Hallo, also Latein hab ich erst an der Uni machen müssen, quasi im Schnelldurchlauf, aber hatte vorher mit Französisch ebenso meine Probleme. Mir war die Grammatik irgendwie zu verquer, und in französisch gabs soviele Endungen die sich gleich anhören aber ganz anders geschrieben werden und somit auch was anderes bedeuten. Also fiel „vom hören lernen“ ebenso weg wie beim Latein , da man nur noch selten Leute trifft die sich in der Sprache unterhalten.
Allerdings verlangt das glücklicherweise keiner von ihm.
Drum, mein Tipp um ihm ein paar angenehmere Texte als Cesar vorzusetzen: es gibt viele Asterixbände auch auf Latein. Das wäre evtl etwas mehr Anreiz, als immer nur Worte herunterzudeklinieren.
Das ist einfach mal Lesestoff, der mehr Spass macht.
Wenn er sich für bestimmte Themen interessiert gibts da sicher auch was antikes, aber die Klassiker sind immer noch de Bello gallico und so anderer langweiliger Kram, mit dem man gleichzeitig ein bisschen Geschichte lernen soll.
Viele Texte gibts beim Reclamverlag für kleines Geld auch in zweisprachiger Ausgabe.
Wenn er eher musisch begabt ist evtl sowas: Cantate latine
Lieder und Songs auf lateinisch.ISBN 978-3-15-008802-9 Buch anschauen
UB 8802
wenn ihn Natur interessiert dann: Walahfrid Strabo: De cultura hortorum. Über den Gartenbau
Lat./Dt. Hrsg. u. Übers.: Schönberger, Otto. 118 S. 25 Abb.
ISBN 978-3-15-018199-7 Buch anschauen
UB 18199
hier ist es mittlealterliches Latein, ein bisschen anders als Schullatein, aber macht evtl auch deutlich, dass sisch diese Sprache fürchterlich lang gehalten hat.
Er mag Potter: Antike Zaubersprüche
Zweisprachig.
Gr.,Lat. / Dt.
Hrsg. u. Übers.: Önnerfors, Alf. 72 S.
ISBN 978-3-15-008686-5 Buch anschauen
UB 8686
und hier gibts noch mehr http://www.reclam.de/programm/weltliteratur/roemisch…
In Deutsch dagegen, wenn er nicht grad Legastheniker ist und mit der Rechtschreibe seine Probleme hat (was sich dann auch auf andere Sprachen auswirken würde), gibt es sovieles, woran es liegen könnte, dass du seinen Lehrer mal ausquetschen solltest, wodurch die schlechten Noten verursacht sind. Evtl. kann er die Theorie (zB. wie interpretiere ich ein Gedicht? wie schreibe ich eine Erörterung?) einfach nicht in die Praxis oder zu dem Thema der Arbeit umsetzen.
Diese Probleme kannte ich auch, da ich manchmal eben eine abweichende Meinung hatte und andere Schwerpunkte setzte als die Lehrerin wollte. Ich hab damals festgestellt, dass ich wohl in den Arbeiten zuviel nachdachte über das was ich schrieb und erst wieder in die guten Noten rauschte, als ich mir gute Arbeiten von Mitschülern anschaute, die nur oberflächliches Geklaber beinhalteten. Also produzierte ich auch ab sofort oberflächlicheres Gelaber und ließ mich überraschen, und schon hatte ich wieder 2er statt 4er. Ein bisschen half es auch, während einer Projektwoche die Lehrerin auch privat ein bisschen kennezulernen und sie ein bisschen zu beobachten, wie sie tickt, auch mal eine andere Lehrein über sie auszuquetschen, die vorher Deutsch unterrichtete, also was sie sonst so interessiert, ob sie irgendwo organisiert war (Tierschutzbund, Friedensbewegung etc.).
Dadurch konnte ich Aufsätze eben auch ein bisschen besser auf ihre Vorlieben zuschneidern (also nicht mehr, was ich zum Thema zu sagen hab, sondern, was SIE von mir wohl hören will).
So was wie ein Aufsatz ist nunmal fürchterlich subjektiv zu bewerten.
Und selbst denken ist fatalerweise nicht immer angebracht, obwohl es gerade so ausschaut, als wäre es endlich gefordert, nach all den Diktaten der ersten Schuljahre.
Gruß Susanne