ich habe am kommenden Dienstag eine Geschichtsprüfung über die deutsche Revolution und Wiener Kongress.
Könnt ihr mir sagen, was die Nationalversammlung in der Paulskirche gebracht hat. Die Nationalversammlung wollte eine Demokratie oder Monarchie?
Und noch etwas zu Friedrich Wilhelm IV (König von Preussen): Warum lehnte er die Kaiserkrone ab, die ihm die Nationalversammlung anbot?
gberacht hat die Nationalversammlkung sachlich wohl nichts.
Auch wenn die Revolution wohl mi9t dazu beigetragen hat, daß die deutschen Länder von der absoluten Monarchie langsam abrückten und sich zu konstitutionellen Monarchien veränderten, so hat dazu wohl mehr der Druck der Straße vor Ort beigetragen als die versammlung in Frankfurt. Abgesehen davon wurden ja viele versprechen von 1848 nie verwirkicht bzw. Maßnahmen später wieder revidiert, so daß von einem bleibenden Impuls wenig spürbar war.
Die Nationalversammlung wollte wohl schon eine Art konstitutionelle Monarchie - sonst hätte man dem preußischen König wohl kaum die Kaiserkrone angetragen.
Nun ja - der preußische König war geistig nicht so recht auf der Höhe, deshalb mußte ja Wilhelm I. später die Tregentschaft übernehmen. Was bei der Ablehnung genau inseinem Kopf vorging, wird daher wohl nie jamnd erfahren.
Denkbar wäre, daß er einem deutschen Kaisertum grundsätzlich ablehend gegenüberstand. Auch für Wilhelm war ja der preußische König mehr als der deutsche Kaiser - Bismark mußte ja 1871 wieder mal mit Rücktritt drohen, damit der Alte sich überhaupt die Kaiserkrone aufs Haupt drücken lies. Und Wilhelm I hat soich immer mehr als preußischer König denn als deutscher Kaiser gesehen - mehr oder weniger wurden einfach die preußischen Behörden für ganz Deutschland zuständig, der wollte einfach nichts anderes. Eventuell war ja diese Überzeugung auch seinem Vorgänger eigen und er wollte das Ding deshlab nicht.
Kann aber auch sein, dem Preußen paßte einfach die Art und Weise nicht. Man muß das in der entsprechenden zeit sehen. Das Königtum und auch das Kaisertum galten als von Gott gewollt, die Monarchen standen haushoch über anderen menschen und fühlten auch so. Von daher war es schlechtweg eine Zumutung, wenn nun irgendwelche Bürger aus einer Versammlung jemanden die Kaiserkrone antreugen, daß klang so ähnlich, als wenn ein karnevalsclub den Bundeskanzler ernennen wollte. Die hatten in den Augen des Königs gar nicht die Autorität dazu.
Auch dazu würde der verglaich mit 1871 passen - dort bat der bayrische König im Auftrag der anderen gekrönten Häupter Wilhelm um Annahme der Krone, das war ein ganz anderer Rahmen.
Sniff, leider geht bei mir Wikipedia nicht…Ausgerechnet
diese super Webpage. Arghh!! Ich drehe durch!!!
Hallo,
Wikipedia hat ja so seine Seltsamheiten. Z.B. Franz Freiherr von der Trenk wird als preussischer Offizier etc. angegeben. In Wirklichkeit war er nie in preussischen Diensten, er war der Sohn eines preussischen Offiziers, sondern in russischen und dann als Kommandeur der Panduren in österreichischen Diensten. Mir sind da schon häufiger Fehler in Wikipedia aufgefallen.
Gruss
Rainer
was bedeutet eingentlich konstitutionelle Monarchie?
das ist so was, wie England hat:
Die Politik wird vom Parlament gemacht, aber es gibt noch einen König, der allerdings mehr oder weniger nur noch repräsendiert bzw. im Auftrage des gewählten Parlamentes handelt.
Der Gegesantz dazu war die absolute Monarchie, in der der König allein über alles bestimmt hat.
Der Übergang lief meist mehr oder weniger schrittweise, die Könige gaben iohre Macht ja nur stückweise und unter Druck her.
Hi,
soweit ich weiß gab es tatsächlich zwei Trencks: Der eine ist der berühmte Pandur und der andere stand in preußischen Diensten, war auch mal auf Königstein interniert.
Heinrich
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Kann aber auch sein, dem Preußen paßte einfach die Art und
Weise nicht. Man muß das in der entsprechenden zeit sehen. Das
Königtum und auch das Kaisertum galten als von Gott gewollt,
die Monarchen standen haushoch über anderen menschen und
fühlten auch so. Von daher war es schlechtweg eine Zumutung,
wenn nun irgendwelche Bürger aus einer Versammlung jemanden
die Kaiserkrone antreugen, daß klang so ähnlich, als wenn ein
karnevalsclub den Bundeskanzler ernennen wollte. Die hatten in
den Augen des Königs gar nicht die Autorität dazu.
Das war der entscheidende Punkt: Gott setzt einen König ein und nicht mehrere Bürger (Deshalb heißt es ja auch Gottesgnadentum und nicht Bürgergnadentum). Der deutsche König wurde seit dem 9./10.Jhd. stets in Aachen vom Mainzer Bischof gekrönt nachdem er von auserlesenen Menschen gewählt worden war (seit 1356 nur noch von den Kurfürsten, die ihrerseits wieder die Anwesenheit Gottes repräsentieren). Und 42 Jahre nach Ende des römisch-deutschen Kaisertums kommen plötzlich Bürgerliche daher und wollen den von Gott eingesetzten preußischen König zum Kaiser machen: undenkbar!
Auch dazu würde der verglaich mit 1871 passen - dort bat der
bayrische König im Auftrag der anderen gekrönten Häupter
Wilhelm um Annahme der Krone, das war ein ganz anderer Rahmen.
„Bat“ ist lustig geschrieben. König Ludwig II. von Bayern herrschte über das territorial größte Königtum in Dtl. (nach Preußen) und gehörte einer Dynastie an, die seit 1180 unnunterbrochen regiert hatte, höchstens die Welfen waren noch älter.
Die Bitte, die Kaiserkrone anzunehmen, konnte von einem Welfen aber nicht vorgetragen werden, da Bismarck ja wenig zuvor nach dem Krieg von 1866 die Welfen entmachtet hatte. Ludwig II. aber wollte nicht, also zahlte Bismarck hohe Bestechungsgelder, damit Ludwig den sog. Kaiserbrief schrieb. Der hatte das Geld dringend notwendig, weil er seine Schlösser bauen wollte. Das Geld kam vor allem aus dem sog. Welfenfonds, also dem Vermögen des entmachteten Welfenhauses (nicht lange zuvor noch Könige von England!). Viele Leute meinen, die armen Bayern hätten so schlimm unter Ludwig II. leiden müssen, weil ihre Steuern für Ludwigs Schlösser draufgingen: stimmt nicht, für Ludwigs Schlösser mußten höchtens die preußischen Untertanen schuften und die Welfen zahlen…
was bedeutet eingentlich konstitutionelle Monarchie?
das ist so was, wie England hat:
England hat eine parlamentarische Monarchie. Und Natalie wäre es durchaus zuzumuten, sich zunächst einmal bei Wikipedia oder andernorts (z.B. mittels eines simplen einbändigen Konversationslexikons) wenigstens ein ganz kleines bißchen sachkundig zu machen. Man kann es mit der Bequemlichkeit auch übertreiben.
Hi,
soweit ich weiß gab es tatsächlich zwei Trencks: Der eine ist
der berühmte Pandur und der andere stand in preußischen
Diensten, war auch mal auf Königstein interniert.
Heinrich
Hallo,
es gab mehrere, Franz und Friedrich. Franz war in russischen und österreichischen und Friedrich in preussischen Diensten. Beiden hatten aber keine besondere Karriere, beide wurden aus verschiedenen Gründen zu Gefängnis verurteilt.
Gruss
Rainer
Sorry, Natalie
… habe eben erst gesehen, wie alt (bzw. jung) du bist. Es ist schön, wenn jemand in Deinem Alter an solchen Dingen Interesse zeigt.
Bitte nimm es als Vorschlag: erst einmal nachschlagen, so bekommst Du ganz schnell einen ersten Einblick und viele Fragen sind schon einmal geklärt. Bei Wikipedia suchst Du z.B. nach ‚Monarchie‘ oder du kannst auch einmal unter ‚Märzrevolution‘ nachschauen.
Wenn du dann noch Fragen hast oder etwas nicht verstehst, kannst Du hier gezielter nachfragen.