Diagnosemitteilung

Hallo,

ich würde gerne wissen, ob es normal ist, von einem Psychiater
keine richtige Diagnose und Erläuterungen zu dieser zu erhalten,
sondern nur eine Broschüre darüber in die Hand gedrückt zu
bekommen. In meinem Fall handelt es sich um Schizophrenie.

Muss man den Arzt befragen, um eine Auskunft zu erhalten? Was
sicher möglich wäre. Da es aber an Informationen in Buchform und
Internetseiten nicht mangelt, habe ich das Defizit ausgleichen
können, das ist also nicht das Problem. Ich würde nur gerne wissen,
ob dieses Verhalten des Arztes normal ist und ich troztdem in
guten Händen bin, oder eher nicht.

Da ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen habe, weiss ich
nun, dass sogar eine Aufklärungsgruppe im Haus meines Arztes zu
diesem Thema existiert. Leider kam auch darauf kein Hinweis. Muss
man sowas denn erst durch andere erfahren. Es ärgert mich schon
etwas. Muss man ihm alle Informationen aus der Nase ziehen. Dazu
bin wohl leider doch ein zu großer Kommunikationsmuffel, zumindest
wenn ich vor ihm sitze.

Über Antworten würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Kerstin

Hi,

das liest sich so, asl ob er sich selbst nicht sicher wäre und Dir die Entscheidung rüberschiebt.

Etwas befremdlich ist das Verhalten schon. Es scheint so , dass Du damit umgehen kannst, aber er kann ja nicht vorhersehen, was z.B. jemand psychisch labiles tut. Schließlich hat der Arzt schon im alten Indien vor über 1000 Jahren immer

  1. den Namen der Krankeit
  2. ihre Ursache
  3. ob sie heilbar ist
  4. die Therapie
    genannt. Schein also ein bewährtes Verfahren zu sein, was hier nciht eingehalten wurde.

Was hat der behandelnde Arzt denn gesagt? Schizophrenie ja oder nein ode rhat ers auch offen gelassen? Ich vermute, er hatte Dich zu dem Psychiater überwiesen, um abzukären ob es sich ggf. um Schizophrenie handelt? Vielleicht wollte der Psychiater da auch einfach nicht in die Angelegenheiten des Kollegen zu sehr eingreifen. Ärzte sind da manchmal ziemlich eigen…

Jedenfalls würde ich mich für eine weitere Behandlung eher zu einem anderen überweisen lassen, da ich zu einem Arzt der mit mit nicht als gleichberechtigten Partner sprechen kann, kein Vertrauen hätte.

A.

Hallo Kerstin,

ich würde gerne wissen, ob es normal ist, von einem Psychiater
keine richtige Diagnose und Erläuterungen zu dieser zu
erhalten,
sondern nur eine Broschüre darüber in die Hand gedrückt zu
bekommen. In meinem Fall handelt es sich um Schizophrenie.

Finde ich nicht normal, denn ein Arzt kann nicht davon ausgehen, daß sein Pat. weiß, was hinter einer Diagnose steht, und wie damit weiter verfahren werden kann/ muß.

Muss man den Arzt befragen, um eine Auskunft zu erhalten? Was
sicher möglich wäre. Da es aber an Informationen in Buchform
und
Internetseiten nicht mangelt, habe ich das Defizit ausgleichen
können, das ist also nicht das Problem. Ich würde nur gerne
wissen,
ob dieses Verhalten des Arztes normal ist und ich troztdem in
guten Händen bin, oder eher nicht.

Ehrlich gesagt, ich wäre, glaub ich, ganz schön sauer. Und wie ich mich einschätze, könnte ich wohl kaum damit hinterm Berg halten. Endweder der Arzt erkennt anschießend an, daß er es nicht mit einen minderbemittelten Pat. zu tun hat, für den er zu entscheiden hat, ob er konkret über seine Erkrankung erfährt, oder ich erspäre ihm die Verantwortung mir gegenüber künftig.

Da ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen habe, weiss
ich
nun, dass sogar eine Aufklärungsgruppe im Haus meines Arztes
zu
diesem Thema existiert. Leider kam auch darauf kein Hinweis.

Ich kann mir vorstellen, daß er Dir keine bestimmten Therapie- Gruppen namentlich nennen darf, aber, er darf sie Dir verordnen. Ein Arzt z. B. darf Dir eine Physiotherapie verordnen, aber nicht beeinflussen, bei wem Du diese durchführen wirst (Empfehlungen werden meistens dennoch gegeben).

Muss
man sowas denn erst durch andere erfahren. Es ärgert mich
schon
etwas. Muss man ihm alle Informationen aus der Nase ziehen.
Dazu
bin wohl leider doch ein zu großer Kommunikationsmuffel,
zumindest
wenn ich vor ihm sitze.

Warum fragst Du diesen Arzt nicht danach?

lieb gegrüßt,
fionny

Hallo Kerstin, natürlich sollte der Psychiater mit dir über deine Erkrankung
sprechen, das ist völlig klar. Es gibt aber doch immer einige Patienten, auch
aus meinem Patientenstamm, die im Ernst auch wenn ich es ganz sicher weiß
behaupten ich hätte mit ihnen darüber nicht gesprochen. Das halte ich aber auch
durchaus für eine legitime Form der Krankheitsbewältigung, deswegen gibt es
auch inzwischen in fast allen kliniken sogenannte Psychoedukationen
(Aufklärungsgruppen) in denen die Erkrankungen mit vielen Beispielen und
Schilderungen anderer Betroffener erklärt werden. Es ist bei einer solch
vielschichtigen und letzdendlich auch noch nicht ganz erforschten Erkrankung
wie der Schizophrenie auch nicht damit getan den Begriff Schizophrenie zu
nennen und den Patienten dann im Regen stehn zu lassen. deswegen ist es auch
nicht sinnvoll wenn der Patient den Entlassungsbericht liest und durch die
Inhalte verunsichert wird.

viele grüße…ado

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