Die Bewegung als Gottesbeweis

Hallo,
kürzlich stieß ich zufällig auf den Gottesbeweis eines Theologen. Der momentane Zustand der Welt beruht auf Bewegungen. Das lässt sich praktisch über 10 Milliarden Jahre zurückführen, wo es nur die Ursuppe gab. Die erste Bewegung war also die Entstehung des Weltalls. Wer aber hat die Ursuppe erschaffen, wie und warum?
Franz

hallo franz

das nicht-erklären-können eines zustandes oder eines prozesses ist kein beweis an sich.

allerdings wurde gott oder die götter vielmals für dinge, die die menschen nicht erklären konnten, verantwortlich gemacht (zb der donnergott). in dem sinne stimmt diese herleitung. gott ist das, was wir (noch) nicht verstehen.

liebe grüsse
coco

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Hallo Coco,
also bis auf die schwarzen Löcher konnte die Wissenschaft alles erklären. Sein oder Nichtsein, Gut oder Böse, wer hat was warum erschaffen, das ist die Frage.
Franz

Hallo, Franz!
Vielleicht hat es damit zu tun:
Am Anfang aller bewegten Dinge ist die Annahme eines ersten Bewegers, der selbst nicht bewegt worden sein kann, denknotwendig. Es muss sich also um etwas wie eine - als Gott angesehene - Ur-Energie handeln.
Soweit ich mich erinnere, ist diese Idee eines primum movens von Aristoteles (oder doch erst als christlicher Gottesbeweis von der Scholastik? Sicher weiß wer mehr und verschweigt s uns vielleicht nicht) entwickelt worden.
Beste Grüße!
H.

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Hi

also bis auf die schwarzen Löcher konnte die Wissenschaft
alles erklären.

Ach ja? Ich wußte ja noch gar nicht, daß schon endgültig geklärt und erklärt ist wie und wann das Universum entstanden ist und wieviel Materie es im Universum gibt. Ob sich das Universum immer weiter ausdehnt oder nicht, ist auch schon geklärt?

Mal ganz davon abgesehen, daß die Wissenschaft noch nicht mal alle Dinge, die sich so auf der Erde abspielen erklären kann.

Sein oder Nichtsein, Gut oder Böse, wer hat
was warum erschaffen, das ist die Frage.

Da Deiner Meinung nach nur noch die Schwarzen Löcher nicht erklärbar sind, müßte diese Frage doch schon längst beantwortet sein, oder aber der Erschaffer sitzt im Schwarzen Loch.

Gruß
Edith

Hi,

die gängige Theorie ist derzeit die Urknall-Theorie, dh. von Ursuppe als Ursprung redet heute keiner mehr.

Was da beim Urknall knallte und warum, kann man natürlich nur vermuten. Aber rein theoretisch ist es wohl denkbar bzw. berechenbar , dass Materie in Form von Materie und Antimaterie spontan aus dem „nichts“ entstehen können.

Solche Gottesbeweise haben ausserdem immer eine entscheidende Schwachstelle: „Wo kam dann Gott her?“.
Eine Frage, die man gern mit dem Kniff umgeht, Gott als das zu definieren, was von Anfang an da war.

Gruss A.

hallo franz

das ist so nicht richtig. wenn dem so wäre, dann würde heutige forschung ja überflüssig sein. im gegenteil gibt es noch sehr viele ungeklärte dinge in der natur, panda hat ein paar beispiele genannt.

liebe grüsse
coco

Hallo Coco,
also bis auf die schwarzen Löcher konnte die Wissenschaft
alles erklären. Sein oder Nichtsein, Gut oder Böse, wer hat
was warum erschaffen, das ist die Frage.
Franz

Hallo coco!

gott ist das, was wir (noch) nicht verstehen.

So generell kann ich dem als Atheist nicht zustimmen. Selbstverständlich verstehe ich sehr viel nicht, aber ich akzeptiere das und bemühe keinen Gott, um die weißen Flecken in meinem Weltbild zu kaschieren.
Liebe Grüße, Peter

Gottesbeweis und Kosmologie
HI,

kürzlich stieß ich zufällig auf den Gottesbeweis eines Theologen.

Entweder hast du das mißverständlich referiert, wenn du mit diesem Theologen Thomas v.Aq. meinst. Oder, wenn es sich um einen gegenwärtigen Theologen handelt, scheint es einer zu sein, der weder die Geschichte der sog. Gottesbeweise kennt, noch das heutige physikalische Weltbild, das er darin eingeziehen will.

Gemeint ist zweifellos der erste der fünf modi von Argumentationen des Thomas zur Frage, ob Gott sei (utrum deum esse S.theol.I. qu.II art.III), und zwar der ex parte motus („aus den Bestimmungstücken der Bewegung“), in dem er eine Überlegung des Aristoteles (Met. 1073a26ff und Phys. 241b24ff) wiederholt: Alles, was bewegt wird, wird von anderem [sc. als es selbst] bewegt.

Mit Hilfe der aristotelischen Begriffe dynamis (lat. potentia) und entelecheia (lat. actus) wird gezeigt, daß die Kette von Bewegern von Bewegtem nicht unendlich sein kann, und daher ein „erster Beweger, der von nichts bewegt wird“ notwendig angenommen werden muß.

Ähnlich der zweite der fünf Wege des Beweises von Thomas, bei dem er mit der eindeutigen Ordung der Kausalkette argumentiert. Hier wird auf eine erste Wirkursache geschlossen.

Dies ist aber nicht auf das heutige physikalische Modell der Entwicklung des Universums anwendbar, weil darin das entscheidende (philosophische) Problem das absoluten zeitlichen Anfangs überhaupt nicht vorkommt: Es gibt darin eine minimale Zeitspanne (bzw. Dauer, die populärwissenschaftlich, aber fälschlich, als „Alter des Universums“ bezeichnet wird), bei der noch phyikalische Aussagen überhaupt möglich sind: Die sog. Planck-Ära mit der Konstanten 10-43sec (für die bzw. der Kosmologe George Gamov den Scherz-Ausdruck „boiling ylem“ gebrauchte, von dem sich die „Ursuppe“ herleitet).

Jenseits dieser Zeitspanne ist die für den aristotelischen Zeitbegriff unabdingbare Dichotomie (bzw. Relation) des früher/später nicht mehr eindeutig, und in Folge dann auch nicht mehr die Ursache-Wirkung-Dichotomie. Daher greifen hier insbesondere theologische Fragen zum Schöpfungsbegriff ins Leere. Und Fragen zum absoluten Anfang und einer physikalischen Erstursache erst recht.

Gruß

Metapher

Da Deiner Meinung nach nur noch die Schwarzen Löcher nicht
erklärbar sind, müßte diese Frage doch schon längst
beantwortet sein, oder aber der Erschaffer sitzt im Schwarzen
Loch.

Hallo Edith,
erst mit der Entstehung des Alls begann Raum und Zeit. Die Frage nach der Materie ist banal, weil kein einziger sagen kann, wieviel Materie sich in einer Wohnung befindet. In den schwarzen Löchern versteckt sich der Teufel oder Gott. Das gilt so lange, bis der Gegenbeweis angetreten ist.
Gute Unterhaltung
Franz

hi

erst mit der Entstehung des Alls begann Raum und Zeit. Die
Frage nach der Materie ist banal, weil kein einziger sagen
kann, wieviel Materie sich in einer Wohnung befindet.

Du widersprichst Dir also selber. Denn hätte die Wissenschaft alle Frage geklärt, dann wüßten wir auch wieviel Materie sich in einer Wohnung befindet.

Gruß
Edith

Hi!
So hat Coco das auch nicht gesagt. Bitte reiße keine Einzelsätze
aus dem Zusammenhang.

Gruß
Gerald

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Hi Edith,
Materie ist uninteressant. Wir müssen nach Antimaterie suchen, die der Beweger versteckt hat.

Hallo Hannes,

Am Anfang aller bewegten Dinge ist die Annahme eines ersten
Bewegers, der selbst nicht bewegt worden sein kann,

genau nach dem Beweger habe ich gesucht.

Beste Grüße!

Franz

Hi Metapher,
die Frage stellt sich, warum der Mensch weitersucht.

nicht mehr die Ursache-Wirkung-Dichotomie. Daher greifen hier
insbesondere theologische Fragen zum Schöpfungsbegriff ins
Leere. Und Fragen zum absoluten Anfang und einer
physikalischen Erstursache erst recht.

na wenn …

… es sonst keine Fragen zu der Antwort an dich gibt :wink:

die Frage stellt sich, warum der Mensch weitersucht.

Gruß

Metapher

hallo peter

gerald hat es schon treffend beschrieben. du hast meine aussage aus dem zusammenhang gerissen. ich habe diese aussage vor dem hintergrund einer theorie ueber die entstehung von religionen gemacht. in diesem prozess sind atheisten tatsächlich ausgeschlossen.

liebe grüsse
coco

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