hallo,
kann mir einer erklären was die bildnisproblematik ist? im bezug zu homo faber; hat es was mit dem versagen des menschen zutun?
gruß roxy
hallo,
kann mir einer erklären was die bildnisproblematik ist? im bezug zu homo faber; hat es was mit dem versagen des menschen zutun?
gruß roxy
„Du sollst dir kein Bildnis machen…“ meint nichts anderes, als dass Faber sich von allem und allen ein Bildnis macht. Dadurch muss er scheitern, weil er nicht mehr flexibel ist, weil er alles nur so sieht, wie er es gemäß des Bildes, das er sich von einem Menschen oder einer Sache gemacht hat, sehen kann.
Anders ausgedrückt: Die Menschen neigen dazu, alles in Schubladen zu packen, dadurch können sie die Erscheinungen zwar einfacher ordnen, aber verstehen werden sie sie damit kaum.
Gruß
Manfred
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Hi,
kann mir einer erklären was die bildnisproblematik ist? im
bezug zu homo faber; hat es was mit dem versagen des menschen
zutun?
das wird recht schnell klar, wenn du dir Max Frischs Tagebücher ansiehst. Dort heißt es:
_Unsere Meinung, daß wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind - nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muß es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft auf, weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfaßbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, daß unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.
„Du bist nicht“, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: „wofür ich Dich gehalten habe.“ Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat.
Du sollst dir kein Bildnis machen, heißt es von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfaßbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlaß wieder begehen - Ausgenommen, wenn wir lieben.
Max Frisch (Tagebuch 1946 - 1949)_
lemmy