Diese Auflistung der 10 häufigsten Fehler von Gründern stammt aus dem Focus und finde ich so aufschlussreich, dass ich es einmal hier einkopiert habe. Basis der Untersuchung waren 500 Businesspläne von Internet-Start-ups.
1. Unzureichende Marktanalyse
Der häufigste und gewichtigste Fehler der untersuchten Businessspläne (81,8 Prozent) ist die unzureichende Untersuchung des Marktes für die Start-up-Idee. Gründungswillige müssen ermitteln, wie groß der Markt für ihr Angebot ist, wer die potentiellen Kunden sind, wie viele potentiellen Kunden es für ihr Angebot gibt und wie viele davon tatsächlich gewonnen werden können. Die mangelhafte Marktanalyse führt zu falschen oder unrealistischen Umsatz- und Ertragsprognosen.
2. Fehlende Kundenorientierung
Aus einer unzureichenden Marktanalyse folgt als Konsequenz die fehlende Kundenorientierung (79,4 Prozent). Besonders bei technischen Produkten wird eine frappierende Detailverliebtheit deutlich. Der tatsächliche Bedarf des Kunden wird meistens falsch verstanden, nur der vermeintliche Produktnutzen in Erwägung gezogen. Der Kunde will jedoch nicht den technisch aufwändigsten Bohrer, er will die saubersten Löcher in der Wand. Darin besteht letztlich der Nutzen, der demnächst vielleicht durch den Laserbohrer befriedigt wird. Gründer fragen sich zu selten, welches Kundenproblem sie lösen und welchen Nutzen sie damit letztendlich bieten.
3. Selbstüberschätzung
52,4 Prozent der Gründer missachten die Spielregeln des Marktes und unterschätzen die Anforderungen an ein Start-up – von Unternehmensaufbau und – führung bis hin zum IPO. Diese Überschätzung der eigenen Fähigkeiten resultiert häufig aus einer fehlenden unternehmerischen Einstellung. So zeigen sich in den untersuchten Businessplänen oft völlig unrealistische Vorstellungen von Personalkosten – Sozialabgaben wurden vergessen, oder Firmenwagen als Erstes genannt. Die Vorstellung vom schnell verdienten großen Geld verstellt den notwendigen strategischen Weitblick für das Unternehmen.
4. Nicht nur Erster, sondern auch Bester sein
In 42,5 Prozent aller Fälle wurde die Chance des vermeintlichen First Moves als Erfolgsgarant für die Idee gesehen – der Glaube, es gäbe keine Konkurrenz, ist fahrlässig: Es gibt immer Unternehmen, die das Kundenproblem ebenso lösen können. Das Ziel ist also: nicht nur schneller, sondern vor allem auch besser, d.h. nutzenorientierter agieren.
Die potentiellen Unternehmer übersehen außerdem häufig, dass die meisten Ideen nachahmbar sind: Was hindert ein finanzstarkes Unternehmen der Branche, in der sie tätig werden wollen, dasselbe zu tun – insbesondere wenn die Idee gut ist?
5. Unrealistische Schwachstellenanalyse
72,2 Prozent der Start-ups verkennen den Wert einer realistischen Schwachstellenanalyse und beschränken sich auf die Darstellung von vermeintlichen Stärken und überzogenen Chancen. Nur eine realistische Selbsteinschätzung ermöglicht jedoch die Überwindung von Schwachstellen.
6. Gute Ideen alleine reichen nicht
Hinter einem Start-up Vorhaben steht häufig lediglich eine gute Idee. Nur die Hälfte aller Existenzgründer (48,8 Prozent) erkennen die Wichtigkeit des Businessplans als Planungs- und Steuerungsinstrument zur Überprüfung der Wirksamkeit des Geschäftsvorhabens.
7. Falscher Fokus
80 Prozent der Business Pläne sind mit der falschen Zielsetzung geschrieben. Der Leser ist als potentieller Kapitalgeber hauptsächlich am Return-on-Investment interessiert, muss dem Businessplan also Nutzen und Erfolgschancen des Vorhabens entnehmen. Die Argumentationskette sollte dabei schlüssig und überzeugend sein.
8. Formale Fehler
Bei 54,2 Prozent der untersuchten Businesspläne wurden triviale Regeln der Rechtschreibung, Struktur, Tonalität und Gliederung missachtet. Das disqualifiziert den Bewerber umgehend.
9. Das Zahlenwerk muss stimmen
In 71,8 Prozent der untersuchten Businesspläne wurden einige Positionen mit einer überzogenen „Schein-Genauigkeit aufgeführt. während das Gesamtzahlenwerk nur lückenhaft dargestellt war. Darüber hinaus wurden wichtige Kostenpositionen schlicht vergessen oder falsche Steuersätze angegeben. Hinzu kommen oft fatale Rechen- oder Formelfehler.
10. Zusammensetzung des Gründerteams
Der Businessplan muss die Kompetenzen des Teams in allen relevanten Bereichen präsentieren. Tatsächlich rekrutiert sich das Team aber in 62,4 Prozent der Fälle aus einseitigen Kompetenzbereichen, die beispielsweise die Bedeutung einer konsequenten Marketingstrategie nur unzureichend erkennen. Der Businessplan muss über eventuelle Schwachstellen im Team informieren und Lösungen – etwa durch Personalakquisition – nennen.