Hallo Gigi
Die Geschichte der deutschen Sprache, so kurz als möglich gefasst (man gibt sich Mühe):
Man nimmt eine gemeinsame indoeuropäische Sprache an, aus der die verschiedenen europäischen Sprachstämme entstanden sein sollen. Da es keine Schriftzeugnisse aus jener Zeit gibt, bleibt dies lediglich ein Konstrukt. Die daraus entstandenen Sprachfamilien wären unter Anderem: die slawische, die italische (woraus das Lateinische und später die romanischen Sprachen erwuchsen), die griechische, keltische und die germanische.
die „alten Germanen“, wie sie in einem vorigen Beitrag trefflich genannt wurden, zeichneten sich durch die gemeinsame Sprache, bzw. den gemeinsamen Sprachstamm aus. Um etwa 1200/1000 bis 500/300 vor der Zeitrechnung spaltete sich das Germanische von der Indoeuropäischen Sprachengruppe durch die sogenannte erste Lautverschiebung ab. Hierbei wandelten sich die Verschlusslaute p,t,k im Althochdeutschen zu f,d,h, im Englischen zu f,th und h (die Frage nach dem lateinischen „pater“ war treffend. Im Lateinischen, wo die Lautverschiebung nicht stattfand, heisst es noch immer pater, althochdeutsch Fater, englisch father); b,d,g wurden zu p,t und k (z.B. lateinisch dens, englisch tooth).
Aus einer urgemanischen gemeinsamen Sprache bildeten sich wiederum, wie vorhin angedeutet, durch dialektale Entwicklungen verschiedene Untergruppen, als da unter Anderem wären: das Gotische, das Altnordische (woraus sich die modernen skandinavischen Sprachen Isländisch, Faröisch, Norwegisch, Schwedisch und Dänisch entwickelten), das Altenglische (das sich zum Neuenglischen entwickelte) und schliesslich auch das Althochdeutsche.
Althochdeutsch wurde von 750 nach der Zeitrechnung bis 1050 gesprochen. Bekannte literarische Beispiele wären das Hildebrandlied und die Merseburger Zaubersprüche.
Mittelhochdeutsch sprach/schrieb man von 1050 bis 1350. Es gab in dieser Zeit einige Autoren, die auch heutzutage noch allseits bekannt und zitiert sind (z.B. Walther von der Vogelweide und Hartmann von Aue), sehr bekannt ist auch das Niebelungenlied und der Minnesang im Allgemeinen.
ab 1350 setzte durch die zweite Lautverschiebung die Wandlung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen ein, die um 1650 abgeshclossen war. In Süddeutschland bzw. in der Schweiz wurde diese Lautverschiebung nur teilweise bis gar nicht vollzogen, sodass jene Dialekte dem Mittelhochdeutschen heute am nächsten kommen (Beispiele, ohne im Detail auf die zweite Lautverschiebung einzugehen: mhd. „muus“ wird zu „Maus“, „huus“ zu „Haus“; „sugen“ - „saugen“; „schouwen“ - „schauen“; „pfluoc“ - „Pflug“).
Ich hoffe, Du hast Dir einen groben Überblick verschaffen können.
Gruss
Wiesel