Die deutsche Sprache und woher sie kommt u. mehr!

Hey,

habe eine Frage:

woher kommt die deutsche Sprache, ich weiss dass es z.T. vom Griechischen und Lateinischen abstammt, aber genau weiss ich es nicht. Es hat doch aus was mit den Lautenverschiebungen zu tun oder?

z.B. Vater heisst auf lat. pater und auf englisch father, was kann ich da herausleiten?

eine zweite Frage:

was ist Vokalismus und Konstanttismus? habe die Begriffe noch nie gehört und finde auch nichts im internet…

Ich hoffe mir kann wenigstens jemand die erste frage schlüssig beantworten…

Vielen Dank im Vorraus

Hallo, Gigi,

woher kommt die deutsche Sprache, ich weiss dass es z.T. vom
Griechischen und Lateinischen abstammt, aber genau weiss ich
es nicht. Es hat doch aus was mit den Lautenverschiebungen zu
tun oder?

Dazu findest du z.B. in der Brettbeschreibung diesen Link

http://www.weikopf.de/Sprache/sprache.html

eine zweite Frage:

was ist Vokalismus und Konstanttismus? habe die Begriffe noch
nie gehört und finde auch nichts im internet…

… auch nicht bei Google, wenn du „Vokalismus“ und „Kon sonan tismus“ eingibst?

(Zur Wortbedeutung die Duden-Definitionen:

_Kon|so|nan|tis|mus der; - : System, Funktion der Konsonanten (Sprachw.).

Vo|ka|lis|mus, der; - (Sprachw.): System, Funktion der Vokale.

Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch_
)

Gruß
Kreszenz

Hallo !

Hier zwei Daten zur deutschen Sprache :

Erste gedruckte bzw geschriebene Verbreitung der deutschen Sprache

1255 Sachsenspiegel
1255 Reichsgesetz über einen Landfrieden, von Friedrich II. verkündet und in Mainz beschworen.

gruß max

Hallo

Die deutsche Sprache ist die Sprache, die schon die alten Germanen benutzten. Sie kam nicht her, sie entwickelte sich.
Natürlich in sich dauernd verändernden Form.
Das Wort „deutsch“ entstammt aus dem althochdeutschen „Thiod“, was „Volk“ bedeutet.
Also Volkssprache.

Die Germanen entstammen dem indogermanischen Kreis und auch ihre Sprache. Dass griechische und lateinische Wörter in dieser Sprache enthalten sind, hat wohl die gleiche Ursache, wie heute das Englische unsere und die Sprachen der anderen Europäer beeinflußt.

Gruß max

Die deutsche Sprache ist die Sprache, die schon die alten
Germanen benutzten.

Naja, eine „indogermanische“ Sprache (heute benutzt man übrigens meistens die Bezeichnung „Indoeuropäisch“) muss schon bedeutend vor den „alten Germanen“ (was ein sehr schwammiger Begriff ist) existiert haben, wenn es denn überhaupt so etwas wie eine fest umrissene indoeuropäische Ursprache gegeben hat. Kein heute Lebender dürfte in der Lage sein, einen Germanen oder einen „Indoeuropäer“ zu verstehen.

Sie kam nicht her, sie entwickelte sich.
Natürlich in sich dauernd verändernden Form.

Wobei diese Entwicklung im Wesentlichen einen Aufspaltungsprozess darstellte.

Die Germanen entstammen dem indogermanischen Kreis und auch
ihre Sprache. Dass griechische und lateinische Wörter in
dieser Sprache enthalten sind, hat wohl die gleiche Ursache,
wie heute das Englische unsere und die Sprachen der anderen
Europäer beeinflußt.

Das stimmt so nicht. Lateinisch und Griechisch haben sich ebenso wie das moderne Deutsch aus dem Indoeuropäisch entwickelt. Das bedeutet, dass viele Wortähnlichkeiten nicht aus Beeinflussungsprozessen, sondern aus der gemeinsamen Wurzel stammen.
Natürlich hat Max insofern Recht, als es natürlich später immer wieder Kontakte zwischen dem inzwischen sehr weit auseinander entwickelten Latein und der „germanischen Sprache“ gegeben hat. Dadurch wanderten noch einmal viele Wörter in den deutschen Sprachgebrauch. Als dritten Einflussfaktor gab es den Kontakt zum modernen Französisch, ebenfalls eine indoeuropäische Sprache, aber aus der romanischen Gruppe, die sich wiederum aus dem Latein entwickelt hat.

Im Übrigen gibt es hier einen kompakten Überblick über das Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Indoeurop%E4ische_Sprachen

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Hi!

Du hast das gut zusammengefasst. Was du schreibst bildet ungefaehr die Essenz meines Kurses ‚Deutsche Sprachgeschichte‘.

Naja, eine „indogermanische“ Sprache (heute benutzt man
übrigens meistens die Bezeichnung „Indoeuropäisch“) muss schon
bedeutend vor den „alten Germanen“ (was ein sehr schwammiger
Begriff ist) existiert haben, wenn es denn überhaupt so etwas
wie eine fest umrissene indoeuropäische Ursprache gegeben hat.
Kein heute Lebender dürfte in der Lage sein, einen Germanen
oder einen „Indoeuropäer“ zu verstehen.

Man hat versucht indoeruop. Formen zu rekonstruieren, sie werden allerdings mit einem Sternchen markiert, da sie nicht belegt sind (Sternchen wird auch fuer ungrammatikalische Formen verwendet).
Ich hab auch einen Kurs ‚Althochdeutsch‘ - schon dieses Deutsch ist schwer zu verstehen - dh das alles davor noch viel umstaendlicher ist.

Das stimmt so nicht. Lateinisch und Griechisch haben sich
ebenso wie das moderne Deutsch aus dem Indoeuropäisch
entwickelt. Das bedeutet, dass viele Wortähnlichkeiten nicht
aus Beeinflussungsprozessen, sondern aus der gemeinsamen
Wurzel stammen.
Natürlich hat Max insofern Recht, als es natürlich später
immer wieder Kontakte zwischen dem inzwischen sehr weit
auseinander entwickelten Latein und der „germanischen Sprache“
gegeben hat. Dadurch wanderten noch einmal viele Wörter in den
deutschen Sprachgebrauch. Als dritten Einflussfaktor gab es
den Kontakt zum modernen Französisch, ebenfalls eine
indoeuropäische Sprache, aber aus der romanischen Gruppe, die
sich wiederum aus dem Latein entwickelt hat.

Das hab ich in meinem Kurs auch so verstanden.

Gruesse,
Bethje

Kein heute Lebender dürfte in der Lage sein, einen Germanen
oder einen „Indoeuropäer“ zu verstehen.

Aus der Taufformel Chlodwigs (ca. 500n):

Ec forsacho diabolae (Ich widersage dem Teufel)
En sinan uortan en uerkan (Und seinen Worten und Werken)

Gewöhnungsbedürftig, aber kann man doch verstehen.

Hallo Gigi

Die Geschichte der deutschen Sprache, so kurz als möglich gefasst (man gibt sich Mühe):

Man nimmt eine gemeinsame indoeuropäische Sprache an, aus der die verschiedenen europäischen Sprachstämme entstanden sein sollen. Da es keine Schriftzeugnisse aus jener Zeit gibt, bleibt dies lediglich ein Konstrukt. Die daraus entstandenen Sprachfamilien wären unter Anderem: die slawische, die italische (woraus das Lateinische und später die romanischen Sprachen erwuchsen), die griechische, keltische und die germanische.

die „alten Germanen“, wie sie in einem vorigen Beitrag trefflich genannt wurden, zeichneten sich durch die gemeinsame Sprache, bzw. den gemeinsamen Sprachstamm aus. Um etwa 1200/1000 bis 500/300 vor der Zeitrechnung spaltete sich das Germanische von der Indoeuropäischen Sprachengruppe durch die sogenannte erste Lautverschiebung ab. Hierbei wandelten sich die Verschlusslaute p,t,k im Althochdeutschen zu f,d,h, im Englischen zu f,th und h (die Frage nach dem lateinischen „pater“ war treffend. Im Lateinischen, wo die Lautverschiebung nicht stattfand, heisst es noch immer pater, althochdeutsch Fater, englisch father); b,d,g wurden zu p,t und k (z.B. lateinisch dens, englisch tooth).
Aus einer urgemanischen gemeinsamen Sprache bildeten sich wiederum, wie vorhin angedeutet, durch dialektale Entwicklungen verschiedene Untergruppen, als da unter Anderem wären: das Gotische, das Altnordische (woraus sich die modernen skandinavischen Sprachen Isländisch, Faröisch, Norwegisch, Schwedisch und Dänisch entwickelten), das Altenglische (das sich zum Neuenglischen entwickelte) und schliesslich auch das Althochdeutsche.

Althochdeutsch wurde von 750 nach der Zeitrechnung bis 1050 gesprochen. Bekannte literarische Beispiele wären das Hildebrandlied und die Merseburger Zaubersprüche.

Mittelhochdeutsch sprach/schrieb man von 1050 bis 1350. Es gab in dieser Zeit einige Autoren, die auch heutzutage noch allseits bekannt und zitiert sind (z.B. Walther von der Vogelweide und Hartmann von Aue), sehr bekannt ist auch das Niebelungenlied und der Minnesang im Allgemeinen.

ab 1350 setzte durch die zweite Lautverschiebung die Wandlung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen ein, die um 1650 abgeshclossen war. In Süddeutschland bzw. in der Schweiz wurde diese Lautverschiebung nur teilweise bis gar nicht vollzogen, sodass jene Dialekte dem Mittelhochdeutschen heute am nächsten kommen (Beispiele, ohne im Detail auf die zweite Lautverschiebung einzugehen: mhd. „muus“ wird zu „Maus“, „huus“ zu „Haus“; „sugen“ - „saugen“; „schouwen“ - „schauen“; „pfluoc“ - „Pflug“).

Ich hoffe, Du hast Dir einen groben Überblick verschaffen können.

Gruss

Wiesel