Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Hallo zusammen,
die Frage nach dem Sinn des Lebens hat sich sicher fast jeder schon einmal gestellt. Nun frage ich mich aber auch, worin man den Sinn auch wirklich finden kann ? Alltagsängste unterschiedlicher Art, menschliche Sterblickkeit, Krankheit, Älterwerden und die damit verbundenen Folgen und Begleiterscheinungen etc. machen es oft schwer, dem und im Leben einen wirklichen Sinn und Lebensmut zu geben und zu finden.

Ein krebskrankes Mädchen hat einmal gesagt: „Der Sinn des Lebes ist das Leben“.

Wie sieht die Psychologie diesen Aspekt und welche Antworten (wenn überhaupt) hat sie darauf. Grenzt allein die Fragestellung schon an Depression, ist sie nicht normal ab einem gewissen/diesem Ausmaß ? Wie kann man ihr begegnen, um nicht mit dieser Frage im negativen Sinne konfrontiert zu werden ?
Die Frage ist also weniger/nicht an die Philosophen gerichtet, sondern an die Psychologen.

Danke
Mike

Hallo Mike,

die Frage nach dem Sinn des Lebens hat sich sicher fast jeder
schon einmal gestellt. Nun frage ich mich aber auch, worin man
den Sinn auch wirklich finden kann ?

Den Sinn des Lebens findet man nicht so wie einen Gegenstand auf dem Weg. Die Herangehensweise ist eine andere: Du gibst deinem Leben einen Auftrag - der Sinn des Lebens liegt nun darin, diesen Auftrag zu erfüllen.

Alltagsängste
unterschiedlicher Art, menschliche Sterblickkeit, Krankheit,
Älterwerden und die damit verbundenen Folgen und
Begleiterscheinungen etc. machen es oft schwer, dem und im
Leben einen wirklichen Sinn und Lebensmut zu geben und zu
finden.

Alle von dir genannten Ängste sind Kapitulationen vor dem Leben und seinen Herausforderungen der Freude und des Leids, der Gesundheit und des Todes.

Ein krebskrankes Mädchen hat einmal gesagt: „Der Sinn des
Lebes ist das Leben“.

Sicher kann man das Leben als seinen Sinn bezeichnen. Jedoch hast du ihm dann noch keinen Sinn gegeben. Die Antwort bedient sich nur der Frage und gibt nicht den individuellen Auftrag wieder.

Wie sieht die Psychologie diesen Aspekt und welche Antworten
(wenn überhaupt) hat sie darauf.

Ich bin kein Psychologe. Und doch meine ich mit diesem Thema recht gut klar zu kommen. Die Antwort ist, dass dir niemand eine für dich zutreffende Antwort geben kann. Du allein kannst dir die Antwort geben. Deine Sicht auf die Menschen, die Dinge und die Welt entscheidet deine individuelle Stellung im Leben.

Grenzt allein die
Fragestellung schon an Depression, ist sie nicht normal ab
einem gewissen/diesem Ausmaß ? Wie kann man ihr begegnen, um
nicht mit dieser Frage im negativen Sinne konfrontiert zu
werden ?

In dem du jedem negativen Lebensaspekt einen positiven Lebensaspekt gegenüberstellst erhälst du die Ausgewogenheit deines Lebensbildes.

Die Frage ist also weniger/nicht an die Philosophen gerichtet,
sondern an die Psychologen.

Da Psychologie und Philosophie so nah bei einander stehen, wird sich diese Trennung nicht wirklich vollziehen lassen. Wenn Denken und Fühlen (Empfinden) in ihrer Wirkung rein biologische Vorgänge wären, ginge das vielleicht. Doch so ist das Leben eben nicht, weil die Beweggründe deiner Fragestellung schon einem emotionalen Vorgang entspringen, also einer biologischen Reaktion auf deine Wahrnehmungen. Diese sind jedoch philosophisch zu betrachten, weil sie deiner normalen begrenzten Sichtweise entspringen.

Herzliche Grüße
Sven

Die Frage ist also weniger/nicht an die Philosophen gerichtet,
sondern an die Psychologen.

Die Psychologie hat diese Frage ja niemals gestellt. Wenn jemand aus diesen Kreisen antwortet, so antwortet der Mensch, aber nicht die Psychologie :wink:

Philosophie, Religion, Ethik umkreisen das Thema. Einzig die Spiritualität kann diese Frage beantworten.

gruß
rolf

Hallo Mike

Wie kann man ihr begegnen, um
nicht mit dieser Frage im negativen Sinne konfrontiert zu
werden ?

Vielleicht sollten wir nicht zuviel Angst vor dem sogenannten Negativen haben. Ich denke da z.B. an Adornos „Negative Dialektik“. :wink:

Die Frage ist also weniger/nicht an die Philosophen gerichtet,
sondern an die Psychologen.

Ein guter Psychologe ist meistens auch ein Stück weit Philosoph. Wenn er es garnicht ist, würde mich das warnen.
Gruß,
Branden

Der Weg ist das Ziel
welchen Weg du gehen willst, musst du allein selbst wissen!

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen,

denkt Nemo (weder Psychologe noch Philosoph)

Hi Mike,
irgendwann, kurz bevor du die Augen für immer schließt,
wirst du dir vielleicht die Frage stellen, ob du das
Abenteuer „Leben“ nochmals mitmachen wollen würdest.
Wenn du dir diese Frage mit einem klaren „ja“ beant-
wortest dann kennst du die Antwort auf die Frage nach
dem Sinn deines Lebens: Das Leben selbst. DEIN Leben.
Du wirst nix mitnehmen als deine Erinnerungen. Je
nachdem, wie deine Sicht zu den Dingen war wird dein
Leben, egal wie es lief, für dich toll oder furchtbar
gewesen sein.
M. E. ist der Sinn deines Lebens der, dir dein Leben so
einzurichten, dass du es nochmal leben wollen würdest.
LG
D

Hallo zusammen,

hallo mike,

die Frage nach dem Sinn des Lebens hat sich sicher fast jeder
schon einmal gestellt. Nun frage ich mich aber auch, worin man
den Sinn auch wirklich finden kann ? Alltagsängste
unterschiedlicher Art, menschliche Sterblickkeit, Krankheit,
Älterwerden und die damit verbundenen Folgen und
Begleiterscheinungen etc. machen es oft schwer, dem und im
Leben einen wirklichen Sinn und Lebensmut zu geben und zu
finden.

also ich als laie stolpere hier schon…
denn menschliche sterblichkeit ist für mich z.b kein grund keinen sinn im leben zu sehen, krankheit ebenfalls nicht, alltagsängste auch nicht und auch sonst nichts von dem was du aufgezählt hast. - das klingt so als wäre man ein opfer des lebens. und das kann ich so nicht sehen.

mal von einzelsituationen abgesehen die momentane andere stimmungen aufkommen lassen können glaube ich, wenn man diese obigen punkte als grund für das nichtfinden des lebenssinns wahrnimmt, läuft da was nicht so ganz rund. schliesslich ists ja nicht so, dass uns bei der geburt bescheinigt wurde, das leben wäre unendlich und nur dann lebenswert, wenn es nie „probleme“ geben würde.
und so klingt das für mich irgendwie nach einer art fehlerwartung vom leben. wo bleibt da der anspruch an sich selbst? z.b. sich den alltagsängsten zu stellen und auswege zu finden um glücklicher als zuvor zu sein, bei krankheiten zu schauen was sich dahinter verbergen kann und welche veränderungen mir hier wieder guttutn und meinen sinn - den persönlichen dahingehend stärken, dass ich mich besser fühle, weil ich mich mehr (be)-achte?

vieles im leben was nicht gut läuft ist handgemacht, sei es durch einen selbst, das umfeld, die gesellschaft. und sowohl am umfeld als auch gesellschaftlich trägt jeder seinen anteil dazu bei.
ich glaube, den eigenen weg zu finden, den eigenen platz erhöht das gefühl für das bewusstsein nach dem, was jedem selbst den sinn des leben wohl geben und bedeuten kann.

wieso du diese doch recht negative betrachtungsweise und für mich auch irgendwie nicht stimmige betrachungsweise hast, kann sicher niemand sagen.ob das dir auch sonst entspricht - also in anderen lebenslagen ähnlich zu denken, wäre sicher hilfreich zu wissen für eine idee was sich dahinter verbergen könnte.
vielleicht ists ja schlicht angst vor dem leben? vielleicht kennste es gar nur so und hast es übernommen oder eben einfach nur ein falscher ansatz oder oder oder… nun, es gäbe so viele mögliche gründe, ob man da nun gleich von einer dpression und wenn welcher reden kann, keine ahnung, bin ja kein fachmensch.

ob und wie du diese haltung verändern kannst und willst, daran könntest du evtl mehr ablesen könnte ich mir vorstellen. wobei ich nicht weiss wie man sich nun im einzelen ein umdenken und umfühlen beibringen kann in dem fall. aber ich glaube durchaus, dass es geht. evtl ists ja auch eine auswirkung so zu denken und wenn die auslöser verändert werden…

LG
nina

Hallo Mike!

Ich verstehe die Psychologie als Naturwissenschaft. Nach diesem Verständnis kann sie keine Antwort auf diese metaphysische Frage geben. Sinn existiert in der Natur nicht. Deshalb kann ihn die Psychologie auch nicht entdecken.
Die geisteswissenschaftliche ausgerichtete Psychologie sieht in dem „Verstehen“ (=Zuschreiben von Sinn) hingegen die vierte Stufe ihres Forschungsprogramms.
Ich finde allerdings, dass dieser Frage die äußerst fragliche Annahme zugrundeliegt, dass die Natur zweckgerichtet ist. Welchen Sinn hat die Gravitation, welche Funktion erfüllen Wahrnehmungstäuschungen für den Menschen? Ich kann den Sinn dieser Fragen nicht erkennen. Der Mensch wurde nicht geschaffen, um einem höheren Zweck zu dienen. Er hat sich im ungerichteten Prozess der Evolution entwickelt.

Viele Grüße Falk

Wie sieht die Psychologie diesen Aspekt und welche Antworten
(wenn überhaupt) hat sie darauf. Grenzt allein die
Fragestellung schon an Depression, ist sie nicht normal ab
einem gewissen/diesem Ausmaß ? Wie kann man ihr begegnen, um
nicht mit dieser Frage im negativen Sinne konfrontiert zu
werden ?
Die Frage ist also weniger/nicht an die Philosophen gerichtet,
sondern an die Psychologen.

Hallo, Mike!

Die Psychologie beschäftigt sich vergleichsweise wenig mit dem Sinn des Lebens. Sie fragt sich weniger, was er wohl sei, als was Menschen als ein sinnvolles Leben empfinden. Ihre Antworten sind also eher deskriptiv als womögl normativ.

Hier und da geht die Psychologie aber auch weiter, indem sie Anleitungen zum sinnvollen Leben gibt.

Viktor Frankl ist da ein Vertreter, der mir einfällt. Hier zwei Bücher aus seiner Perspektive:

http://www.amazon.de/Leiden-sinnlosen-Leben-Psychoth…
http://www.amazon.de/Sinnzentrierte-Unternehmensf%C3…

Dann fällt mir noch Mihaly Csikszentmihalyi mit seinem Thema Flow ein:

http://www.amazon.de/Das-flow-Erlebnis-Jenseits-Lang…

Alfred Adler hat auch etwas dazu gesagt:

http://www.amazon.de/Sinn-Lebens-Alfred-Adler/dp/359…

Dass man als Psychologe nicht über Lebenssinn sprechen könne, sondern nur als Mensch (oder Philosoph) glaube ich nicht. Wer Psychologe ist - wie die genannten Autoren - spricht quasi notwendig auch immer als Psychologe bzw. färbt seine Psychologie mit seinem sonstigen Weltbild. Zumindest beim Thema Sinn scheint mir das unausweichlich.

Hier noch meine persönliche Sicht in Kürze:

  1. Ich denke, ein sinnerfülltes Leben kann sich nur jeder Mensch selbst schaffen. Jeder einzelne entdeckt Sinn in dem was er tut oder was ihm passiert - oder nicht. Auf „Sinn von außen“ (oder gar einen absoluten, für alle Menschen geltenden Sinn) zu warten, ist die Garantie dafür, keinen Sinn zu spüren/zu finden.

  2. Als sinnvoll empfinden wir unser Leben immer dann, wenn wir uns als Individuen gesehen, gefordert, angenommen, gebraucht fühlen. Das kann durch andere Menschen geschehen, aber auch durch Tiere oder „eine Sache“, ein (höheres) Ziel. Wenn es einen Unterschied macht, ob ich da bin oder nicht, dann ist unser Leben sinnvoll.

Diesen Unterschied (2.) zu empfinden, liegt aber allein in uns (1.). Andere können uns zwar helfen zu empfinden, dass wir einen Unterschied machen (Thema Liebe im weitesten Sinn); sie können auch etwas dafür tun (Thema Management), sozusagen „Sinnangebote“ machen. Aber am Ende sind wir gefordert, offen dafür zu sein oder gar kreativ.

-Calvin & Hobbes in trauter Eintracht