Hallo Anne!
Zum Anfang ein Buchtip. Der Titel ist als Taschenbuch erhältlich und insofern bezahlbar:
James Monaco: „Film verstehen“
Einfach mal reinschauen; hier werden viele technische und filmhistorische Fragen bereits gut beantwortet.
Für EInsteiger ein sehr nützlicher Leitfaden.
Internet-Recherche hilft nur bedingt, da viele Seiten in englischer Sprache verfasst sind und oftmals mit sehr detailliertem, aber selten bestätigtem Wissen auftrumpfen.
Konkret:
Der erste Tonfilm mit integrierter Lichtspur (Ton und Bild auf einem Film) stammt aus Deutschland. Er wurde 1922 gedreht und heißt „Der Brandstifter“. (Ich meine, es gäbe noch einen früheren Titel, aber da mir der Titel nicht einfällt…)
Der erste abendfüllende deutsche Tonfilm wird 1939 gedreht, kommt aber erst 1941 in die Kinos: „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ mit Marika Rökk.
Farbfilm:
Nach ersten Experimenten mit handcolorierten Bildern geht man zunächst dazu über, Filmszenen in einer Farbe einzutünchen (etwa: Nachtszenen in Blau, Wüstenszenen in Gelb etc.)
Manchmal werden auch für den dramatischen Effekt einzelne Elemente im Filmbild eingefärbt. Berühmtes Beispiel: Die Sowjetflagge am Schluss von „Panzerkreuzer Potemkin“.
Dann kommt das Zwei-Streifen-Technbcolor-Verfahren. Es bietet eine beachtliche Farbpalette, aber keine reinen Blautöne. Der erste abendfüllende Spielfilm in dem Verfahren ist 1922 „The Toll of the Sea“ von Chester Franklin.
1934 wird Drei-Streifen-Technicolor eingeführt. Jetzt sind alle Farben im Film reproduzierbar. Erster Einsatz für die Schlusssequenz im Film „House of Rothchild“.
Den Durchbruch für Farbe im Spielfilm bedeutet 1939 der Welterfolg von „Vom Winde verweht“, aber erst ab 1950 beginnt sich das Verhältnis von Farb- und Schwarweißfilm anzugleichen.
Breitbildverfahren gibt es seit den 1920er Jahren, aber sie sind entweder nicht technisch ausgreift oder zu teuer in der Herstellung.
Wichtig:
1952: erster Film in Cinerama - „This is Cinerama“
1953: erster Cinemascope-Film - „Das Gewand“
1955: erster Todd AO-Film - „Oklahoma“
Es gibt viele Breitbildverfahren mit teilweise wichtigen technischen Neuerungen, was aber im Detail an dieser Stelle zu weit führt.
3D:
Der erste abendfüllende 3D-Film, für den eine Brille mit Polarisationsfilter nötig ist, wird 1953 in Amerika gedreht:
„Bwana, der Teufel“.
So viel für den Moment.
Ich hoffe, die Auskunft war hilfreich.
Mit besten Grüßen
Uwe Mies