Die dritte Wurzelspitzenresektion erfolgreich ?

Guten Tag,

Bereits zweimal wurde an einem oberen rechten Zahn 1.5 eine Wurzelspitzenresektion gemacht. Der Kieferchirurg empfahl mir ein Knochenersatzmittel aus Pferdeknorpel, das durch ein Mißverständnis nicht eingesetzt wurde.

Jetzt bei der dritten OP wollte ich es auf jeden Fall versuchen, da der Knochen die große Stelle wohl nicht allein wieder schließen kann und mit dem Füllmittel es leichter gehen soll.

Eigentlich will der Operator, der schon zweimal operiert hat, nicht operieren, da er meint, dass sich der KH-Boden wieder knöchern verschlossen hat. Jeder andere Zahnarzt sagt, dass hier auf jeden Fall noch einmal operiert werden muß.

Ich habe auch leichte Schmerzen an diesem Zahn.

Durch einen anderen Zahn unten 4.7, der wurzelbehandelt wurde und ebenfalls Schmerzen verursacht hatte, sind die Schmerzen vom oberen Zahn nicht so wahrgenommen worden. Jetzt, wo der untere therapiert wurde, merke ich den oberen Zahn wieder deutlicher.

Ein anderer Zahnarzt meinte, dass eine dritte OP NIE Erfolg hätte und es nichts bringen würde.

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt operieren lassen soll. Der Chirurg meint, dass er Zahn dann haltloser wird.

Servus Stephanie,

jetzt hast Du eine Menge geschrieben und ich weiss trotzdem nicht, warum Du ein drittes Mal reseziert werden sollst.

  • wegen der Schmerzen? (wann war die OP?)
  • wegen der Größe des knöchernen Defekts?
  • wegen eines bisher ungenannten Grundes?

Gruß

Kai Müller

Guten Tag,

Bereits zweimal wurde an einem oberen rechten Zahn 1.5 eine
Wurzelspitzenresektion gemacht. Der Kieferchirurg empfahl mir
ein Knochenersatzmittel aus Pferdeknorpel, das durch ein
Mißverständnis nicht eingesetzt wurde.

Hallo,

Im allgemeinen bringen die Knochenersatzmaterialien bei einer WSR (Abkürz. für Wurzelspitzenresektion) nix. Dazu muss man wissen, wie der Eingriff funktioniert:
Sind in einem wurzelkanalbehandelten Zahn noch Bakterien im Wurzelkanal vorhanden, so können diese über Öffnungen in der Wurzelspitze den Zahn verlassen und eine Entzündung im Knochen verursachen. Bei der WSR wird nun der Knochen im Bereich der Wurzelspitze von außen eröffnet und die Wurzelspitze des Zahnes abgetrennt. Dies macht man, weil der Bereich der Wurzelspitze bei einer Wurzelkanalbehandlung besonders schwierig zu behandeln. Danach sollte man in der Regel den Wurzelkanal mit einer Füllung zusätzlich verschließen, damit Bakterien, die eventuell noch im Zahn sind, nun nicht mehr den Zahn verlassen können.

Wenn das funktioniert und keine Bakterien mehr vom Zahn nachkommen, dann heilen auch große Knochendefekte von selbst aus und man muss nicht mit Ersatzmaterialien nachhelfen. Ausnahmen mögen sehr sehr große Defekte sein.
Funktioniert das nicht und es wandern wieder Bakterien aus dem Zahn Richtung Knochen, dann wird es auch - mit welchem Material auch immer - nicht klappen.

Ein zweiter (oder dritter) Eingriff bringt also nur etwas, wenn ich dadurch die Qualität der Abdichtung des wurzelbehandelten Zahns verbessern kann. Da gibt es schon Methoden, z.B. könnte man - wenn möglich - vorher die alte Wurzelkanalfüllung erneuern, oder falls noch nicht geschehen den Wurzelkanal von der anderen Seite abdichten ( wie oben beschrieben, sog. retrograde Wurzelfüllung). Es gibt Spezialisten, die dieses Verfahren gut beherschen und auch brauchbare Erfolgsquoten haben. Einfach immer wieder zu operieren und einfach wieder ein Stück Zahn abzutrennen und was in die Knochenhöhle reinzustopfen ist nahezu immer erfolglos. Es kann auch Fälle geben, wo jede Therapie hoffnungslos ist, z.B. wenn die Wurzel einen Sprung hat.

Operieren musst du immer dann, wenn nach längerer Abheilzeit (Minimum ein Jahr) noch keine Verkleinerung der vorherigen Operationshöhle im Röntgenbild zu erkennen ist. Wenn der ursprüngliche Knochendefekt zumindest kleiner geworden ist, und keine Beschwerden da sind, kann man abwarten. Wenn allerdings eine Schwellung oder Fistel auftritt, dann muss man was machen, weil das dann immer wieder kommen wird.

Du siehst, das ist ein komplexes Thema und aus der Ferne auch nicht einfach zu beurteilen, wie der Fall bei Dir jetzt genau gelagert ist.

Ich hoffe Dir trotzdem ein bischen Einblick in die Materie verschafft zu haben. Schau doch auch mal bei Wikipedia zu den Themen Wurzelkanalbehandlung und Wurzelspitzenresektion.

Gruß Christian

Hallo Christian,

Vielen Dank für deine Hilfe. Als Lain habe ich davon keinerlei Ahnung und leider überschätze ich wohl die Ärzte. Mein zweifacher Operator ist Dr. Dr. also Doppeldoktor und da glaubt man/frau leider, der wüßte, was er tut.

Ich wußte nicht, dass es von den Bakterien im Wurzelkanal kommt.

Aufgefallen ist mir bei dem 4.7, dass wenn die Krone drauf war, die Entzündung wieder kam und schlimmer wurde. Als die Krone runter kam, merkte ich nichts mehr. Als der Zahn wurzelbehandelt wurde, also eine Wurzelfüllung bekam und zugemacht wurde, bekam ich unten wieder eine heftige Entzündung und auch der obere Zahn, der 1.5 entzündete sich wieder stark.

Die Entzündung in 1.5 besserte sich dann schnell spürbar. Beim nächsten Zahnarzttermin hat mir eine andere Ärztin Prokain gespritzt. Daraufhin ist die Entzündung in 4.7 ganz stark zurückgegangen, ich merke sie aber immer noch. Es soll zwei Monate dauern, bis sich der Zahn 4.7 beruhigt hat, also die Entzündung ganz weg ist. Dann sollen dort zwei Kronen drauf. Das habe ich bis heute nicht verstanden, wieso die Ärztin bei 4.7 von zwei Kronen sprach.

Die letzten Tage hatte ich ganz merkwürdige Kopfschmerzen und ich frage mich, ob die vom Prokain kommen.

Ich habe auch eine Schulterentzündung links und frage mich langsam, ob die von den Zähnen kommt. Auch soll ich auf Anraten von dem Chirurgen eine Aufbißschiene bekommen.

In seiner Stellungnahme an meinen Hauszahnarzt schreibt er: ich zitiere mal wörtlich aus seinem Schreiben:

Eine erneute WSR an 15 ist nicht sicher erfolgreicher, da der Zahn lateral fehlbelastet wird. Immerhin hat sich trotz der Belastung der KH-Boden wieder knöchern verschlossen. Wir haben eine CMD-Therapie eingeleitet.
zur Diagnose:
Z.n. WSR 15 mit im Vergleich zum Post-OP-Zahnfilm ausreichende Knochenbildung trotz unphysiologischer Überbelastung bei CDM (stillmann clefts).

Ich werde mit meiner Zahnärztin, die mir 4.7 gerettet hat (mein Hauszahnarzt hatte schon die Entfernung angeordnet) über die von dir angesprochene Alternativ-Behandlung sprechen.

Danke, nochmal für deine Mühe.

Viele Grüße
Stephanie08

Hallo Christian,

Hallo

gespritzt. Daraufhin ist die Entzündung in 4.7 ganz stark
zurückgegangen, ich merke sie aber immer noch. Es soll zwei
Monate dauern, bis sich der Zahn 4.7 beruhigt hat, also die
Entzündung ganz weg ist. Dann sollen dort zwei Kronen drauf.
Das habe ich bis heute nicht verstanden, wieso die Ärztin bei
4.7 von zwei Kronen sprach.

Vielleicht 2 nebeneinanderliegende Zähne, oder eine (bedingt) herausnehmbare Konstruktion ??
Es kann schon eine Zeit dauern, bis ein Zahn nach einer Wurzelkanalbehandlung ganz beschwerdefrei ist.

Die letzten Tage hatte ich ganz merkwürdige Kopfschmerzen und
ich frage mich, ob die vom Prokain kommen.

Ich habe auch eine Schulterentzündung links und frage mich
langsam, ob die von den Zähnen kommt. Auch soll ich auf
Anraten von dem Chirurgen eine Aufbißschiene bekommen.

Es muss nicht alles mit den Zähnen zu tun haben. Manchmal haben Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule aber Zusammenhänge mit Verspannungen in der Kiefermuskulatur.

In seiner Stellungnahme an meinen Hauszahnarzt schreibt er:
ich zitiere mal wörtlich aus seinem Schreiben:

Eine erneute WSR an 15 ist nicht sicher erfolgreicher, da der
Zahn lateral fehlbelastet wird. Immerhin hat sich trotz der
Belastung der KH-Boden wieder knöchern verschlossen. Wir haben
eine CMD-Therapie eingeleitet.
zur Diagnose:
Z.n. WSR 15 mit im Vergleich zum Post-OP-Zahnfilm ausreichende
Knochenbildung trotz unphysiologischer Überbelastung bei CDM
(stillmann clefts).

Knochenbildung ist ja schon mal gut, mehr kann man aber ohne die Bilder zu sehen nicht sagen. Das mit der CMD-Symptomatik (d.h. Beschwerden im Bereich der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke. Diese gehen meist auf eine Fehlbelastung der Zähne und der Muskulatur durch zu häufiges Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne zurück ) würde aber schon Sinn machen. Beschwerden an Zähnen können auch durch sowas verursacht werden, bzw. können auch Muskelschmerzen irrtümlich als Zahnschmerzen empfunden werden.

Danke, nochmal für deine Mühe.

Bitte, gern geschehen,

Gruß Christian