Die 'Goldenen Regeln'

Hallo Wissende,

seit Jahrtausenden überliefern sich die Menschen, quer durch alle Kulturen, Regeln zum Umgang miteinander. In der Folge wurden diese, nennen wir sie mal „Goldenen Regeln“, in die jeweiligen Religionen eingebettet/übernommen/adaptiert.

Spontan fallen mir die vier Folgenden ein:

„Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.“

„Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz.“

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ *oder ist dieser Spruch nur ein Sprichwort und zählt nicht zu den „Goldenen Regeln“?*

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ *oder ist dieser Spruch auch nur ein Sprichwort und zählt auch nicht zu den „Goldenen Regeln“?*

Ich meine aber einst mitbekommen zu haben, dass es sieben dieser Regeln gäbe.

Wer weiss mehr?
Wer kann helfen?

Freundliche Grüsse
Anonym

Hallo Raymond,

Ich meine aber einst mitbekommen zu haben, dass es sieben
dieser Regeln gäbe.

es gibt nur eine einzige goldene Regel, die aber im Laufe der Geschichte in verschiedener Weise ausgedrückt wird:
http://www.lexikon-definition.de/Goldene-Regel.html

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Volltreffer
ich danke Dir, Thomas.
Genau was ich suchte.

Freundliche Grüsse
Anonym

Hallo Wissende,

seit Jahrtausenden überliefern sich die Menschen,

Ich meine aber einst mitbekommen zu haben, dass es sieben
dieser Regeln gäbe.

Wer weiss mehr?
Wer kann helfen?

Freundliche Grüsse
Anonym

Salü Raymond,
das mit den „sieben Goldenen Regeln“ ist m.E. stark abendländisch geprägt. Die kath. Kirche hat sieben Todsünden geprägt, und nach kab. Denkweise wären sieben Goldene Regeln das Äquivalent.
Ich will aber versuchen, Dir eine brauchbare „Liste“ aus meinem Fundus des Gehirns zu erarbeiten.

*** was du nicht willst…
ist bestimmt einer der Leitgedanken.
(…gilt m.e. auch für Tiere und Pflanzen !)

*** wir sind nur Gäste auf diesem Planeten, weder Besitzer noch Eigentümer.

*** die Tatsache des Körperlichen bedingt Nahrung und Fürsorge.
Entnimm´ der Natur nur das, was du wirklich benötigst.

*** ich [das Lebewesen] bin qualitativ „eins“ mit der Manifestation;
jedoch quantitativ bestehen [sogar] „unüberwindbare“ Grenzen.

*** nichts was geschieht, ist außerhalb der Manifestation; außerhalb des „Gedankens“ der Manifestation.

*** Eure Gedanken die ihr in Worte fesselt, möchten durch Handlung Erfüllung finden.
(hier liegt m.E. auch „Schweigen ist Gold…“)

*** Freude oder Leid; letzlich ist alles eine Frage der Ehre - (dem Gewissen, dem Machtanspruch, der Gleichgültigkeit).

persönl. Anm.:
Hervorgerufen aus dem Machtanspruch der Herrschaft wurde seit Menschengedenken Religion und soziales Reglement derart „passend“ vermischt, so daß Heutzutage mehr Verwirrung ,denn Klarkeit besteht…

DerJOKER

Ja
auch Dein Beitrag war hilfreich.
Danke schön.

Freundlichste Grüsse
Anonym

Hallo Raymond,

dass es nur eine „Goldene Regel“ gibt hatte ja Thomas schon angemerkt. Dass auch diese, gegen dem ersten Anschein, nicht ganz unproblematisch ist, geht aus seinem Link auch hervor.

Wenn Du Dich mit diesem Thema auseinander setzst interessiert Dich vielleicht auch das Projekt „Weltethos“ - ein Versuch einen gemeinsamen ethischen Kern aller Religionen, philsophischen Theorien, Ideologien zu finden, eine Mindestplatttform, auf die sich alle einigen können. Dieses Weltehos wird sicher der klassichen „Goldenen Regel“ sehr nahe kommen.

http://www.weltethos.org/index.htm

Ich zumindest finde diesen Ansatz recht spannend.

Gruß
Werner

Danke Werner
für diesen sicherlich nicht uninteressanten Link.
Aber das liegt mir nicht - ist mir schon zu sehr „eingefärbt“ und meine Anfrage wurde ja auch schon vollumfänglich beantwortet.

Freundliche Grüsse
Anonym

Moin Moin,

die Regel ist Unsinn. Wenn nun jemand Masochist ist und gerne gequält wird, darf der dann an dere auch quälen?

Genaugenommen macht die Regel darüber zwar nichtmal eine Aussage, denn sie sagt nichts darüber, ob man das was einem selbt gefallen würde, anderen antun darf! Sie sagt nur andersherum aus, dass man anderen NICHT antun darf, was man selbst auch NICHT erleden will. Und die doppelte Verneinung ist hier nicht herauskürzbar.

Ähnlich der Kern der Wiccan Rede: „Solange du niemandem schadest, tue was du willt. Liebe sei das einzige Gebot.“ Denn auch hier ist keine Aussage darüber getroffen, ob man etwas tun darf, dass jemandem schadet. Nur andersherum, dass man tun und lassen kann, solange man niemandem damit schadet. „niemandem“ bedeutet außerdem auch, sich selbst nicht!

Der Kern der Wiccan Rede ist aber immer noch besser als die o.g. Goldene Regel. Denn sie sagt wenigstens überhaupt etwas aus! Sie sagt nämlich aus, dass man tun und lassen kann, was man will, solange man damit niemandem schdet. Über den positiven FAll, dass man also etwas tut, wo man selbst nichts gegen hätte, wenn es einem angetan wird, sagt die Goldene Regel aber auch nichts aus. Und für den anderen Fall hatte ich oben schon gezeigt, dass sie unsinnig ist.

Alles Gute wünscht
Michael

Hallo Thomas!

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Heißt das denn nicht:

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg doch einfach anderen zu?
In diesen Foren bekommt man oft diesen Eindruck! :wink:

*merde j`en ai marre de cette steganographie*

Herzliche Grüße
Junktor

Hallo Michael,

die Regel ist Unsinn.

ich habe die Regel doch nicht verteidigt, oder? Ich habe nur ihre historische Form erläutert. Dass diese Regel zur Fundierung ethischer Sätze nicht hinreicht, ist ziemlich unumstritten und auch der Grund, warum sie vor allem von Moralisten, nicht aber von Ethikern verwendet wird (es sei denn eben als Beispiel für eine Regel, die nicht ausreicht, um Verhalten angemessen zu begründen). Ich wollte hier aber auch keine philosophische Diskussion führen, sondern nur die gestellte Frage beantworten. In religiösen Kontexten wie hier ist es übrigens selten üblich, nach echten Begründungen ethischer Sätze zu forschen, weil hier in der Regel analoge bzw. analogisierende Ansätze ausreichend erscheinen.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Ja, manchmal scheint es so zu sein. :smile: owT.

Hallo Thomas,

ich habe die Regel doch nicht verteidigt, oder?

richtig, hast du nicht. Daher redete ich dich auch nicht persönlich an, anders als jetzt.

Alles Gute wünscht
Michael