Die Arbeit gemacht wirst du nach Hause gehen können
‚Die Arbeit gemacht , wirst…‘
Die Arbeit gemacht kannst du nach Hause gehen
‚…gemacht , kannst‘
Die Arbeit gemacht konnte er nach Hause gehen
‚…gemacht , konnte…‘
Die Arbeit gemacht , hat er nach Hause gehen können
Vorsicht. ‚Nachdem er die Arbeit gemacht hat(te), hat er nach Hause gehen können‘ oder (besser) ‚Nachdem er die Arbeit gemacht hatte, konnte er nach Hause gehen‘
Zu 1.) Nachdem die Arbeit gemacht ist, wirst Du nach Hause gehen können.
Alternativ zu ‚Nachdem‘ kann auch ‚(erst) wenn‘, ‚sobald‘ verwendet werden.
Analog bei 2.), 3.) und 4.)
Die Arbeit gemacht wirst du nach Hause gehen können
Die Arbeit gemacht kannst du nach Hause gehen
Die Arbeit gemacht konnte er nach Hause gehen
Die Arbeit gemacht hat er nach Hause gehen können
Hi Wladimir,
die Beispiele sie sind grammatisch zwar korrekt (mit Ausnahme des vierten), aber so redet (und schreibt) kein Mensch.
Üblicherweise wird ein temporaler Nebensatz verwendet:
„Nachdem die Arbeit gemacht ist, wirst du …“
„Wenn die Arbeit gemacht ist, kannst du …“
„Als die Arbeit gemacht war, konnte er …“
Bei vierten Beispiel stimmen die Zeiten nicht.
Es wäre auch möglich:
„Nach getaner Arbeit wirst Du nach Hause gehen können“
(Allerdings ist das Futur in der Umgangssprache eher unüblich und wird durch das Präsens ersetzt.)
„Nach getaner Arbeit kannst Du nach Hause gehen“
Pradeck
Solche Konstruktionen sind lateinischen Ursprungs und im Englischen weitaus geläufiger:
(With) the / his work (being) done, he could go home.
Der erste Teil ist eine Partizipialkonstruktion mit passivischem Sinn, das Subjekt ist „work“, der zweite Teil, also der (Rest des) Hauptsatz(es) hat ein anderes Subjekt „he“, und die beiden Konstruktionen sind inhaltlich, logisch verknüpft. Gegenüber den von den Vorrednern erwähnten Nebensätzen ist diese Konstruktion besonders knapp und dennoch eindeutig, aber recht steif. Von daher ist sie im Schriftsprachlichen beliebt, mit „with“ auch in gepflegter mündlicher Sprache.
Das Deutsche empfindet sie aber als weitaus steifer, auch im Schriftlichen; sie haben etwas Künstliches.
Alle 4 Möglichkeiten hören sich katastrophal an. Das haben Dir
die anderen Postings ja auch schon verraten.
Aber nicht doch, Branden! Hört sich ein wenig nach dem von mir sehr verehrtem Gottfried Keller an (auch wenn der sicher „verrichtet“ stat „gemacht“ verwendet hätte). Und Keller magst Du doch sicherlich auch, oder nicht? Sonst lagen wir doch literarisch auch meist auf einer Wellenlänge.
Die Arbeit gemacht wirst du nach Hause gehen können
Die Arbeit gemacht kannst du nach Hause gehen
Die Arbeit gemacht konnte er nach Hause gehen
Die Arbeit gemacht hat er nach Hause gehen können
Hallo,
in anderen Sprachen - auf Latein und Englisch wurde schon verwiesen, auch das Italienische kann man dazu nehmen - sind solche sog. Partizip-Sätze vielfach möglich. Im Deutschen scheint diese sprachliche Möglichkeit im Lauf der Zeit reduziert worden zu sein.
Die Formulierungen oben empfinde ich als unterträglich.
Für korrekt halte ich diejenigen Partizipien, die sich auf das Subjekt des Satzes beziehen:
Nach Hause gekommen haben sie ihre Arbeit erledigt.
Allein gelassen, fingen die Kinder zu toben an.
Ausnahmen gibt es freilich, eher formelhafter Art:
Alles wohlerwogen, wird man davon abraten müssen. u. ä.
Teil jemand die genaue Regel für diese Art abgekürzter Sätze mit?
Beste Grüße!
H.
Alle 4 Möglichkeiten hören sich katastrophal an. Das haben Dir
die anderen Postings ja auch schon verraten.
Aber nicht doch, Branden! Hört sich ein wenig nach dem von mir
sehr verehrtem Gottfried Keller an (auch wenn der sicher
„verrichtet“ stat „gemacht“ verwendet hätte). Und Keller magst
Du doch sicherlich auch, oder nicht? Sonst lagen wir doch
literarisch auch meist auf einer Wellenlänge.
Allerdings schrieb Gottfried, bevor Duden sein Werk veröffentlichte.