ich stelle derzeit für ein Seminar eine Leseliste der wichtigsten, besten und lesenswertesten Kurzgeschichten der Welt zusammen. Da ich mich natürlich nicht in allen Genres auskenne, bitte ich Euch, mir Eure liebsten Kurzgeschichten zu nennen. WICHTIG: Es sollten Texte sein, die ihrerzeit für die Literatur, für ein Genre oder derlei ein besonders wichtiger Meilenstein oder ein besonders gelungener Geniestreich waren - oder in ganz besonders gelungener Weise mit den Möglichkeiten der Kurzgeschichte umgehen. Ich denke da an Texte wie „Der Untergang des Hauses Usher“ von Edgar Allan Poe oder „Nachts schlafen die Ratten doch“ von Borchert (beides durch Schule verleidete Texte, die aber dadurch an Güte nicht verlieren), Joyces „Die Toten“ oder „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von DuMaurier. Auch gerne aus ferneren Zeiten und Ländern.
Da denke ich doch an O. Henry Pengoblin.
Henry ist ja quasi der Erfinder der Shortstory. Der olle Hem hat ihn immer als sein Vorbild betrachtet. Ist den Nick Adams Storys auch irgendwie anzumerken meine ich.
alles von Ambrose Bierce; besonders: „Ein Vorfall an der Owl-Creek-Brücke“ (An Occurence at Owl Creek Bridge) als (erstes?) Beispiel für die „stream-of-conciousness-technique“.
(bin kein Literaturexperte; habe diesen Begriff mal in einem Englisch-Literatur-Kurs gelernt; weiss was es bedeutet, kanns aber nicht übersetzen; hoffe, es ist ein „gängiger“ Fachausdruck).
Aber Fachsprache hin oder her: Bierce schreibt einfach klasse!
Besonders schätze ich Kurzgeschichten des Engländers Saki, der vor hundert Jahren unter anderem leicht makabre Erzählungen über böse Altkinder verfasst hat, allem voraus „The open window“ oder auch „Sredni Vashtar“, das blutrünstige Frettchen. Knappe Initiationsgeschichten von großer formaler und inhaltlicher Prägnanz, die Du aber vermutlich auch schon kennst.
Ich denke, in der Aufzählung der anderen fehlt E. Hemingway. Seine Kurzgeschichten waren in der Erzählform wegweisend und sind heute immer noch toll zu lesen.
Mir fällt jetzt wohl keine Geschichte ein, die besonders herauszuheben ist. Vielleicht „Schnee auf dem Kilimandscharo“ oder „Der alte Mann an der Brücke“.
Ich denke, in der Aufzählung der anderen fehlt E. Hemingway.
Seine Kurzgeschichten waren in der Erzählform wegweisend und
sind heute immer noch toll zu lesen.
Charles Bukowski darf auch nicht fehlen, ob die Kurzgeschichten
wegweisend waren weiss ich nicht, aber in ihrer Frische und
Bissigkeit sind sie unübertroffen.
Ich empfehle „Das offene Boot“ von Stephen Crane (1871 - 1900). Crane gilt als der Begründer des amerikanischen Naturalismus. Sein Name scheint mir hierzulande wenig geläufig zu sein, ich selbst bin vor einem Jahr eher zufällig auf ihn gestoßen. Obgleich sein Stil auf mich einen irgendwie „unzeitgemäßen“, weil „naiven“ Eindruck machte, konnte ich nach der ersten Lektüre bereits nicht mehr genug bekommen. Ok, mir liegen diese Erzählungen wohl einfach. Leider ist Cranes Werk, zumal in deutscher Übersetzung, äußerst überschaubar .