Dialektologie: Märkisch-Berlinisch

Hallo!

Ich beschäftige mich zur Zeit mit dem brandenburgischen und dem berlinischen Dialekt.
Vielleicht kennt sich ja jemand mit deren Besonderheiten aus und könnte mir schildern, woher die
g-Lenisierung zu j (im Wortanlaut wie in ‚ju:t‘ —>gut), bzw. zu ch (wie in ‚kri:ch‘ —>Krieg, a.a. ‚fluch‘ —>Flug) rührt. In Werner Beschs Handbuch zur Dialektologie habe ich sinngemäß nur Folgendes gefunden „…die brandenburgische Eigenart das g zu j zu erweichen findet sich auch im Berlinischen“ .
Wer weiss, ob das tatsächlich aus dem Brandenburgischen in die Berliner Stadtsprache übernommen wurde, oder ob es doch eher umgekehrt war? Oder aber ob sich diese dialektale Eigenheit in beiden Mundarten gleichzeitig herausgebildet, bzw. nicht heausgebildet hat? (wie die Ähnlichkeiten zwischen dem Berlinischen und dem Märkischen z.B. bei märkisch (mit Ausnahmen) Ogen - berlinisch Ogen, bzw. märk.(mit Ausnahmen) ick - berlinisch ick)
Vielleicht weiß ja der Eine oder Andere etwas Genaueres.
Und da ist noch eine Sache, für die ich bisher keine Erklärung gefunden habe- wieso wird statt ‚Augen‘
Ogen, also statt dem hd. Diphthong ‚au‘ der Monophthong ‚o‘ undnicht ‚u‘ gesprochen, hat sich doch nach der 2. Lautverschiebung (die ja das Brandenburgische, sowie das Berlinische als niederdeutsche Dialekte nicht mitgemacht haben) ‚u‘ zu ‚au‘ gewandelt (hus>Haus)?!

Also vielen Dank schon mal für Eure Wissensvermittlung!

H.

Ich bin keine Sprachexpertin, nur Brandenburgerin und muss sagen, die Ähnlichkeiten der Dialekte (wunderwunder - dass sie tatsächlich unterschieden werden…) rührt sicher auch mit daher, dass Berlin eigentlich nur ein Gebilde aus brandenburgischen Dörfern ist, die nach und nach eingemeindet wurden…
Beatrix
http://www.belzig-online.de