Die Entwicklung der Filmgeschichte

Liebes Galileo-Team,
mich würde die Entwicklung der Filmgeschichte sehr interessieren. Genauere Fakten wie zum Beispiel vom Standbild zum Bewegtbild, von Schwarz-weiß zu Farbe oder von dem ersten 3D Film etc. wären toll zu wissen.

Ich danke schon einmal im voraus für ihre Hilfe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Filmgeschichte#Vom_steh…

Liebe Anne,

darüber sind ganze Regale von Fachbüchern erschienen. Es ist unmöglich, im Rahmen dieses Forums einen „kleinen Abriss“ der Filmgeschichte zu geben. Ich habe das vier Jahre studiert. Deine Beispielfragen sind außerdem rein technischer Natur - das hat mit Filmgeschichte nur am Rande zu tun.

Zu Deinen Fragen: Die weltweit erste Filmvorführung fand im Pariser Grand Café am 28. Dezember 1895 statt und brachte dem Inhaber 33 Francs Reinerlös. Das war die Geburtsstunde des Kinematographen der Brüder Lumière. Damals war der Film aber lediglich eine Jahrmarktsensation. Die eigentliche Bedeutung hatte man damals noch nicht begriffen. (Quelle: "Jerzy Töplitz: >"Geschichte des Films Bd. 1)

Als erster Tonfilm wird der Film der Warner-Studios „Don Juan“ angenommen (es gab viele technisch ungenügende Versuche vorher. Er hatte am 6. August 1926 in New York Premiere. Damit hatte sich der Tonfilm aber noch längst nicht etabliert - es gab große Verdrängungsbemühungen, unter anderem auch von Chaplin. (Quelle: "Jerzy Töplitz: >"Geschicvhte des Films Bd. 2)

Der erste abendfüllende Kinofilm, der mit dem Technicolor-Verfahren alle drei Grundfarben nutzte, war Becky Sharp von Rouben Marmoulian aus dem Jahr 1935. Der Durchbruch für den Farbfilm kam aber erst 1937 mit Disneys Zeichentrickfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge. Der erste deutsche Farbfilm war „Immensee“ (1943) von Veit Harlan. (Quelle „Gute Frage“ und Jerzy Töplitz, "Geschichte des Films Bd. 4)

„Der Schatz des Belearen“ war der erste Cinemascopefilm, der in 3D aufgeführt wurde, aber schon 1922 wurde der erste Langfilm in Rot-Grün, „The Power Of Love“, als Stummfilm aufgeführt. (Quelle: www.cosmiq.de)

Ich bin übrigens nicht Mitglied des Galileo-Teams.

Liebe Grüße

Thomas Görner

Die Beantwortung der Frage sprengt den hier vorhandenen Rahmen, immerhin sind 115 Jahre abzuhandeln. Ich verweise auf umfangreiche Fachliteratur.
MfG
W.Helbig

Hallo Anne,
Deine Fragen sind sehr interessant.
Das gezeigte Bewegdbild als Film, aufgenommen mit einer Kamera und dargestellt mit einem Projektor, wird gemeinhin in Europa den Brüdern Lumière zugeschrieben.
Das war um 1897. Jedoch gab es auch schon vorher viele filmischen Experimente und Vorführungen. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Erfidnungen der Fotografie und die Einflüsse der sog. Laterna Magica.
Die ersten Fotografien waren Schwarz-weiß. Der Rückschluss, dass die ersten Filme auch schwarz-weiß waren ist jedoch pauschal falsch, da schon bei den ersten Bewegtbildern mit Farben experimentiert wurde.
Diese wurden jedoch auf den Film „aufgemahlt“, zunächst durch Handcoloration, später durch Maschinen. Ein Farbfilm (als Negativfilm) ist jedoch erst um 1920 entwickelt worden. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Firmen KODAK und AGFA, sowie TECHNICOLOR.
Die Einflüsse dieser Firmen kamen aus den gerade entstandenen Chemiefarben (also: unnatürlichen Farben) mit chemischen Pigmenten…
Der 3D Film ist so alt wie der Film selbst. Es ist nur eine andere Form des Sehens. Diese heisst Stereoskopes Sehen. Um das 19te Jahrhundert wurde schon mit dieser Fotm des Sehens experimentiert.
Neu ist die Entwicklung von 3D Filmen ohne Aufsatz (Brille). Verschiedene Firmen (Samsung, Phillips) arbeiten an einem Verfahren, welches es dem Zuschauer ermöglich, stereoskopisch ohne Brille zu sehen.
Deine Fragen sind sehr weitläufig und schwierig in einer Übersicht zusammen zu fassen. Ich hoffe jedoch, Dir ein wenig geholfen zu haben. Gerne gehe ich auch spezifischer auf eine Deiner Fragen ein.

Hallo Anne!
Zum Anfang ein Buchtip. Der Titel ist als Taschenbuch erhältlich und insofern bezahlbar:
James Monaco: „Film verstehen“
Einfach mal reinschauen; hier werden viele technische und filmhistorische Fragen bereits gut beantwortet.
Für EInsteiger ein sehr nützlicher Leitfaden.

Internet-Recherche hilft nur bedingt, da viele Seiten in englischer Sprache verfasst sind und oftmals mit sehr detailliertem, aber selten bestätigtem Wissen auftrumpfen.

Konkret:
Der erste Tonfilm mit integrierter Lichtspur (Ton und Bild auf einem Film) stammt aus Deutschland. Er wurde 1922 gedreht und heißt „Der Brandstifter“. (Ich meine, es gäbe noch einen früheren Titel, aber da mir der Titel nicht einfällt…)

Der erste abendfüllende deutsche Tonfilm wird 1939 gedreht, kommt aber erst 1941 in die Kinos: „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ mit Marika Rökk.

Farbfilm:
Nach ersten Experimenten mit handcolorierten Bildern geht man zunächst dazu über, Filmszenen in einer Farbe einzutünchen (etwa: Nachtszenen in Blau, Wüstenszenen in Gelb etc.)
Manchmal werden auch für den dramatischen Effekt einzelne Elemente im Filmbild eingefärbt. Berühmtes Beispiel: Die Sowjetflagge am Schluss von „Panzerkreuzer Potemkin“.

Dann kommt das Zwei-Streifen-Technbcolor-Verfahren. Es bietet eine beachtliche Farbpalette, aber keine reinen Blautöne. Der erste abendfüllende Spielfilm in dem Verfahren ist 1922 „The Toll of the Sea“ von Chester Franklin.

1934 wird Drei-Streifen-Technicolor eingeführt. Jetzt sind alle Farben im Film reproduzierbar. Erster Einsatz für die Schlusssequenz im Film „House of Rothchild“.

Den Durchbruch für Farbe im Spielfilm bedeutet 1939 der Welterfolg von „Vom Winde verweht“, aber erst ab 1950 beginnt sich das Verhältnis von Farb- und Schwarweißfilm anzugleichen.

Breitbildverfahren gibt es seit den 1920er Jahren, aber sie sind entweder nicht technisch ausgreift oder zu teuer in der Herstellung.
Wichtig:
1952: erster Film in Cinerama - „This is Cinerama“
1953: erster Cinemascope-Film - „Das Gewand“
1955: erster Todd AO-Film - „Oklahoma“

Es gibt viele Breitbildverfahren mit teilweise wichtigen technischen Neuerungen, was aber im Detail an dieser Stelle zu weit führt.

3D:
Der erste abendfüllende 3D-Film, für den eine Brille mit Polarisationsfilter nötig ist, wird 1953 in Amerika gedreht:
„Bwana, der Teufel“.

So viel für den Moment.
Ich hoffe, die Auskunft war hilfreich.

Mit besten Grüßen
Uwe Mies

Hallo Anne!
Zum Anfang ein Buchtip. Der Titel ist als Taschenbuch erhältlich und insofern bezahlbar:
James Monaco: Film verstehen
Einfach mal reinschauen; hier werden viele technische und filmhistorische Fragen bereits gut beantwortet.

Internet-Recherche hilft nur bedingt, da viele Seiten in englischer Sprache verfasst sind und oftmals mit sehr detailliertem, aber selten bestätigtem Wissen auftrumpfen.

Konkret:
Der erste Tonfilm mit integrierter Lichtspur (Ton und Bild auf einem Film) stammt aus Deutschland. Er wurde 1922 gedreht und heißt „Der Brandstifter“. (Ich meine, es gäbe noch einen früheren Titel, aber da mir der Titel nicht einfällt…)

Der erste abenfüllende deutsche Tonfilm wird 1939 gedreht, kommt aber erst 1941 in die Kinos: „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ mit Marika Rökk.

Farbfilm:
Nach ersten Experimenten mit handcolorierten Bildern geht man zunächst dazu über, Filmszenen in einer Farbe einzutünchen (etwa: Nachtszenen in Blau, Wüstenszenen in Gelb etc.)
Manchmal werden auch für den dramatischen Effekt einzelne Elemente im Filmbild eingefärbt. Berühmtes Beispiel: Die Sowjetflagge am Schluss von „Panzerkreuzer Potemkin“.

Dann kommt das Zwei-Streifen-Technbcolor-Verfahren. Es bietet eine beachtliche Farbpalette, aber keine reinen Blautöne. Der erste abendfüllende Spielfilm in dem Verfahren ist 1922 „The Toll of the Sea“ von Chester Franklin.

1934 wird Drei-Streifen-Technicolor eingeführt. Jetzt sind alle Farben im Film reproduzierbar. Erster Einsatz für die Schlusssequenz im Film „House of Rothchild“.

Den Durchbruch für Farbe im speilfilm bedeutet 1939 der Welterfolg von „Vom Winde verweht“, aber erst ab 1950 beginnt sich das Verhältnis von Farb- und Schwarweißfilm anzugleichen.

Breitbildverfahren gibt es seit den 1920er Jahren, aber sie sind entweder nicht technisch ausgreift oder zu teuer in der Herstellung.
Wichtig:
1952: erster Film in Cinerama - „This is Cinerama“
1953: erster Cinemascope-Film - „Das Gewand“
1955: erster Todd AO-Film - „Oklahoma“

Es gibt viele Breitbildverfahren mit teilweise wichtigen technischen Neuerungen, was aber im Detail anj dieser Stelle zu weit führt.

3D:
Der erste abendfüllende 3D-Film, für den eine Brille mit Polarisationsfilter nötig ist, wird 1953 in Amerika gedreht:
„Bwana, der Teufel“.

So viel für den Moment.
Ich hoffe, die Auskunft war hilfreich.

Mit besten Grüßen
Uwe Mies

Hallo Anne!
Zum Anfang ein Buchtip. Der Titel ist als Taschenbuch erhältlich und insofern bezahlbar:
James Monaco: Film verstehen
Einfach mal reinschauen; hier werden viele technische und filmhistorische Fragen bereits gut beantwortet.

Internet-Recherche hilft nur bedingt, da viele Seiten in englischer Sprache verfasst sind und oftmals mit sehr detailliertem, aber selten bestätigtem Wissen auftrumpfen.

Konkret:
Der erste Tonfilm mit integrierter Lichtspur (Ton und Bild auf einem Film) stammt aus Deutschland. Er wurde 1922 gedreht und heißt „Der Brandstifter“. (Ich meine, es gäbe noch einen früheren Titel, aber da mir der Titel nicht einfällt…)

Farbfilm:
Nach ersten Experimenten mit handcolorierten Bildern geht man zunächst dazu über, Filmszenen in einer Farbe einzutünchen (etwa: Nachtszenen in Blau, Wüstenszenen in Gelb etc.)
Manchmal werden auch für den dramatischen Effekt einzelne Elemente im Filmbild eingefärbt. Berühmtes Beispiel: Die Sowjetflagge am Schluss von „Panzerkreuzer Potemkin“.

Dann kommt das Zwei-Streifen-Technbcolor-Verfahren. Es bietet eine beachtliche Farbpalette, aber keine reinen Blautöne. Der erste abendfüllende Spielfilm in dem Verfahren ist 1922 „The Toll of the Sea“ von Chester Franklin.

1934 wird Drei-Streifen-Technicolor eingeführt. Jetzt sind alle Farben im Film reproduzierbar. Erster Einsatz für die Schlusssequenz im Film „House of Rothchild“.

Den Durchbruch für Farbe im Spielfilm bedeutet 1939 der Welterfolg von „Vom Winde verweht“, aber erst ab 1950 beginnt sich das Verhältnis von Farb- und Schwarweißfilm anzugleichen.

Der erste abenfüllende deutsche Farbfilm wird 1939 gedreht, kommt aber erst 1941 in die Kinos: „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ mit Marika Rökk.

Breitbildverfahren gibt es seit den 1920er Jahren, aber sie sind entweder nicht technisch ausgreift oder zu teuer in der Herstellung.
Wichtig:
1952: erster Film in Cinerama - „This is Cinerama“
1953: erster Cinemascope-Film - „Das Gewand“
1955: erster Todd AO-Film - „Oklahoma“

Es gibt viele Breitbildverfahren mit teilweise wichtigen technischen Neuerungen, was aber im Detail an dieser Stelle zu weit führt.

3D:
Der erste abendfüllende 3D-Film, für den eine Brille mit Polarisationsfilter nötig ist, wird 1953 in Amerika gedreht:
„Bwana, der Teufel“.

So viel für den Moment.
Ich hoffe, die Auskunft war hilfreich.

Mit besten Grüßen
Uwe Mies