Übers Wochenende haben mich keine wirklich fürchterlichen, aber doch deutlich bemerkbare Schmerzen an einem oberen Backenzahn gequält. Nun wurde bei diesem Zahn bereits vor etwa zwei Jahren eine Wurzelbehandlung durchgeführt, und da gibt es nichts mehr, was noch leben oder gar aufmucken könnte. Ich hatte seit der Behandlung schon zwei, drei Male wieder Beschwerden an der Stelle, es wurde auch geröngt - aber nichts zu finden.
Da ich schon seit ein, zwei Wochen merke, dass mir der Rotz in den Schädel kriecht und so langsam auch - speziell auf der Seite, wo sich auch der schmerzende Zahn findet - auf die Nebenhöhlen drückt, hatte ich die Vermutung, dass die Sache damit zusammenhängen könnte, und beschloss, das Ganze erst einmal aggressiv zu beobachten (Wochenende, wie gesagt).
Und als ich dann heute Morgen aufwache, ist der Schmerz nahezu verschwunden, nur ein leicht dumpfes Gefühl ist zurückgeblieben - aber dafür ist meine Backe so dick, als hätte ich darin einen mittelgroßen Apfel geparkt!
Da es bei mir immer mit größerem Aufwand verbunden ist, zum Arzt zu gehen (ich wohne in einem winzigen Dörflein irgendwo im Nirgendwo) und ich darum gerne vermeiden möchte, von Pontius zu Pilatus zu rennen, hier nun meine Frage: Ist das wohl eher ein Fall für den Zahnarzt oder sollte ich zuerst zu einem Allgemeinmediziner bzw. HNO-Arzt?
das hört sich nach Abszess an. Warum? Um die Wurzel bildet sich Sekret, später Eiter. Der breitet sich im porösen Knochen aus. Die Entzündung reizt die (durch die Wurzelbehandlung ja nicht abgetötete) Wurzelhaut > Schmerz. Dann kommt die 'Brühe’auf der Oberfläche des Knochens unter der Knochenhaut kurzzeitig zum Stehen und drückt dort > Schmerz. Die Knochenhaut löst sich punktuell in der akuten Entzündungssituation auf (Perforation) - die Flüssigkeitmenge ergießt sich in die lockeren Freiräume und Logen der Wange > Entspannung und Schmerzarmut bis an die Grenze des physikalischen Fassungsvermögens. Dann kommt der Schmerz wieder (und die einseitige Gesichtsfeldeinschränkung wegen noch dickerer Backe).
Sorry für die drastische Sprache - ich will, daß Du Dein Dorf verläßt und zahnärztliche Hilfe suchst. Wenn Du noch in/bei Freiburg lebst, geh in die Zahnklinik der Uni, sonst in eine Fachpraxis für Gesichts- und Kieferchirurgie.
Und das bitte subito!
Kai
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Ich habe schon für morgen in aller Frühe einen Termin bei dem Zahnarzt meines Vertrauens ausgemacht und auch extra viel Zeit eingeplant, sollte er mich dann noch weiterschicken.
Jetzt wird erst einmal die chemische Keule geschwungen, und sobald ich wieder halbwegs menschenähnlich aussehe, komme ich bzw. mein Kiefer unters Messer (womit das runderneuerte Gesamtbild wohl wieder zerstört wird…aber nun gut)