Hallo zusammen!
Mit hat ein Steuer-/Anlageberater ein Angebot unterbreitet, mit dem man eine ausgesprochen gute Rendite erzielen kann. Da es um einen Haufen Geld geht, bin ich jetzt natürlich etwas verunsichert, ob das Angebot bzw. die Idee seriös ist oder ob es da irgendwo einen Haken gibt. Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der sich bei solchen Investments auskennt und mir einen Rat geben könnte.
So sieht der Vorschlag aus:
Ich soll 70.000 DM (davon 5.000 DM als Agio) in eine Firma investieren, die sich mit Kapitalanlage befaßt (Aktien, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen). Mein Einsatz besteht aus 20.000 DM Eigenkapital und 50.000 DM Bankkredit.
Mit der Vor-Einkommensteuererklärung durch meinen Arbeitgeber würde mir die Hälfte meiner Investition als steuermindernd gutgeschrieben. Ich würde im Januar allein durch die Beteiligung eine Rückzahlung von 15.000 DM bekommen. Die Kosten für den Investitions-Kredit könnte ich auf der Steuerkarte eintragen lassen, was eine monatliche Steuersenkung von 120 DM zur Folge hätte.
Nun kommt der Witz an dem Konstrukt:
Die 50.000 DM Kredit werden in Raten von knapp 1.000 DM inkl. Zinsen getilgt. Gleichzeitig zahlt mir das Unternehmen, in das ich investiert habe, meine Einlage über 10 Jahre in Monatsraten zurück (das sind 6.500 DM p.a., also ca. 550 DM pro Monat). Mein Nettoaufwand wäre etwa 320 DM pro Monat.
Nach 6 Jahren ist der Bankkredit weg, das Unternehmen zahlt mir aber immer noch jährlich 6.500 DM (weitere vier Jahre lang). Nach 10 Jahren ist meine Einlage komplett zurückgezahlt. In der Zwischenzeit wurden mit meiner Einlage Erträge erwirtschaftet, d.h. ich bin durch die Gewinne noch immer Teilhaber der Firma. In gut 20 Jahren (mein Eintritt ins Rentenalter) würden so - laut Beispielrechnung mit durchschnittlicher Gewinnerwartung - mehr als 150.000 DM zusammenkommen.
Rechne ich das alles zusammen, komme ich zu folgendem Ergebnis:
6 Jahre x 12 Monate x 320 DM = 23.040 DM
Einlage durch Eigenkapital = 20.000 DM
=> Eigenfinanzierung = 43.040 DM
abzgl. Steuervorteil 1.Jahr von 15.000 DM
==> Nettoaufwand 28.040 DM (auf 6 Jahre)
Ertrag nach ca. 20 Jahren => mehr als 150.000 DM
Ist diese Rechnung seriös oder gibt es da einen Pferdefuß, den ich nicht sehe? Bei der Firma, an der ich mich beteiligen soll, handelt es sich um eine vor kurzem gegründete deutsche Bank, die sich neben den üblichen Bankgeschäften auf Beteiligungen bei Unternehmensgründungen spezialisiert hat.
Tun oder nicht tun?
Grüße
Heinrich

