Die 'etwas andere' Bewerbung (lang)

Hallo,
3 Tage und 3 Nächte… -nun ist sie fertig, die „etwas andere Bewerbung“. Motiviert, das Herkömmliche zu verlassen, wurde ich durch den link auf „jova-nova“.
Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung von euch freuen.
Ich möchte diese Rückmeldung nicht in dem Sinne von „normalerweise schreibt man das so und so…“, denn das ist keine „normale“ Bewerbung. Sondern ich wüsste gerne, wie wirkt sie auf euch. Fehlt etwas Entscheidendes? Von denen, die an entsprechenden Stellen sitzen, wüsste ich gerne, macht euch das an zum weiter lesen?, würdet ihr so jemanden einladen?

Die Stellenausschreibung ist mau. Darin steht: "Wir suchen…1 Sozialpädagogische Fachkraft in Vollzeit mit Vermittlungserfahrung. … Wir erwarten neben der beruflichen Qualifikation Erfahrungen mit Auszubildenden oder in der Jugendberufshilfe und mobile Flexibilität. Ihr Bewerbungen erbitten wir…

Heute war ich da, wollte mir noch Infomaterial holen. Und habe erfahren, dass es sich bei der entsprechenden Stelle um ein neues Projekt handelt, in dem es darum geht, junge Menschen, die Schwierigkeiten in ihrem Job haben, zu unterstützen. (Da gehts wohl hauptsächlich um soziale Kompetenzen…)

Danke bereits im Vorfeld für eure Mühe!

(Hier schon die erste Frage: Die wollen die Bewerbung per mail, das heißt, keine Adresszeile, weder von mir noch von ihnen, oder?)

Bewerbung als Sozialpädagogische Fachkraft in Vollzeit
Ihre Stellenausschreibung in der xxx vom 23.02.2008

Sehr geehrter Herr X,

frisch* genug in diesem Metier für die berufliche Herausforderung und reich genug an den erforderlichen Kompetenzen: Die Zeit ist reif, mich dieses Jahr von meiner Arbeit in der xxx zu verabschieden und mich meinen beruflichen Visionen zu widmen.

Während meiner Berufstätigkeit in der "xxx“ und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der „xxx“ begleitete ich Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Berufswelt. Hier, in der persönlichen und fachlichen Unterstützung der jungen Menschen und in der Vermittlung zwischen Betriebspersonal und Auszubildenden, liegen meine Stärken, die ich gerne in meinem Arbeitsleben umsetzen möchte. Die Kenntnisse, die ich in Fortbildungen (systemische und psychologische Beratung) erworben habe, weiß ich hierbei gezielt anzuwenden.

Eine Beschäftigung bei xxx würde mir sehr zusagen, da ich eine Stelle suche, in der ich meine Interessen und Fähigkeiten einbringen kann und die mir eine kontinuierliche Arbeit mit den Klienten ermöglicht. Meine Kooperations- und Organisationsfähigkeit und meine Flexibilität zeichnen mich aus, so dass Ihrem neuen Projekt eine engagierte, motivierte Kraft zur Verfügung steht, die sich gerne beruflich weiterentwickelt.

Da ich an keinen Festvertrag gebunden bin, könnte ich Ihnen ab dem 01.04. zur Verfügung stehen. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit auf ein weiteres persönliches Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

J.E.

* mit frisch meine ich: noch nicht allzu lange in diesem Beruf. Noch nicht ausgepowert. Noch voller Energie und Leidenschaft für dieses Metier. Ein Sternchen für einen besseren Begriff!

Liebe Grüße von
jeanne

Hallo Jeanne,

deine Bewerbung finde ich sehr erfrischend, in der Tat. Ich finde, die kannst du guten Gewissens genau so abschicken, bis auf die Fußnote mit dem Stern, denn was du mit „frisch“ meinst, das kommt sofort rüber, noch besser sogar ohne die Sternchen-Fußnote und in dem folgenden Satz kommt mir die 1. Pers. Singular zu häufig vor:

Meine Kooperations- und Organisationsfähigkeit und meine sowie Flexibilität zeichnen mich aus,

Statt „zeichnen mich aus“ vielleicht auch „liegen mir im Blut“…

Klar, das wirkt ein alles ein bisschen keck, aber das willst du ja!

… und Frechheit siegt!

Frisch-frech ans Werk!

Gruß Gernot

hallo jeanne,

zuerst und das einfachste: bewerbung per email heißt NICHT, dass du nicht ein „normales“ anschreiben (im word-format, dann möglichst unterschrieben und gescannt als pdf) erstellst und den bewerbungstext direkt in einer email verfasst, sondern lediglich, dass du deine unterlagen (d. h. anschreiben + (mindestens) lebenslauf + (normalerweise) zeugnisse (als pdfs), evtl. noch deckblatt (foto!) und anlagenverzeichnis) per email übersendest.

in der entsprechenden mail schreibst du dann nur noch einmal einen kurzen begleittext nach dem motto „erhalten sie angehängt meine vollständigen bewerbungsunterlagen …“.

jetzt zu deinem anschreiben. ich bin selbst in der situation, bewerbungen zu lesen, zu beurteilen und bewerber einzuladen. auf der anderen seite kenne ich auch die situaion, mich selbst zu bewerben. aus beiden sichten kann ich nachvollziehen, dass du dich abheben möchtest. allerdings ist dies eine starke gradwanderung. sich abheben ist gut, man muss nur sehr aufpassen, dass man nicht in worthülsen oder gar geschwafel verfällt.

konkret: deinen 2. absatz finde ich gut. du untermauerst mit beispielen bzw. bringst „belege“ für deine aussagen.

nun zum schwierigen einstieg: der ist aus meiner sicht schlicht zu dick aufgetragen.

eine deiner plakativen aussagen: vielleicht - aber gleich drei?!

„frisch“ würde ich dabei übrigens in gar keinem fall verwenden, du bist doch kein fisch, gemüse oder hinterschinken!

„reich“ ist man an erfahrungen, weniger üblich ist dies im zusammenhang mit kompetenzen.

was ich außerdem als kritisch ansehe, ist die formelhafte aussage, dich deinen visionen widmen zu wollen. stell dir doch selbst mal kritisch die frage, welchen aussagegehalt dies für deinen potenziellen arbeitgeber hat. welche visionen? willst du die welt retten? versteh mich nicht falsch: wenn du schon so etwas benutzt, solltest du es in jedem fall nicht so für sich stehen lassen, sondern mit etwas untermauern oder es auflösen bzw. erklären.

aber wie gesagt: insgesamt ist es mir einfach zu viel auf einmal.

zum 3. absatz: hier wäre es gut, wenn du wieder ein bisschen mehr - wie im 2. absatz auch - mit konkreten aussagen arbeiten würdest. „deine interessen und fähigkeiten einbringen“: welche sind das denn? nenne beispielhaft 1-3 (natürlich welche, die für den neuen job relevant sind).

auch kooperation, organisation und flexibilität sind die üblichen schlagworte, die für sich stehend eher nichtssagend wirken, weil diese jeder für sich in anspruch nimmt. wodurch hast du zum beispiel deine flexibilität bewiesen (bsp. viele unterschiedliche einsatzgebiete/jobs in deiner vergangenheit), wie konntest du deine organisationsstärke unter beweis stellen (erkennt man manchmal an einem bestimmten job, den man hatte, der dies impliziert).

du musst nicht zu allem und jedem eine abhandlung schreiben, um es glaubwürdiger zu machen, aber eine bewerbung gespickt mit solchen greifbaren beispielen, macht diese interessanter, lebendiger und überzeugender.

ich hoffe, du konntest mit meiner einschätzung was anfangen (und wenn es nur ist: lass sie reden, ich mache mein ding trotzdem genau so, wie ich es vor hatte :smile:).

viel glück und viele grüße

schnuddie

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frisch
Hallo Gernot,

das * für frisch war nur für die www-ler gedacht! :smile:

Danke erstmal für deine Rückmeldung, die sich extrem von der von Schnuddel unterscheidet!
Bin mal gespannt, was noch kommt!

Viele Grüße, jeanne

eben dies habe ich schmunzelnd beim lesen von gernots antwort auch gedacht. :smile: letztlich ist es halt (wie bei fast allem) immer auch eine frage des geschmacks und natürlich auch der branche / art des jobs.

gruß

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Abend!

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung von euch freuen.
Ich möchte diese Rückmeldung nicht in dem Sinne von
„normalerweise schreibt man das so und so…“, denn das ist
keine „normale“ Bewerbung. Sondern ich wüsste gerne, wie wirkt
sie auf euch.

Wie eine Sammelbewerbung und gänzlich übertrieben.

Fehlt etwas Entscheidendes?

Ja absolut, der Bezug zu der Stellenausschreibung, was ist mit
Vermittlungserfahrung. Selbst wenn du das nicht kannst, kennst,
weißt, das mußt du ansprechen!
Sozialpädagogische Fachkraft, biste das?
Mobile Flexibilität, was ist damit? Führerschein?
Auch wenn die Ausschreibung in deinen Augen mau ist, du
ignorierst nahezu alle Anforderungen.

Von denen, die an
entsprechenden Stellen sitzen, wüsste ich gerne, macht euch
das an zum weiter lesen?, würdet ihr so jemanden einladen?

Bei den Firmen die ich kenne würdest du schon vom Personalreferent
rausgekickt, Fachabteilungen würden das gar nicht erst sehen.

Danke bereits im Vorfeld für eure Mühe!

Bitte :smile:

(Hier schon die erste Frage: Die wollen die Bewerbung per
mail, das heißt, keine Adresszeile, weder von mir noch von
ihnen, oder?)

EMail heißt doch nicht das die Bewerbung in irgeneiner Form anders
ist wie schriftlich. Eher das Gegenteil würde ich sagen, ist dein
Foto im Lebenslauf auch mit einem Laserdrucker (schwarz/weiss) noch
ansprechend?

Gruß
Stefan

Abend!

Klar, das wirkt ein alles ein bisschen keck, aber das willst
du ja!
… und Frechheit siegt!
Frisch-frech ans Werk!

Da genau an diesen Positionen doch eher noch konservative Leute
sitzen, halte ich das nicht für förderlich.

Wenn man perfekt auf die Stelle passt, möglicherweise noch mehr
kann wie gefordert dann kann man sich sowas erlauben.
Für die genannte Position ist das alles doch nur heiße Luft,
die soll bitte mobil flexibel sein und was ist sie „frisch“?

Gruß
Stefan

Hallo Schnuddie,

eben dies habe ich schmunzelnd beim lesen von gernots antwort
auch gedacht. :smile: letztlich ist es halt (wie bei fast allem)
immer auch eine frage des geschmacks und natürlich auch der
branche / art des jobs.

Ja, das ist die Frage. Ich habe ja mal selbst während meiner Langzeitarbeitslosigkeit eine „Maßnahme“ bei einer sogenannten „Jugendhilfe“ mitgemacht, die sich aber auch um ältere Semester wie mich „kümmerte“. Da erlebte ich lauter innerlich gekündigte Sozialpädagogen, die mich motivieren sollten, de facto aber selbst immer pünktlichst den Griffel fallen ließen.

Mir gaben sie zur Eröffnung beruflicher Perspektive einen Ein-€-Job als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsparche (das was ich auf Hire-and-Fire-Basis zuvor jahrelang für „etwas“ mehr Geld gemacht hatte).

Eine Kurdin, die die Hälfte der Schulzeit in Deutschland verbracht hatte, dabei aber nie richtig Deutsch sprechen, geschweige denn schreiben gelernt hatte, die bei mir sehr lernwillig war, steckten sie zum Auffüllen der Zeit auch in einen „Kurs“, den ein arbeitsloser Skandinavist zum Thema “Politisches System der Bundesrepublik Deutschland“ hielt.

Für einen 50-Jährigen, der ebenfalls einen Alphabetisierungskurs bei mir besuchen sollte, hatten sie volles Verständnis, wenn er ihm unter fadenscheinigen Ausreden fernblieb (seine Exfrau, von der er seit drei Jahren geschieden war, war z.B. erkrankt).

Ein arbeitsloser Sportlehrer, der einem Jugendlichen Mathe-Nachhilfe erteilen sollte, las gemeinsam mit diesem im Unterricht häufig die BILD-Zeitung, ohne dass irgendjemand der Herren und Damen Sozialarbeiter- oder SozialpädagogInnen Anstoß daran nahm.

Glaub mir, gerade diese Branche braucht frischen Wind! Ob der von den Personalverantwortlichen aber überhaupt goutiert wird, da bin ich mir auch nicht ganz sicher.

Gruß Gernot

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Hallo Jeanne,

würdet ihr so jemanden einladen?

Warum nicht? Wichtig ist ja erstmal dass du dich vom „Einheitsmüll“ abhebst, dieses „Hiermit bewerbe ich mich um meine Stelle als…, die Sie in Ihrer Anzeige am … in der Zeitung…“ vermeidest - und das tust du!
Das Anschreiben ist erfrischend anders und erfüllt somit seinen Zweck, denn es hebt sich angenehm vom üblichen Blabla ab und man spürt den Elan, den Du mitbringst. Insofern würde mich dieser Text durchaus ansprechen. Es paßt wahrscheinlich auch zu der Stelle - bei einem Beerdigungsinstitut wäre eher gesetztes Auftreten angemessen. :wink:

Ob es eine Einladung gibt hängt dann natürlich auch davon ab ob dein Lebenslauf und die Zeugnisse den Eindruck erwecken dass du eine gute Besetzung für diese Stelle sein könntest.

Wenn du mit Jugendlichen zu tun haben wirst finde ich diese offene, zugleich aber erfrischende Art deines Schreibens sehr gut und passend. Ich hoffe dann nur dass du auch persönlich zu diesem Stil paßt, weil wenn sich im Vorstellungsgespräch zeigt dass du ein graues Mäuschen bist widerspricht das dem Eindruck, den du hier erweckst. Es sollte möglichst aus einem Guss sein damit keine Irritationen auftauchen, die man naturgemäß vermeiden möchte.

(Hier schon die erste Frage: Die wollen die Bewerbung per
mail, das heißt, keine Adresszeile, weder von mir noch von
ihnen, oder?)

Dann würde ich die Unterlagen - vom Deckblatt bis zu den Zeugnissen - als pdf-Dateien senden. Oder nachfragen wie es gewünscht ist… Aber ich glaube nicht dass man deinen Text einfach nur als Email bekommen möchte.

frisch* genug in diesem Metier für die berufliche
Herausforderung und reich genug an den erforderlichen
Kompetenzen:

Der Satzbau wirkt nicht glatt, unabhängig vom *frisch. Ob du die „erforderlichen“ Kompetenzen hast entscheidet auch der Herr X, nicht du. Wie wär’s mit: „Reich an Kompetenzen und motiviert für neue berufliche Herausforderungen: Die Zeit ist reif…“

Die Zeit ist reif, mich dieses Jahr von meiner
Arbeit in der xxx zu verabschieden und mich meinen beruflichen
Visionen zu widmen.

Vielleicht nochmal jemand ganz Kompetenten fragen, aber ich denke das Komma nach „reif“ muß weg.
„Dieses Jahr“ klingt für mich auch komisch (obwohl es nicht falsch sein muß), ich würde dennoch schreiben „… mich in diesem Jahr…“

„Visionen“ sind blabla. Das ist eine typische Worthülse, hinter der nichts steht. Du hast keine Visionen, du willst nen lockeren, aber gut bezahlten Job, wenn wir mal ehrlich sind. :smile: Also nicht zuuuuu dick auftragen und nicht unpräzise werden wenn du insgesamt mit zackig vorgetragenen Fakten Punkten willst. Statt „Visionen“ würde ich „Ziele“ schreiben, das klingt dann glaubwürdiger.

Während meiner Berufstätigkeit in der "xxx“ und meiner
ehrenamtlichen Tätigkeit in der „xxx“ begleitete
ich Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in die
Berufswelt. Hier, in der persönlichen und fachlichen
Unterstützung der jungen Menschen und in der Vermittlung
zwischen Betriebspersonal und Auszubildenden, liegen meine
Stärken, die ich gerne in meinem Arbeitsleben umsetzen
möchte. Die Kenntnisse, die ich in Fortbildungen (systemische
und psychologische Beratung) erworben habe, weiß ich hierbei
gezielt anzuwenden.

Eine Beschäftigung bei xxx würde mir sehr zusagen,

Komma weg und anstatt „zusagen“ ein normalerer Begriff, beispielsweise „gefallen“

da ich eine Stelle

anstatt „Stelle“: Aufgabe oder Tätigkeit

suche, in der ich meine Interessen und Fähigkeiten
einbringen kann und die mir eine kontinuierliche Arbeit mit
den Klienten ermöglicht. Meine Kooperations- und
Organisationsfähigkeit und meine Flexibilität

2x „und“ und 2x „meine“ kurz hintereinander, „Organisationsfähigkeit“ nennt man gängigerweise Organisationstalent - und was soll „Kooperationsfähigkeit“ heißen? Diese leeren Worthülsen müssen weg, „Fakten, Fakten, Fakten“!
Ich würde gängige und greifbare Begrifflichkeiten verwenden, also: „Meine Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, Organisationstalent und Flexibilität…“

zeichnen mich
aus, so dass Ihrem neuen Projekt eine engagierte, motivierte
Kraft zur Verfügung steht, die sich gerne beruflich
weiterentwickelt.

Da ich an keinen Festvertrag gebunden bin, könnte ich Ihnen ab
dem 01.04. zur Verfügung stehen.

„hätte, wäre, wenn“ - nicht zu zaghaft! Und ansonsten: 01.04.2017, 18, 19, oder wann? :smile:
Also besser: „… kann ich Ihnen bereits ab dem 01.04.2008 zur Verfügung stehen.“

Ich freue mich sehr über die
Möglichkeit auf ein weiteres persönliches Gespräch.

Ein weiteres??? Wieviele gab es denn schon? Na also!
Besser: „… möchte mich Ihnen gerne persönlich vorstellen.“ oder sowas in der Art.

Mit freundlichen Grüßen

J.E.

OK, auch mit freundlichen Grüßen, :smile:))

Insgesamt also ein guter Text, aber ich würde die Worthülsen entfernen und etwas flüssiger werden, siehe meine Vorschläge.

MecFleih

Hi,

Wenn man perfekt auf die Stelle passt, möglicherweise noch
mehr
kann wie gefordert dann kann man sich sowas erlauben.
Für die genannte Position ist das alles doch nur heiße Luft,
die soll bitte mobil flexibel sein und was ist sie „frisch“?

Sie soll mit Jugendlichen arbeiten, und da ist ein frisches, keckes Auftreten absolut passend! Ein konseratives Schreiben ist hier IMHO völlig deplaziert.

Gruß,

MecFleih

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Abend MacFleih!

Sie soll mit Jugendlichen arbeiten, und da ist ein frisches,
keckes Auftreten absolut passend! Ein konseratives Schreiben
ist hier IMHO völlig deplaziert.

Bei solchen Aussagen erinnere ich mich immer an einen Spruch meiner
früheren Tanztrainerin, „Ihr dürft kreativ sein, ihr dürft neue
Wege gehen, wenn ihr denn die alten Wege beherscht!“

Die Bewerbung hat soviele grundsätzliche Fehler, da hilft auch das
ganze Freche oder Kreative nichts.

Überlege bitte was für Leute, in der Regel, auf der anderen Seite
sitzen. Wenn die Organisation etwas größer ist wird ein
Personalreferent anhand der Ausschreibung entscheiden wer weiter
kommt. Also munteres Abhaken der geforderten Tätigkeiten.

Gruß
Stefan

PS: Das soll nicht heißen, dass ich das System gut finde aber es
ist so!

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Hallo Stefan,

Danke für deine Rückmeldung.

was ist mit
Vermittlungserfahrung. Selbst wenn du das nicht kannst,
kennst, weißt, das mußt du ansprechen!

Normalerweise gehe ich in diesem Kontext davon aus, dass es um die Vermittlung von Jugendlichen in einen Betrieb geht. Da ich nun weiß, dass es um junge Menschen geht, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen, dort jedoch Schwierigkeiten haben, gehe ich davon aus, dass es um die Vermittlung zwischen Betrieb und Arbeitnehmer geht. Und genau hierauf nehme ich auch Bezug:

„Hier, in der persönlichen und fachlichen Unterstützung der jungen Menschen und in der Vermittlung zwischen Betriebspersonal und Auszubildenden, liegen meine Stärken, die ich gerne in meinem Arbeitsleben umsetzen möchte.“

Sozialpädagogische Fachkraft, biste das?

Ja, das bin ich. Zwar „nur“ Erzieherin, aber das habe ich mit ihm schon abgeklärt, das ist ok., solange ich die erforderlichen Qualifikationen mitbringe.

Mobile Flexibilität, was ist damit? Führerschein?

Ich schätze mal, ja. Aber ich gehe auch davon aus, dass, wenn die das einfordern und jemand bewirbt sich, dass derjenige dann so schlau ist und sich auch nur bewirbt, wenn er über die mobile Flexibilität verfügt. Ich denke nicht, dass ich das noch mal extra erwähnen muss. Außerdem war ich ja heute da und er hat gesehen, dass ich Mopedklamotten an hatte, und da er sich sicherlich an mich erinnern wird, denke ich, das nicht noch mal extra erwähnen zu müssen.

Auch wenn die Ausschreibung in deinen Augen
mau ist, du
ignorierst nahezu alle Anforderungen.

Das nehme ich mir gerne zu Herzen, doch ist es mir zu unkonkret, da ich m.E. auf alle Anforderungen eingehe außer der mit der mobilen Flexibilität, die m.E. selbstverständlich ist in dem Moment, in dem ich antworte, wie bereits gesagt.

EMail heißt doch nicht das die Bewerbung in irgeneiner Form
anders ist wie schriftlich. Eher das Gegenteil würde ich sagen, ist
dein Foto im Lebenslauf auch mit einem Laserdrucker (schwarz/weiss)
noch ansprechend?

Hier gibts ein Missverständnis. (Auch mit „Schnuffie“ oder ähnlich). Ich habe nie gedacht und denke auch nicht, dass E-mail-Bewerbung bedeutet, dass ich was anderes schreiben soll als das Herkömmliche. Mir war einfach danach, und, wie gesagt, unter „www.jova-nova.de“ fand ich entsprechende Unterstützung, einfach mal was neues zu probieren.
Meine Frage war, ob ich, wenn ich eine E-mail-Bewerbung sende, die Adresse beifüge, sowohl meine als auch die des Adressaten.
Ob mein Foto dann noch ansprechend ist, weiß ich nicht. I.d.R. schwarz-weiß nicht mehr, weil meine blauen Augen dann wie durchsichtig aussehen. Aber ich wüsste keine Alternative. Aber auch hier möchte ich anmerken: Er hat mich ja heute gesehen.

Nochmals Grüße, jeanne

N’Abend Stefan,

Bei solchen Aussagen erinnere ich mich immer an einen Spruch
meiner
früheren Tanztrainerin, „Ihr dürft kreativ sein, ihr dürft
neue
Wege gehen, wenn ihr denn die alten Wege beherscht!“

OK, hier gehen wir davon aus dass deine Tanztrainerin nicht in der Bewerbungskomission sitzt - und du auch nicht. Falls doch: ja, dann wäre das Anschreiben keine gute Wahl… :wink:

Die Bewerbung hat soviele grundsätzliche Fehler, da hilft auch
das
ganze Freche oder Kreative nichts.

Welche denn?

Ich sehe da keine Fehler, außer mögliche Detailverbesserungen. Die wirklichen Fehler in Bewerbungen sind Eselsohren, Kaffeeflecken, offensichtliche Rechtschreibfehler, lückenhafte Unterlagen - also die generelle Unfähigkeit vollständige Unterlagen einzureichen, die den Standards entsprechen und zeigen dass jemand, der Werbung für sich macht, ausreichend Mühe aufwendet zumindest die üblichen Regeln zu beachten.

Dieses Anschreiben ist gerade deswegen gut weil es aus dem Einheitsbrei heraussticht - und das ist wichtig damit es auffällt. Wenn man 100 Bewerbungen auf dem Tisch liegen hat schläft man ein wenn da immer wieder der gleiche Käse „Hiermit bewerbe ich mich (ach was…) auf Ihre Anzeige am … in der … Zeitung (als ob ich nicht wüßte wann ich wo eine Anzeige geschaltet habe…) um eine Stelle als … (ich habe schon im Betreff gelesen um, welche Stelle es hier geht…)“.

Wer im Gedächtnis bleiben und auffallen will muß, ohne völlig aus dem Rahmen zu fallen, so schreiben dass etwas hängen bleibt und man geneigt ist diese Mappe auf den „interessant“-Stapel zu legen.

Überlege bitte was für Leute, in der Regel, auf der anderen
Seite
sitzen. Wenn die Organisation etwas größer ist wird ein
Personalreferent anhand der Ausschreibung entscheiden wer
weiter
kommt. Also munteres Abhaken der geforderten Tätigkeiten.

Im Lebenslauf, aber nicht im Anschreiben. Das hat mehr den Charakter einer „Arbeitsprobe“, aus der ich entnehme wie jemand so drauf ist. Und wenn da das stereotype Gelaber steht ist es keine Bewerbung mehr, die auffällt.

Sicherlich muß auch der Lebenslauf stimmig sein und zur Stelle passen, aber ein motivierter Mensch - und man spürt die Motivation in diesem Text - ist immer weit besser als einer, der den üblichen Mist schreibt.

Gruß

MecFleih

PS: Das soll nicht heißen, dass ich das System gut finde aber
es
ist so!

Sehe ich auch nicht unbedingt so. Ich glaube dass auch konserative Arbeitgeber für entsprechende Stellen passende, quirlige Mitarbeiter suchen, wenn das nötig ist.

Dass das System aus allerlei sonstigen Gründen doof ist - da stimme ich dir zu.

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Hallo Jeanne,

was ist mit
Vermittlungserfahrung. Selbst wenn du das nicht kannst,
kennst, weißt, das mußt du ansprechen!

Normalerweise gehe ich in diesem Kontext davon aus, dass es um
die Vermittlung von Jugendlichen in einen Betrieb geht. Da ich
nun weiß, dass es um junge Menschen geht, die bereits in einem
Arbeitsverhältnis stehen, dort jedoch Schwierigkeiten haben,
gehe ich davon aus, dass es um die Vermittlung zwischen
Betrieb und Arbeitnehmer geht. Und genau hierauf nehme ich
auch Bezug:

Prinzipiell hast du Recht aber das ist so dünn das es mir
durchgegangen ist. Mann (nee Frau) da hast du was, was du kannst,
was gefordert wird, das mußt du ausschlachten.

Mobile Flexibilität, was ist damit? Führerschein?

Ich schätze mal, ja. Aber ich gehe auch davon aus, dass, wenn
die das einfordern und jemand bewirbt sich, dass derjenige
dann so schlau ist und sich auch nur bewirbt, wenn er über die
mobile Flexibilität verfügt.

Vergess das. Ich habe Ausschreibungen nur für Dipl Ing ETechnik
und was bewirbt sich? Alles was schreiben kann.

Du darfst in einer Bewerbung niemals denken, glauben was der andere
denken könnte oder sollte. Du mußt deinen Gegenüber bei jeder
Kleinigkeit an die Hand nehmen. Du weißt nicht ob er es auch so
sieht, du mußt es ihm erzählen.

Außerdem war ich ja heute da und
er hat gesehen, dass ich Mopedklamotten an hatte, und da er
sich sicherlich an mich erinnern wird, denke ich, das nicht
noch mal extra erwähnen zu müssen.

Mal ganz kätzerich aber durchaus schon erlebt. Er hat in der nächsten
Woche 500 Bewerbungen bekommen, geht zur Praktikantin und sagt
"Lese die Anschreiben und alle die nicht mobil flexibel sind,
Vermittlungskenntnisse haben sortierst du aus und sagst ab.

Auch wenn die Ausschreibung in deinen Augen
mau ist, du
ignorierst nahezu alle Anforderungen.

Das nehme ich mir gerne zu Herzen, doch ist es mir zu
unkonkret, da ich m.E. auf alle Anforderungen eingehe außer
der mit der mobilen Flexibilität, die m.E. selbstverständlich
ist in dem Moment, in dem ich antworte, wie bereits gesagt.

Lese genau die Ausschreibung, jedes Wort was da steht mußt du in
deinem Anschreiben haben.

Meine Frage war, ob ich, wenn ich eine E-mail-Bewerbung sende,
die Adresse beifüge, sowohl meine als auch die des Adressaten.

Selbstverständlich.

Ob mein Foto dann noch ansprechend ist, weiß ich nicht. I.d.R.
schwarz-weiß nicht mehr, weil meine blauen Augen dann wie
durchsichtig aussehen.

Dann probiere es aus und bearbeite das Foto solange bis es
erträglich aussieht.

Aber auch hier möchte ich anmerken: Er hat mich ja heute gesehen.

Versuche nicht zu erraten was andere Leute denken, nimm sie an die
Hand!!

Gruß
Stefan

PS: Wenn du weitere Anregungen von mir magst laß uns zur EMail
wechseln.

Hallo MacFleih!

Bei solchen Aussagen erinnere ich mich immer an einen Spruch
meiner
früheren Tanztrainerin, „Ihr dürft kreativ sein, ihr dürft
neue
Wege gehen, wenn ihr denn die alten Wege beherscht!“

OK, hier gehen wir davon aus dass deine Tanztrainerin nicht in
der Bewerbungskomission sitzt - und du auch nicht. Falls doch:
ja, dann wäre das Anschreiben keine gute Wahl… :wink:

Das ist wohl wahr aber darum geht es doch nicht. Ich weiß nicht was
du tust aber erzähle mir doch bitte nicht, das jemand bei euch
mal munter alles umkrempeln kann der noch nicht mal die Grundlagen
deines Jobs beherscht.

Die Bewerbung hat soviele grundsätzliche Fehler, da hilft auch
das ganze Freche oder Kreative nichts.

Welche denn?

Allein folgender Satz

frisch* genug in diesem Metier für die berufliche Herausforderung
und reich genug an den erforderlichen Kompetenzen: Die Zeit ist
reif, mich dieses Jahr von meiner Arbeit in der xxx zu verabschieden
und mich meinen beruflichen Visionen zu widmen.

was sagt er dir. Du hast nur eine Seite Anschreiben und dann einen
ganzen Absatz Gesülze. Welche Kompetenz hat sie denn nu?

Ich sehe da keine Fehler, außer mögliche Detailverbesserungen.

Ich schon sie bewirbt sich halt nicht als Art-Director.

Die wirklichen Fehler in Bewerbungen sind Eselsohren,
Kaffeeflecken, offensichtliche Rechtschreibfehler, lückenhafte
Unterlagen - also die generelle Unfähigkeit vollständige
Unterlagen einzureichen, die den Standards entsprechen und
zeigen dass jemand, der Werbung für sich macht, ausreichend
Mühe aufwendet zumindest die üblichen Regeln zu beachten.

Das hat sich mittlerweile rumgesprochen und im Gegensatz zu vor
10 Jahren bekomme ich solche Bewerbungen eigentlich nicht mehr.

Dieses Anschreiben ist gerade deswegen gut weil es aus dem
Einheitsbrei heraussticht

Das erklär bitte mal dem kurz vor der Rente stehenden Personaler.
Mir ist das deutlich zu wenig bezug auf die Ausschreibung. Ich
will sehen, dass genau diese Bewerbung nur für mich gemacht wurde.

Wer im Gedächtnis bleiben und auffallen will muß, ohne völlig
aus dem Rahmen zu fallen, so schreiben dass etwas hängen
bleibt und man geneigt ist diese Mappe auf den
„interessant“-Stapel zu legen.

Die erste Hürde einer Bewerbung ist die Personalabteilung, kreatives,
technisches Geschwafel kann dort überhaupt nicht bewertet werden.
Dort wird lediglich kontrolliert ist die Bewerbung äußerlich
korrekt, hat er irgendwas zu den Begriffen der Fachabteilung gesagt
und last but not least sieht der ein bischen sympatisch aus.

Also munteres Abhaken der geforderten Tätigkeiten.

Im Lebenslauf, aber nicht im Anschreiben.

Soweit liest der gar nicht, es sind doch genügend dabei die dies
im Anschreiben schaffen.

Auch wenn ich es zum millionsten mal schreibe. :smile: Es geht nicht
darum bei einer Bewerbung gut oder perfekt zu sein. Es geht darum
unter den besten Drei zu sein und zum Vorstellunggespräch eingeladen
zu werden. Sätze wie die Bewerbung ist gut helfen kaum, ist sie
besser wie der Rest der Welt? Warum ist sie besser? Wie geht es noch
besser?
Die Konkurrenz ist hart und die spielt nicht immer fair.

Gruß
Stefan

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Hallo Stefan,

Ich weiß
nicht was
du tust aber erzähle mir doch bitte nicht, das jemand bei euch
mal munter alles umkrempeln kann der noch nicht mal die
Grundlagen
deines Jobs beherscht.

Nö, aber es bewerben sich auf eine Stelle so viele Leute dass irgendeine Auswahl getroffen werden muß. Als erstes fliegen die Bewerbungen raus, die schon äußerlich nicht ausreichend sind. Und die nächste Hürde ist dann aber ob das Anschreiben interessant ist, denn ich gehe davon aus dass die meisten Bewerber die erforderlichen Grundlagen haben um die Stelle potentiell ausfüllen zu können. Wir gehen mal davon aus dass sich ein Betriebswirt nicht auf eine Oberarzt-Stelle bewirbt.

Hier landen dann also nur noch die Bewerbungsmappen auf dem „Interessant“-Stapel, die aus irgendwelchen Gründen positiv auffallen…

Die Bewerbung hat soviele grundsätzliche Fehler, da hilft auch
das ganze Freche oder Kreative nichts.

Welche denn?

Allein folgender Satz

frisch* genug in diesem Metier für die berufliche Herausforderung
und reich genug an den erforderlichen Kompetenzen: Die Zeit ist
reif, mich dieses Jahr von meiner Arbeit in der xxx zu verabschieden
und mich meinen beruflichen Visionen zu widmen.

was sagt er dir. Du hast nur eine Seite Anschreiben und dann
einen
ganzen Absatz Gesülze. Welche Kompetenz hat sie denn nu?

Der Unterschied zu konserativen Anschreiben ist nur dass sie die wichtigsten Dinge gleich am Anfang argumentativ auftischt - und das halte ich für eine gute Idee.
Wenn du jetzt sagst „das, was sie schreibt, ist inhaltsleer“ frage ich mich, was denn in den sonst üblichen Schreiben Gehaltvolleres drinsteht? Da steht nichts anderes, es hat nur eine andere Position im Gesamttext. Kompetenz, Flexibilität, Herausforderung, Ziele/Visionen - das sind doch die üblichen, immer gleichen Schlagworte…
Wenn du kritisierst dass hier nicht ihre konkreten Berufserfahrungen genannt werden: das ist im Originaltext nur weg-ge-xxx-t. Auf welche Stelle sie sich bewirbt steht im Betreff. Sie könnte jetzt vielleicht nochmal hinschreiben „ich bin gelernte …“, aber das ergibt sich zum einen aus dem Lebenslauf und zum anderen gehe ich davon aus dass sich niemand als Arzt bewirbt, der es nicht ist.

Mir ist also nach wie vor nicht klar was hier deiner Meinung nach entscheidend fehlt oder falsch sein soll.

Ich sehe da keine Fehler, außer mögliche Detailverbesserungen.

Ich schon sie bewirbt sich halt nicht als Art-Director.

Also nochmal, gibt’ mir Fakten, was hier konkret falsch sein soll

1., 2., 3. … dann verstehe ich es vielleicht. So aber nicht. Du sagst immer nur dass es insgesamt schlecht wäre, benennst aber keine klaren Fakten.

Es mag sein dass dieses Schreiben nicht deinen Geschmack trifft. Meinen Geschmack treffen die langweiligen 08/15-Schreiben nicht. Nun sind wir beide nicht die Entscheider in diesem Fall - und was dem hier entscheidenden Vorgesetzten gefällt wissen wir nicht, so wie man es nie weiß und immer Gefahr läuft aus unerfindlichen Gründen genau richtig oder ganz daneben formuliert zu haben.
Deswegen ist diese Bewerbung aber keineswegs eine schlechte.

Die wirklichen Fehler in Bewerbungen sind Eselsohren,
Kaffeeflecken, offensichtliche Rechtschreibfehler, lückenhafte
Unterlagen - also die generelle Unfähigkeit vollständige
Unterlagen einzureichen, die den Standards entsprechen und
zeigen dass jemand, der Werbung für sich macht, ausreichend
Mühe aufwendet zumindest die üblichen Regeln zu beachten.

Das hat sich mittlerweile rumgesprochen und im Gegensatz zu
vor
10 Jahren bekomme ich solche Bewerbungen eigentlich nicht
mehr.

Tatsächlich nicht? Für „einfachere Jobs“ bewerben sich entsprechend einfache Menschen… Ohne sie menschlich abwerten zu wollen, aber deren Bewerbungsunterlagen merkt man einfach sofort an dass sie ihr Bestes gaben, aber oft überfordert waren. Und selbst hochwertig ausgebildete Menschen checken ihre Unterlagen oft nicht wirklich gut. Auch da finden sich immer wieder unentdeckte Schreibfehler, Kommas an unlogischen - und deswegen auffallend falschen - Stellen (wie sie mir auch passieren, aber in einer Bewerbung wäre das garantiert 5x kontrolliert worden und richtig!) oder falscher Satzbau.

Nebenbei bemerkt: Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler (klein geschriebene Anrede „sie“ anstatt „Sie“ etc.) ist in meinen Augen kein Grund jemanden sofort rauszukicken. Sowas sollte in einer Bewerbung nicht, kann aber passieren. Menschen sind nicht perfekt und wenn „das große Ganze“ den Eindruck erweckt einen intelligenten, passenden Bewerber zu haben ist es aus Unternehmersicht albern sich an derartigen Kleinigkeiten aufzuhängen.

Dieses Anschreiben ist gerade deswegen gut weil es aus dem
Einheitsbrei heraussticht

Das erklär bitte mal dem kurz vor der Rente stehenden
Personaler.
Mir ist das deutlich zu wenig bezug auf die Ausschreibung. Ich
will sehen, dass genau diese Bewerbung nur für mich gemacht
wurde.

Ich verstehe was du meinst, kann mich aber mit dieser Art der abgehobenen Betriebsblindheit nicht anfreunden. Jeder Mensch weiß dass Bewerber sich nicht bei einer Firma bewerben, sondern im Zweifel den Markt insgesamt abgrasen und diverse Bewerbungen versenden. Wer mir also erzählt dass er schon immer nur hier in dieser Firma arbeiten wollte und dieses seit der Geburt sein Traum ist - nee, das ist dummes Zeug und solche unwahren Schleimereien will ich nicht vorgetragen bekommen.
Ich möchte sehen dass jemand Kompetenz und Motivation hat, dass er ins Unternehmen zu passen scheint, und setze ansonsten vorraus dass notwendige Bedingungen (Ausbildungen, Scheine etc.) vorhanden sind. Das sehe ich mir im Lebenslauf natürlich nochmal an, aber das war’s.

Ich finde es zum Teil ziemlich lächerlich wie abgehoben sich manche Unternehmen gebärden, so als ob dort keinem klar wäre dass hinter jeder Bewerbung normale Menschen mit normalen Schwächen stehen, so wie man selber und jeder, der eingestellt wurde, auch seine Schwächen hat. Wenn man sich in beliebigen Unternehmen umschaut findet man ÜBERALL normale Menschen und teilweise ausgemachte Deppen. Dann aber in Bewerbungen grotzkotzige Ansprüche zu haben… ist unnötige Arroganz.

Glaubst du dass nur ein einziger Bewerber, der mehr als eine Bewerbung losschickt, jedes Mal ein neues Anschreiben formuliert? Dann träum’ weiter! Man wird es immer ein bisschen anpassen damit es zur Stellenausschreibung paßt, aber ansonsten ist sowas immer „Copy & Paste“.

Auch wenn ich es zum millionsten mal schreibe. :smile: Es geht
nicht
darum bei einer Bewerbung gut oder perfekt zu sein. Es geht
darum
unter den besten Drei zu sein und zum Vorstellunggespräch
eingeladen
zu werden. Sätze wie die Bewerbung ist gut helfen kaum, ist
sie
besser wie der Rest der Welt? Warum ist sie besser? Wie geht
es noch
besser?
Die Konkurrenz ist hart und die spielt nicht immer fair.

Aber wer beurteilt das? Und nach welchen Kriterien? Wenn auf dem Stapel 100 Bewerbungen liegen schaut man schnell drüber - und greift die heraus, die 1. optisch auffallen ohne negativ abzuschrecken und 2. diejenigen, die auffällig, aber dennoch passend schreiben.

„Die besten Drei“ sind nicht definierbar weil es allein davon abhängt was der Entscheider gut findet. Um seine Aufmerksamkeit zu wecken darf es aber nicht das komplett untergehende Standard-Gesülze sein, sondern es muß rüberkommen dass jemand zur Stelle passen könnte. Und bei einer Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen scheint es passend wenn jemand sich nicht ausdrückt wie im letzten Jahrhundert, sondern etwas spritziger drauf ist ohne Grundregeln zu verletzen.

Ich glaube allerdings dass wir’s ausdiskutiert haben weil deinen Stil trifft diese Bewerbung nicht, ich halte sie hingegen für gut weil sie positiv aus dem Einheitsbrei heraussticht, und so soll es sein wenn man sich absetzen will.

Gruß,

MecFleih

Nicht so ganz
Stefan,

Abgesehen von Ausdrucksfehlern, kann ich im wesentlichen den meisten Deiner Ausführungen folgen. Aber dies hier:

Lese genau die Ausschreibung, jedes Wort was da steht mußt du
in deinem Anschreiben haben.

ist ja wohl Blödsinn.

Insgesamt muss man Jeanne ja wohl zugestehen, dass sie sich sehr gute Gedanken zu einer ungewöhnlichen Bewerbung gemacht hat und diese auch ncoh sehr schön umgesetzt hat. Zusätzlich kennt sie den Verantwortlichen in dem Unternehmen/Behörde ja wohl schon, so dass einige Vorsichtsmaßnahmen in einer Bewerbung wegfallen können.

Auch solltest Du bedenken, dass Du keine Nerds wie in Deinem Bereich vor Dir hast, denen man extra sagen muss, dass ein Chipsfettfleck auf der Bewerbung keine Empfehlung sondern vielmehr ein Manko ist.

Gruß
C.

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Mahlzeit!

Lese genau die Ausschreibung, jedes Wort was da steht mußt du
in deinem Anschreiben haben.

ist ja wohl Blödsinn.

Bei den Personalabteilungen die ich kenne nicht.

Auch solltest Du bedenken, dass Du keine Nerds wie in Deinem
Bereich vor Dir hast

Was stört es eine deutsch Eiche …

Stefan