Berlin war nicht SBZ!
Hallo Gernot,
hatten wir diese Diskussion nicht schon einmal? Also: Groß-Berlin wurde in Sektoren aufgeteilt uns gehörte keiner der anderen Besatzungszonen an. Dass der sowjetische Sektor an die sowjetische Zone angrenzte, bedeutete nicht, dass er dazu gehörte.
Aber mit der einseitigen Währungsreform im Westen war dann
logischerweise Schluß damit - ab damals gingen beide Teile
wirtschaftlich getrennte Wege.
Gewöhnlich legt man das Ende der alliierten Gemeinsamkeit und den Beginn des Kalten Krieges auf das Jahr 1947. Damals mussten die mittel- und osteuropäischen Staaten auf Stalins Geheiß ihre Teilnahme am Marshallplan ablehnen. Aber darüber kann man streiten.
Dabei gehörte berlin eindeutig zur russischen Besatzungszone
Wie oben geschrieben: Das ist falsch.
Insofern waren die Westmächte gar nicht berechtigt, in
Westberlin eine Währungsreform durchzuführen und die
Sowjetunion handelte eigentlich völlig legal, als sie die
Landverbindungen von den Westzonen nach Berlin (das ja zu
ihrer Zone gehörte) kappte. Deshalb konnten die Westmächte
dagegen auch nicht wirklich etwas tun.
Der Zugang von den Westzonen zu den Westsektoren Berlins war natürlich frei zu halten! Insofern handelte die SU durchaus illegal. Sie verzichteten dankenswerterweise auf den Abschuss westlicher Flugzeuge. Umgekehrt verzichteten die Westmächte darauf, Versorgungskonvois mit militärischer Gewalt durch die SBZ nach Berlin zu senden. 1961, nach dem Mauerbau, schickten sie demonstrativ einen Militärkonvoi über die Autobahn nach Berlin, um zu zeige, dass die Mauer die alliierten Rechte nicht berührt.
Und deshalb gehörte Westberlin auch nie offiziell zur BRD - es
blieb immer eine besondere politische Einheit.
Wie gesagt: es geht immer um ganz Berlin. Die Teilung der Stadt begann damit, dass die KPD/SED bei den freien Wahlen entgegen ihrer eigenen Hoffnung desaströs abschnitt. Leider lag das Rathaus im Sowjetsektor, so dass die frei gewählten Abgeordneten behindert werden konnten. Also zog der Magistrat ins Schönefelder Rathaus.
Bis 1990 wurden bei den Wahlen die Bezirke im Sowjetsektor insofern berücksichtigt, als dass sich die Zahl der Abgeordneten auf ganz Berlin bezog, so dass das Abgeordnetenhaus desto kleiner wurde, je weniger Bevölkerungsanteil West-Berlin an Groß-Berlin hatte. Die Ost-Berliner durften ja nicht mitwählen.
Ostberlin hatte diese Probleme nicht - es war ja eh Teil der
russischen Besatzungszone und konnte so auch Teil und sogar
Hauptstadt der DDR werden.
Zum dritten Mal: nein, es war nicht Teil der Sowjetzone und daher wurde die Hauptstadteigenschaft auch nie offiziell vom Westen anerkannt. „Honni“ durfte in seiner eigenen Hauptstadt nicht Hubschrauber fliegen, weil das unter die alliierten Rechte fiel. der Arme… Und darum gab es auch die Sonderzugänge der Alliierten zum Ostsektor (Checkpoint A-C). Die Alliierten hatten Verantwortung für Berlin als ganzes, und die Sowjets konnten den Zugang der anderen nicht einfach verwehren.
Schönen Sonntag noch,
Andreas