Diagnose von Nierenschäden

Hallo,

welche Informationen (z.B. Blut-/Urinwerte, Ultraschall-/Röntgenbilder) benötigt ein Nephrologe unbedingt, um relativ sicher diagnostizieren zu können, ob und ggf. wie stark Nieren geschädigt sind und ob dies irreversibel ist oder nicht?

Gruß
Pontius

Hallo,

Vereinfacht:

Die Sonographie (Ultraschall) zeigt die Größe und Veränderungen der Niere und die Beschaffenheit des Nierengewebes.
Im Blutserum und im 24 Stunden Urin lassen sich erhöhtes Kreatinin und Harnsäure-Werte feststellen.
Zur Routineuntersuchung bei Verdacht auf eine Nierenschädigung/erkrankung gehören die Kreatinin-Clearance, die Auskunft gibt darüber, wie schnell die Niere das Abbauprodukt Kreatinin ausscheidet, sowie die Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR), die angibt, wieviel Blut von der Niere (noch) gereinigt werden kann.
Ebenso wird eine Anämie, die häufig mit Nierenerkrankungen einhergeht und eine bestehende Mikroalbuminurie (erhöhte Ausscheidung eines bestimmten Bluteiweiß’, des Albumins) als Risikofaktor festgestellt.
Mit diesen Informationen kann eine bestehende Nierenschädigung (u.U. bis hin zur Insuffizienz) ziemlich verlässlich diagnostiziert werden.

Nierenfunktionsstörungen werden oft erst erkannt, wenn bereits Symptome auftreten, ein chronisches Nierenversagen z.B. verläuft in mehreren Stadien meist völlig schmerzfrei und fast symptomfrei (anders ist es bei anderen Nierenerkrankungen!) - zur Früherkennung sollte daher eine Blut- und Harnuntersuchung obligatorisch sein, vor allem bei bestehenden Risikofaktoren, wie z.B. Bluthochdruck und Diabetes mellitus, aber auch Übergewicht und Nikotin.

Wichtig:
Es gibt eine Vielzahl von Nierenerkrankungen (vom Tumor über entzündliche Prozesse und Steine bis zur sogenannten Analgetikaniere), die teilweise völlig unterschiedliche Symptome aufweisen - daher sind auch die weiteren Diagnoseverfahren unterschiedlich.

Nicht jede schwere Nierenerkrankung muss auch zu einer Insuffizienz beider Nieren führen.

Weitere Untersuchungen sind die i.v.Urographie, CT, MRT, sowie die Biopsie.

Herzlichen Gruß, Maresa
(Dialyse ist lebbar)

Vielen Dank f. d. ausführliche Antwort. owT