diazepamabhängigkeit

ich nehme nach einem schweren verkehrsunfall, fünf wirbelfrakturen, schon seit 15 jahren diazepam- beruhigungstabletten, habe schon 10 entgiftungen und eine kur gemacht. ich frage einen experten, was ich tun kann, um die los zu werden. wenn ich keine nehme, traue ich mich nicht mehr raus und habe schlimme panikattacken.

Hallo,

ich würde versuchen herauszufinden was die Ursache für Deine Angst ist.
Möglicherweise bist Du durch Deinen Unfall traumatisiert. Oder Du brauchst nach der Entgiftung einfach weitere Hilfe. Zum Beispiel eine Therapie oder Ähnliches.

Besorg Dir von Deiner Krankenkasse eine Liste von Psychologen mit denen sie zusammen arbeitet. -Anruf genügt da meistens, dann senden sie Dir das zu. Versuch einen Termin für ein Erstgespräch zu bekommen.

Versuch Kontakt zu anderen Betroffenen aufzunehmen, -zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.

Geh mal zu einer Caritas Suchthilfe in Deiner Umgebung, die sind gut ausgebildet und haben alle Kontakte die Du brauchst.

Am besten Du machst Alles gleichzeitig dann klappt es sicher und es geht Dir bald besser.

Viele Grüße und Alles Gute

Jens

hallo abohlen47
das hört sich ja wirklich schlimm an.
um dir da etwas empfehlen zu können, was auch sinn macht, müsste ich viel mehr über die ganze vorgeschichte wissen. das würde aber den rahmen hier sprengen.
normalerweise würde ich dir eine langzeittherapie empfehlen, um die ursachen der abhängigkeit aufzuarbeiten. da du von einer „kur“ berichtest, gehe ich davon aus, dass du schon eine therapie hinter dir hast, die dir aber nicht geholfen hat.
hast du familie oder freunde, die dich unterstützen?
da du ohne die medikamente noch panik attacken hast und es für dich schwer ist, rauszugehen, ist es vielleicht ein erster schritt, dich telefonisch an hilfseinrichtungen zu wenden und dich beraten zu lassen, welche hilfsmöglichkeiten es in deiner näheren umgebung gibt. Es gibt auch von wohlfahrtsverbänden und kirchen krisentelefone, die eine gute erste anlaufstelle sind und dir wahrscheinlich weiterhelfen können.
wenn du einen guten hausarzt hast, der hausbesuche macht, könntest du dich auch mit ihm in verbindung setzen und über weitere mögliche schritte sprechen.
grundsätzlich denke ich aber, dass es ohne therapeutische unterstützung wahrscheinlich für dich sehr schwierig wird, von den beruhigungsmitteln weg zu kommen.
ich hoffe, du schaffst es, dich ans telefon zu hängen und hilfsangebote wahrzunehmen.
mehr kann ich dir leider nicht sagen.

Die Antwort kommt spät, da ich lange nicht auf der site war, ich war selbst lange krank.
Du schreibst, Du hast schon mehrere Entgiftungen gemacht. Das reicht aber nicht, auch keine Kur. Du musst unbedingt nach der Entgiftung nahtlos eine Entwöhnungstherapie durchführen. Diese wird in jeder Beratungsstelle beantragt, die für Alkohol und Medikamente zuständig ist. meist Diakonie oder Caritas. Solch eine Therapie dauert in der Regel 16 Wochen. Die brauchst Du auch nach so viel Jahren, die Du Diazepam schluckst. Du musst erst einmal in einem geschützten Rahmen lernen, den normalen Tagesablauf ohne Medikament durchzustehen. Da es in den Therapien Ärzte und Therapeuten gibt, können sie dann auch gezielt auf Deine Panikattacken eingehen, wenn Du dort welche bekommst und Dir auch Wege aufzeigen, was für Dich nach der Entwöhnungstherapie noch dringend nötig ist. Hier ist dann nicht nur wichtig, dass Du weißt, woher die Attacken kommen, viel wichtiger ist es, wie Du damit umgehen sollst. Das heißt Verhaltenstherapie. Denn wenn man abhängig ist, muss man sein Verhalten unbedingt ändern, das lernt man aber in der Entwöhnungstherapie. Ich hoffe, die Antwort nützt Dir noch etwas, viel Glück und Viele Grüße.
Andrea