterhalten haben war er tot, Krebs, keiner hats gemerkt.

Am 30. ist eine Großtante gestorben. Sie wurde jahrelang wegen eines Herzleidens behandelt, am 20. war sie noch hier und konnte plötzlich nicht mehr laufen, musste ins Auto getragen werden. Die Ärzte stellten dann kurz vor oder nach ihrem Tod fest, dass sie Knochenkrebs hatte und die Knochen darum gebrochen waren. Trotz jahrelanger ärztlicher Intensivbetreuung ist niemand auf Krebs gekommen.

Mein Großvater ist an zu Lebzeiten unentdeckten Schilddrüsenkrebs gestorben, aber das war vor 26 Jahren und ich dachte eigentlich die Medizin hätte da Fortschritte gemacht.

Ich habe keinen großen Bekanntenkreis und drei Fälle innerhalb knapp eines Jahres … das hat mich geschockt.

Könnt ihr mich beruhigen?
Also wie läuft das ab, kann Krebs überhaupt im normalen ärztlichen Betrieb festgestellt werden, wenn man vorher keine Offenbarung hatte?

lg
Kate

Moin,

Könnt ihr mich beruhigen?

nur bedingt.
Es gibt nicht den Krebs und daher auch nicht die Diagnose.
Wenn genetisch bedingte Krebsarten in einer Familie gehäuft vorkommen, sollten die Familienmitglieder ev. gezielt untersucht werden, aber viele Krebsarten tun das nicht.
Die von Dir geschilderten Fälle sind aber auch nicht typisch, soviel zu Deiner Beruhigung.
Andere Krankheiten wie z.B. Rheuma, die auch nur als Krankheitsgruppe zu betrachten sind, werden auch manchmal jahrelang nicht erkannt.

Nun verfalle aber nicht in eine Hypochondrie uund lass Dich on zig Ärzten auf zig Krankheiten testen, eine solche Einstellung ist dirchaus in der Lage psychosomatisch auslösbare Krankheiten auch auszulösen.

Gandalf

Hallo!

Hallo,

Eine Cousine, 24, starb an einer wohl sehr schnell
voranschreitenden Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wenn er so
schnell war verstehe ich ja noch, dass es nicht entdeckt
wurde.

Schnell heißt ja nur, dass er schnell voran schreitet. Meine Oma ist alle 6 Monate zur Vorsorge zum Gyn gegangen. Dann hatte sie mal einen Knoten in der Brust bemerkt (2 Monate nach dem letzten Termin) und drei Monate später war sie tot. Obwohl der Arzt sie immer untersucht hat und auch die Brust ordentlich kontrolliert hat. Aber der Krebs war so aggressiv, dass er schon überall gestreut hatte und die Chemo nicht mehr angeschlagen hat…leider…

Aber letztes Jahr verstarb ein Nachbar, der sehr lange über
Rückenschmerzen geklagt hatte. Er bekam dagegen
Schmerzspritzen und zuletzt Massagen verschrieben, einen Monat
nachdem wir uns über die Massagen unterhalten haben war er
tot, Krebs, keiner hats gemerkt.

Es gibt ja z.B. auch sehr kleine Tumore, die man leicht übersehen kann. Außerdem denkt man bei Rückenschmerzen ja nicht gleich an Krebs…

Am 30. ist eine Großtante gestorben. Sie wurde jahrelang wegen
eines Herzleidens behandelt, am 20. war sie noch hier und
konnte plötzlich nicht mehr laufen, musste ins Auto getragen
werden. Die Ärzte stellten dann kurz vor oder nach ihrem Tod
fest, dass sie Knochenkrebs hatte und die Knochen darum
gebrochen waren. Trotz jahrelanger ärztlicher
Intensivbetreuung ist niemand auf Krebs gekommen.

Naja, ist sie nun an dem Krebs gestroben oder an dem Herzleiden?
Es gibt auch anders herum viele Krebsarten die so langsam wachsen, dass man eher an Altersschwäche stirbt als am Krebs.

Ich bin familiär sehr vorbelastet was Krebs angeht. Beide Omas, eine Tante und meine Mutter haben Krebs gehabt.
Ich gehe regelmäßig zum Frauenarzt und laß mich gelegentlich vom Hausarzt druchchecken. Wichtiger als das ist aber noch, dass ich mich persönlich selber beobachte. Das aber in einer gesunden Weiße. Nicht jeder blaue Fleck oder Kopfweh ist Krebs.

Also schau auf dich aber mach dich nicht verrückt!

Gruß Jenny

Mein Großvater ist an zu Lebzeiten unentdeckten
Schilddrüsenkrebs gestorben, aber das war vor 26 Jahren und
ich dachte eigentlich die Medizin hätte da Fortschritte
gemacht.

Ich habe keinen großen Bekanntenkreis und drei Fälle innerhalb
knapp eines Jahres … das hat mich geschockt.

Könnt ihr mich beruhigen?
Also wie läuft das ab, kann Krebs überhaupt im normalen
ärztlichen Betrieb festgestellt werden, wenn man vorher keine
Offenbarung hatte?

lg
Kate

Hallo,

die beste Vorsorge, auch gegen Krebs, ist sich gesund zu ernähren und das heißt viel frisches Obst, Gemüse, Vollkornbrot, -nudeln, -reis. Keine industriell vorgefertigte Nahrung mit ihren Zusatzstoffen, die zudem noch zu Mangelernährung führt. Das heißt aber nicht, daß eine gelegentliche Pizza oder ein Eis aus dem Tiefkühlfach direkt krank macht. Wer sich zu 99% gesund ernährt, darf auch mal 1% anderes tun, vorausgesetzt der Betreffende ist gesund.

Viele wissen nicht, daß Brustkrebs nach 10 bis 25 Jahren von der Pille ausgelöst wird, was man ebenfalls berücksichtigen sollte. Das gilt auch für die Hormonbehandlung in den Wechseljahren.

Desweiteren sein Immunsystem topfit halten, denn das ist der allererste Verteidiger auch gegen Krebs. Wenn man Antibiotika nehmen mußte sollte immer eine Darmflora-Sanierung daran angeschlossen werden, denn wenn Nahrung wegen Beeinträchtigung der Darmflora nicht mehr richtig aufgenommen werden kann, leidet auch das Immunsystem.

Leider gibt es zahlreiche Arten von Krebs, die teilweise auch mit den modernsten Verfahren nicht entdeckt werden, weil sie z.B. von Knochen im Bild verdeckt werden. Auch die Marker sind nicht immer zuverlässig, da je nach Krebsart fraglich ist welche Menge tatsächlich kritisch ist. Auch die Symptome sind sehr unterschiedlich: mal nimmt man rapide ohne offensichtlichen Grund ab, andere aber gar nicht oder erst im späteren Stadium, wieder andere entwickeln eine Aversion gegen Fleisch, andere wieder nicht. Da in der medizinischen Erfahrung über die Ursache von Krebs immer noch heftig gestritten wird, kann man keine konkreten Aussagen machen.

Vielleicht trägt das nachstehende Buch zur Beruhigung bei, das zahlreiche Behandlungsmethoden aufzeigt, die mehr oder weniger erfolgreich sein können: http://www.amazon.de/Chemotherapie-heilt-Krebs-Schei…. Einige dieser Methoden haben schon vielen Menschen geholfen.

Grundsatz ist aber: sich nicht verrückt machen lassen. Auch Angst vor Krebs kann ihn auslösen - das haben inzwischen sogar die Ärzte anerkannt. Allso mach dir ein schönes Leben: wer zufrieden und glücklich ist stärkt auch sein Immunsystem.

Gruß,
p+p

Moin,

Viele wissen nicht, daß Brustkrebs nach 10 bis 25 Jahren von
der Pille ausgelöst wird,

kein Konjunktiv?
Wußte nicht, daß nur so wenige Frauen die Pille nehmen.

Gandalf

Hi

Meine Tante ist am Krebs gestorben. herzmäßig war sie gut eingestellt, aber ihr war durch den Krebs fast jeder Knochen im Leib zerbrochen, weil diese wohl so angefressen oder mutiert oder wasweißich waren. Selbst das Morphin das sie noch bekommen hat konnte ihre Schmerzen kaum lindern :frowning:

Ich mache mir Sorgen weil ich in der Risikogruppe für Speiseröhren/Magenkrebs sitze und natürlich sind die Sorgen da kontraproduktiv >.>

lg
Kate

Moin,

Viele wissen nicht, daß Brustkrebs nach 10 bis 25 Jahren von
der Pille ausgelöst wird,

kein Konjunktiv?
Wußte nicht, daß nur so wenige Frauen die Pille nehmen.

Entschuldigung - du hast Recht,

Korrektur: ausgelöst werden kann.

Gruß,
p+p

Hi p+p,

Viele wissen nicht, daß Brustkrebs nach 10 bis 25 Jahren von
der Pille ausgelöst wird, was man ebenfalls berücksichtigen
sollte. Das gilt auch für die Hormonbehandlung in den
Wechseljahren.

Gerade bei Brustkrebs ist es wichtig, sich testen zu lassen, ob das BRCA-Gen vorhanden ist. Und zwar dann, wenn in der Familie schon Brustkrebs vorgekommen ist.

Unabhängig davon: Seit es das Massenscreening gibt, werden 30% mehr Brustkrebserkrankungen festgestellt.

Allerdings zweifelt die medizinische Forschung noch daran, ob jeder anfälliger Knoten wirklich mutiert und streut. Es ist nämlich auch bekannt, dass viele Menschen mit Krebs bis ins hohe Alter beschwerdefrei leben, weil sich der Krebs abgekapselt hat und nicht weiter seinen verheerenden Zug durch den Körper antritt.

Gruß,
Anja

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Hallo Anja,

Gerade bei Brustkrebs ist es wichtig, sich testen zu lassen,
ob das BRCA-Gen vorhanden ist. Und zwar dann, wenn in der
Familie schon Brustkrebs vorgekommen ist.

Das Gen ist immer vorhanden, du meinst wahrscheinlich, ob ein Defekt/ eine Mutation vorliegt.

Anhand eines Familienstammbaums, in dem man die Krebserkrankungen naher Verwandter einträgt, lässt sich auch schon ein gewisses Erkrankungsrisiko berechnen. Dafür gibt es entsprechende Beratungsstellen.

Nicht jeder kann mit dem Ergebnis eines Gentests umgehen. Liegen viele Krebsfälle in der Familie vor ist es ohnehin ratsam sich engmaschiger kontrolluntersuchen zu lassen.
So manch ein Frauenarzt sieht diese Tests mit gemischten Gefühlen.

Gruß
Miriam

Hallo Anja,

Danke für diese gute Ergänzung.

Gerade bei Brustkrebs ist es wichtig, sich testen zu lassen,
ob das BRCA-Gen vorhanden ist. Und zwar dann, wenn in der
Familie schon Brustkrebs vorgekommen ist.

Bezüglich der Bewertung des BRCA-Gens sollte man vorsichtig sein - die Genetik ist leider nicht so sicher, wie das oft dargestellt wird, da sich die Gene bezüglich ihrer Funktion ständig anpassen und wandeln, siehe dazu:

http://www.zeit.de/2008/25/M-Genetik

Unabhängig davon: Seit es das Massenscreening gibt, werden 30%
mehr Brustkrebserkrankungen festgestellt.

Diese Screenings in Form von Mammographien sind ebenfalls nicht ganz unumstritten, da sie das Brustgewebe einer starken Quetschung unterziehen, oft mit starken Schmerzen verbunden, und das Gewebe schädigen. Sanftes Abtasten ist dagegen sicherer, findet aber tiefer liegende Knoten seltener.

Allerdings zweifelt die medizinische Forschung noch daran, ob
jeder anfälliger Knoten wirklich mutiert und streut. Es ist
nämlich auch bekannt, dass viele Menschen mit Krebs bis ins
hohe Alter beschwerdefrei leben, weil sich der Krebs
abgekapselt hat und nicht weiter seinen verheerenden Zug durch
den Körper antritt.

Das ist richtig und da stellt sich dann die Frage in wie weit das Screening sinnvoll ist: bei einem verkapselten Knoten sicher nicht, wenn er bei der Mammographie verletzt wird, was passiert dann? Bei einem streuenden Knoten ist es sinnvoll, da dann eingegriffen werden kann. Und abwägen, was nun richtig ist, ist auch für einen Arzt nicht einfach.

Gruß,
p+p

Hi Miriam,

Nicht jeder kann mit dem Ergebnis eines Gentests umgehen.

Ja, das habe ich mit Schaudern in diversen Brustkrebs-Foren lesen müssen: Manche Frauen lassen sich nur aufgrund der genetischen Vorbelastung ohne jeden Befund beide Brüste abnehmen!

Gruß,
Anja

Hallo Anja,

ein solcher „Fall“ ist mir persönlich bekannt.

Die einen reagieren mit solchen drastischen Maßnahmen und der vermeintlichen Sicherheit, dass damit alles okay ist, die anderen wollen gar nichts über das Gen wissen und die wieder anderen bekommen die Diagnose dass ein Defekt vorliegt und sind bei jedem eventuellen Anzeichen einer Erkrankung völlig durch den Wind.

Gruß
Miriam