TOP SECRET
Die geheimen Sitzungsprotokolle der Regierungsverhandlungen
Protokoll von Montag, 10. Februar 2003
Anwesend sind: Dr. Wolfgang Schüssel, Dr. Andreas Khol,
Univ.Prof. Dr. Alexander van der Bellen, Dr. Madeleine Petrovic
8 Uhr
Andreas Khol beantragt, den lieben Gott in die Anwesenheitsliste des Protokolls aufzunehmen. Van der Bellen lacht. Petrovic lehnt ab.
8 Uhr 02
Van der Bellen schlägt eine erste Rauchpause vor. Sitzungsunterbrechung bis 8 Uhr 30.
8 Uhr 30
Petrovic möchte über die Umweltpolitik sprechen, Khol über die Abfangjäger, van der Bellen über die Studiengebühren, und Schüssel fragt, ob jemand das Gurkerl aus seiner Wurstsemmel mag.
9 Uhr 30
Khol preist die Familienpolitik der ÖVP.
Schüssel zeichnet etwas auf seinen Notizblock und schiebt ihn zu Petrovic hinüber. Petrovic lacht. Van der Bellen will es auch sehen und sagt dann: Pfui, Wolfgang, du Schweinderl.
10 Uhr
Van der Bellen kommt von seiner zwölften Rauchpause zurück in den Sitzungsraum und Schüssel stellt ihm ein Bein. Khol lacht und klatscht Schüssel in die dargebotene Hand. Petrovic droht Schüssel mit einer ordentlichen Kopfnuss, falls er das noch einmal macht.
11 Uhr 30
Khol fragt, warum van der Bellen heute so gereizt sei. Van der Bellen schreit, dass er verdammt noch mal kein bißchen gereizt sei. Dann schlägt er so laut auf den Tisch, dass Schüssel aufwacht.
12 Uhr 10
Khol stellt klar, dass er Hunger hat. Petrovic sagt, Khol habe also Kohldampf. Van der Bellen lacht. Khol sagt, Petrovic sei dafür grün hinter den Ohren. Schüssel überlegt auch ein Wortspiel, ihm fällt aber keines ein. Die Sitzung wird vertagt.
Protokoll von Dienstag, 11. Februar 2003
Anwesend sind: Dr. Wolfgang Schüssel, Mag. Karl-Heinz Grasser,
Univ.Prof. Dr. Alexander van der Bellen, Dr. Eva Glawischnig.
13 Uhr
Schüssel wünscht einen angenehmen Nachmittag und eröffnet die Sitzung. Van der Bellen schlägt als Erstes eine Rauchpause vor. Das wird in einer Abstimmung 3:1 abgelehnt.
15 Uhr 55
Grasser beendet sein Referat über die Steuerreform.
Schüssel klatscht als Einziger und ruft Zugabe.
Grasser verbeugt sich mehrmals.
16 Uhr
Grasser schlägt vor, dass irgendjemand für alle Anwesenden Kaffee machen sollte. Alle stimmen zu und schauen Eva Glawischnig an. Glawischnig wehrt ab und sagt, sie spiele hier sicher nicht die Kellnerin für die Machopartie. Schüssel sagt, er verstehe und akzeptiere das, aber jetzt soll sie mal hopphopp machen.
17 Uhr
Karl-Heinz Grasser fragt van der Bellen, über welche Erfahrungen er denn in der Budgetpolitik verfüge. Van der Bellen stellt Grasser die Gegenfrage, ob er um diese Uhrzeit nicht eigentlich schon im Bett sein müsste.
18 Uhr 30
Glawischnig fragt, ob jemand zum McDonald’s mitfährt. Grasser zeigt sich grundsätzlich bereit, will aber vorher noch eine Entscheidung zur Steuerreform. Van der Bellen meint, er gehe jetzt mal eine heizen. Die Sitzung wird vertagt.
Protokoll von Mittwoch, 12. Februar 2003
Anwesend sind: Dr. Wolfgang Schüssel, Mag. Wilhelm Molterer, Univ. Prof. Dr. Alexander van der Bellen, Dr. Peter Pilz
9 Uhr
Schüssel begrüßt alle Anwesenden.
Van der Bellen geht auf Rauchpause.
9 Uhr 30
Pilz möchte heute als erstes über die Umweltpolitik sprechen. Molterer und Schüssel sind dagegen. Van der Bellen sagt, ihm wäre die Reihenfolge blunzen. Pilz sagt, dann werde er eben die Luft anhalten, bis Schüssel und Molterer ihre Meinung ändern würden.
9 Uhr 30 und 20 sec
Pilz bekommt einen roten Kopf. Schüssel sagt, der stehe ihm gar nicht schlecht. Van der Bellen lacht. Molterer lenkt ein, von ihm aus könne man zuerst durchaus über Umweltpolitik sprechen. Pilz atmet erleichtert aus. Schüssel nennt Molterer einen Spielverderber.
11 Uhr
Van der Bellen erhält ein SMS von Christoph Chorherr und schlägt vor, den Text in das Protokoll aufzunehmen. Schüssel und Molterer sind dafür, Pilz enthält sich der Stimme. Der Antrag wird angenommen. Der SMS-Text lautet:
Tolles Hotel, toller Strand, tolles Wetter. Und nehmt’s nicht alles so ernst, was der Papa schreibt. Bussi an alle.
12 Uhr
Schüssel stellt Pilz die abschließende Frage, warum er dauernd in diesem schwarzenTotengräber-Outfit herumläuft. Pilz sagt, er könnte es ja mal mit Mascherln probieren. Molterer lacht. Schüssel sagt, Molterer solle in seinem Holzfällerhemd lieber ruhig sein. Die Sitzung wird vertagt.
